{"id":8804,"date":"2021-04-13T10:05:48","date_gmt":"2021-04-13T10:05:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?page_id=8804"},"modified":"2021-06-27T23:48:35","modified_gmt":"2021-06-27T23:48:35","slug":"neunburg-schreibt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/neunburg-schreibt\/","title":{"rendered":"Neunburg schreibt"},"content":{"rendered":"<p>Die zur Ver\u00f6ffentlichung freigegebenen Beitr\u00e4ge der Hobby-Autor\/Innen der Kreativ-Aktion 2020\/21 werden hier in lockerer Reihenfolge zum Nachlesen bereitgestellt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-300x187.jpg\" alt=\"kh2020_FOTO 5LogoNENschreibt (1)\" width=\"300\" height=\"187\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-8364\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-768x478.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-1024x638.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1.jpg 1302w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>***********************************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Elena Zimmer: &#8222;DIE BESCHREIBUNG&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Wo liegt der Sinn? Was ist das denn? Eine Beschreibung braucht man nicht. Wenn man einen Stuhl sieht, braucht man niemanden, der ihn beschreibt. Es gibt nicht banaleres als Beschreibungen. Warum das Offensichtliche noch einmal aussprechen? Nein, Beschreibungen braucht man wirklich nicht.<br \/>\nWof\u00fcr denn auch? Ein Stuhl besteht aus einer Lehne, einer Sitzfl\u00e4che und ein paar Beinen. Wem soll man das denn noch beschreiben m\u00fcssen? Es ist vollkommen ausreichend, wenn ich Stuhl sage, dann hat jeder die Lehne, die Sitzfl\u00e4che und die Beine vor Augen.<br \/>\nWas das Ganze eigentlich ausdr\u00fccken soll ist, dass es egal ist wie ein Stuhl aussieht. Genauso wie egal es ist, wo man sich hinsetzt. Wer dem nicht folgen kann, dem kann man auch nicht mehr helfen. Wof\u00fcr braucht man St\u00fchle eigentlich? Zum hinsetzen, klar. Aber irgendwie auch nicht. Wof\u00fcr brauche ich eine Lehne? Ist sie am Ende doch nur ein einzelnes Brett. Genauso wie man die Sitzfl\u00e4che ohne die Beine nicht gebrauchen kann. Wof\u00fcr sich die M\u00fche machen eine Lehne an eine Sitzfl\u00e4che zu schrauben, wenn man dann doch am Boden sitzt?<br \/>\nGenau deswegen sind Beschreibungen nutzlos. Weil sie einen Stuhl in unbrauchbare Einzelteile zersetzt.<br \/>\nDieser Text ist lang, unverst\u00e4ndlich und dennoch irgendwo schl\u00fcssig. Ohne Beschreibungen w\u00fcrde niemand wissen wie man einen Stuhl baut und genau deshalb sind Beschreibungen so wichtig.<br \/>\nDas unn\u00f6tige Gebrabbel hat Sinn. Unn\u00f6tig ist es deswegen nicht weniger. Wie bei jeder Philosophie: Das Argument kann schl\u00fcssig sein, aber ihm fehlt die Intention.<br \/>\nUnd, sind Sie schon verwirrt?<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Scheinbar einfach, philosophisch hintergr\u00fcndig: der Text reflektiert sich selbst&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Die Verfasserin nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>**************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Elena Zimmer: &#8222;DIE T\u00dcR&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Ein Opfer des Verfalls. Anders kann man mich nicht nennen. Eine Schande ist es. So viele junge, hoffnungsvolle Leute haben mich ge\u00f6ffnet und geschlossen. Ich durfte dabei zusehen wie das Ruhrgebiet endlich die Aufmerksamkeit bekam, die es verdiente. Aber nein, Stahl und Kohle braucht niemand mehr und somit werde auch ich \u00fcberfl\u00fcssig.<br \/>\nIch, eine einfache T\u00fcr, die an der Schwelle zum Erfolg stand, und nun doch vergessen wurde.<br \/>\nJeden Morgen sagte mein Besitzer &#8222;du wirst schon sehen, in einem Jahr zur selben Zeit werden wir Million\u00e4re sein.&#8220; Ich konnte es kaum erwarten. Er w\u00e4re ein Million\u00e4r und ich die T\u00fcr in sein Reich.<br \/>\nWie hatte alles nur so schrecklich schief gehen k\u00f6nnen? Wir waren doch so nah dran. Ich hatte mir schon vorgestellt, wie Leute an mir vorbei gehen w\u00fcrden, mit Begeisterung in ihren Augen. &#8222;Das ist die T\u00fcr zum Erfolg.&#8220; Genau das w\u00fcrden sie sagen.<br \/>\nDoch von einem Tag auf den n\u00e4chsten hat sich alles ver\u00f6ndert. Damals war ich ein Sinnbild der Hoffnung gewesen. Nun sahen die Menschen mich an und ja, ich war ihnen peinlich. Sie bereuten es, jemals einen Fu\u00df \u00fcber meine Schwelle gesetzt zu haben. Sie hatten alles verloren und mir gaben sie die Schuld daran. Das sah ich in ihren Augen.<br \/>\nKohle und Stahl. Diese zwei Zutaten h\u00e4tten uns an die Spitze f\u00fchren sollen.<br \/>\nDas Leben geht weiter. Neue wirtschaftsbereiche werden ausgebaut. Dienstleistung ist das Schlagwort. Durch Dienstleistungen wird man reich.<br \/>\nIch bin am Ende nur ein Bild f\u00fcr verlorene Tr\u00e4ume und das Ende einer Geschichte, die so gut angefangen hatte. Vor langer Zeit wurde ich geschlossen und niemand traut sich mehr mich zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Ich-Erz\u00e4hlung aus der Perspektive einer T\u00fcr, spielt mit Metaphern, Zeitgeschichte (Ruhrgebiet)&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Die Verfasserin nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Led Zepp (Pseudonym): &#8222;EIN SPAZIERGANG MIT FOLGEN&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Nachdem er das neue Fitnessarmband ausgepackt und zum ersten Mal um sein Handgelenk gelegt hatte, war klar: Dieses kleine technische Wunderwerk sollte seine Sportaktivit\u00e4ten steigern und nachhaltig ver\u00e4ndern.<br \/>\nMit Wanderschuhen bewaffnet machte er sich fr\u00fchmorgens auf den Weg, um alle Funktionen zu testen und seine neueste Errungenschaft sowie sich selbst auf Herz und Nieren zu testen.<br \/>\nDie Sonne wog sich in dunklem Gelb, der Nebel verstrich langsam und die V\u00f6gel lie\u00dfen ihre ersten Lieder erklingen. Die perfekte Zeit, um den Tag zu starten. Frisch gest\u00e4rkt machte er sich auf den Weg und schon nach wenigen Schritten begann das Armband zu vibrieren. \u201eGut so, Ihre Aktivit\u00e4t wurde erkannt\u201c. Das geht ja einfach, dachte er sich und erh\u00f6hte im gleichen Atemzug das Tempo. Die Pulsanzeige stieg sprunghaft an und schon war es da, das gute Gef\u00fchl, dem K\u00f6rper etwas richtig Gutes zu tun.<br \/>\nDie ersten 5.000 Schritte waren schnell erreicht. \u201eGut so, weiter so\u201c vibrierte der kleine Begleiter am Handgelenk und motivierte zur st\u00e4ndigen Temposteigerung. \u201eA bissl was geht no\u201c, dachte er sich und erh\u00f6hte die Schrittfrequenz erneut. Das laute Atmen und ein nasses T-Shirt zeigten, dieser Mann l\u00e4uft unter Volllast. Sehr zur Freude der Tagesstatistik des Trackers.<br \/>\nWie der Sonnenschein am Himmel, der nach und nach von Regenwolken getr\u00fcbt wurde, so tr\u00fcbte sich auch der Kreislauf des neu erfundenen Marathonl\u00e4ufers. Der Schwei\u00df nahm zu und mit ihm die gef\u00fchlte K\u00f6rperlast. Ein letzter Schritt, ein stechender Schmerz, ein Verlangen nach Luft und der Wunsch, dieses Ger\u00e4t nie gekauft zu haben gaben sich ein Stelldichein, als er schlie\u00dflich zu Boden fiel und sich vor Schmerzen kr\u00fcmmte.<br \/>\n\u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch, Sie haben Ihre ersten 10.0000 Schritte erfolgreich gemeistert\u201c, h\u00f6rte er das Ger\u00e4t noch vibrieren. Es waren gleichzeitig die letzten 10.000.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Die Kurzgeschichte mit \u00fcberraschendem Ende beschreibt ein Ph\u00e4nomen, mit dem sich viele wahrscheinlich identifizieren k\u00f6nnen, in \u00fcberspitzter Form&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Elisabeth Kr\u00e4mer: &#8222;ALLES FORT!&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Satirisches Mundartgedicht)<\/em><\/p>\n<p>Andr\u00b4e san abghaut, oba i hob mi naus traut,<br \/>\ngschlicha bin i durch die Gassn, mein Kopf hob i henga lassn. <\/p>\n<p>Denn: <\/p>\n<p>a falsche Bewegung, a falscher Ton und scho laufa d\u00b4Leit davon. <\/p>\n<p>Ums Eck rum, nei in Lodn, amol durchschnaufa, des konn net schodn. <\/p>\n<p>S\u00b4Wagerl packt, Zettel zogn und schnurstracks durch die Reihen geschobn. <\/p>\n<p>Dann okumma am wichtigsten Ort &#8211; alles woar fort. <\/p>\n<p>Alles weg! Alles fort! Koa oanzige Rolln an seinem Ort. So a Schock! So a Pein! Zum Deifi, wos soll des sein? <\/p>\n<p>Des is a Krise, oba wirklich woahr, a fiese Krise, s`Papier is goar. <\/p>\n<p>Auf\u00b4n Weg zur Kassa foahrt er vor mir (der Depp),<br \/>\nden Wogn volla Papier. <\/p>\n<p>I konns net glaubn, ja so a Matz, etz geht\u00b4s da dro mein liaber Schatz. <\/p>\n<p>I geh auf Pirsch, foahr hinterher,<br \/>\nund folg dem Hirsch, des woar net schwer. <\/p>\n<p>Als er verschwunden woar im Gang, scho wurden meine Finger lang. <\/p>\n<p>Packt hob i a Packerl schnell in mein Wogn, bin losgfetzt, um die Eckn bogn. <\/p>\n<p>Wia in an Rennwogn bin i gflitzt, auf der Stra\u00df da h\u00e4ttns mi blitzt. <\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck woar glei a Kassa frei, da bin ich nei. <\/p>\n<p>Hob s`Zeigl auf`s  Bandl gschmissn<br \/>\nund mir dabei mei Kreiz verissn. <\/p>\n<p>D\u00b4Verk\u00e4uferin schaut ganz perplex, als i an Schein hischmei\u00df und hetz <\/p>\n<p>hinaus und schrei no drauss &#8222;a guats neis Joar&#8220;, obwohl es erst Oktober woar. <\/p>\n<p>Erst im Auto wird mir kloar, dass des a Subbaaktion woar. <\/p>\n<p>Gl\u00fcck o Gl\u00fcck, i konns net fassn, hob vor lauter Freid oan lassen&#8230; <\/p>\n<p>Hauptsach es ist hier, mein liebstes, liebstes Klopapier!<br \/>\n\u2003<br \/>\n<em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Als Klopapier &#8211; und nicht nur das &#8211; von der Rolle war: Pointiert-humorige Aufarbeitung einer pandemischen Massenpsychose in Versform&#8220;. (Karl Stumpfi)<\/em><\/p>\n<p>****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Hans-Xaver Nenzac (Pseudonym): &#8222;LEBEN UNTER DER KRONE&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Die Umsta\u0308nde sind au\u00dfergewo\u0308hnlich. Schon seit Monaten.<br \/>\nMich erinnert das an Tschernobyl, an diese Katastrophe als niemand wusste, was los ist, was Sache ist, was man tun kann, soll und muss.<br \/>\nHilflos ausgeliefert. Vorsichtig. Ru\u0308cksichtsvoll. Verunsichert.<br \/>\nVon angeordneten Ma\u00dfnahmen eingeschra\u0308nkt. Ho\u0308rig. Regiert.<br \/>\n\u201eDie Welt, regiert von der neuen Krone\u201c ko\u0308nnte die U\u0308berschrift lauten u\u0308ber dieser Zeit von CORONA.<br \/>\nDas Leben ist ausgebremst. Einfach so. Dabei hatten wir alle so tolle Pla\u0308ne fu\u0308r dieses Jahr: Jubila\u0308en, Hochzeiten, der Urlaub, Termine, Auftritte.<br \/>\nAlles ruht, ist abgesagt. Storniert. Verschoben.<br \/>\nIch bin gespannt, was noch da ist, wenn das normale Leben wieder sein darf. Essen gehen, Partys und Veranstaltungen.<br \/>\nIch bin gespannt, ob ich noch Lust habe, mein altes Leben wiederaufzunehmen. Und \u2013 wer von meinen Wegbegleitern geht dann meine Wege wieder mit?<br \/>\nEs ist Herbst geworden.<br \/>\nAus meiner Erinnerung wei\u00df ich aber, dass im Fru\u0308hling wieder Leben entsteht. Und im Winter lebt man ja auch.<br \/>\nAnders halt. <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Poetische Kurzprosa \u00fcber Corona, zwischen Zustandsbeschreibung, Kritik und hoffnungsvollem Ausblick&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop \u201eKreatives Schreiben\u201c im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Lorna Simone Baier: &#8222;ABENDGEDANKEN EINES M\u00dcLLERSWEIBS&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>\tDa geht er dahin. Wie jeden Abend. Es ist ja nicht so, dass ich meinem Mann seine drei Bier oben im Dorfwirtshaus nicht g\u00f6nne, aber ab und zu k\u00f6nnte er schon auch bei mir daheimbleiben. Wenn die Kinder im Bett sind, ist es hier unten in der M\u00fchle  recht einsam und fad. Laut ist es auch, aber da gew\u00f6hnt man sich im Laufe der Jahre dran. W\u00e4re ja schlimm, wenn nicht mehr genug Wasser den Bach herunterk\u00e4me, um unser M\u00fchlrad anzutreiben, weil wir dann nicht mehr arbeiten und kein Mehl mehr f\u00fcr Brot und andere wichtige Sachen verkaufen k\u00f6nnten. Und von was sollten wir uns dann beim Dorfschmied neue Messer kaufen? Au\u00dferdem ist es eigentlich gar nicht so schlecht, dass wir nicht mitbekommen, wenn die Handwerker und Bauern oben im Dorf besoffen heim wanken. Weil das Gegr\u00f6hle w\u00fcrde unsere Kinder garantiert aufwecken und dann h\u00e4tte ich ein riesiges Geschrei.<\/p>\n<p>\tWenigstens sind wir seit ein paar Jahren ein ehrbarer Beruf. Hat lang genug gedauert, bis die Obrigkeit das endlich eingesehen hat. Als ob wir M\u00fcller mehr beschei\u00dfen w\u00fcrden als die anderen Handwerker! Wenn hier jemand st\u00e4ndig beschei\u00dft, dann sind es die Adeligen! Aber bei denen ist es kein Wunder, die haben ja die meiste Zeit nicht viel zu tun. Vor allem bei den Weibern wundert es mich echt, dass sie noch nicht vor Langeweile gestorben sind. Die k\u00f6nnen ja nicht einmal kochen, weil sie sogar daf\u00fcr eine Dienstmagd haben.<\/p>\n<p>\tDa bin ich fast froh, dass die ihre eigene M\u00fchle haben und wir nur f\u00fcr die Leute aus dem Dorf mahlen d\u00fcrfen. Die sind zwar manchmal ein bisschen hantig, n\u00e4mlich dann, wenn sie noch vom Vorabend besoffen sind, aber wenigstens ehrlich. Und ein bisschen mehr Respekt vor uns Weibern haben sie auch. Wenn auch nicht viel. Deswegen bin ich froh, dass ich am Abend auf die Kinder aufpassen kann und nicht mit meinem Mann ins Wirtshaus muss. Er sagt zwar, dass ich das nicht darf, aber wie gesagt, das passt schon so. Aber sagt es ihm bitte nicht, sonst kommt er wie alle M\u00e4nner auf dumme Gedanken.<\/p>\n<p>\tAber ich bin gespannt, was das mit der Hammerm\u00fchle unten an der Bachm\u00fcndung werden soll. Die sagen, dass sie dort Eisen verarbeiten wollen. Wo soll denn das herkommen? Mir ist nichts bekannt, dass es bei uns Eisenerz gibt. Haben die etwa oben bei den Felsen etwas gefunden? Oder hat das einen anderen Grund? Aber das werde ich wohl nie erfahren, ich bin ja nur ein einfaches M\u00fcllersweib. Aber das passt schon. Da muss ich mich nicht mit so vielen Leuten herum\u00e4rgern. Mir reichen n\u00e4mlich bei aller Liebe mein Mann und meine Kinder. Nach denen werde ich jetzt mal schauen, ob sie schon schlafen. Und dann gehe ich auch ins Bett. Wer wei\u00df, wann mein Mann heute aus dem Wirtshaus heim kommt. Und wenn er besoffen ist, ist es besser f\u00fcr ihn, wenn ich schon schlafe. Gute Nacht!<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Innerer Monolog einer M\u00fcllersfrau in einem fr\u00fcheren Jahrhundert \u00fcber Geschlechterrollen und die Errichtung einer Hammerm\u00fchle f\u00fcr Eisenverarbeitung &#8211; Einbruch des Industriezeitalters.&#8220; (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von HR (Pseudonym): &#8222;FRONFESTE&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Beschreibung)<\/em><\/p>\n<p>imposante Frontseite<br \/>\naltrosa gestrichener Putz<br \/>\nf\u00fcnf Fenster im Erdgescho\u00df<br \/>\ngranitene Laibungen<br \/>\nin der Mitte das Portal<br \/>\nein wirkliches Portal<br \/>\nwieder Granit<br \/>\ndie T\u00fcrpfosten und der opulent geschwungene Sturz<br \/>\nmassives T\u00fcrblatt, Eichenholz<br \/>\ngeschmiedetes Schloss<br \/>\nMessingklinke<br \/>\nletztes Barockhaus in der Stadt <\/p>\n<p>eintreten<br \/>\nwei\u00dfget\u00fcnchte W\u00e4nde<br \/>\nSauberkeit, Ordnung<br \/>\nSchritte auf Muschelkalkfliesen<br \/>\nTritte auf schreinergefertigten, gewachsten Treppenstufen<br \/>\nT\u00fcren mit kunstvollen Eisenbeschl\u00e4gen<br \/>\n\u00fcber T\u00fcrschwellen und Dielenbretter<br \/>\nBewegung in geschichtstr\u00e4chtigem Ambiente <\/p>\n<p>Haus mit Erinnerungen <\/p>\n<p>Verwaltungssitz fr\u00fcherer Regierungen<br \/>\nWohnhaus herrschaftlicher Beamter<br \/>\nGef\u00e4ngniszellen f\u00fcr arme S\u00fcnder<br \/>\nerste Unterkunft gefl\u00fcchteter und vertriebener Familien<br \/>\nMuseum<br \/>\nArztpraxis<br \/>\nEine Welt Laden<br \/>\nR\u00e4ume f\u00fcr Jugend, Ausl\u00e4nderm\u00fctter, Kunstverein  <\/p>\n<p>Haus vielf\u00e4ltig genutzt  <\/p>\n<p>in wei\u00dfen R\u00e4umen<br \/>\nan wei\u00dfen Tischen<br \/>\nzwischen bunten Fotos<br \/>\nVerbindung von Geschichte und Augenblick<br \/>\nw\u00e4hrend ich hier schreibe <\/p>\n<p>Wer wird in zehn Jahren<br \/>\ndieses Haus erf\u00fcllen?<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Denkmalportr\u00e4t mit Historie und Ausblick in die Zukunft; nachdenklich und mit Neunburg-Bezug&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Miriam Schwarzhuber (9): &#8222;DER GEIST, DER DIE WELT RETTET&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(M\u00e4rchen)<\/em><\/p>\n<p>Eines Tages war Mama Einkaufen gefahren und Lukas, Julines gro\u00dfer Bruder, in seinem Zimmer und schaute fern. Juline spielte in ihrem sch\u00f6nen t\u00fcrkisfarbenen Zimmer mit ihren Schleich-Pferden. Auf einmal h\u00f6rte sie ein schauerliches Ger\u00e4usch. Sie zuckte zusammen und schaute vorsichtig um. \u201eWas passiert denn jetzt?\u201c, dachte sie. \u201eHuhu!\u201c \u201eE-e-e-ein Geist\u201c, wisperte Juline starr vor Schreck. Der Geist hatte ein wei\u00dfes Tuch um seinen unsichtbaren K\u00f6rper und einen roten, blutigen Mund. \u201eDas ist ja der Geist aus meinem Albtraum von heute Nacht. Also muss er aus dem Wasserglas von der Nacht kommen\u201c, fl\u00fcsterte sie.<\/p>\n<p>Sie spurtete vor lauter Angst aus dem Zimmer, aber der Geist stellte sich ihr in den Weg. \u201eHab keine Angst vor mir, ich bin ein ganz lieber Geist!\u201c erkl\u00e4rte er. Juline traute sich zu fragen: Wie hei\u00dft du?\u201c. \u201eSpuki! Und ich esse \u00fcbrigens gerne leckere Kekse.\u201c Juline holte Pl\u00e4tzchen aus ihrer Schublade und fragte neugierig: \u201eWas kannst du Besonderes?\u201c Spuki freute sich \u00fcber die Kekse und verputzte sie schnell. Da fiel ihm ein, dass er eine Antwort geben musste. \u201eIch kann f\u00fcr jedes Kind drei W\u00fcnsche erf\u00fcllen, wenn es sehr nett zu mir ist. Und du warst besonders lieb zu mir.\u201c<\/p>\n<p>\u201eErf\u00fcllst Du mir jetzt etwa drei W\u00fcnsche?\u201c, fragte Juline schnell. Das  M\u00e4dchen \u00fcberlegte, was es sich nur w\u00fcnschen k\u00f6nnte. \u201eHa, ich hab\u00b4s! Ich w\u00fcnsche mir, dass alle Menschen wieder gesund werden und das Corona-Virus endlich verschwindet!\u201c Spuki h\u00fcpfte vor Freude noch h\u00f6her in die Luft, lachte, klatschte begeistert und jubelte: \u201eJuhu, das ist meine Lieblingsspeise, ich esse sooooo gerne Viren!\u201c<\/p>\n<p>Sofort flog er los, um alle davon aufzufressen. In nicht einmal einem Tag hatte er alle Viren verspeist und war pappsatt. Juline freute sich wahnsinnig dar\u00fcber, dass sie wieder in die Schule und zu ihren Freunden konnte. Einige Tage sp\u00e4ter kam Spuki zur\u00fcck und sagte: \u201eDu hast noch zwei W\u00fcnsche frei, weil Du an alle Menschen gedacht hast.\u201c Da konnte sich Juline nicht mehr halten und w\u00fcnschte sich einen Hasen und Reitstunden.<\/p>\n<p>So ein Gl\u00fcck, dass der Wunsch in Erf\u00fcllung gegangen ist.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;M\u00e4rchen \u00fcber einen sympathischen Geist und ein M\u00e4dchen, das mit seinem ersten Wunsch die Welt vor Corona rettet und erst danach an sich denkt&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Die Verfasserin besucht die 3. Grundschulklasse und ist mit neun Jahren j\u00fcngste Teilnehmerin an der Kreativ-Aktion &#8222;Neunburg schreibt&#8220; 2020\/21.<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Andreas Ritter v. d. Aller (Pseudonym): &#8222;VOLLMOND&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Gedicht)<\/em><\/p>\n<p>Der volle Mond l\u00e4dt ein zum Traum<br \/>\nschlaf wohl dort unter Orpheus&#8216; Baum.<br \/>\nDie Engel dich behutsam h\u00fcten<br \/>\nsie wiegen dich in Traumes Frieden.<br \/>\nMag doch die Ruhe ewig w\u00e4hren<br \/>\nin jenen unbekannt Sph\u00e4ren.<br \/>\nWeckt dich der Sonne Strahl sanft auf<br \/>\nbeginnt erneut des Lebens Lauf.<br \/>\nNimm alles Gl\u00fcck von dieser Welt<br \/>\nes wurde nur f\u00fcr dich bestellt.<br \/>\nGeh\u00b4 seelig-wonnig in den Tag<br \/>\ndas LEBEN ist&#8217;s was dich so mag!<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;\u00dcber Traum, Schlaf, Nacht und Erwachen in den neuen Tag und \u00fcber Lebensfreude; guter Rhythmus&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser ist mit 82 Lebensjahren \u00e4ltester Teilnehmer an der Kreativ-Aktion &#8222;Neunburg schreibt&#8220; 2020\/21.<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Horst Meinelt: &#8222;DER WALDSTEINHAUER&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Nachruf auf ein ausgestorbenes Handwerk)<\/em><\/p>\n<p>Es mag wohl hundert Jahre her sein, als man noch in den \u00f6stlichen Waldgebieten der Oberpfalz den hellen, rhythmischen Eisenklang von Hammer und Mei\u00dfel h\u00f6ren konnte. Der Waldsteinhauer war es, der sich an einem der m\u00e4chtigen Granitbl\u00f6cke zu schaffen machte, um ihn zu Pflastersteinen, T\u00fcr- und Fensterst\u00f6cken zu zerlegen. Selten wog ein Steinblock, den man wegen seiner meist rundlichen Form als Wollsack bezeichnet, weniger als eine Tonne.<br \/>\nKaum einer kann sich heute noch eine Vorstellung dar\u00fcber machen, wie es ein Mann alleine schaffen konnte, einen mehr als zehn Tonnen schweren Steinblock zu spalten.<br \/>\nDass dazu seine eigene Muskelkraft nicht ausreichen konnte, ist leicht verst\u00e4ndlich &#8211; also musste er ein Hilfsmittel gebrauchen. Eine Anwendung von Dynamit oder Schiesspulver kam nicht in Frage. Das w\u00e4re f\u00fcr einen armen Steinhauer viel zu teuer gewesen. Stattdessen bediente er sich einer sehr alten Methode, bei der er die Kraft der Natur einsetzte. Er mei\u00dfelte in den Granitblock in einer geraden Linie- in Abst\u00e4nden von ca. 10 Zentimeter- keilf\u00f6rmige Vertiefungen, die so bemessen waren, dass ein etwa 8 Zentimeter breiter Eichenholzkeil streng hinein passte. Die vorher gut getrockneten Holzkeile wurden in die ausgemei\u00dfelten Steinschlitze geschlagen und jeweils mit einem faustgro\u00dfen, nassen Hanfkn\u00e4uel abgedeckt. Die Feuchtigkeit lie\u00df die Holzkeile so anschwellen, dass deren Ausdehnungskraft ausreichte, um den Steinblock innerhalb weniger Stunden in zwei Teile zu sprengen.<br \/>\nIm Steinwald am Teufelstein bei Napfberg und im Regental bei Kreuth sind derartige Bearbeitungsspuren noch anzutreffen.<br \/>\nDas Leben eines Waldsteinhauers war hart und entbehrungsreich. Zu Reichtum ist keiner gekommen, karge Ern\u00e4hrung war die Regel. So kann man es aus einem 28 Strophen umfassenden Steinhauerlied herauslesen, das der bekannte Kunstmaler und Heimatforscher Georg Dorrer aus Neunburg vorm Wald in der Jahreszeitschrift \u201eDie Oberpfalz\u201c 1922 aufschrieb.<br \/>\nWenn man dem Liedertext Glauben schenken kann, so haben die Waldsteinhauer, trotz ihrer harten Arbeit und ihrer Armut ein zufriedenes Leben gef\u00fchrt. Von der Freiheit im Wald und dem Leben mit der Natur berichtet der Liedtext: von einem, der alle V\u00f6gel und jeden Wildsteig kennt, der auch manchmal von der \u201eGschraften\u201c (Geschraubte: eine in zwei Teile zerlegbare Flinte, um sie besser verstecken zu k\u00f6nnen) Gebrauch machte, um den eint\u00f6nigen Speiseplan aufzubessern. Tr\u00fcbsinnigkeit hat der Waldsteinhauer scheinbar nicht gekannt, auch wenn er seinen Lohn, &#8211; seine Nick\u00b4l, wie er sie nannte \u2013 hart erarbeiten musste, wie es in der letzten Strophe des Liedes in Oberpf\u00e4lzer Mundart hei\u00dft:<br \/>\n<em>I`bi a Stoihauer<br \/>\nI\u00b4mou\u00df mi hart plog\u00b4n<br \/>\nI\u00b4mou\u00df meine Nick\u00b4l<br \/>\nVom Stoi obaschlog\u00b4n<\/em><\/p>\n<p>So sangen die Waldsteinhauer in der Geselligkeit eines Gasthauses oder auf einer Kirchweih ihre Lieder, Texte, die von ihrem Leben erz\u00e4hlten. Es waren Reime, die nur in ihren K\u00f6pfen existierten. Sie w\u00e4ren f\u00fcr die Nachwelt in Vergessenheit geraten, h\u00e4tte sie ein Georg Dorrer nicht aufgeschrieben.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Portr\u00e4t eines ausgestorbenen Berufes mit detaillierten und anschaulichen Informationen, historischen Quellen und einer Strophe eines historischen &#8218;Steinhauerliedes&#8216;, zitiert nach dem Chronisten Georg Dorrer&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><br \/>\n\u2003<br \/>\n*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Hans-Xaver Nenzac (Pseudonym): 2 MUNDART-GEDICHTE<\/strong><\/p>\n<p><em>Schleimer<\/em><\/p>\n<p>Vorsichtig,<br \/>\nlangsam und fast unbemerkt, a schleimige Spur.<br \/>\nKoina mog s \u0301.<br \/>\nSie kumma u\u0308ber alles und schlotzn u\u0308berall hi.<br \/>\nSie zaing wahllos ernern Weg, ohne Ziel \u2013 bis wos fina.<br \/>\nOwa wenn \u0301s hoa\u00df wird,<br \/>\ndes ming \u0301s na niad,<br \/>\nna vazaing sa se.<br \/>\nPass aaf,<br \/>\ndass d \u0301 niad draaf datschd oder dru\u0308ber foahrst, sunst kraings a no<br \/>\nProfil! <\/p>\n<p><em>Stellnwert <\/em><\/p>\n<p>Stoina<br \/>\nmoina<br \/>\ndass uns Boina goar niad geb \u0301n hot aaf da welt.<br \/>\nDrum daad niad oina vo de Stoina<br \/>\num uns woina<br \/>\nbald \u0301s uns nimma gaab a mal.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Themen Tod &#038; Ewigkeit lautmalerisch, Spannung entsteht zwischen Titel und Inhalt und zwischen den Strophen, Aha-Moment am Ende&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>******************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Elena Zimmer: &#8222;UN CAF\u00c9&#8220;<\/strong><br \/>\n               <em> (Kurzgeschichte)<\/em><\/p>\n<p>Es war kalt. Dies war mein erster Eindruck von der Stadt der Lichter, der Liebe, der Mode und des Baguettes.<br \/>\nDer Wind blies mir in die Augen und meine Nase war ganz rot. Ich zog meinen Schal h\u00f6her.<br \/>\nDer Kaffee, den ich mir geholt hatte, kostete mich die Ersparnisse eines ganzen Monats und er war nicht einmal so wie ich ihn gewollt hatte. Selbstverst\u00e4ndlich hatte ich vergessen, dass das franz\u00f6sische Wort caf\u00e9  Espresso bedeutete. Mal wieder war ich vom Vokabelbuch der sechsten Klasse ent\u00e4uscht worden. Den ganzen Nachtmittag war ich dagesessen und hatte versucht mir die W\u00f6rter dieser schrecklichen Sprache irgendwie zu merken, nur um am n\u00e4chsten Tag herauszufinden, dass man es nicht v-o-i-t-u-r-e sondern voiture aussprach. Die unregelm\u00e4\u00dfigen Verben konnte ich r\u00fcckw\u00e4rts beten, dennoch half mir das nicht bei meinem Kaffeeproblem.<br \/>\nIch hielt inne. Nein, ich w\u00fcrde mich nicht \u00fcber die franz\u00f6sische Sprache beschweren. Erstens, weil ich bereits allen gesagt hatte, dass ich die Sprache toll fand und zweitens, weil die Alternative mir noch weniger gebracht h\u00e4tte. Ich dachte an meine Freunde, die sich mit Latein abgem\u00fcht hatten. Sie h\u00e4tten wahrscheinlich nicht einmal einen Espresso bekommen, sondern einen Tritt, der sie im hohen Bogen aus der Stadt bef\u00f6rdert h\u00e4tte.<br \/>\nEs war nicht die Schuld meiner Lehrer, dass ich hier nur gerade so zurecht kam. Es war die Schuld der Franzosen. Ich dachte an all die netten Franzosen, denen ich begegnet war. Es war nicht die Schuld der Franzosen. Es war die Schuld der Pariser.<br \/>\nPariser haben absolut keine Toleranz f\u00fcr die armen Schlucker, die eine halbe Ewigkeit gesparrt hatten, um ein Wochenende hier verbringen zu d\u00fcrfen, und das verbargen sie auch nicht. Pariser verachteten alles und jeden, der nicht aus Paris stammte. Ich h\u00e4tte eine reiche Schauspielerin aus Hollywood sein k\u00f6nnen, doch wenn ich meine Betonung falsch setzte w\u00fcrden sie auf mich herabsehen wie auf einen Alkoholiker in der Gosse.<br \/>\nIch hatte mir mein Buch unter den Arm geklemmt und machte mich meiner Wege. Ich war bereits f\u00fcnf Minuten zu sp\u00e4t und konnte nur hoffen, dass Xavier warten w\u00fcrde. Doch wem machte ich eigentlich etwas vor? Er war Franzose und ich w\u00fcrde zwanzig weiter Minuten auf ihn warten m\u00fcssen.<br \/>\nIch hatte ihn vor einigen Jahren kennengelernt und wir waren gute Freunde, dabei konnte ich gar nicht sagen weshalb. Es hatte sich damals beim Austausch so ergeben, dass wir beide keine Lust auf den Vortrag irgendeines Museumsf\u00fchrers hatten und uns witzige Geschichten \u00fcber die Personen auf den Renaissance-Gem\u00e4lden ausdachten.<br \/>\nXavier war vor kurzem nach Paris gezogen und hatte mich eingeladen. Also hatte ich selbstverst\u00e4ndlich zugesagt, bevor ich wusste, dass seine Wohnung zehn Quadratmeter gro\u00df war und ich ein Hotel zahlen musste.<br \/>\nIch fror, meine Haare waren kraus und ich hatte den Geschmack vom Espresso im Mund, als er endlich auftauchte. Er l\u00e4chelte mich breit an. &#8222;Je t&#8217;ai achet\u00e9 un am\u00e9ricano.&#8220; Ich konnte es kaum glauben. Er hatte sich daran erinnert, dass ich immer verga\u00df wie man hier richtig Kaffee bestellte. Die Franzosen setzten den Wert nunmal auf die kleinen Dinge des Lebens.<br \/>\nIch liebte diese Stadt und die Art der Franzosen.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Verbindet geschickt die innere Welt der Hauptfigur mit Betrachtungen \u00fcber Paris und die franz\u00f6sische Sprache, anhand einer Tasse Kaffee und einer Begegnung. K\u00f6nnte der Anfang eines Romans sein&#8230;&#8220; (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Die Verfasserin nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>******************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Carolin Schmuck: 3 GEDICHTE<\/strong><\/p>\n<p><em>mutter <\/em><\/p>\n<p>mit dem stolz und<br \/>\ntrotz einer<br \/>\nherzoginwitwe<br \/>\nohne hofstaat und<br \/>\nohne weltvertrauen<br \/>\nauf dem kurzen weg in<br \/>\ndie innere<br \/>\nverbannung <\/p>\n<p><em>die gro\u00dfen schwingen \t<\/em><\/p>\n<p>die gro\u00dfen schwingen<br \/>\nbreit ich aus  die arme<br \/>\nlass ich h\u00e4ngen<br \/>\nleere l\u00e4sst sich nicht<br \/>\numarmen  aber ich<br \/>\nmuss mich auch nicht<br \/>\nfesthalten <\/p>\n<p><em>uschi und bert <\/em><\/p>\n<p>hier mit dir<br \/>\nwollt ich sitzen und<br \/>\nspotten \u00fcber dein alter<br \/>\ndeine hochfliegenden ideen<br \/>\nund unsere schwindende kraft<br \/>\nnun spottet nur noch<br \/>\nmeine schw\u00e4che<br \/>\nmuss allein alt werden<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Lyrische Epigramme aus Seelenlandschaften der Echtzeit; reflektieren Weltschmerz, Verg\u00e4nglichkeit  und Abschied in leiser Melancholie&#8220;. (Karl Stumpfi) <\/em><\/p>\n<p>******************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Herbert Antes: &#8222;DAS M\u00c4DCHEN UND DER FROSCH&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Ein M\u00e4rchen aus dem Sch\u00f6nseer Land)<\/em><\/p>\n<p>Es war einmal ein armes M\u00e4dchen in Stadlern. An einem wundersch\u00f6nen Fr\u00fchlingstag wollte es zu Fu\u00df von Stadlern nach Sch\u00f6nsee gehen, um dort seine Tante zu besuchen. Das M\u00e4dchen w\u00fcrde bald in das heiratsf\u00e4hige Alter kommen und machte sich schon Gedanken um seine Zukunft. Nichts w\u00fcnschte es sich sehnlicher, als einen jungen, ganz lieben, gut aussehenden und wohlhabenden Mann zu heiraten. Diesem sch\u00f6nen Gedanken hing es wieder nach, bis es nach einer kurzen Wegstrecke auf einmal \u201ePlatsch\u201c machte, das M\u00e4dchen aus seiner Gedankenwelt gerissen wurde und vor Schreck stehen blieb. Von einer Bergwiese kommend, dort wo im Winter viel Schnee liegt, war ein Frosch in eine Pf\u00fctze gesprungen. <\/p>\n<p>Damals gab es nur einen holprigen Weg mit vielen Schlagl\u00f6chern, der von Fuhrwerken benutzt wurde und von Leuten, die ihre Besorgungen in den Nachbard\u00f6rfern zu Fu\u00df erledigen mussten.<\/p>\n<p>Der Frosch war nicht gro\u00df und trug eine kleine M\u00fcnze auf dem Kopf, kein Kr\u00f6nchen.  Er sprach das M\u00e4dchen an: \u201eBitte erl\u00f6se mich. Ich bin ein ganz lieber gemeinn\u00fctziger Mensch, der in einen Frosch verwandelt wurde.\u201c Das M\u00e4dchen hob den Frosch hoch, setzte ihn auf eine Handfl\u00e4che und schaute ihn sich genauer an. \u201eH\u00fcbsch ist er ja nicht, aber immerhin. Vielleicht wird er doch eine gute Partie\u201c dachte es. <\/p>\n<p>Auf einen Prinzen hoffte schon damals im Sch\u00f6nseer Land niemand mehr.<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen war aufgeregt und so voller Hoffnung auf ein sch\u00f6neres Leben, dass es nicht fragte, warum ein guter Mensch in einen Frosch verwandelt wurde. \u201eWas muss ich machen, um dich zu erl\u00f6sen?\u201c fragte es vielmehr. \u201eDaf\u00fcr musst du mich k\u00fcssen\u201c sagte der Frosch. \u201eNa ja. Das \u00dcbliche halt\u201c dachte das M\u00e4dchen und obwohl es sehr gro\u00dfe \u00dcberwindung kostete, k\u00fcsste es den Frosch.<\/p>\n<p>Siehe da, tats\u00e4chlich verwandelte sich der Frosch in einen Menschen. Leider nicht in einen jungen, gut aussehenden Mann sondern in ein \u00e4lteres M\u00e4nnlein von eher kleinerer, untersetzter Gestalt mit einem etwas breiten Mund. Was f\u00fcr eine schlimme Entt\u00e4uschung! <\/p>\n<p>Jedoch: Auf dem Weg lagen einige Gold- und Silberm\u00fcnzen und das M\u00e4dchen hoffte, Geld f\u00fcr ein besseres Leben zu bekommen. Es hatte sich noch nicht von seiner \u00dcberraschung erholt, da war das M\u00e4nnlein schon dabei, gierig die M\u00fcnzen aufzusammeln. \u201eBitte, bitte teile mit mir. Ich habe dich doch erl\u00f6st\u201c, rief es. Das M\u00e4nnlein stie\u00df es jedoch so heftig zur Seite, dass es hinfiel und rief \u201eDas ist mein Geld. Das ist die Aufwandsverg\u00fctung f\u00fcr meine Zeit als Frosch\u201c, stopfte sich noch die letzten M\u00fcnzen in die Taschen und verschwand im Wald Richtung Dietersdorf. <\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen kam bitterlich weinend und ganz traurig nach Hause. Es erz\u00e4hlte seinen Eltern von dem Vorkommnis. Obwohl sie es nicht glaubten, machten sie sich auf die Suche nach dem M\u00e4nnlein, um ihre Tochter tr\u00f6sten zu k\u00f6nnen. Vergebens! Es gab zwar M\u00e4nner, auf die Beschreibung passte, aber wenn die Eltern erz\u00e4hlten, was sich zugetragen hatte, wurden sie nur ausgelacht. <\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen blieb todtraurig zu Hause und half beim Spinnen und Weben und auch sonst im Haushalt. Es wollte nach diesem schlimmen Ereignis von M\u00e4nnern und Fr\u00f6schen nichts mehr wissen. Es blieb Jungfrau und ging schlie\u00dflich in ein Kloster in einer fernen gro\u00dfen Stadt. Das Kloster war zwar sehr beg\u00fctert, aber es hatte keine Wiesen, wo es Fr\u00f6sche gab. Dort lebte die junge Frau sehr fromm und \u00e4u\u00dferst gen\u00fcgsam bis an ihr Lebensende.<\/p>\n<p>Soweit das M\u00e4rchen, das von Generation zu Generation weitererz\u00e4hlt wurde. War es blo\u00df eine Erz\u00e4hlung ohne einen wahren Kern, wie es bei M\u00e4rchen normalerweise der Fall ist?<br \/>\nIn diesem Fall m\u00f6glicherweise nicht, denn auf der Bergwiese, wo der Frosch herkam, scheint ein b\u00f6ser Fluch zu liegen. Vor nicht langer Zeit wurde dort n\u00e4mlich ein Skilift gebaut, vor allem mit Geld, das von Leuten im Sch\u00f6nseer Land eingesammelt wurde. Die Gesellschaft, die den Lift betrieb, war jedoch bald pleite und die Geldgeber \u00e4rmer. Bis heute sind alle Bem\u00fchungen gescheitert, dem Liftgel\u00e4nde Leben einzuhauchen. Es w\u00e4chst langsam zu wie das Schloss von Dornr\u00f6schen.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Variation des Froschk\u00f6nigs, ohne Happy End aber mit Gesellschaftskritik&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n <\/em><\/p>\n<p>******************************************************************<\/p>\n<p><strong> Von Andreas Ebnet:  \u201eD\u2018 OBERPFALZ\u201c<\/strong><br \/>\n         <em> (Mundartgedicht)<\/em><\/p>\n<p>In d\u00b4 Oberpfalz han mir d` hoim<br \/>\nwou zwischn F\u00f6lda, Wold und Wiesn<br \/>\nD\u00f6rfa liegn<br \/>\nwouse Ortsschaftn eng an Berg oischmign.<br \/>\nD\u00f6i Bergr\u00fcckn bewaldet han<br \/>\nmit F\u00f6ichtn, Bouchan Tannabam.<\/p>\n<p>Wou v\u00fcl Bachla wern manch grou\u00dfa Fluss<br \/>\nwou durt und dou a An\u00f6id is<br \/>\nd`Bon der is stoine<br \/>\nund vu manchn Felsn gr\u00f6i\u00dft a Burgruine.<\/p>\n<p>Wou de oine oda anda schmucke alte Stodt<br \/>\nihre Sehensw\u00fcrdigkeiten hot<br \/>\nSeen glitzan im Sunnaschei<br \/>\nd` Wold lat zum schpatzierngei ei.<\/p>\n<p>Af manche Berg Burgn schdenga<br \/>\nmit houche T\u00fcrm und dickn Mauern<br \/>\nniat zu bezwinga<br \/>\nweit umme kannst vu dou om sehgn<br \/>\nerholn kannsde g\u00f6ist dou schpaziern.<\/p>\n<p>Wouma in an Wirtshaus gm\u00fcrtle zamsitzn kann<br \/>\nwouma a Muse macht und an Gsang<br \/>\nwou s Lem nu lemswert is<br \/>\nf\u00fcr Jung und Old<br \/>\ndou han mir dahoim<br \/>\nim sch\u00f6ina Oberpf\u00e4lzawold.<\/p>\n<p><strong>Von Andreas Ebnet: &#8222;BLALLA TANZEN&#8220; (HERBST DES LEBENS)<\/strong><br \/>\n              <em> (Mundartgedicht)<\/em><\/p>\n<p>Blalla tanzn af n Wech d`hie<br \/>\nd` Wind treibts voa sich her<br \/>\nkolt is woarn<br \/>\nmin Summa i\u00df nix mehr.<\/p>\n<p>D\u00b4 Wold leicht in bunte Foam<br \/>\nd` F\u00f6lda d\u00f6i wern laa<br \/>\nKinda loua Drachn steign<br \/>\nHirscht doud \u00f6iza saa.<\/p>\n<p>Doch d\u00f6in scha k\u00fcrza wern<br \/>\nd` Nacht is bal dou<br \/>\nin d\u00b4 Fr\u00f6ih hots an Reif schaa gem<br \/>\nd\u00b4 Nebl h\u00fcllt als zou.<\/p>\n<p>Koi Vochal doust mehr singa h\u00f6arn<br \/>\nkoi Bluman meia bl\u00f6iht<br \/>\nsch\u00f6i langsam klopft d` Winta aa<br \/>\nso is der Lauf der Zeit.<\/p>\n<p>D\u00f6i Zeit d\u00f6i rennt so schn\u00f6ll d`hie<br \/>\ndu moinst es woar erscht Mai<br \/>\nschaa falln Blalla vu de Bam oa<br \/>\nbist schaust is Joahr vubei.<\/p>\n<p>D` Kindazeit moinst is erscht gwen<br \/>\nd` Jugnd \u2013 du woarst voll Tatendrang<br \/>\n\u00f6itz doust schaa zitrig wern<br \/>\nder Herbst des Lebens<br \/>\nder fangt an.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;\u00dcber die Natur im Herbst und Winter; Analogie zum Vergehen des Lebens poetisch, findet greifbare Bilder und wirkt authentisch&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>******************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Led Zepp (Pseudonym): &#8222;EIN STILLES JAHR&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Erfahrungsbericht)<\/em><\/p>\n<p>\u201eMei, heuer bleibt die Musik wohl auf der Strecke\u201c, posaunte der Nachbar \u00fcber den Zaun als er sieht, wie ich in ungewohntem Outfit (keine Lederhose, kein Trachtenhemd, keine Instrumentenkoffer und Notentaschen) in mein Auto steige.<br \/>\nUngewohnt, so komme auch ich mir seit Anfang M\u00e4rz vor. In einer Zeit, in der es normalerweise gilt, Konzerte vorzubereiten, die Musikproben f\u00fcr die Sommersaison zu planen und letzte Absprachen mit Veranstaltern zu treffen. nichts&#8230; Stille. Kein Handyklingeln, keine Fragen der Musiker, wann die n\u00e4chste Probe beginnt, nichts. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt, an Probenarbeit ist nicht zu denken.<br \/>\nIdeen kommen und gehen, Pl\u00e4ne zur Probenarbeit entstehen und werden doch wieder verworfen. Die letzte Veranstaltung des Jahres, an der wir als musikalischer Part geplant waren, wird abgesagt.<br \/>\nDie Wochenenden wandeln sich. Zeit f\u00fcr die Liebsten, Zeit f\u00fcr den Garten und Zeit f\u00fcr lang aufgeschobene Aufr\u00e4umaktionen. Die Noten archiviert, die Instrumente geputzt und ge\u00f6lt, das Schlagzeug gestimmt und endlich die Notenmappen sortiert. Ger\u00fcstet f\u00fcr den Restart.<br \/>\nErste Lockerungen werden bekanntgegeben. F\u00fcr die Blasmusik leider kein Lichtblick. Zu weit die Abst\u00e4nde, zu gro\u00df die Verantwortung. Der Musik-Urlaub geht weiter. Solokonzerte und Overdub-Aufnahmen im Keller, Videodrehs im heimischen Garten. Die Begeisterung f\u00fcr die Musik ist ungebrochen.<br \/>\nUnd wieder werden Lockerungen bekannt. Reduzierte Abst\u00e4nde? Probenarbeit m\u00f6glich? Ein Griff zum Smartphone und die erste Probe nach \u00fcber 3 Monaten ist fix. Hoffen, dass das Wetter  und die Nachbarn mitspielen. Eine erste OpenAir Probe im Carport. Man merkt die ungez\u00e4hmte Spielfreude der begeisterten Musikanten. Geschichten gibt es nicht viel zu erz\u00e4hlen, Musik soll erklingen. Spontaner Applaus \u00fcber den Gartenzaun des Nachbarn, Musikw\u00fcnsche per WhatsApp und hoffende Nachrichten auf baldige Wiederholung des Nachbarschaftskonzertes.<br \/>\nDer n\u00e4chste Termin steht fest. Die Besetzung steht und der Carport steht bereit. Die Nachbarschaft ist informiert und l\u00e4dt zu kleinen Familienfeiern in die eigenen G\u00e4rten. Der erste Marsch ert\u00f6nt, der lang ersehnte Applaus ist uns gewiss.<br \/>\nAuch, wenn die Lederhose noch im Schrank h\u00e4ngt, so ist doch vieles klar geworden\u2026<br \/>\nGute Nachbarschaft ist etwas sch\u00f6nes, ein Carport ist f\u00fcr Musikproben besser geeignet als eine geschlossene Garage, Freundschaften st\u00e4rken sich durch eine Krise und der Ansatz der Blasmusikanten wird nicht besser, wenn man nicht \u00fcbt.<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;R\u00fcckschau auf die Pandemie-Situation aus Perspektive eines Musikers im August 2020: nachdenklich, reflektiert und hoffnungsvoll&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Annika Scheifl (12): &#8222;HALLO, SCHMERZ!&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Erlebnisbericht)<\/em><\/p>\n<p>Diese Geschichte ist wahr und echt passiert.<br \/>\n1.Akt<br \/>\n\u201eKling, kling\u201c,klingelte es an der Haust\u00fcr. Ich erwachte schlagartig aus meinem kurzen, aber tiefen Schlaf. Ich wollte schnell zur T\u00fcr laufen, das Stehlampen-Kabel noch schnell einstecken und gleichzeitig aus der T\u00fcr st\u00fcrmen, um meinen unerwarteten Besuch in Empfang zu nehmen. Aber dann \u201eRumms\u201c und ein stechender Schmerz in meiner Nase! Schlagartig fing ich zu weinen an. Ich sp\u00fcrte etwas Hei\u00dfes \u00fcber meine Lippen rinnen. Ich rannte f\u00f6rmlich zur Haust\u00fcr, und der unbekannte Besucher war mein Vater. Mit tr\u00f6stender Stimme fragte er, was denn los sei. Ich schilderte ihm die emp\u00f6rende und schmerzvolle Geschichte. Meine Tochter wachte durch die Schluchzger\u00e4usche auf, die ich von mir gab. Es tat so weh. Nach einer Weile h\u00f6rte die starke Blutung auf. Als es aufgeh\u00f6rt hatte zu schmerzen, lie\u00df mein Leid nach ich h\u00f6rte auf zu weinen. Was meine Tochter ganz grausam fand: Wie ich meine Nase putzte! Sie hielt sich die Augen und die Ohren zu, aber als sie wieder hin sah, erblickte man die Blutlache, welche ich in dem Taschentuch hinterlie\u00df.<br \/>\n2.Akt<br \/>\n Nach ein paar Minuten oder Stunden sp\u00fcrte ich zwar noch etwas, aber es tat nicht mehr so weh. Als mein Vater dann gegangen war, wollte ich unter die Dusche. Beim Gesicht waschen und \u00fcber die Nase fahren tat es noch weh, aber ich stand es durch. Ich war fertig mit dem Duschen und wollte jetzt meine Brille aufsetzen. Das tat aber weh&#8230;<br \/>\nFertiiiiiiiggg!!!!!!!!!!!!<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Aus der Ich-Perspektive der Mutter geschrieben nach einer wahren Begebenheit: schmerzhafte Nasenverletzung durch Begegnung mit einer T\u00fcrkante&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Angelika Scheifl: SCHLIMME NACHRICHT AN WEIHNACHTEN<\/strong><br \/>\n<em>(Erlebnisbericht)<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte ist wirklich passiert und nicht erfunden. <\/p>\n<p>Ich lag endlich in der Badewanne. Ich wollte mich von der stressigen Zeit in der Arbeit entspannen. Der Alltag in der Pandemie war extrem anstrengend.<br \/>\nIch schloss die Augen um die W\u00e4rme des Wassers zu genie\u00dfen.<br \/>\nDie von mir angez\u00fcndeten Kerzen knisternden.<br \/>\nEntspannung und Ruhe machten sich breit.<br \/>\nPassend zum Tag. Es war Weihnachten.<br \/>\nMein Mobiltelefon lag am Wannenrad. <\/p>\n<p>Der Ton, der f\u00fcr mich am wichtigsten ist, erklang.<br \/>\nMeine Tochter schrieb mir.<br \/>\nIch trocknete sofort meine H\u00e4nde ab, um nachschauen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nWas ich las, lie\u00df mir das Blut in den Adern stocken. Dazu noch ein grauenvolles Foto.<br \/>\nMeine Tochter hatte sich genau an Heiligabend den Zeh gebrochen. Ich f\u00fchlte und litt mit.<br \/>\nMeine Gedanken waren nur bei ihr.<br \/>\nWie k\u00f6nnte ich nur helfen? Gibt es Fernheilung? Wie kann ich das schnell erlernen?<br \/>\nIch war verzweifelt.<br \/>\nEndlich kam Erleichterung, eine weitere Nachricht.<br \/>\nSie schrieb: Mama, passt scho.<br \/>\nIch konnte mich wieder etwas entspannen. <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Nachricht \u00fcber Verletzung der Tochter dringt in weihnachtliches Relax-Wannenbad der Mutter; am Ende Entwarnung&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<br \/>\n\u00b0Anmerkung d. Red.: Anschreiben der Verfasserin an den KVU: &#8222;Liebes Jurorenkomitee, ich reiche eine Geschichte ein, bei der ich den Stil meiner Tochter Annika \u00fcbernommen habe. Sie hat eine Geschichte \u00fcber meinen Unfall eingereicht. Da ihr nun auch ein Missgeschick passiert ist, wollte ich mich als Mutter ein kleines Bisschen an ihr r\u00e4chen&#8220;.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>*******************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Emma Oberndorfer (13): &#8222;NEUNBURG &#8211; A PLACE TO RELAX&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Englischer Persuasive-Text)<\/em><\/p>\n<p>Maybe it\u00b4s to dangerous for you to visit Neunburg, because there live lots of animals, e.g. barking dogs and scratching cats.<br \/>\nBut if you behave, they will be very sweet. You can go hiking in the forest and go for a wonderful picnic in the rural landscape. I swear to you, you normally won\u00b4t hear many cars or other loud things except the chirping of birds, chracking of wood and other natural sounds. A beautiful place is also the  \u201cSchloss Neunburg vorm Wald\u201c and the churches in this small town. In the beautiful landscape, if you are a little lucky and quiet, you can also see free roaming deer, foxes, brown hares and many different birds, e.g. sparrows, swallows, cuckoos, etc.. Maybe this untouched area will work ist magic on you too\u2026<\/p>\n<p>Freie \u00dcbersetzung: &#8222;NEUNBURG &#8211; EIN ORT ZUM ENTSPANNEN&#8220;<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, dass es f\u00fcr Dich zu gef\u00e4hrlich ist, Neunburg zu besuchen, weil hier eine Menge Tiere leben, z. B. kl\u00e4ffende Hunde und kratzende Katzen.<br \/>\nAber wenn Du Dich gut benimmst, k\u00f6nnen sie sehr s\u00fc\u00df sein. Du kannst in den W\u00e4ldern wandern oder zu einem wundervollen Picknick in l\u00e4ndlicher Umgebung gehen.<br \/>\nIch schw\u00f6re, das Du normalerweise nicht viele Autos h\u00f6rst oder andere laute Dinge, au\u00dfer Vogelgezwitscher, knackendes Holz oder andere nat\u00fcrliche Ger\u00e4usche.<br \/>\nHerrliche Pl\u00e4tze sind auch das \u201cSchloss Neunburg vorm Wald\u201c und die Kirchen in dieser kleinen Stadt. Wenn Du etwas Gl\u00fcck hast und still bist, kannst Du in der sch\u00f6nen Landschaft auch freilaufende Rehe, F\u00fcchse, braune Hasen und viele unterschiedliche V\u00f6gel sehen, z. B. Spatzen, Schwalben, Kuckucke und weitere. Kann sein, dass diese unber\u00fchrte Natur ihre Magie auch auf Dich ausstrahlt&#8230;<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Very nice and persuasive to me, especially the introduction about barking dogs and cratching cats&#8230;Text unbedingt auf Englisch belassen, spiegelt Vielfalt und Offenheit. Tolle Leistung einer 13-J\u00e4hrigen!&#8220; (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>************************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Lorna Simone Baier: &#8222;DIE KLEINE NEBELSCHWADE&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Die kleine Nebelschwade war frustriert und richtig sauer. Wieder einmal hatte sich ein Autofahrer in seinem Gr\u00f6\u00dfenwahn nicht angepasst und machte jetzt sie f\u00fcr seinen Unfall verantwortlich. Und die anderen Menschen, die dabei standen, redeten auch nur negativ \u00fcber sie. Sie w\u00e4re Schmuddelwetter und w\u00fcrde depressiv machen. Ja, das sei wissenschaftlich erwiesen. Und \u00fcberhaupt sollte man Nebel verbieten, genauso wie St\u00fcrme und Starkregen, man denke nur an die Sachsch\u00e4den. Und dann all die umgest\u00fcrzten B\u00e4ume, die Stra\u00dfen und Bahnlinien blockierten. Hatten diese Menschen endg\u00fcltig jeglichen Bezug zum Leben verloren? Es war schlie\u00dflich schlimm genug, dass sie ihre Stra\u00dfen mittlerweile durch die feuchteren Gebiete in den Talb\u00f6den bauten statt wie fr\u00fcher oben auf den K\u00e4mmen. Da waren sie noch oberhalb der kleinen Nebelschwade unterwegs gewesen und hatten strahlende Sonne gehabt. Aber, dachte sich die kleine Nebelschwade, dann w\u00fcrden sie jetzt die Sonne zum S\u00fcndenbock machen, weil es zu hell gewesen w\u00e4re. Denn diese gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Menschen k\u00f6nnen ja keinen Fehler zugeben. Nur gut, dass die kleine Nebelschwade keinen Kopf hatte, sonst h\u00e4tte sie vor lauter Sch\u00fctteln des Selbigen einen heftigen Muskelkater bekommen.<\/p>\n<p>\t\u201eSoll ich Dich ein paar Kilometer flussaufw\u00e4rts wehen?\u201c, fragte der Windhauch, der die Stimmung der kleinen Nebelschwade nur zu gut kannte. \u201eWie Du wei\u00dft, ist dort keine Stra\u00dfe und auch kein Haus, also wird niemand \u00fcber Dich schimpfen. Daf\u00fcr k\u00f6nnte dieser eine Fotograf wieder dort herumlaufen, der Dich so liebt, weil die Landschaft durch Dich hindurch gesehen so geheimnisvoll aussieht.\u201c<\/p>\n<p>\t\u201eDas ist lieb von Dir, mein Freund\u201c, antwortete die kleine Nebelschwade. \u201eAber ich habe heute keine Lust, vor diesen gro\u00dfkotzigen Menschen zu fliehen. Es reicht schon, dass sie sich gegenseitig aus ihrer Heimat vertreiben oder gar freiwillig von dort weggehen, weil sie an einem anderen Ort mehr Geld bekommen k\u00f6nnten. Dieses Spiel mache ich dieses Mal nicht mit. Und Du willst sicher nicht am Ende noch daf\u00fcr geschimpft werden, dass Du mich nicht schon vor einer Stunde weggeweht hast. Au\u00dferdem bin ich soooooooooo sauer, dass ich diesen Menschen heute das Leben so schwer machen will wie es nur geht. K\u00f6nntest Du nicht lieber ein paar meiner Geschwister zur Verst\u00e4rkung her\u00fcberwehen?&#8220;<\/p>\n<p>Der Windhauch grinste, blies der kleinen Nebelschwade ein K\u00fcsschen zu und schritt zur Tat. Innerhalb weniger Minuten erschienen f\u00fcnf weitere Nebelschwaden und verst\u00e4rkten den Effekt ihrer kleinen Schwester. Und auch die Sonne zwinkerte der Gruppe zu und lenkte ihre Strahlkraft drei H\u00fcgelz\u00fcge weiter. Wie konnten es diese Menschen wagen, nat\u00fcrliche Ph\u00e4nomene verbieten zu wollen? Es war nur schade, dass Mama Natur es ihr verboten hatte, diese Menschen in eine der zur Gen\u00fcge existierenden W\u00fcsten zu schicken. Denn dort best\u00fcnde vielleicht eine Chance auf Ruhe, weil es dort keine Nebelschwaden gibt, \u00fcber die diese Menschen schimpfen k\u00f6nnen. Andererseits w\u00fcrden sie dort sicher etwas Anderes finden, um ihren Schimpfzwang auszuleben. Nur gut, dass die Sonne derzeit nur wenige Stunden am Tag den Menschen hier zuschauen musste und gen\u00fcgend Wolken kannte, die in ihr Sichtfeld zogen und ihr dadurch diesen Blick noch \u00f6fter ersparten.<\/p>\n<p> Zwei Stunden sp\u00e4ter kam der vom Windhauch erw\u00e4hnte Fotograf des Weges. Er gr\u00fc\u00dfte die kleine Nebelschwade liebevoll, schimpfte auf die idiotischen Autofahrer, die unf\u00e4hig waren, wetterangepasst zu fahren und nutzte die Anwesenheit der gesamten Nebelschwaden-Geschwisterschaft dazu, besonders stimmungsvolle Aufnahmen f\u00fcr sein n\u00e4chstes Fotobuch zu machen. Ihn gr\u00fc\u00dfte die kleine Nebelschwade freundlich zur\u00fcck und bewegte sich so, wie es f\u00fcr den Fotografen am G\u00fcnstigsten war. Und auch die Sonne zwinkerte ihm zu und lenkte ihre Strahlen ebenfalls nach seinen W\u00fcnschen. Als er wieder nach Hause ging, waren sich die kleine Nebelschwade, der Windhauch und die Sonne einig, dass sie Mama Natur darum bitten w\u00fcrden, doch alle Menschen so wie den Fotografen zu machen.\t \t <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Fabel \u00fcber eine Nebelschwade: Kritik am Naturverst\u00e4ndnis des Menschen bzw. dessen mangelnde Akzeptanz von Naturph\u00e4nomenen&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>****************************************************************\t \t <\/p>\n<p><strong>Von Elena Zimmer: &#8222;FUCK JU, G\u00d6THE&#8220;<\/strong>\t \t <\/p>\n<p><em>(Nachdichtung)<\/em>\t \t <\/p>\n<p>Ich bin ein Teil jener Kraft,\t \t <\/p>\n<p>die mich nicht interessiert und auch noch fertig macht.\t \t <\/p>\n<p>Ein Buch. Kein Buch, ein Drama.\t \t <\/p>\n<p>Ein Stift, ein Papier.\t \t <\/p>\n<p>Sch\u00f6nes Fr\u00e4ulein darf ich&#8217;s wagen,\t \t <\/p>\n<p>den Mund zu halten und nichts vorzutagen.\t \t <\/p>\n<p>Etwas Kaffee. Kein Kaffee, Tee.\t \t <\/p>\n<p>Kekse geformt wie ein Stier.\t \t <\/p>\n<p>Sie ist die erste nicht,\t \t <\/p>\n<p>die das h\u00f6rt und erbricht.\t \t <\/p>\n<p>Eine Jacke. Keine Jacke, eine Decke.\t \t <\/p>\n<p>Etwas W\u00e4rme, Kerzenduft.\t \t <\/p>\n<p>Heinrich, mir graut vor dir.\t \t <\/p>\n<p>Nicht nur dir, sondern auch mir.\t \t <\/p>\n<p>Eine Aufgabe. Keine Aufgabe, eine Pflicht.\t \t <\/p>\n<p>Ich bin verzweifelt, lasst mich an die frische Luft.\t \t <\/p>\n<p><em>\u00b0Anmerkung d. Red.: Die Verfasserin nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em> \t \t <\/p>\n<p>***************************************************************************\t \t <\/p>\n<p><strong>Von HF (Pseudonym): &#8222;DIE T\u00dcR&#8220;<\/strong>\t \t <\/p>\n<p><em>(Kurzprosa)<\/em>\t \t <\/p>\n<p>Willst du wirklich da hinein? \t \t <\/p>\n<p>Willst du mich wirklich \u00f6ffnen? \t \t <\/p>\n<p>Sieh mich nicht so genau an. \t \t <\/p>\n<p>Die meisten w\u00fcrden mich h\u00e4sslich nennen, \t \t <\/p>\n<p>grob aus vier Brettern und \t \t <\/p>\n<p>zwei angesetzten Leisten gef\u00fcgt,\t \t <\/p>\n<p>sch\u00e4biger Ersatz f\u00fcr eine sch\u00f6ne Vorg\u00e4ngerin. \t \t <\/p>\n<p>Nur damit ich notd\u00fcrftig die Eingangs\u00f6ffnung hinter mir verdecke. \t \t <\/p>\n<p>Mein ganzer Zustand ist nicht einladend.\t \t <\/p>\n<p>Ich sehe aus wie ein dreckiger Flicken \t \t <\/p>\n<p>auf einem l\u00f6cherigen Gewand.\t \t <\/p>\n<p>Was willst du in dem zerbr\u00f6ckelnden Haus, \t \t <\/p>\n<p>von dessen Mauern der Putz gefallen ist? \t \t <\/p>\n<p>Doch willst du unbedingt eintreten, \t \t <\/p>\n<p>musst du mich in die Hand nehmen \t \t <\/p>\n<p>und ber\u00fchren,\t \t <\/p>\n<p>dich zum rostigen Riegel beugen und \t \t <\/p>\n<p>daran ziehen, weil ich keine Klinke habe.\t \t <\/p>\n<p>Aber,\t \t <\/p>\n<p>vielleicht siehst du dann meine kleine Sch\u00f6nheit,\t \t <\/p>\n<p>die feine Maser der Bretter, fast ohne Ast, \t \t <\/p>\n<p>ein edles Muster, \u00fcberzogen von grauer Patina, \t \t <\/p>\n<p>gehalten von geschmiedeten B\u00e4ndern,\t \t <\/p>\n<p>die dem Rost trotzen \t \t <\/p>\n<p>wie ich der Zeit.\t \t <\/p>\n<p>Und immer noch erf\u00fclle ich meinen Zweck.\t \t <\/p>\n<p>Denn ich soll nur den hereinlassen, \t \t <\/p>\n<p>der hier etwas zu suchen oder aufzubewahren hat. \t \t <\/p>\n<p>Allen anderen bedeute ich drau\u00dfen zu bleiben.\t \t <\/p>\n<p>Ich bin nur da \t \t <\/p>\n<p>zur Sicherheit.\t \t <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Personifizierte T\u00fcr. Erzeugt vor dem geistigen Auge ein Bild, das gut auch den Zustand der Fronfeste vor der Sanierung widerspiegeln k\u00f6nnte&#8230;(Sabine Eva R\u00e4disch)\t \t <\/p>\n<p>\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil. <\/em>\t \t <\/p>\n<p>**********************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Led Zepp (Pseudonym): &#8222;CORONA 2020&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>\u201eMundschutz nicht vergessen\u201c, schrie Nadine ihrer Tochter hinterher, die sich auf den Weg zur Schule machte. MNS, das neue Wort, von dem viele bis zu jenem Jahr 2020 nicht wussten, f\u00fcr was die drei Buchstaben stehen. Der Mund-Nasenschutz war nun also der st\u00e4ndige Begleiter bei Restaurantbesuchen, im Arbeitsalltag. \u201eJa Mama, hab ich dabei\u201c, antwortete Lisa und schloss die T\u00fcr hinter sich. Ja, auch bei Lisa war dieses kleine Helferlein das neue Accessoire beim t\u00e4glichen Weg zur Schule.<br \/>\n2020 \u2013 das Jahr, der Sommer, den viele ganz anders geplant hatten. W\u00e4hrend Lisa mit Abstand und hochgezogener Maske den Bus betrat, klingelte zu Hause bei Nadine das Handy. Eine neue Nachricht, blinkte das Display. Ein Selfie mit der Unterschrift \u201eWei\u00dft du noch, vor einem Jahr\u201c. Drei M\u00e4dels im Dirndl, mit Lebkuchenherz und einem L\u00e4cheln, das mindestens 3 Ma\u00df Bier vermuten lie\u00df, brachten ein L\u00e4cheln auf Nadines Lippen. Ein Foto vom Vorjahr. Von der Wies`n. Von der heilen Welt.<br \/>\n\u201eAch, w\u00e4r das heuer sch\u00f6n geworden\u201c, tippte sie in ihr Smartphone und setzte einen traurigen Smiley dahinter. Sch\u00f6n w\u00e4re es sicher geworden. Das gr\u00f6\u00dfte Volksfest der Welt. Menschen aus aller Herren  L\u00e4nder, gute Laune, Bierseligkeit und einem sch\u00f6nen M\u00e4delsabend. Statt dem Ausreizen der letzten Minuten im Bierzelt, um gerade noch den Zug zu erwischen, nun die Sorge, dass der frisch gewaschene Mund-Nasenschutz noch rechtzeitig f\u00fcr die Einkaufstour trocken wird.<br \/>\n\u201eN\u00e4chstes Jahr geben wir wieder richtig Gas!\u201c Die Antwort kam prompt und vereinte sich mit dem Gedanken, den Nadine im selben Moment hatte.<\/p>\n<p><em>\u00b0Anmerkung d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil. <\/em><\/p>\n<p>***********************************************************\t \t <\/p>\n<p><strong>Von Anneli Meinelt-M\u00f6bius: &#8222;DAS HASLARNER B\u00dcRGL&#8220;<\/strong>\t \t <\/p>\n<p><em>(Erfahrungsbericht)<\/em>\t \t <\/p>\n<p>1895 beschreibt der Neunburger Chronist Georg Dorrer in den \u201eVerhandlungen des Historischen Vereins von Regensburg und Oberpfalz\u201c das \u201eB\u00fcrgl\u201c bei Haslarn. Sein Bericht machte mich neugierig und so suchte ich 2013 den geheimnisvollen Ort.\t \t <\/p>\n<p>S\u00fcdlich des Dorfes Haslarn, Gemeinde Neunburg vorm Wald, sieht man von weitem schon einen bewaldeten H\u00fcgel, ums\u00e4umt von Wiesen und einem Weiher. Durch Brombeerstr\u00e4ucher, Gestr\u00fcpp, niedrigen Eichen- und Buchenbewuchs suchte ich mir an der Westseite der steilen B\u00f6schung einen Weg etwa 5 Meter nach oben. Statt eines Plateaus erwartete mich eine kreisrunde Ringwallanlage. Die Anlage erstreckt sich \u00fcber etwa 30 Meter und hat einen Innendurchmesser von ca. 15 Meter. Von der Innenfl\u00e4che aus sind es 3 bis 4 Meter bis zur Wallkrone, die einen trapezf\u00f6rmigen Querschnitt aufweist. Im Inneren des Ringwalls wuchsen hohe Fichten und Eichen.\t \t <\/p>\n<p>Was berichten die geschichtlichen Quellen \u00fcber dieses Bodendenkmal? Dorrer spricht von einer Verschanzung, die im Volksmund \u201eB\u00fcrgl\u201c genannt wird und aus den Hussiten- und sp\u00e4teren Kriegsk\u00e4mpfen stammen solle. Er vermutet, dass sie wegen ihrer geringen Ausdehnung \u201ein ihrem inneren Raume nur ein H\u00e4uflein von etwa hundert Menschen bergen konnte\u201c. Weiter schreibt er: \u201eVor derselben war fr\u00fcher, wie die\u00df heute noch ersichtlich und wie mir alte Leute angaben, das Terrain nichts als ein breiter Sumpf, welcher im Osten die runde Schanze zur H\u00e4lfte umgab, w\u00e4hrend die andere H\u00e4lfte durch einen breiten, ersichtlich von Menschenh\u00e4nden eingeschnittenen Graben, welcher jetzt zumeist eingef\u00fcllt und eingeackert ist, besch\u00fctzt war. Auf der Ostseite f\u00fchrte seitlich also parallel mit dem Schanzringe eine Art Rampe zur H\u00f6he desselben empor.\u201c Bei genauerer Betrachtung des Gel\u00e4ndes konnte ich auf der Ostseite tats\u00e4chlich ein Graben erkennen, der von einem Weiher an der Nordseite abzweigt und m\u00f6glicherweise fr\u00fcher geflutet werden konnte. Feuchtwiesen bildeten das Gel\u00e4nde westlich des H\u00fcgels. \t \t <\/p>\n<p>Aber wie gelangten die Menschen in das Innere des Ringwalls? Dorrer vermutet folgende Vorgehensweise: \u201eAuf der Ostseite f\u00fchrt seitlich also parallel mit dem Schanzenringe eine Art Rampe zur H\u00f6he desselben empor. An dieser f\u00fchrte f\u00fcr die Herren des B\u00fcrgl wohl der Weg, vielleicht auf einer mit Holzpr\u00fcgeln belegten Br\u00fccke, welche man sofort hinter sich wieder auflesen und in die Verschanzung nehmen konnte, in das B\u00fcrgl\u201c. Tats\u00e4chlich war f\u00fcr mich der Abstieg \u00fcber den Steilh\u00fcgel der Ostseite leichter und der Wall ist auch hier nicht so hoch wie auf der Westseite.\t \t <\/p>\n<p>Wer bewohnte oder nutzte das B\u00fcrgl? Aus historischen Forschungen wei\u00df man: In Zeiten der Gefahr nutzte die lokale Bev\u00f6lkerung vor\u00fcbergehend R\u00fcckzugsorte wie diesen Ringwall, die vor allem im 9. bis 11. Jahrhundert erbaut wurden, aber auch Kirchenburgen und Wehrkirchen, wie die Kirchenburg im nahen Seebarn. Sinn der Wallanlage war es, die Angreifer zum ungewohnten Fu\u00dfkampf zu zwingen. Diese \u201eSchutzburgen\u201c wurden von der Dorfgemeinschaft und einzelner Grundherren in Eigeninitiative errichtet. Die W\u00e4lle mit den sehr steilen Grabenb\u00f6schungen dienten als Bollwerk. Die Baumaterialien Holz und Erde waren anders als eine Steinmauer \u00fcberall schnell verf\u00fcgbar und konnten rasch verarbeitet werden. Der Erdh\u00fcgel konnte aber auch sorgf\u00e4ltig aus unterschiedlichem Sch\u00fcttmaterial aufgeschichtet werden, um eine h\u00f6here Stabilit\u00e4t zu bekommen. Anders als eine Steinmauer f\u00e4llt ein Erdwall auch beim Beschuss durch Kanonenkugeln nicht in sich zusammen. Innerhalb der W\u00e4lle lag mitunter eine Freifl\u00e4che, die gro\u00df genug war, ein Dorf samt den Tieren aufzunehmen. In Haslarn war durch den angrenzenden Weiher auch die Wasserversorgung der Schutzsuchenden gesichert. Fast immer wurde das f\u00fcr den Wall verwendete Material unmittelbar entnommen, so dass ein Graben vor dem Wall entstand. Ein auf der Wallkrone angebrachter Palisadenzaun konnte oft auch nur aus einem einfachen Weidenflechtzaun bestehen zum passiven Schutz vor Eindringlingen oder wilden Tieren. Die Datierung des Ringwalls als vorgeschichtlich oder mittelalterlich allein aus der Form der Anlage ist schwierig, wenn keine datierbaren Funde vorliegen.\t \t <\/p>\n<p> Gibt es arch\u00e4ologische Funde? Arch\u00e4ologische Ausgrabungen der Innenfl\u00e4chen erlauben Analysen der zeitlichen Entwicklung der Befestigung, der Keramik und des Nahrungsangebotes. Da Schutzanlagen wie in Haslarn \u00fcberwiegend keine Dauersiedlungen waren, werden bei arch\u00e4ologischen Ausgrabungen oft nur wenige Hinterlassenschaften gefunden. \t <\/p>\n<p>Im Jahr 1895 nahmen Georg Dorrer und der Neunburger Notar Eder eine Art Ausgrabung im Innern der Umwallung vor: \u201eWir stie\u00dfen, nachdem etwa ein Fu\u00df tief gegraben war, auf den urspr\u00fcnglichen Boden der Umwallung, der sich dem Auge sofort durch hellere F\u00e4rbung und den Werkzeugen durch vermehrte Dichtigkeit, als ob er gestampft w\u00e4re, erkenntlich machte. Es wurden Kohlest\u00fccke in gr\u00f6\u00dferer Menge, Pferdez\u00e4hne und graue Thonscherben von unglasierten Geschirren, welche mit eingravirten um das Gef\u00e4\u00df laufenden Zickzackringen verziert waren, gefunden, die Kohlen an mehreren Stellen des ebenen Bodens, so da\u00df es den Eindruck machte, als ob \u00f6fters oder mehrere Lagerfeuer in dem Raume gebrannt h\u00e4tten. Wir schnitten auch den Schanzring etwas an und zeigte sich, da\u00df derselbe mit kleinen Steinschotter fundamentiert ist, auf welchem das lose Sandmaterial aufgeschanzt wurde. Obenauf wird die Schanze vielleicht einen Pallisadenschutz getragen haben.\u201c\t \t <\/p>\n<p>Ist der Ringwall ein Ungarnwall? Als Ungarnw\u00e4lle bezeichnet man fr\u00fchmittelalterliche Burgwallanlagen. Die Ungarnw\u00e4lle entstanden als Reaktion auf die Ungarneinf\u00e4lle am Ende des Fr\u00fchmittelalters, die von 899 bis zur Schlacht auf dem Lechfeld 955 n. Chr. dauerten. Dorrer berichtet, dass an der Aussenseite der Umwallung eiserne Pfeilspitzen und Pferdehufe von der Bev\u00f6lkerung der Umgebung gefunden worden w\u00e4ren. Die Hufe seien meist klein und zierlich gewesen und dies k\u00f6nne auf ehemalige kleine Pferderassen hindeuten. Leider teilt Dorrer nichts \u00fcber die Form und das Aussehen der gefundenen Hufe und Pfeilspitzen mit. Dornpfeilspitzen werden als zuverlassiger Nachweis eines magyarischen Angriffes anerkannt. Die kleinen, zierlichen Hufeisenfunde belegen die Anwesenheit berittener Krieger in einer Zeit, in der noch kleine Pferderassen existierten.\t \t <\/p>\n<p>Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege hat das \u201eB\u00fcrgl\u201c als Bodendenkmal qualifiziert und nennt es \u201eHussitenh\u00fcgel\u201c. Leider sind diese Zeugnissen der Geschichte sogar der einheimischen Bev\u00f6lkerung unbekannt und sind entsprechend bedroht. Die Gr\u00e4ben der Wallanlagen werden gerne von der Forstwirtschaft als Abladepl\u00e4tze f\u00fcr Holz benutzt, Holzabfuhrwege werden in die Burganlagen geschoben und Material f\u00fcr den Wegebau entnommen. Zahlreiche Wallburgen wurden sogar mit dichtem Jungwald bepflanzt. Von Motorcrossfahrern werden sie als \u00dcbungsgel\u00e4nde missbraucht. Ich schlie\u00dfe mich auch nach 120 Jahren Georg Dorrers Hoffnung an: \u201eVielleicht geben diese Zeilen eine Anregung f\u00fcr den mehr sachverst\u00e4ndigen Forscher, das R\u00e4tsel diese Erdwerkes ganz zu l\u00f6sen.\u201c\t \t <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Begehung einer historischen Ringwall-Anlage nach Berichten des Neunburger Chronisten Georg Dorrer. Historisch interessant, angereichert mit Fakten und Details&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em>\t<\/p>\n<p>********************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Lorna Simone Baier: EIN W\u00dcRDIGES ENDE<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Der uralte Baum oben auf dem H\u00fcgel war m\u00fcde. Er hatte das Ende seiner normalen Lebensdauer erreicht. Au\u00dferdem hatte der Bauer, dem die unterhalb liegenden \u00c4cker geh\u00f6rten, vor ein paar Jahren nicht aufgepasst und seine Wurzeln besch\u00e4digt. So tat sich der uralte Baum immer schwerer, noch genug Wasser f\u00fcr seine Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter aus dem eigentlich ganz guten Boden zu ziehen. Er jammerte deswegen aber nicht, so wie er es in seinem langen Leben von vielen Menschen geh\u00f6rt hatte, die mit oder ohne Waren an ihm vorbeigegangen waren. Er war schlie\u00dflich 953 Jahre alt geworden und hatte die l\u00e4ngste Zeit seines Lebens dabei geholfen, dass Menschen bei ihren Reisen den richtigen Weg gefunden haben.<\/p>\n<p>\tNur einen Wunsch hatte der uralte Baum noch: er wollte nicht von Menschen umges\u00e4gt werden, so wie es vielen anderen B\u00e4umen in der N\u00e4he des H\u00fcgels ergangen war. Ihre Schmerzensschreie waren f\u00fcr ihn unertr\u00e4glich gewesen und er fragte sich, ob denn die Menschen auf diesem Ohr taub waren. Schlie\u00dflich wurden derartige Aktionen, ja selbst Kleinigkeiten, die mit dem Anritzen der Rinde vergleichbar waren, bei Menschen und selbst ihren Tieren so gut wie nie ohne Bet\u00e4ubung durchgef\u00fchrt. Aber scheinbar waren Pflanzen in den Augen der meisten Menschen minderwertige Gesch\u00f6pfe. Was w\u00fcrde Mama Natur dazu sagen?<\/p>\n<p>\tDer uralte Baum hatte jedenfalls noch diesen einen Wunsch und brauchte daf\u00fcr die Hilfe von Mama Natur. Also nahm er noch einmal seine gesamten Kr\u00e4fte zusammen und rief nach seiner Mutter. Nat\u00fcrlich h\u00f6rte kein einziger Mensch diese Rufe, nicht einmal diejenigen, die t\u00e4glich mit ihren Hunden am uralten Baum vorbeigingen. Die Hunde h\u00f6rten die Rufe sehr wohl, machten aber keinerlei Anstalten, ihre Besitzer darauf aufmerksam zu machen. Die h\u00f6rten sowieso nicht zu, und wenn, dann h\u00e4tten sie bestimmt die falschen Schl\u00fcsse gezogen und den Baum noch schnell umges\u00e4gt, bevor ihn Mama Natur von seinem Leiden erl\u00f6sen konnte.<\/p>\n<p>\tSo kam es, dass der uralte Baum seinen letzten Wunsch erf\u00fcllt bekam. Es begann recht unscheinbar, nur die V\u00f6gel, die noch ein letztes Mal ein Nest in ihm gebaut hatten, verlie\u00dfen dieses pl\u00f6tzlich fluchtartig. Ein paar Menschen, die das beobachteten, wunderten sich, welcher Greifvogel sie dieses Mal aufgeschreckt hatte. Kurze Zeit sp\u00e4ter entstand aus dem Nichts ein heftiger Windsto\u00df, der den uralten Baum aushebelte und umwarf. Dabei wurden seine Wurzeln vollst\u00e4ndig und gr\u00fcndlich aus der Erde gerissen. Der uralte Baum knarzte noch einmal zufrieden und starb, noch bevor seine Krone auf dem Boden seines H\u00fcgels aufschlug. Seine Seele kehrte heim in den Scho\u00df von Mama Natur und sch\u00fcttelte dort den Kopf, als sie sah, wie schnell und r\u00fccksichtslos die Menschen seinen K\u00f6rper zerst\u00fcckelten und abtransportierten. Bei toten Menschen machten sie das doch auch nicht!<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Fabel \u00fcber den Tod eines Baumes; Kritik am Umgang des Menschen mit der Natur&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>******************************************************<\/p>\n<p><strong>Von HR (Pseudonym): &#8222;\u00c4PFEL&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Kurzprosa)<\/em><\/p>\n<p>Zwei \u00c4pfel in meinem Korb,<br \/>\ngekauft am Obststand.<br \/>\nDie fr\u00f6hliche Verk\u00e4uferin schien verliebt zu sein,<br \/>\ngut gelaunt,<br \/>\ngespr\u00e4chig zur Nachbarin am Blumenstand,<br \/>\nzu mir.<br \/>\nSie empfahl mir verschiedene Sorten.<br \/>\nIch entschloss mich zu den kleinen gesprenkelten.<br \/>\n\u201eJa, von unserer eigenen Streuobstwiese \u2013 echt bio.\u201c<br \/>\nGestern hat die ganze Familie bei der Ernte geholfen,<br \/>\nauch die Kinder.<br \/>\nDie beiden Kleinsten waren ganz eifrig<br \/>\nbeim Aufklauben der heruntergefallenen Fr\u00fcchte.<br \/>\nDer Onkel war auch da.<br \/>\nEr hatte Holzkisten zur Lagerung gebaut.<br \/>\nMit seinem Taschenmesser teilte er \u00c4pfel.<br \/>\n\u201eDa, so sieht das Kernhaus aus.\u201c<br \/>\nEr schneidet es aus und verteilt eine Apfelschnitte nach der anderen.<br \/>\nSie verschwinden im Mund der kleinen Esser \u2026<br \/>\nschmatzen, mampfen, genie\u00dfen, schmecken \u2026<br \/>\nFr\u00fcchte frisch vom Baum &#8211;<br \/>\ngesunde Welt \u2026 <\/p>\n<p><em>\u00b0Anm. d. Red.: Der Verfasser nahm am KVU-Workshop &#8222;Kreatives Schreiben&#8220; im Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbstes teil.<\/em><\/p>\n<p>*******************************************************\t<\/p>\n<p><strong>Von Sophie St\u00f6ckerl (10): &#8222;MILA UND RIPMAV&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Vampirgeschichte)<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Mila, willst du Lion- oder das Vampircornflakesmu\u0308sli?&#8220;, fragte Milas Mutter. &#8222;Beides&#8220;, antwortete Mila. Mila ging na\u0308mlich zum Einkaufen. Als sie in der Dom-Stra\u00dfe angekommen waren, sahen sie einen Jungen. Er hatte pechschwarze Haare und blutrote Augen. Was Mila auffiel, war aber das bleiche Gesicht. Sie zog eine Augenbraue hoch. &#8222;Hallo&#8220;, sagte er, &#8220; ich bin ein Waisenkind&#8220;. Milas Mutter antwortete: &#8222;Komm doch mit zu uns&#8220;. &#8222;Vielen Dank&#8220;, antwortete der Junge.<\/p>\n<p>Am na\u0308chsten Morgen stank Mila die Ripmav-Sache gewaltig. Zuerst wollte er nicht in den Spiegel sehen, dann nicht im Pool in der Sonne planschen und jetzt will er IHR Vampir-Mu\u0308sli! Am Vormittag zog Mila Ripmav in ihr Zimmer. &#8222;Hey, Ripmav!&#8220;, sagte sie zornig. &#8222;Was ist mit dir nur los? Wieso tra\u0308gst du nur diese schwarzen Klamotten und wieso stotterst du?!&#8220; Er antwortete:&#8220; Das willst du wissen? Wirklich?&#8220;, fragte er sanft. &#8222;Ja&#8220;, bru\u0308llte Mila. &#8222;Wie du meinst&#8230;&#8220; &#8222;Nicht, wie ich meine!&#8220;, bru\u0308llte Mila noch st\u00e4rker. &#8222;Zuerst &#8211; ich, a\u0308hhh&#8230;. Beruhige dich zuerst!&#8220; &#8222;Gut&#8220;, sagte Mila vorwurfsvoll. &#8222;Die Antwort erfa\u0308hrst du, wenn du meinen Namen ru\u0308ckwa\u0308rts liest&#8220;, schniefte er. Mila enzifferte es. &#8220; V &#8211; VA &#8211; VAM- VAMP- VAMPI- VAMPIR!&#8220; &#8222;Gut &#8211; dann kann ich wieder Stra\u00dfenvampir sein&#8220;, sagte er. &#8222;Wieso?&#8220;, hakte Mila nach. &#8222;Weil&#8230; ihr werdet mich sowieso rauswerfen,&#8220; heulte er. &#8222;Nein, warte!&#8220;, schrie Mila, &#8222;das bespreche ich mit Mama. Versprochen!!&#8220;<\/p>\n<p>Am Mittagstisch sage Mila: &#8222;Mama, ich muss dir was Wichtiges sagen. Ach u\u0308brigens, Herr Waisenkind ist im Keller, und a\u0308hh&#8230; er ist ein netter Kerl &#8211; aber auch ein Vampir. Und ich habe ihm ein paar Sachen vorhin gesagt &#8211; unsere Regeln: 1. Nicht fliegen. 2. Nicht jemanden bei\u00dfen &#8211; und zu guter Letzt: Du musst immer Knoblauch wegwerfen.&#8220; Mama sagte darauf:&#8220; Okay, er darf bleiben &#8211; wenn er sich an die Regeln ha\u0308lt!&#8220; &#8222;Versprochen&#8220;, erto\u0308nt es. Vampir war vom Keller herauf gekommen. &#8222;Ko\u0308nnen wir Einkaufen? Mit Ripmav?&#8220;, wechselte Mila das Thema. Kurz darauf waren die drei im Supermarkt. Natu\u0308rlich musste Vampir sich als normales Kind tarnen. Die gru\u0308nen und blauen Klamotten und das rosa Cap von Mila, die er angezogen hatte, gefielen ihm gar nicht. Aber er musste es tun.<\/p>\n<p>Plo\u0308tzlich ging ihm ein Duft durch die Nase. Ripmav war zwar ein netter Kerl &#8211; aber immer noch ein Vampir. Es roch so herrlich nach Blut und Wurst und &#8211; &#8222;FLEISCH!&#8220; Er stand nur 50 cm neben dem Fleischverkauf! &#8222;Ooh je!&#8220; schrie Mila,  &#8222;Mama! Ripmav! Er steht neben der Fleischtheke!&#8220;, kreischte sie weiter. Doch als Mama kam, war es zu spa\u0308t! Schon flog er hinter die Theke und verkroch sich im Fleisch. Kaum war er beim Essen, wuchsen seine Eckza\u0308hne und ein schwarzer Umhang mit rotem Kragen entwickelte sich. Als er sich umdrehte, waren seine Augen geschlossen und er machte sie mit finsterem Blick auf. Die Augen flackerten 10 Sekunden wie Feuer. Ja, dann Guten Tag! Jedenfalls fu\u0308r Mila. Denn er guckte sie fies an. Kurz bevor er zubiss, roch er Milas Parfu\u0308m. so nach Rosen. Er verwandelte sich zuru\u0308ck. Sofort nahm ihn Milas Mutter an die Hand und ging mit den beiden Kindern heim.<\/p>\n<p>Zuhause rannte er in sein Zimmer. Weinerlich machte er die Tu\u0308r zu. Eine Minute spa\u0308ter kam Mila herein. Sie setzte sich neben ihren &#8217;neuen Bruder&#8216; und fragte:&#8220;Was war das denn eben?&#8220; &#8222;Antiverwandlung.&#8220; &#8222;Wie?&#8220;, hakte Mila nach. &#8222;Antiverwandlung. Meine Eltern setzten mich aus, als ich Rosenduft-in-Junge-Verwandlung hatte. Lange Geschichte. Seitdem bin ich ein Stra\u00dfenvampir gewesen. Als ich an der Fleischtheke war, roch ich wieder Blut. Den Rest wei\u00dft du ja. Dein Parfu\u0308m duftet nach Rosen. Deswegen bekomme ich nie Antiverwandlungen beim Essen. Da wir nebeneinander sitzen, bleibe ich menschlich. Aber dummerweise geht das nur u\u0308ber 50 cm. Und du warst 100 cm entfernt.&#8220; Ripmav schniefte. &#8222;Wei\u00dft du was? Ich kaufe dir ein Rosenparfu\u0308m. Dann ist das Problem gelo\u0308st.&#8220; &#8222;Danke!&#8220;, sagte Vampir.<br \/>\nAls es Abend wurde, legte er sich unter Milas Bett und sagte zu Mila, die Etage weiter oben noch nicht schlief:&#8220;La\u0308sst die Parfu\u0308mwirkung irgendwann nach?&#8220; &#8222;Ja&#8220;, antwortete Mila und parfu\u0308mierte sich noch einmal ein. Doch da war Vampir schon eingeschlafen.<\/p>\n<p>&#8222;Mila! Ripmav! Aufstehen!&#8220;, rief Mama, &#8222;Einkaufen!&#8220;. &#8222;Ah&#8230;ah&#8230;. nicht noch mal!&#8220;, wendete Mila ein. &#8222;Nur diesmal zum Drogeriemarkt und zum Schreiner&#8220;, sagte Mama weiter. Beim Drogeriemarkt nahm Mila alle Rosenparfu\u0308ms mit, die es gab. Beim Schreiner bestellte Mama einen Sarg fu\u0308r Ripmav. Er konnte ja nicht ewig am kalten Boden schlafen. Zuhause parfu\u0308mierte Vampir sich mit Rosenduft. Es war ihm immer noch peinlich, diese Fleischtheken-Sache. Pech. Passiert ist passiert. Das kann man jetzt nicht mehr a\u0308ndern. Nur man kann hoffen, dass es bis morgen vergessen wurde. &#8222;Hey Ripmav, beeil dich! Ab ins Auto!&#8220; Die Tu\u0308r war aufgegangen und Mila kam herein. 5 Minuten spa\u0308ter fragte Ripmav:&#8220; Wo fahren wir eigentlich hin?&#8220; Mila antwortete:&#8220; Ich habe extra 5 Flaschen Parfu\u0308m mitgenommen. Zur Blutspende. Mama spendet schon lange dort. Du kommst da auch rein.&#8220; &#8222;Wer? ICH!? Was, wenn die Antiverwandlung wieder zuschla\u0308gt!?&#8220; &#8222;Dann habe ich ja EXTRA 5 Flaschen Parfu\u0308m mitgenommen. Schon vergessen?&#8220;. &#8222;Nee&#8230;.&#8220;, antwortete Ripmav.<\/p>\n<p> Bei der Blutspende angekommen, zog Mila Vampir in einen Blutcontainer. Dort sagte sie:&#8220; Bediene dich!&#8220;. Das lie\u00df sich Ripmav f\u00fcnfmal sagen. &#8222;Hey, was ist denn los?&#8220; fragte Mila sanft. &#8220; Ich &#8211; ich will nicht&#8220;, weinte er. &#8222;Wieso nicht?&#8220;, hakte Mila nach. &#8220; Ich verdiene dich nicht&#8220;, antwortete Ripmav traurig. &#8222;Etwa wegen der Fleischtheke? Und du hast Angst, dass das Parfu\u0308m nicht funktioniert?&#8220; Vampir nickte traurig. &#8222;Hey, das kann jedem mal passieren. Au\u00dferdem bin ich froh, dass ich dich habe. Du bist der netteste und liebenswerteste Vampir, den ich kenne.&#8220; &#8222;Wirklich?&#8220;, fragte Ripmav weinerlich? &#8222;JA&#8220;. &#8222;Dich sto\u0308rt es auch nicht, dass ich ein Vampir bin?&#8220;, fragte er traurig. &#8222;Die paar Haken machen doch nichts.&#8220; &#8222;Aber ich will ein normaler Mensch werden wie du!&#8220;, weinte er weiter.&#8220;Tja, das kann man nicht a\u0308ndern, aber du ko\u0308nntest einmal so tun, als ob du ein normaler Mensch wa\u0308rst&#8220;, tro\u0308stete Mila ihren Bruder. &#8222;Gut, ich versuche es&#8230;&#8220;, sagte Vampir. Mila spu\u0308rte, dass ihrem Bruder immer noch zum weinen zumute war. &#8222;Komm, gehen wir um den Block, das bringt dich auf andere Gedanken.&#8220; sagte sie deshalb. Ohne die Antwort abzuwarten, nahm sie Ripmav an der Hand und ging mit ihm einmal ums Krankenhaus. Als es 15 Uhr war, fuhr Mama mit ihren Kindern heim. Eine halbe Stunde spa\u0308ter waren sie zuhause.<\/p>\n<p>Als Mila mit Vampir in ihrem Zimmer verschwand, zog sie die Vorha\u0308nge zu. Dann drehte sie das Licht an und sagte zu ihrem Bruder: &#8222;Wie alt bist du eigenlich?&#8220; Er antwortete:&#8220;100&#8243; &#8222;Wie? 100 Tage? 100 Wochen? 100 Monate? oder was? &#8222;100 Jahre.&#8220; antwortete Ripmav. KRACH! Mila war umgefallen oder kurz: in Ohnmacht gefallen. &#8222;Mila! Mila! Mila!&#8220; Ripmav versuchte seine Schwester wachzuru\u0308tteln. Als er einsah, dass das nichts wird, hob er sie hoch und legte sie behutsam in ihr Bett. Als er sie zugedeckt hatte, wachte sie auf. &#8220; W &#8211; W- Wo bin ich?&#8220; &#8222;Zuhause&#8220;, antwortete Vampir. &#8222;Vampir?&#8220; fragte sie. Ripmav dachte richtig: Ohnma\u0308chtig werden ist ein kurzer Denk-Kurzschluss. Also antwortete er: &#8222;Ja&#8220;. Mila stand auf. &#8222;Du hast mir das Leben gerettet! Danke, Ripmav.&#8220; &#8222;Da musst du dich nicht bedanken. Aber &#8211; autsch! Mein Eckzahn!&#8220; &#8222;Ich hole Mama. Sie bringt dich zum Zahnarzt&#8220;, sagte Mila. <\/p>\n<p>Als sie beim Zahnarzt waren, hatte Ripmav ein ungutes Gefu\u0308hl. Nicht nur, weil Mama sage, dass er Ritus hei\u00dfen wu\u0308rde, sondern auch was anderes. Aber was? Schlie\u00dflich war er 100 Jahre alt! Doch dieses erfuhr er in der Praxis von Dr. Zahn. Er wollte, dass er seinen Mund aufmachen sollte. Dann wu\u0308rde er die geschrumpften Vampireckza\u0308hne sehen. Und so ein Zahn tat weh! Super. &#8222;A\u0308hm, Herr Zahn, ko\u0308nnen sie mir eine Nagelfeile holen? Und ich bra\u0308uchte dann Ruhe, ohne Mama und Ihnen, einfach Ruhe. Nur mit Mila alleine&#8220;, sagte Vampir verlegen. &#8222;Aber sicher!&#8220;, sagte Dr. Zahn und brachte Vampir die Feile. Als er mit Mila allein war, sagte er:&#8220; Es ist&#8230; ich kann mich nicht im Praxisspiegel sehen. Und wei\u00df nicht genau, wo meine Eckza\u0308hne sind. Fu\u0308hrst du mich? Bitte.&#8220; &#8222;Klar!&#8220;, antwortete Mila. Nachdem sie fertig waren, holte Mila Mama und Dr. Zahn herein. Es stand fest. Vampir hatte Karies. Er musste ins Krankenhaus. Mit Vollnarkose und 5 Monaten Drinbleiben. Und Vampirza\u0308hne wachsen in einem Monat wieder auf Orginal-, und Vampireckza\u0308hne  innerhalb von 24 Stunden wieder auf Originalgro\u0308\u00dfe! Doch glu\u0308cklicherweise greift Mila ein:&#8220; A\u0308h! Das mit Krankenhaus geht nicht! Mein Bruder und ich mu\u0308ssen dringen zum Schuhmacher Beer, um unsere Schuhe abzuholen, denn wir haben bald die Ballettauffu\u0308hrung &#8218;Silberschwan&#8216; und er gibt die Hauptrolle! Und, a\u0308h, gibt es kein anderes Mittel fu\u0308r ihn?&#8220; &#8222;Doch&#8220;, gibt Dr. Zahn jetzt zu. &#8222;Perfekt! Dann immer her damit!&#8220;, plappert Mila dazwischen. Dr. Zahn gibt nach und innerhalb von sofort sind die Zahnschmerzen weg! Nachdem sie heimgefahren sind, hopste Ripmav auf Milas Bett herum, sprintete an eine Wand, hopste zur na\u0308chsten und gleitete sanft auf den Boden.<\/p>\n<p>Inzwischen war es 17:59 Uhr. Bettgehzeit fu\u0308r Mila. Ripmav durfte noch bis 18:05 aufbleiben und fernsehen, denn dann kam (wie immer) von 17:30 bis 18:05 &#8222;Schlosshotel Dracula&#8220;: Horror To Go! Und das wollte Ripmav unbedingt sehen&#8230;<br \/>\nAm na\u0308chsten Morgen hatte Mila Joga-Kurs. Sie hatte versprochen, fu\u0308r Vampir ein Anmeldeformular mitzunehmen. Am Mittag um 12:05 kam Mila mit dem Formular zuru\u0308ck. Mama fu\u0308llte es aus. &#8222;Vampir, du kommst morgen mit zum Joga-Kurs&#8220;, wendete sich Milas Mutter an &#8218;ihren Sohn&#8216;. Zehn Minuten lang hatten die Zwillinge etwas Fu\u00dfball gespielt. Danach wollte Ripmav Mila das Fliegen beibringen. Allerdings erfolglos. Dann mussten sie ins Bett.<br \/>\nWie es weitergeht? Das erfa\u0308hrst Du in: &#8222;Mila und Ripmav 2&#8220;<\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Milas Mutter nimmt einen Waisenjungen in die Familie auf, der sich als Vampir entpuppt &#8211; ereignisreiche Geschichte mit originellen Ideen&#8220;. (Sabine Eva R\u00e4disch)<\/em><\/p>\n<p>**************************************************<br \/>\n\u2003<\/p>\n<p><strong>Von Anna Huber (12): &#8222;LANA&#8217;S ABENTEUER&#8220;<\/strong>\t \t <\/p>\n<p><em>(Roman-Auszug: Kapitel 1)<\/em>\t \t <\/p>\n<p>\u201eLana! Du sollst sofort in das Gemach der Prinzessin kommen! Sie w\u00fcnscht, dich zu sehen.\u201c \u201eJa, ich komme schon\u201c, sagte ich zu dem Dienstm\u00e4dchen, das in mein Zimmer trat. Ich stand auf und ging durch die gro\u00dfen Flure. \t \t <\/p>\n<p>Als ich um die Ecke bog, prallte ich auf einmal mit jemandem zusammen. \u201eHey, pass doch auf!\u201c, schnauzte ich denjenigen an, mit dem ich zusammengeprallt war. \u201ePass du doch auf! Oh, Lana, du bist es. Wo musst du denn hin? Etwa zu Solana? Soll ich mitkommen? Ich habe im Moment eh nichts zu tun.\u201c \u201eJa, sie ruft mich und du kannst gerne mitkommen, Lio.\u201c \t \t <\/p>\n<p>Darf ich vorstellen: Das ist mein bester Freund Lio. Ich kenne ihn seit ich hier in Schloss Glanzenschein wohne. Er ist hier im Schloss der Stallbursche. Und das M\u00e4dchen, zu dem wir nun gehen, ist Solana. Sie ist meine beste Freundin und die Prinzessin von Glanzenschein. Allen Leuten, denen ich erz\u00e4hle, wir beide w\u00e4ren die besten Freunde, glauben es mir nicht. Denn die Eltern, der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin von Glanzenschein, wollten nicht, dass ihre Tochter eine Freundin hat. Und schon gar nicht ein Dienstm\u00e4dchen. Aber Solana konnte sie \u00fcberzeugen. Leider nur unter einer Bedingung: Ich w\u00fcrde ihr Dienstm\u00e4dchen sein. Solana und ich wollten das zwar nicht, aber wir willigten ein. Wenn ihre Eltern nicht hinschauen, behandelt sie mich aber wie eine Freundin. Sobald ihre Eltern aber hinschauen, tut sie so, als ob ich ihr Dienstm\u00e4dchen w\u00e4re und scheucht mich herrisch herum. Das macht uns beiden immer sehr viel Spa\u00df.\t \t <\/p>\n<p>Lio und ich gingen also zum Zimmer unserer besten Freundin. Vor der T\u00fcr standen ihre Eltern. Lio und ich verbeugten uns und wollten gerade ins Zimmer gehen, da hielt uns der K\u00f6nig zur\u00fcck. Und ehe ich etwas sagen konnte meinte Lio: &#8222;Die Prinzessin hat uns gerufen, Eure Majest\u00e4t.&#8220; Der K\u00f6nig nahm seine Hand weg, wir verbeugten uns nochmals und gingen dann in Solanas Zimmer. Als ich sie sah, staunte ich. Meine beste Freundin lag auf ihrem Bett und weinte. Unglaublich! Sie weinte nicht oft und wenn sie mal weinte, versucht sie immer es zu unterdr\u00fccken. Weil es sich so f\u00fcr eine Prinzessin geh\u00f6rte, hatte sie mal erz\u00e4hlt. Prinzessinnen d\u00fcrfen ihre Gef\u00fchle nicht der Welt preisgeben. Da ihre Eltern vor der T\u00fcr standen, verbeugten wir uns vor Solana und behandelten sie, als w\u00e4ren wir ihre Diener. Da schaute meine beste Freundin auf und sagte: &#8222;Mutter, Vater. Bitte geht! Ich m\u00f6chte meine Diener um Rat fragen.&#8220; &#8222;Nat\u00fcrlich, T\u00f6chterchen. Wir gehen&#8220;, sagte die K\u00f6nigin. \t \t <\/p>\n<p>&#8222;Was ist denn los, Solana?&#8220;, fragte ich. &#8222;Ich &#8230; ich &#8230; &#8220; Solana brach mitten im Satz ab. &#8222;Komm, beruhig dich mal und dann erz\u00e4hl uns alles.&#8220; Lio reichte Solana ein Taschentuch. &#8222;Ich &#8230; ich soll. .. heiraten. Vielleicht habt ihr es schon bemerkt, aber unser K\u00f6nigreich hat nicht mehr viele Vorr\u00e4te und deshalb soll ich einen reichen Prinzen heiraten, von dem ich gar nicht wei\u00df, wie er so ist und aussieht. Alles was ich wei\u00df, ist, dass er Prinz Leo von Gordan ist. Ich wei\u00df nicht mal wo das \u00fcberhaupt liegt!&#8220; &#8222;Ach, du gro\u00dfe G\u00fcte. Was sollen wir hier denn dann ohne dich machen?&#8220; Ich erschrak sehr. &#8222;Du hast mich aufgenommen und mir Schutz gegeben. Du hast dich wegen mir gegen deine Eltern gestellt.&#8220; &#8222;Genau, Lana hat recht. Du darfst nicht gehen! Was sollen wir hier ohne dich?&#8220; &#8222;Ich wei\u00df. Ich will das ja auch nicht, aber meine Eltern sagten, wenn ich diesen Prinzen nicht heirate, wird unser K\u00f6nigreich verhungern.<br \/>\nUnd das schlimmste ist, sie haben mir gedroht, euch dann aus dem K\u00f6nigreich zu verbannen!&#8220; &#8222;Was?&#8220; Lio und ich waren entsetzt. Aber wir mussten unserer Freundin helfen. Koste es was es wolle. Da fiel mir etwas ein. Ich hatte einen Plan. &#8222;Du musst hier weg!&#8220; &#8222;H\u00e4?&#8220;, fragten meine Freunde gleichzeitig. Ich schlug mir die Hand gegen die Stirn. Sonst wussten meine Freunde gleich, was ich meine. Dieses Mal anscheinend nicht. \t \t <\/p>\n<p>&#8222;Ich meine, wir sollten von hier verschwinden, damit Solana nicht heiraten muss und sie bei uns bleiben kann.&#8220; &#8222;Ach so&#8220;, sagte Lio. &#8222;Und wie willst du das anstellen? Hast du da auch einen Plan?&#8220; &#8222;Na klar! Hab ich doch immer. Aber dieser ist nur vor\u00fcbergehend. Ihr m\u00fcsst mir allerdings helfen. Solana, du musst deinen Eltern sagen, dass du einen Zeltausflug machen willst und wir, als deine Diener, kommen nat\u00fcrlich mit. Lio, du musst an diesem Tag nat\u00fcrlich unsere Pferde vorbereiten.&#8220; &#8222;Aha, guter Plan.&#8220;, meinte Lio. Doch alles war noch nicht gekl\u00e4rt. Solana fragte mich noch: &#8222;Meine Eltern werden das nie erlauben. Au\u00dferdem, was machen wir mit dem Essen? Wir brauchen doch auch Nahrung.&#8220; &#8222;Mach dir keine Sorgen. Ums Essen k\u00fcmmere ich mich.&#8220; Lio fragte: &#8222;Und wann hauen wir ab?&#8220; &#8222;So bald wie m\u00f6glich, bitte!&#8220;, bat Solana. &#8222;Wie w\u00e4re es in einer Woche?&#8220;, wollte Lio wissen. &#8222;Zu lange. Wie w\u00e4re es mit \u00fcbermorgen?&#8220;,<br \/>\nfragte Solana. &#8222;Von mir aus kann es \u00fcbermorgen losgehen&#8220;, meinte ich und zuckte mit den Schultern. Was f\u00fcr ein tolles Abenteuer! Ich w\u00fcrde endlich wieder im Wald sein. Und das auch noch mit meinen Freunden!&#8220; \t \t <\/p>\n<p>Als ich am n\u00e4chsten Tag in den Thronsaal kam, sah ich, wie Solana gerade versuchte ihre Eltern zu \u00fcberreden, sie zelten gehen zu lassen. &#8222;Aber Mutter, Vater. Ich bin nicht allein. Lio und Lana sind doch bei mir und sie k\u00f6nnen mich verteidigen. Sie sind sehr gute K\u00e4mpfer und w\u00fcrden mich mit all ihrer Macht besch\u00fctzen.&#8220; &#8222;Ach wirklich? Entweder nehmt ihr eine Wache mit oder ihr bleibt hier!&#8220; Der K\u00f6nig wollte also, dass wir eine Wache mitnahmen. Das ging aber leider nicht, weil wir ja fl\u00fcchten wollten. Da hatte ich schon wieder eine Idee. Die war aber viel riskanter als der Weglauf-Plan. Ich wusste nicht, ob sie funktionieren w\u00fcrde. Ich ging zum K\u00f6nig und verbeugte mich. &#8222;Eure Majest\u00e4t. Wenn ihr erlaubt&#8220;, sagte ich. &#8222;Ihr habt recht. Lio und ich sind noch Kinder, aber wir haben viel Zeit mit den Wachen<br \/>\nverbracht und w\u00fcrden Solana besch\u00fctzen. Nat\u00fcrlich w\u00e4ren wir auch einverstanden, wenn eine Wache mitkommen w\u00fcrde &#8230;&#8220; &#8211; &#8222;Aber&#8230; &#8222;, wollte Solana sagen. Da zwinkerte ich ihr zu und sie war still. &#8222;Aber sie kennen die Wachen ja, Eure Majest\u00e4t. Die schlafen immer ein. Wir k\u00f6nnen eine Wache mitnehmen, wenn ihr darauf besteht, aber sie wird der Prinzessin nicht so viel Schutz bieten wie Lio und ich.&#8220; &#8222;Da hast du recht, Lana. Na gut. Ich erlaube es, dass ihr ohne Wache einen Ausflug macht, aber seid vorsichtig, verstanden?&#8220; \t \t <\/p>\n<p>Ich hatte es geschafft. Solana konnte sich gerade noch einen Freudenschrei unterdr\u00fccken. &#8222;Nat\u00fcrlich Eure Majest\u00e4t. Wenn ihr gestattet, w\u00fcrde ich noch die letzten Vorbereitungen f\u00fcr den Ausflug treffen.&#8220; Ich verbeugte mich und ging aus dem Thronsaal in mein Zimmer. Ich musste nicht lange warten, da st\u00fcrzten Solana und Lio in mein Zimmer und sprangen auf mein Bett. &#8222;Solana hat mir alles erz\u00e4hlt. Du hast es geschafft. Wir d\u00fcrfen ohne Wache losziehen.&#8220; Lio schmiss mich vor Freude fast vom Bett. &#8222;Bisher hat es noch kein Dienstm\u00e4dchen, Stallbursche oder sonst wer geschafft, meinen Vater von etwas zu \u00fcberzeugen. Wie hast du das gemacht?&#8220;, wollte Solana wissen. &#8222;Tja, mir kann eben niemand widerstehen.&#8220;, sagte ich grinsend. Wir tobten noch ein bisschen auf dem Bett herum, dann wurde Solana ernst. &#8222;Wir m\u00fcssen jetzt wirklich die letzten Vorbereitungen treffen. Wir sollten morgen fr\u00fch los.&#8220; &#8222;Solana hat recht. Los, an die Arbeit!&#8220;, meinte ich, sprang vom Bett und schaute meine Freunde ernst an. Wir hatten noch ein bisschen zu tun.\t \t <\/p>\n<p>Ich scheuchte sie also aus dem Zimmer und ging dann selbst an die Arbeit. Ich war schlie\u00dflich f\u00fcr unsere Verpflegung zust\u00e4ndig. Ohne mich w\u00fcrden wir verhungern. Na ja, verhungern wohl eher nicht, denn im Wald w\u00fcrden wir mit Sicherheit etwas finden, aber eben nicht sehr viel. Ich ging also durch die weiten Flure zu den K\u00f6niglichen Speisekammern. Dort fand ich alles was wir brauchten: Wasser, Gem\u00fcse und Obst, nat\u00fcrlich auch Essen, das man \u00fcber dem Feuer w\u00e4rmen kann, Dosenravioli und nat\u00fcrlich auch ein bisschen S\u00fc\u00dfkram wie zum Beispiel Marshmallows. Das Wasser verlud ich in Flaschen und die Lebensmittel in Beutel. Alles zusammen sollte dann in die Satteltaschen auf den Pferden verladen werden. Dann musste ich mich auch noch um meine Schlafsachen k\u00fcmmern, also um Schlafsack, Waschzeug und ein paar Klamotten. F\u00fcr unser Zelt, in dem wir schlafen w\u00fcrden, musste ich mich auch noch k\u00fcmmern. \t \t <\/p>\n<p>Da wir ja eigentlich Solanas Diener waren, durfte sie uns nicht helfen. Nachdem ich fertig war, ging ich in ihr Zimmer, um ihr beim Packen zu helfen. &#8222;Was brauchen wir eigentlich alles zum Zelten?&#8220;, wollte Solana wissen. &#8222;Also auf jeden Fall ein Zelt und Nahrung. Keine Sorge, um das habe ich mich schon gek\u00fcmmert. Du brauchst eigentlich nur noch Waschzeug, Schlafsack und Klamotten. Sonst nichts&#8220;, antwortete ich. &#8222;Okay, welches Kleid soll ich mitnehmen? Dieses oder dieses? Ich kann doch auch beide mitnehmen, oder?&#8220; Solana sah mich fragend an. &#8222;Also 1.: Du kannst kein Kleid mitnehmen, denn wir reiten und zelten und 2.: Wie w\u00e4re es, wenn du einen Jogginganzug anziehst und dar\u00fcber als Tarnung ein Kleid? So hast du ein Kleid dabei. Zum schlafen brauchst du warme Socken, einen Pulli und eine warme und gem\u00fctliche Hose. Nix mit Nachthemd oder so, denn mit einem Nachthemd bist du in ein paar Minuten schon ein halber Eisblock. Also nimm lieber was Warmes mit und gem\u00fctliche Sachen zum reiten.&#8220;, sagte ich. &#8222;Okay.&#8220; Solana machte sich an die Arbeit gem\u00fctliche Sachen aus ihrem Schrank zu r\u00e4umen und ich \u00fcberpr\u00fcfte, ob diese zum Zelten geeignet waren. Manchmal sch\u00fcttelte ich den Kopf und Solana r\u00e4umte das St\u00fcck wieder in den Schrank. Bei anderen, geeigneten Sachen nickte ich aber und meine beste Freundin gab es mir. \t \t <\/p>\n<p>Nach einiger Zeit hatten wir es aber geschafft, passende Sachen zu finden und in Solanas Rucksack zu stecken. Es war schon fast dunkel und wir mussten in den gro\u00dfen Saal, um das Essen vorzubereiten. Eigentlich musste nur ich schon los, denn Solana war ja die Prinzessin. Ich verabschiedete mich also von ihr und ging in die K\u00fcche. Dort wartete Lio schon auf mich. &#8222;Da bist du ja endlich! Los, komm, wir m\u00fcssen das Essen vorbereiten und zwar dalli! Ich habe vor kurzem eine Nachricht erhalten. Vielleicht m\u00fcssen wir gar nicht abhauen. Die K\u00f6nigliche Familie von Gordan kommt<br \/>\nkurzfristig zu Besuch. Wei\u00dft du was? Ich habe geh\u00f6rt, der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin kennen die Familie von Gordan gar nicht und lernen sie erst heute Abend richtig kennen. Wir m\u00fcssen uns allerdings im Hintergrund halten. Wir d\u00fcrfen also nicht dienen, sondern nur Essen kochen. Also ran an die Arbeit!&#8220; &#8222;Cool! Ich w\u00fcrde auch viel lieber hier im Schloss bleiben als abzuhauen und vielleicht ist dieser Prinz Leo von Gordan gar nicht so schlimm.&#8220;, meinte ich. \t \t <\/p>\n<p>Wir machten uns gemeinsam an die Arbeit und ich muss gestehen, ich finde, dass das Essen richtig gut geworden ist. &#8222;Dalli, dalli!&#8220;, dr\u00e4ngte uns der Koch. &#8222;Bringt das Essen schnell an den Tisch bevor die G\u00e4ste eintreffen. So wie ihr ausseht, sollen sie euch nicht sehen.&#8220; Da hatte der Koch recht. Lio und ich hatten uns so beeilt, dass wir dabei ganz<br \/>\nschmutzig geworden sind. Als wir in die Kammer nebenan gingen, kam Solana zu uns. &#8222;Los kommt! Ihr seid meine besten Freunde. Ich zeige euch ein Versteck wo ihr alles mit beobachten k\u00f6nnt.&#8220; \t \t <\/p>\n<p>Bevor wir etwas sagen konnten, zog Solana uns mit sich. &#8222;Los! Schnell hier rein!&#8220; Sie schob uns in eine geheime Nische. &#8222;Bleibt hier! Von hier aus k\u00f6nnt ihr alles sehen.&#8220; &#8222;Aber h\u00f6ren k\u00f6nnen wir nichts.&#8220;, wandte ich ein. &#8222;Deshalb auch die hier.&#8220; Solana reichte uns Kopfh\u00f6rer. &#8222;Ich habe unter fast jedem Platz ein Mikrofon versteckt. Die Kopfh\u00f6rer sind mit den Mikrofonen verbunden. Ihr k\u00f6nnt sie jetzt schon mal einschalten und wir machen einen Test.&#8220; Sie zeigte uns, wie man die Kopfh\u00f6rer an machte, ging zu den einzelnen Mikrofonen und sprach hinein. Alle funktionierten perfekt und Lio und ich konnten alles mith\u00f6ren. So w\u00fcrden wir nichts verpassen. &#8222;Ich muss jetzt leider los. Die G\u00e4ste kommen bald&#8220;, meinte Solana und ging. Wir schoben uns in die enge Nische und stellten die Kopfh\u00f6rer an. \t \t <\/p>\n<p>Kaum waren wir bereit, kamen auch schon der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin von Glanzenschein herein. Sie waren in Begleitung  einer h\u00fcbschen Frau mit klargr\u00fcnen Augen und einem Mann mit Umhang und azurblauen Augen. &#8222;Wow! Das m\u00fcssen die Majest\u00e4ten von Gordan sein, aber wo ist ihr Sohn und wo ist Solana?&#8220; Lio sah mich an. Solana hat uns doch mal erkl\u00e4rt, dass erst der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin den Raum betreten und danach die Kinder. Schon vergessen?&#8220;, meinte ich. \t \t <\/p>\n<p>&#8222;Nein. Nat\u00fcrlich nicht. Ich bin doch nicht bl\u00f6d!&#8220; Lio sah mich an. &#8222;Ist ja schon gut, aber kurze Frage: Wer hat denn bittesch\u00f6n im letzten Jahr die Geburtstage seiner Freunde und auch noch seinen eigenen vergessen?&#8220; Ich kicherte. Lio lief rot an. &#8222;\u00c4hrn &#8230; Sei leise, sonst verstehe ich nichts, Lana!&#8220; Ich war still, denn nat\u00fcrlich wollte ich auch h\u00f6ren, was passierte. Da sagte ein Diener: &#8222;Hier kommt eure K\u00f6nigliche Prinzessin: Prinzessin Solana von Glanzenschein.&#8220; Kaum hatte er zu Ende gesprochen, betrat unsere beste Freundin den Raum. Ich musste grinsen. Der Diener, der die Namen ank\u00fcndigte, hatte gedacht es hie\u00dfe K\u00f6nigliche Prinzessin. Dabei hatte Solana uns beigebracht, dass es auch bei Prinzen und Prinzessinnen K\u00f6nigliche Hoheit hie\u00df und nicht K\u00f6nigliche Prinzessin. &#8222;Wow. Solana ist echt h\u00fcbsch. Ich w\u00fcnschte, ich w\u00e4re auch eine Prinzessin und so sch\u00f6n wie sie.&#8220;, meinte ich. &#8222;Wo bleibt denn der werte Prinz? Ist der etwa zu feige um sich zu zeigen?&#8220; Lio wirkte ein bisschen w\u00fctend. Vielleicht dachte er, dass der Prinz uns Solana wegnehmen w\u00fcrde. &#8222;Er wird mit Sicherheit gleich angek\u00fcndigt.&#8220;, versicherte ich. Doch es geschah<br \/>\nnichts. Die k\u00f6niglichen Familien setzten sich einfach an den Tisch und begannen zu essen. Wir verstanden \u00fcberhaupt nichts mehr. Selbst Solana schaute fragend drein. \t \t <\/p>\n<p> \t&#8222;\u00c4h, Entschuldigung. Mutter, Vater, wo bleibt denn Prinz Leo? Ich w\u00fcrde ihn nun gerne kennenlernen&#8220;, h\u00f6rten Lio und ich sie sagen. Eine Weile sagte niemand am Tisch etwas. Doch dann meinte auf einmal der K\u00f6nig von Gordan: &#8222;Unser Sohn, Prinz Leo von Gordan, wird nicht kommen. Er ist vor zwei Tagen weggelaufen und wir haben ihn nicht gefunden. Es tut mir leid. Er wollte kein M\u00e4dchen heiraten, das er nicht mal kennt.&#8220; Die K\u00f6nigin weinte ein bisschen. &#8222;Wir haben Angst, dass mit ihm etwas \u00c4hnliches passiert ist, wie mit unserer Tochter.&#8220; &#8222;Entschuldigung Eure Majest\u00e4ten, aber was ist denn mit ihrer Tochter passiert?&#8220;, wollte Solana wissen. &#8222;Unsere Tochter. .. Sie wurde vor zw\u00f6lf Jahren entf\u00fchrt, also eigentlich nicht entf\u00fchrt, sondern unsere Diener sollten sie am Fluss baden und haben sie in einer kleinen Wiege mitgenommen. Als ein heftiger Windsto\u00df kam, fiel derjenige, der unsere Tochter getragen hat,<br \/>\nin den See und unsere kleine Lisa wurde mit der Str\u00f6mung mitgerissen. Sie war gerade erst ein Jahr alt. Wir wissen nicht, ob sie an Land gesp\u00fclt worden ist oder vielleicht schon l\u00e4ngst tot ist. Ihr \u00e4lterer Bruder, Prinz Leo, hat sie sehr geliebt und vermisst sie heute noch schmerzlichst. Er hat damals Tag und Nacht nach ihr gesucht und das ein halbes Jahr lang. Er sucht heute noch nach ihr.&#8220;\t \t <\/p>\n<p>Der K\u00f6nig wirkte sehr traurig und die K\u00f6nigin von Gordan weinte. &#8222;Oh, das tut mir zutiefst leid, Eure Majest\u00e4ten&#8220;, sagte Solana. &#8222;Mein lieber, alter Freund. Meine Tochter und ihre Diener gehen morgen f\u00fcr eine Woche zelten. Sie k\u00f6nnten nach deinem Sohn Ausschau halten, nicht wahr, Solana?&#8220;, bot Solanas Vater dem K\u00f6nig und der K\u00f6nigin<br \/>\nvon Gordan an. Die meinten: &#8222;Oh, w\u00fcrdet ihr das wirklich tun, Prinzessin?&#8220; &#8222;Na klar!&#8220; \t \t <\/p>\n<p>*****************************************************<\/p>\n<p><strong>Von Kyra T. Eckl: &#8222;DER ZIRKEL &#8211; Chroniken der Nebelj\u00e4ger&#8220;<\/strong><br \/>\n<em>(Roman-Auszug)<\/p>\n<p>                         1<br \/>\n&#8222;Und der Zwang \u00fcberkommt sie, der Zwang zu t\u00f6ten. Tag f\u00fcr Tag und Nacht f\u00fcr Nacht mordet sie um Valance&#8216; Willen. Und der Zwang duldet keine Pause.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Miss Amara?&#8220; Eine zierliche Gestalt zw\u00e4ngte sich durch die T\u00fcr, die einen Spalt breit offen stand. Amara hob den Kopf, als eine ihrer Bediensteten ihr Bett erreichte, auf dem sie im Schneidersitz sa\u00df.<br \/>\n&#8222;Ylvie?&#8220;, fragte das M\u00e4dchen unsicher, als sie erkannte dass es sich um eine kleine Hauselfe handelte. Aber sie war sich nicht ganz sicher, denn die Dunkelheit im Zimmer h\u00fcllte das grazile Gesch\u00f6pf fast vollst\u00e4ndig ein. Nur die spitzen Ohren, der kahl geschorene Kopf und die winzigen, scharfen Z\u00e4hne waren auszumachen. Amara versuchte, genauer hin zu sehen. Eine Art Kutte bedeckte gr\u00f6\u00dftenteils ihre schm\u00e4chtige Figur, und das grelle Wei\u00df des Stoffes bracht Ylvies schuppig-gr\u00fcne Haut zum Leuchten. Ihre Augen gl\u00e4nzten hohl und schwarz und Amara brauchte einen Moment, um den unf\u00f6rmigen Fetzen in ihrer Hand als Staubwedel zu identifizieren.<\/p>\n<p>&#8222;M&#8217;am Valence w\u00fcnscht Sie zu sprechen.&#8220; In ihrem Unterton schwang etwas beunruhigendes mit, etwas, das Amara aufhorchen lie\u00df. Bitte nicht, bat sie innerlich, nicht schon wieder. Dass die Hauselfe ihren Namen nicht best\u00e4tigen w\u00fcrde, war Amara allerdings sofort klar gewesen. Die d\u00fcrren Wesen durften nie mehr als nur das N\u00f6tigste sprechen, und da Valance ihre Namen nicht als n\u00f6tig, oder gar wichtig befand, taten sie es auch nicht. Doch sie hatte schon beim zweiten Hinschauen erkannt, dass es sich um Ylvie handelte, als sie den kleinen, sternf\u00f6rmigen Fleck am Kinn der Hauselfe entdeckt hatte.<\/p>\n<p>Amara zwang sich zu einem L\u00e4cheln. &#8222;Vielen Dank, Ylvie.&#8220;<\/p>\n<p>Nur mit M\u00fche konnte sie ein zus\u00e4tzliches &#8222;Lass mich bitte nicht allein&#8220; unterdr\u00fccken, indem sie in ihre Stiefel schl\u00fcpfte und nach der Elfe das Zimmer verlie\u00df.<br \/>\nDer Korridor vor Amaras Zimmer war leer. Als sie ihn ds erste Mal betreten hatte, hatte sie verbl\u00fcfft festgestellt, dass er den d\u00fcsteren, endlosen G\u00e4ngen \u00e4hnelte, durch die sie manchmal in ihren Albtr\u00e4umen rannte &#8211; was f\u00fcr die Ironie des Schicksals bedeutet hatte, da diese Flure, \u00fcberhaupt das gesamte Geb\u00e4ude, nun ihr ganz pers\u00f6nlicher Albtraum war. Rosenf\u00f6rmige Glaslampen zierten seine L\u00e4ngsseiten und es roch nach Staub und Kerzenwachs.<\/p>\n<p>Sie befand sich im Wohntrakt des Geb\u00e4udes und damit im Ostfl\u00fcgel. Es war eine endlose Folge h\u00f6hlen\u00e4hnlicher R\u00e4ume, die eher so aussahen, als seien sie im Laue der Zeit von Wasserstr\u00f6men als Fels herausgewachsen statt plangem\u00e4\u00df gebaut worden. Durch halb ge\u00f6ffnete T\u00fcren konnte man in unz\u00e4hlige identisch kleine Zellen schauen, die alle mit einem schlichten Bett, einem Nachttischchen und einem gro\u00dfen, offen stehenden Kleiderschrank ausgestattet waren. Die hohen Decken wurden von hellen Steingew\u00f6lben getragen, von denen viele mit kunstvollen, kleinen Skulpturen verziert waren. Sah man genau hin, stellte man fest, dass bestimmte Motive sich immer wieder wiederholten &#8211; Schwerter und andere Waffen, Sterne und Rosen.<\/p>\n<p>Doch Amara achtete nicht darauf, sondern lief schneller. Ihre Schritte waren kaum h\u00f6rbar, als sie in die Halle st\u00fcrmte, in der Valence auf einem Thron aus k\u00f6niglich verziertem Satin und anderen teuren Stoffen sa\u00df. Die Gr\u00fcnderin des Zirkels war eine hochgewachsene Frau, deren Alter man schlecht sch\u00e4tzen konnte. Sie trug ein hochgeschlossenes, schwarzes Kleid, aus schwerer Seide; ihre stechenden, eisblauen Augen waren w\u00fctend zusammen gekniffen und ihr Mund zu einer d\u00fcnnen Linien zusammengepresst. Amara zog die Schultern zur\u00fcck, in der Annahme, Valence war auf sie w\u00fctend, bemerkte im selben Moment allerdings, dass sie Amara noch gar nicht bemerkt hatte. Erst jetzt registrierte sie die Anwesenheit einer kr\u00e4ftig gebauten, dunkelh\u00e4utigen Frau, die vor Valence stand. Graue Str\u00e4hnen zogen sich durch eine schwarze M\u00e4hne, die die Frau zu einem Zopf geflochten hatte. Sie trug ein langes, gr\u00fcnes Gewand aus dickem, festem Stoff. Doch sie brauchte gar nicht genauer hinsehen, um zu wissen, was sie war. Eine Hexe. Sie hatte Amara den R\u00fccken zugekehrt und stritt offenbar mit Valence.<\/p>\n<p>&#8222;Thea Veryx\u00fal!&#8220; Valence&#8216; Stimme dr\u00f6hnte \u00fcber die Hexe hinweg, die daraufhin leicht best\u00fcrzt den Kopf einzog. &#8222;Du hast hier nichts zu suchen! Vor langer Zeit wurdest du verbannt und nun kommst du, weil du eine Nachricht zu verk\u00fcnden wei\u00dft? Das ist erb\u00e4rmlich.&#8220; Die Hexe r\u00e4usperte sich. &#8222;Aber Valence&#8220;, kr\u00e4chzte sie, &#8222;ich habe doch bereits gesagt, es ist von gro\u00dfer Bedeutung diese Ank\u00fcndigung zu erfahren, da -&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Du bist eine Verr\u00e4terin, Thea&#8220;, unterbrach diese sie schroff. Amara n\u00e4herte sich lautlos, sprang leichtf\u00fc\u00dfig die wenigen Meter zu der Hexe, zog einen Dolch aus ihrem G\u00fcrtel und hielt ihn Thea an die Kehle. &#8222;Hast du das Schild drau\u00dfen denn nicht gesehen? Da steht doch extra gro\u00df drauf: &#8218;Verr\u00e4ter verboten!'&#8220; Die Hexe hob grazi\u00f6s die Hand und wendete einen Tympsos-Zauer an, der den Gegner bewusstlos werden lie\u00df. Mit einem Fingerschnippen blockte Amara den Zauber ab und errichtete f\u00fcr einigen Sekunden ein unsichtbarer Schutzschild um sich.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist ja fast l\u00e4cherlich&#8220;, beschwerte sie sich halblaut &#8211; beinahe lethargisch &#8211; und inspizierte die Hexe genauer. Ihr Gesicht war kantig und von Falten durchtr\u00e4nkt, wodurch sie \u00e4lter wirkte als sie vermutlich wirklich war. Amara fiel etwas ein, was sie einmal gelesen hatte, in einem Buch, welches in Valence&#8216; B\u00fccherei in einem der vielen Regale dort verweste, wie eine Leiche. Hexen waren zwar sterblich, leben aber sehr lange, l\u00e4nger als Normal-Sterbliche.<\/p>\n<p>Aus Valence Richtung war nun ein am\u00fcsiertes Glucksen zu vernehmen. Abrupt lie\u00df Amara von Thea ab. Sie wollte nicht den Narr f\u00fcr Valence spielen. Und das w\u00fcrde sie auch nicht. &#8222;Lass sie doch reden&#8220;, forderte sie stattdessen und versch\u00e4nkte die Arme vor der Brust. Auffordernd betrachteten die beide die Hexe, die ihrerseits verdutzt Amara anstarrte. &#8222;Ich..ich habbe ein neues Opfer f\u00fcr Sie, Valence&#8220;, sagte sie schlie\u00dflich. Valence stie\u00df ein trockenes Lachen hervor.<\/p>\n<p>&#8222;Ach ja? Dann verrate mir doch einmal, weshalb ich den Angebot erst nehmen sollte.&#8220; Valence musterte Thea scharf. &#8222;Er wird von Micha Ch\u00e9s schon eine Weile beobachtet&#8220;, setzte sie an. &#8222;Und das hast du erfahren,durch..?&#8220; Die Anf\u00fchrerin des Zirkels sah nicht so aus, als w\u00fcrde sie der Verbannten Glauben schenken. &#8222;Meine Spione&#8220;, antwortete Thea prompt. &#8222;Keon Blake ist perfekt. Er ist jung, von Trauer \u00fcberw\u00e4ltigt und treibt in der Flut der Vergangenheit.&#8220;<\/p>\n<p>Irgendwas in Amara horchte pl\u00f6tzlich auf. Sie runzelte die Stirn. Irgendetwas&#8230;sie musste sich an etwas erinnern&#8230;Aber&#8230;an was nur? &#8222;Keon Blake&#8220;, wiederholte Valence tonlos. Die Hexe nickte eifrig. &#8222;Nun gut.&#8220; Amaras Blick wanderte zu Valence&#8217;s langen, d\u00fcnnen Fingern, deren N\u00e4gel zufrieden auf die Armlehne ihres Thrones trommelte. Um Valence&#8216; Mundwinkel zeigte sich ein L\u00e4cheln. Ein boshaftes L\u00e4cheln. Amara schloss die Augen, sie wusste was jetzt kam. Valence&#8216; Stimme klang f\u00fcr sie nur weit entfernt, doch nah genug, um jedes Wort zu verstehen. Und jedes Wort schmerzte in ihrer Seele, als w\u00fcrde man ihr Dolche tief ins Herz rammen. Sie wollte es nicht. Sie wollte nicht schon wieder morden. Nicht schon wieder dastehen, in einer Blutlache, \u00fcber einen leblosen K\u00f6rper gebeugt, und das mit dem Tod befleckte Schwert aus der Leiche ziehen.<\/p>\n<p>&#8222;Amara! Sieh mich an, wenn ich mit dir rede!&#8220;<\/p>\n<p>Amara blinzelte, schluckte die aufsteigenden Tr\u00e4nen hinunter und stierte daraufhin Valence trotzig an, erwiderte jedoch nichts. Valence&#8216; Stimmlage klang schrill in ihren Ohren, wie zerbrochenes Glas. Die Glasscherben des Schrecklichen, dachte Amara ver\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>&#8222;Du hast Thea geh\u00f6rt: Keon Blake ist dein neues Opfer.&#8220; Amara zog scharf die Luft ein und ihre Augen funkelten w\u00fctend. &#8222;Ach ja? Ich muss dich wohl korrigieren, Valence. Es ist n\u00e4mlich    d e i n  Opfer, nicht meines! Oder glaubst du wirklich, ich w\u00fcrde all dies hier tun, st\u00e4nde ich nicht unter dem Bann, nach deinen Regeln zu spielen? Glaubst du wirklich, ich w\u00fcrde hier stehen, w\u00fcrdest du mich nicht zu allem, wirklich allem, zwingen?&#8220;<\/p>\n<p>Mit diesen Worten st\u00fcrmte sie aus dem Raum und schaffte es gerade mal zwei Meter weit, bis sie zusammenbrach und zu weinen begann. Vielleicht war sie eine talentierte Kriegerin, doch so sehr Valence sie auch gebrochen hatte, sie war immer noch ein M\u00e4dchen mit Gef\u00fchlen.<\/p>\n<p>                                           <em> 2<br \/>\n&#8222;Man sagt sich, es sei kein Band des Vertrauens, welches man mit Valence schlie\u00dft. Es sei<br \/>\njenes der T\u00e4uschung, weil man im freien, ungeb\u00e4ndigten Geiste, noch immer den Wille<br \/>\nbes\u00e4\u00dfe, zu sp\u00fcren und zu f\u00fchlen, wie ein Mensch.\u00ab <\/em><\/p>\n<p>\u00bbDa bist du ja endlich!\u00ab<br \/>\nErleichtert stie\u00df Dyara sich von der Mauer ab und lief Amara entgegen, die die dunkle Gasse<br \/>\nentlang schlenderte. Sie trug noch immer ihre schwarze Kampfmontur, hatte sich jedoch<br \/>\neinen roten Schal um den Hals geschlungen, der in der Finsternis leuchtete. Ihre schwarzen<br \/>\nHaare fielen schwer an ihr herab und reichten ihr bis zur H\u00fcfte. Sie deutete ein kleines<br \/>\nL\u00e4cheln an und umarmte ihre Freundin kurz.<br \/>\nSich mit einem Nicht-Mitglied des Zirkels zu treffen, war strengstens untersagt, weshalb<br \/>\nAmara dadurch mindestens gegen ein Dutzend Regeln versto\u00df. Doch es war ihr egal. Valence<br \/>\nmochte die Macht \u00fcber das haben, was sie haupts\u00e4chlich tun sollte, doch sie konnte ihr<br \/>\nl\u00e4ngst nicht alles verbieten. Und sie wusste auch l\u00e4ngst nicht alles.<\/p>\n<p>&#8222;Warum wolltest du dich hier mit mir treffen?\u00ab Amara sah sieh kurz um. Die H\u00e4user hier<br \/>\nwaren hoch und schmal und so eng aneinander gereiht, dass es aussah, als h\u00e4tten sie nicht<br \/>\ngenug Platz. Keine einzige Stra\u00dfenlaterne beleuchtete das Pflaster und die beiden<br \/>\nNebelj\u00e4gerinnen hatten kurz zuvor einen Nacht-Sicht-Zauber angewendet, da nicht einmal<br \/>\nder Mond Licht spenden konnte, weil er von den H\u00e4userd\u00e4chern verdeckt wurde. Die<br \/>\nGegend war verlassen und trostlos und Amara wollte nichts lieber als fort von hier. Sie<br \/>\nhasste es, bei Valence eingesperrt zu sein, da wollte sie sich doch nicht in einer Gosse treffen.<br \/>\nSchon gar nicht, wenn sie es heimlich tat. <\/p>\n<p>Dyara verzog das Gesicht zu einem kl\u00e4glichen L\u00e4cheln und zeigte hinter sich. Vor Schreck<br \/>\nh\u00e4tte Amara beinahe einen Satz in die H\u00f6he gemacht. Sie zog ihr Schwert und musterte den<br \/>\ndunkelhaarigen Jungen scharf. \u00bbGanz sch\u00f6n dreist von dir, hier aufzutauchen, Ch\u00e9s. Solltest<br \/>\ndu nicht auf diesen komischen &#8230; Keon aufpassen?\u00ab Micha lachte trocken auf. \u00bbAch ja? Du<br \/>\nhast hier doch genauso wenig was zu suchen wie ich.\u00ab Seine Augen blitzten herausfordernd.<br \/>\nAmara lie\u00df das Schwert halb sinken. \u00bbVerr\u00e4tst du Valence was, schneide ich dir die Zunge<br \/>\nraus\u00ab, zischte sie und im n\u00e4chsten Moment steckte das Schwert wieder in ihrem G\u00fcrtel. Micha nickte nur desinteressiert und lie\u00df seinen Blick \u00fcber die geteerten Stra\u00dfen schweifen, die still vor ihnen lagen. \u00bbAlso? Ich warte.\u00ab Amara sah Dyara erwartungsvoll an. Doch die zuckte nur hilflos mit den Schultern. \u00bbIch wei\u00df nicht. Micha hat gesagt, du hast einen &#8230;Neuen.\u00bb Amara verkrampfte sich. \u00bbEs ist nicht mein Neuer\u00ab, entgegnete sie bitter. \u00bbEs ist<br \/>\nValence&#8216; Neuer.\u00ab Ihre Fingern\u00e4gel gruben sich tief in ihre Handballen als Micha antwortete.<br \/>\n\u00bbDas spielt doch \u00fcberhaupt keine Rolle, Font\u00e9.\u00ab Er st\u00f6hnte genervt, als sie ihm ins Wort fiel.<br \/>\n\u00bbOh, doch! Das spielt eine sehr gro\u00dfe Rolle, Ch\u00e9s, denn ich muss Menschen t\u00f6ten. Wegen ihr.<br \/>\nIch will das doch alles gar nicht.\u00bb Der letzte Satz kam so leise heraus, dass die beiden sie fast<br \/>\nnicht h\u00f6rten. Amara f\u00fchlte sich unendlich schwach und sank zu Boden. Dyara kniete sich neben sie und legte ihr einen Arm um die Schultern. <\/p>\n<p>Der dritte Nebelj\u00e4ger sah stirnrunzelnd auf die beiden herab. \u00bbUnd du sollst ihre beste<br \/>\nKriegerin sein? Das ich nicht lache.\u00ab Amara sprang ruckartig auf und zog ihr Schwert. Bereits einen Wimpernschlag sp\u00e4ter ber\u00fchrte die Spitze der Klinge den jungen Nebelj\u00e4ger an der Brust, genau an der Stelle, an<br \/>\nder sein kaltes Herz sa\u00df. \u00bbIst das Antwort genug?\u00ab, fauchte Amara, w\u00e4hrend ihre Finger sich fest um das Heft der<br \/>\nWaffe krampften. Dyara zog ihre Freundin sanft zur\u00fcck, die daraufhin das Schwert wieder<br \/>\nwegsteckte, jedoch nicht, ohne Micha vorher noch einen b\u00f6sen Blick zuzuwerfen. \u00bbWas willst<br \/>\ndu jetzt eigentlich? Mich nerven, oder was?\u00ab <\/p>\n<p>Micha zog wortlos ein Stoffb\u00fcndel hervor und reichte es ihr. \u00bbHier. Das wirst du brauchen.\u00ab<br \/>\nAmara starrte verdutzt auf die Kleidung, die er ihr gegeben hatte. \u00bbWas soll ich damit?\u00ab,<br \/>\nfragte sie und faltete die Sachen kurz auseinander, um sie zu betrachten. Enge Jeans und drei<br \/>\nschwarze T-Shirts, die mit irgend welchen Marken bedruckt waren, die Amara nicht kannte.<br \/>\n\u00bbDu musst sein Vertrauen gewinnen. Spiel die Neue. Du musst ohnehin in seiner N\u00e4he sein,<br \/>\nda trifft es sich doch gut, dass du nur auf die Schule gehen musst. Ich geh da auch hin.\u00ab<br \/>\nAmara schenkte ihm einen belustigten Blick und er f\u00fcgte hastig hinzu: \u00bbNat\u00fcrlich nur um<br \/>\nihn zu beobachten. Spionieren und so.\u00ab Seufzend hob Amara ihre Hand, drehte diese und murmelte leise ein paar Worte vor sich hin. Einen Augenblick sp\u00e4ter hielt sie einen Lederrucksack in der Hand. Sie steckte das<br \/>\nKn\u00e4uel hinein und schwang ihn sich \u00fcber die Schulter. <\/p>\n<p>\u00bbDer Extruso-Zauber.&#8220; Dyara nickte anerkennend. Der Rucksack w\u00fcrde sofort verschwinden, sobald Amara wieder in Valence N\u00e4he war, da das ein Zauberspruch war, den eigentlich nur die Elben benutzten und \u00fcberhaupt benutzen konnten. Sie selbst hatte Amara den Spruch beigebracht. Amara l\u00e4chelte ihr kurz zu, dann wandte sie sich wieder an Micha. \u00bbSch\u00e4tze mal, ich schulde dir was. Aber du kannst jetzt gehen.\u00ab Micha zog eine Augenbraue hoch. \u00bbTja, und ich sch\u00e4tze mal, ein Danke w\u00e4re angebracht.\u00ab Daraufhin drehte Amara sich einmal um die eigene Achse und schaute sich dabei suchend um. Dann stoppte sie und legte den Kopf schief. \u00bbTschuldige, Ch\u00e9s, aber ich bef\u00fcrchte, ein Danke haben wir momentan nicht im Angebot.\u00ab <\/p>\n<p>\u00bbIhr seid ja genauso schlimm wie Geschwister!\u00ab Die Halb-Elbin verschr\u00e4nkte die Arme und grinste. Die beiden sahen Dyara erschrocken an und wechselten einen schnellen Blick.<br \/>\n\u00bbWas? Nein!\u00ab<br \/>\n\u00bbKeinesfalls!&#8220;<br \/>\nDyara nickte vielsagend. \u00bbSeht ihr. Wie Geschwister.\u00ab Ihre Freundin schnaubte emp\u00f6rt, gab aber keine Antwort. Eine peinliche Stille breitete sich zwischen den Dreien aus, und obgleich sie schlie\u00dflich so unertr\u00e4glich wurde, \u00f6ffnete selbst Amara nicht die Lippen. \u00bbIch geh dann mal.\u00ab Micha r\u00e4usperte sich endlich, trat ein paar Schritte zur\u00fcck und ehe die beiden Nebelj\u00e4gerinnen sich versahen, war er mit der Dunkelheit verschmolzen. Die beiden M\u00e4dchen seufzten simultan auf. Erleichtert blieben sie eine Weile so stehen, starrten auf die Risse der Mauer, in dessen Schatten der Junge vor wenigen Augenblicken verschwunden war.<\/p>\n<p>\u00bbLangweilig\u00ab, bemerkte Amara jedoch dann. Dyara wandte den Kopf und sah sie fragend an. \u00bbNa, sein Abgang. Einfach nur langweilig.\u00ab Ihre Freundin l\u00e4chelte gequ\u00e4lt und musste daran denken, wie ihre Freundin sich verhalten w\u00fcrde, wenn Amara keine Nebelj\u00e4gerin w\u00e4re. In einer &#8230; anderen Situation h\u00e4tte Micha Amara gefallen. Er war genau ihr Typ.<br \/>\nMehr noch: Wahrscheinlich gefiel Micha ihr so oder so. Seine blasse Haut, die langen, dichten Wimpern und seine eisblauen Augen. Hinter ihnen lag etwas verborgen, was man nicht h\u00e4tte leugnen k\u00f6nnen. Etwas, das an den Jungen erinnerte, der er einmal gewesen war. Vor sehr langer Zeit.<\/p>\n<p>Micha Ch\u00e9s hatte das gleiche Schicksal erlitten wie Amara. Er hatte ein gl\u00fcckliches, sterbliches Leben gef\u00fchrt. Zumindest, bis er von Valence gefangen wurde. Doch ganz im Gegensatz zu Amara, hatte er sich mit seinem Schicksal abgefunden. Traurig wanderten ihre Augen zu Amara, an ihr herab, von ihren H\u00e4nden, die mit d\u00fcnnen, wei\u00dfen Narben \u00fcbers\u00e4t waren, bis hin zu ihren Stiefeln, und wieder zu ihrem Gesicht zur\u00fcck. \u00bbWas ist?\u00ab<\/p>\n<p>Ertappt zuckte Dyara zur\u00fcck. \u00bbNichts\u00ab, murmelte sie hastig. Amara zuckte mit den Schultern, obgleich sie wusste, dass das eine L\u00fcge war.<br \/>\nJeder hatte Geheimnisse.<br \/>\nDyara geh\u00f6rte offensichtlich auch dazu. Aber es war ihr egal.<br \/>\nSie selbst hatte ja auch welche. <\/p>\n<p><em>\u00b0Jury-Urteil: &#8222;Mit dem ZIRKEL liefert diese Jungautorin mehr als nur eine Talentprobe! In ihren &#8211; vorerst noch als Romanfragment vorliegenden &#8211; Chroniken der Nebelj\u00e4ger steckt viel Substantielles, das sich so auf den Punkt bringen l\u00e4sst: Dark Fantasy at its best&#8230;&#8220; (Karl Stumpfi)<\/em><\/p>\n<p>**********************************************************<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-300x187.jpg\" alt=\"kh2020_FOTO 5LogoNENschreibt (1)\" width=\"300\" height=\"187\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-8364\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-768x478.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1-1024x638.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kh2020_FOTO-5LogoNENschreibt-1.jpg 1302w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>SCH\u00dcLER-BEITR\u00c4GE<\/strong> f\u00fcr die KVU-Kreativ-Aktion <strong>NEUNBURG SCHREIBT<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einsendungen der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg v. W., Klasse 6c, betreut von Studieneferendarin Isabell Kelnberger:<\/strong><\/p>\n<p><em>GEDICHTE<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein Hoch auf Neunburg vorm Wald\t<\/strong><\/p>\n<p>Aus Winklarn komme ich hierher,<br \/>\nund muss sagen, es gefa\u0308llt mir sehr.<\/p>\n<p>Neunburg ist ne scho\u0308ne Stadt,<br \/>\nauch wenn sie kein Mc\u2019Donalds hat.<\/p>\n<p>Im Stadtpark geh\u2019n wir gern spazieren,<\/p>\n<p>um dann in der Eisdiele Eis zu probieren.<\/p>\n<p>Auch ein Pfalzgrafencenter haben die,<br \/>\ndas offensichtlich \u2018baut hat ein Genie.<\/p>\n<p>Eingemietet ham sich viele La\u0308den,<br \/>\ndoch finden kannst du keine Schmuckla\u0308den.<br \/>\n<strong>Thea, 12 Jahre, 6c <\/strong><br \/>\n\u2003<br \/>\n<strong>Fellnasenliebe<\/strong><\/p>\n<p>Hunde sind Herzen auf vier Pfoten,<br \/>\nihnen interessiert nicht, falls mal schlechte Noten.<br \/>\nSie sind liebenswert und treu,<br \/>\ndoch auch sie haben manchmal Angst und Scheu.<br \/>\nDann knurren sie und bellen laut,<br \/>\naber die Angst verfliegt, wenn man sie krault.<br \/>\nIch habe zwei Hunde, daru\u0308ber bin ich sehr glu\u0308cklich,<br \/>\nkomm ich nach Hause, flitzen sie zu mir, augenblicklich.<br \/>\nWir sind Freunde, solange unsere Reise geht,<br \/>\ndas ist Fellnasenliebe \u2013 dir nur so entsteht!<br \/>\n<strong>Selina, 11 Jahre, 6c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Winter<\/strong><\/p>\n<p>Hei\u00dfe Schokolade<br \/>\nkalte Na\u0308chte<br \/>\nSchnee liegt am Boden<br \/>\nLichter leuchten<br \/>\nHa\u0308user werden geschmu\u0308ckt<br \/>\n<strong>Eva, 11 Jahre, 6c<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\nVerru\u0308ckte Weihnachtszeit <\/strong><\/p>\n<p>Weihnachten,<br \/>\nals alle zumachten.<br \/>\nEine komische Zeit,<br \/>\nalle sitzen zu Hause bereit.<br \/>\nKeiner darf raus,<br \/>\naus dem eigenen Haus.<br \/>\nNur mit dem Hund,<br \/>\ndas ist ein dringender Grund.<br \/>\nAlso machen wir uns es zu Hause gemu\u0308tlich,<br \/>\nund warten auf das Christkind minu\u0308tlich.<br \/>\n<strong>Magdalena, 11 Jahre, 6c <\/strong><br \/>\n\u2003<br \/>\n<em>RA\u0308TSEL UND GESCHICHTEN <\/em><\/p>\n<p>\t<strong>Woher der Adventskalender kommt &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Gut 100 Jahre ist es her, da lag ein kleiner deutscher Junge, er hie\u00df Gerd Lang, seiner Mutter mit einer Frage sta\u0308ndig im Ohr: \u201eWie lange dauert es noch bis zum Heiligen Abend?\u201c Um ihrem Sohn die Zeit zu verku\u0308rzen, nahm sie kleine Schachteln, verzierte sie mit Zahlen und legte Pla\u0308tzchen hinein. Als Erwachsener griff Gerd Lang die Idee seiner Mutter wieder auf und brachte 1904 in Mu\u0308nchen den ersten gedruckten Adventskalender heraus.<br \/>\n<strong>Johannes, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Weihnachtszeit<\/strong><\/p>\n<p>Die Weihnachtszeit ist eine scho\u0308ne Zeit, man verbringt sie mit der Familie.<br \/>\nDie Weihnachtszeit ist eine Zeit wo alle Menschen nett zueinander sind, vor allen in diesen Corona- Zeiten.<br \/>\nDen Christbaum schmu\u0308cken das ist toll, als auch Pla\u0308tzchen essen und Punsch trinken.<br \/>\nIch finde die Weihnachtszeit ist besonders scho\u0308n, weil man da viel mehr mit der Familie macht. Frohe Weihnachten!<br \/>\n<strong>Emily, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Fro\u0308hliche Weihnachten<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt ist wie verwandelt jetzt, denn es beginnt das Weihnachtsfest. Momente voller Liebe und Herzlichkeit wu\u0308nsch ich dir nun zur Weihnachtszeit. Freude haben, mit nichts mehr plagen, an den himmlischen Weihnachtstagen. Habe ein ganz wundervolles Fest, welches keine Wu\u0308nsche offen la\u0308sst.<br \/>\n<strong>Leo, 13 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Welches Geba\u0308ude bin ich? <\/strong><\/p>\n<p>Mein Geba\u0308ude hat die Farbe gelb.<br \/>\nUngefa\u0308hr sind hier jeden Tag 500 Personen, demnach ist es ziemlich gro\u00df.<br \/>\nEs gibt vier Etagen, einschlie\u00dflich eines Kellers.<br \/>\nAu\u00dferdem gibt es sehr viele Fenster mit der Fensterrahmenfarbe tu\u0308rkis-gru\u0308n. Mein Geba\u0308ude befindet sich an derKatzdorferStra\u00dfe und ist ziemlich auffa\u0308llig. Die Personen die dieses Haus besuchen sind meist Jugendliche.<br \/>\nWei\u00df jeder von welchem Geba\u0308ude ich rede?<br \/>\n<em>(Lo\u0308sung: GvS Realschule) <\/em><br \/>\n<strong>Judith, 12 Jahre, 6c \u2003<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wer bin ich? <\/strong><\/p>\n<p>\u2022\tIch bin aus Stein<br \/>\n\u2022\tIch besitze eine traurige Vergangenheit<br \/>\n\u2022\tIch bin 98 Jahre alt<br \/>\n\u2022\tIch wurde zersto\u0308rt und wieder aufgebaut<br \/>\n\u2022\tMeine Aufgabe ist es, zu mahnen und zu gedenken<br \/>\n\u2022\tHin und wieder werde ich mit Blumen geschmu\u0308ckt<br \/>\n\u2022\tIch stehe in der Ortschaft<br \/>\n<em>(L\u00f6sung: Kriegerdenkmal) <\/em><br \/>\n<strong>Karolin, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Erkennst du mich? <\/strong><\/p>\n<p>Ich habe viele tu\u0308rkise Fenster und meine Hu\u0308lle ist gelb.<br \/>\nDurch eine Tu\u0308r gehen viele Kinder ein und aus.<br \/>\nDort gibt es Noten von eins bis sechs.<br \/>\nWegen Corona war ich in diesem Jahr leider oft alleine.<br \/>\nDaru\u0308ber waren die Schu\u0308ler sehr traurig!<br \/>\nAu\u00dferdem erreicht man hier den mittleren Abschluss.<br \/>\nWei\u00dft du wer ich bin?<br \/>\n<em>(Auflo\u0308sung: Die Gregor-von-Scherr-Schule Neunburg vorm Wald)<\/em><br \/>\n<strong>Andreas, 12 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Kleines R\u00e4tsel \u00fcber Neunburg<\/strong><\/p>\n<p>\u2022\tEin gro\u00dfes, weinrotes Geba\u0308ude mit vielen braunen Sprossenfenstern und wei\u00dfen Rahmen um die Fenster<br \/>\n\u2022\tDas Haus hat viele Balkone und viele Ra\u0308ume<br \/>\n\u2022\tEs ist in der Na\u0308he von der \u201eDuscher-Kreuzung\u201c<br \/>\n\u2022\tEs ist ein Treffpunkt fu\u0308r Jung und Alt<br \/>\n\u2022\tMan kann dort U\u0308bernachten, Feste feiern<br \/>\n\u2022\tIm Geba\u0308ude ist ein Aufzug<br \/>\n\u2022\tEs gibt einen Hinterhof<br \/>\n\u2022\tVor Corona waren immer sehr viele Leute in dem Geba\u0308ude<br \/>\n\u2022\tEs steht ein \u201eMitnehm Haisl\u201c vor der Tu\u0308r und daneben ein Weihnachtsbaum<br \/>\n\u2022\tIm Sommer kann man im Biergarten sitzen und es gibt die besten Schnitzel der Welt dort<br \/>\n<em>(Auflo\u0308sung: Hotel-Gasthof Sporrer) <\/em><br \/>\n<strong>Jonas, 12 Jahre, 6c <\/strong><br \/>\n\u2003<br \/>\n<strong>Es hat vier Beine&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Es lebt manchmal am Bauernhof.<br \/>\nEs hat verschiedene Fellfarben.<br \/>\nFru\u0308her wurde es als Arbeitstier benutzt. Heute ist es ein Hobby.<br \/>\nWas ist gemeint?<br \/>\n<em>(Lo\u0308sung: Pferd)<\/em><br \/>\n<strong>Anna, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p><strong>Was ist es?<\/strong><\/p>\n<p>Der Ort, den ich beschreibe, wird u\u0308ber eine Wa\u0308rmepumpe mit Erdwa\u0308rme erhitzt. Oberlichter im Saal sind als lichtdurchla\u0308ssige Photovoltaikpanels ausgebildet. An diesem Geba\u0308ude angeschlossen ist eine Markthalle, in der sich ein Verkaufsmarkt befindet. Es befindet sich in der Ortsmitte von Neunburg vorm Wald. Es hat eine Betonmauer und von innen sieht es etwas aus wie eine Turnhalle. Da drinnen ist es nicht besonders warm.<br \/>\n<em>(Lo\u0308sung: Schwarzachtalhalle) <\/em><br \/>\n<strong>Verena, 12 Jahre, 6c<\/strong> <\/p>\n<p><em>WITZE<\/em><\/p>\n<p>Was ist riskanter?<br \/>\nNiesen, wenn man Durchfall hat oder in Corona-Zeiten?<br \/>\n<strong>Alexander, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p>Was ist gru\u0308n und steht vor der Tu\u0308r?<br \/>\nEin Klopfsalat<br \/>\n<strong>Erblina, 11 Jahre, 6c<\/strong> <\/p>\n<p>In Neunburg vorm Wald befragt ein Polizist Sven, der auf dem<br \/>\ndem Fahrrad einen Unfall hatte: \u201eDu sagst also, dass du geklingelt hast, bevor du die Frau auf dem Bu\u0308rgersteig angefahren hast?\u201c \u201e Ja klar\u201c, sagt Sven, \u201eich klingle immer, bevor ich Leute anfahre.\u201c<\/p>\n<p>Warum ist der Eisba\u0308r wei\u00df und nicht rot?<br \/>\nWenn er rot wa\u0308re, hie\u00dfe er nicht Eisba\u0308r sondern Himba\u0308r.<br \/>\n<strong>Andreas, 12 Jahre, 6c <\/strong><br \/>\n\u2003<br \/>\nGeht ein Mann zum Arzt und sagt: ,,Meine Frau hat sich beide Beine gebrochen\u201c.<br \/>\nDa sagt der Arzt: &#8222;Ach, die Arme\u201c. Da sagt der Mann: &#8222;Nein, die Beine.\u201c<br \/>\n<strong>Katharina, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p>Welche Vo\u0308gel ko\u0308nnen nicht ho\u0308ren? \u2013 Die Tauben.<br \/>\n<strong>Amelie, 11 Jahre, 6c <\/strong><\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p><strong>Einsendungen der Gregor-von-Scherr-Realschule, Klasse 9d, betreut von Realschullehrer Michael Fleischmann,<br \/>\nBilder mit Gedichtsparodien: <\/strong>Die Klasse machte sich bei der Besch\u00e4ftigung mit der Literaturepoche der Romantik zur Aufgabe, zwei Gedichte von Heinrich Heine (<em>&#8222;Das Fr\u00e4ulein stand am Meere&#8220;<\/em> und <em>&#8222;Leise zieht durch mein Gem\u00fct&#8220;<\/em>) dialektal zu verfremden, damit zu parodieren und die Szene k\u00fcnstlerisch darzustellen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Meerfraulein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" 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