{"id":11683,"date":"2023-08-03T00:40:59","date_gmt":"2023-08-03T00:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=11683"},"modified":"2023-10-09T10:06:14","modified_gmt":"2023-10-09T10:06:14","slug":"klassik-gala-am-2-oktober-mit-der-filharmonie-hradec-kralovedvorak-smetana-brahms-auf-dem-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2023\/08\/klassik-gala-am-2-oktober-mit-der-filharmonie-hradec-kralovedvorak-smetana-brahms-auf-dem-land\/","title":{"rendered":"2. Oktober: Klassik-Gala mit Filharmonie Hradec Kr\u00e1lov\u00e9<h1>Dvo\u0159\u00e1k, Smetana &#038; Brahms auf dem Land<\/h1>"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_11631\" style=\"width: 7216px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11631\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie.jpg\" alt=\"Ein sp\u00e4tromantisches Programm mit Werken von Antonin Dvo\u0159\u00e1k, Bedrich Smetana und Johannes Brahms bringen die 63 professionellen Orchestermusiker der Philharmonie K\u00f6niggr\u00e4tz am 2. Oktober, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle zum Klingen. Die Leitung hat Andreas Sebastian Weiser, von 2012 bis 2016 als Chefdirigent in Hradec Kr\u00e1lov\u00e9 t\u00e4tig.\" width=\"7206\" height=\"3163\" class=\"size-full wp-image-11631\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie.jpg 7206w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie-300x132.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie-768x337.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2Filharmonie-1024x449.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 7206px) 100vw, 7206px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11631\" class=\"wp-caption-text\">Ein sp\u00e4tromantisches Programm mit Werken von Antonin Dvo\u0159\u00e1k, Bedrich Smetana und Johannes Brahms bringen die 63 professionellen Orchestermusiker der Philharmonie K\u00f6niggr\u00e4tz am 2. Oktober, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle zum Klingen. Die Leitung hat Andreas Sebastian Weiser, von 2012 bis 2016 als Chefdirigent in Hradec Kr\u00e1lov\u00e9 t\u00e4tig.<\/p><\/div><strong>Vor zehn Jahren wurde der NEUNBURGER KUNSTHERBST aus der Taufe gehoben: Vom 26. September bis 25. November 2013 ging diese kulturelle Initiative des noch jungen Kunstvereins Unverdorben zum ersten Mal in der Pfalzgrafenstadt \u00fcber die B\u00fchne. Die zwei tragenden S\u00e4ulen der Neunburger Festwochen haben bis heute Bestand und nichts von ihrer Bedeutung eingeb\u00fc\u00dft. Die Internationale Kunstausstellung &#8222;Ahoi&#8220; und die gro\u00dfe Klassik-Gala setzen auf die alle Grenzen \u00fcberwindende, V\u00f6lker verbindende Kraft der Kultur. Fortsetzung folgt!<\/strong><br \/>\nNach dem Erfolg der &#8222;Beethoven-Nacht&#8220; 2021 hat der Kunstverein Unverdorben die Filharmonie Hr\u00e1dec Kr\u00e1lov\u00e9 aus Tschechien auch f\u00fcr die Klassik-Gala 2023 engagiert. Dieses Fest der sinfonischen Musik findet seit Einweihung der Schwarzachtalhalle vor elf Jahren immer am 2. Oktober, Vorabend des Nationalfeiertags, statt. Willkommen sind alle Klassik-Liebhaber aus der Region. Die Programm-Auswahl l\u00e4sst sich von der sich gut entwickelnden &#8222;Deutsch-Tschechischen Partnerschaft&#8220; leiten und nimmt unmittelbar Bezug auf die enge Verbundenheit zwischen Johannes Brahms und Antonin Dvo\u0159\u00e1k. Beide Komponisten liefern die Hauptwerke des Abends. So wie sich Schumann f\u00fcr den jungen Brahms eingesetzt hatte, f\u00f6rderte Brahms seinerseits den um sieben Jahre j\u00fcngeren Kollegen Antonin Dvo\u0159\u00e1k. Auch hier entstand eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Komponisten. Die kunstvolle Verarbeitung der Themen in seinem sinfonischen Schaffen hat der Tscheche von seinem deutschen Mentor gelernt. Die fr\u00f6hlichen volkst\u00fcmlichen Melodien verdankt er dagegen seiner b\u00f6hmischen Heimat.<div id=\"attachment_10663\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/antonin-dvorak.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10663\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/antonin-dvorak-225x300.jpg\" alt=\"Antonin Dvorak w\u00e4hrend seines Amerika Aufenthalts von 1892 bis 1895.\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-10663\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/antonin-dvorak-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/antonin-dvorak.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10663\" class=\"wp-caption-text\">Antonin Dvorak w\u00e4hrend seines Amerika Aufenthalts von 1892 bis 1895.<\/p><\/div><br \/>\nIm M\u00e4rz 1879 begann Antonin Dvo\u0159\u00e1k mit der Komposition einer Orchestersuite mit b\u00f6hmischen Volkst\u00e4nzen.  Das f\u00fcnfs\u00e4tzige Werk betont die Verschmelzung tschechischer Volksmusik mit westeurop\u00e4ischer Musiktradition. Die so genannte Tschechische Suite D-Dur Opus 39 l\u00e4sst in der Vorstellung des H\u00f6rers die bl\u00fchende b\u00f6hmische Landschaft entstehen. Einleitend erklingt ein pastorales Pr\u00e4ludium, der zweite Satz bringt eine lustige Polka und der dritte Satz den Volkstanz Sousedska. Nach einer Romanze, in der Fl\u00f6te und Englischhorn melodi\u00f6s \u201eflirten\u201c, sorgt ein feuriger Volkstanz Furiant f\u00fcr das effektvolle Finale des rund 25-min\u00fctigen Werks.<br \/>\nGanze zw\u00f6lf Jahre lang hat Johannes Brahms mit der Herausforderung gerungen, in der Nachfolge des &#8222;Titans&#8220; Beethoven etwas zur zentralen Gattung der Instrumentalmusik beizutragen. Er umging zun\u00e4chst die Symphonie, schrieb zwei Orchesterserenaden Opus 11 und Opus 16 sowie die &#8222;Haydn-Variationen&#8220; f\u00fcr Orchester Opus 56. Mit 43 Jahren legte Brahms endlich seine Symphonie Nr. 1 c-moll Opus 68 vor. Die &#8222;Zweite&#8220; ging ihm dann weitaus leichter von der Hand. Inspiriert von  einer Sommerfrische am W\u00f6rther See entsprang das Opus 73 einem wahren Schaffensrausch.<div id=\"attachment_11690\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Brahms.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11690\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Brahms-240x300.jpg\" alt=\"Johannes Brahms 1833 - 1897) lie\u00df sich von einer Sommerfrische zu seiner 2. Symphonie inspirieren.\" width=\"240\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-11690\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Brahms-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Brahms.jpg 627w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11690\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Brahms 1833 &#8211; 1897) lie\u00df sich von einer Sommerfrische zu seiner 2. Symphonie inspirieren.<\/p><\/div> Der Brahms-Biograph Siegfried Kross konstatiert dieser in nur wenigen Wochen vollendeten Partitur \u00abein eigenartiges Flair des Hellen, Lichten, Melodi\u00f6sen, das man anderswo in seinem Werk sonst nicht wiederfindet\u00bb. Seine Bewertung bekr\u00e4ftigte die oft ge\u00e4u\u00dferte Ansicht, bei der D-Dur-Symphonie handle es sich gleichsam um Brahms&#8217;\u00abPastorale\u00bb. Dies scheint auch bestens zu den heiter gestimmten, naturnahen Szenen zu passen. Und der Wiener Kritiker-Papst Hanslick schrieb, nach dem \u00abPathos faustischer Seelenk\u00e4mpfe\u00bb in der ersten Symphonie habe sich der Komponist nun der \u00abfr\u00fchlingsbl\u00fchenden Erde wieder zugewandt\u00bb. Dennoch kennt die hier ausgebreitete Idylle auch Schattenseiten, die jedoch anders als in Beethovens \u00abPastorale\u00bb nicht in einem Gewitter-Satz kulminieren, sondern sich \u00fcber das ganze Werk ausbreiten, welche die sonnige Heiterkeit immer wieder relativieren und umd\u00fcstern. Die  2. Symphonie gilt als die lyrischste unter den vier Brahms-Symphonien. Die Urauff\u00fchrung Ende 1877 durch die Wiener Philharmoniker unter Leitung von Hans Richter geriet zum einem triumphalen Erfolg f\u00fcr Johannes Brahms.<br \/>\n  Abgerundet wird das Gala-Konzert im 11. Neunburger Kunstherbst mit einem echten Klassik-Hit: Bedrich Smetanas Tondichtung &#8222;Vltava&#8220; (Moldau),  ein H\u00f6hepunkt sp\u00e4tromantischer Orchestrierkunst.<div id=\"attachment_11693\" style=\"width: 257px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Bedrich-Smetana.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11693\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Bedrich-Smetana-247x300.jpg\" alt=\"Bedrich Smetana (1824 - 1884) setzte mit der Tondichtung &quot;Moldau&quot; der Natur und dem Volksleben ein Denkmal.\" width=\"247\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-11693\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Bedrich-Smetana-247x300.jpg 247w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Bedrich-Smetana.jpg 761w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11693\" class=\"wp-caption-text\">Bedrich Smetana (1824 &#8211; 1884) setzte mit der Tondichtung &#8222;Moldau&#8220; der Natur und dem Volksleben ein Denkmal.<\/p><\/div> Der 1874 entstandene zweite Teil des Sinfonischen Zyklus \u201eMa Vlast\u201c (Mein Vaterland) wird oft als selbstst\u00e4ndiges Konzertst\u00fcck aufgef\u00fchrt. Smetana sagt dar\u00fcber: \u201eDie Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen von den beiden kleinen Quellen der K\u00fchlen und der Warmen Moldau, \u00fcber die Vereinigung der beiden B\u00e4chlein zu einem Strom, den Lauf der Moldau durch die W\u00e4lder und Fluren, deren Landschaften, wo gerade lustige Kirmes gefeiert wird. Beim n\u00e4chtlichen Mondschein tanzen die Wassernixen ihren Reigen, auf den nahen Felsen ragen Burgen, Schl\u00f6sser und Ruinen hervor. Die Moldau wirbelt in den Stromschnellen, im breiten Zug flie\u00dft sie weiter gegen Prag und im majest\u00e4tischen Lauf entschwindet sie in der Ferne schlie\u00dflich in der Elbe\u201c.<br \/>\nDirigent Andreas Sebastian Weiser ist Absolvent der Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Berlin, wurde 1985 beim Dirigentenwettbewerbs &#8222;Arturo Toscanini&#8220; in Italien Finalist. Dank eines Stipendiums studierte er bei Maestro V\u00e1clav Neumann in der Tschechischen Philharmonie (1987\/88). Ein Jahr sp\u00e4ter wurde er zweiter Dirigent des Prager Radio-Sinfonieorchesters. 1990 w\u00e4hlten ihn die Jenaer Philharmoniker zum Chefdirigenten. Er wurde damit zum j\u00fcngsten Musikdirektor Deutschlands. Weiser leitete  unter anderem die Bamberger Symphoniker,  das  Bayerische Staatsorchester, das MDR-Sinfonieorchester Leipzig und die Stuttgarter Philharmoniker. Er gastierte  im Ausland unter anderem an der Oper Lille,  Op\u00e9ra de Nice,  Staatsoper Prag,  Teatro di San Carlo Neapel und beim RTVE-Sinfonieorchester Madrid. Von 2012 bis 2018 war Weiser Chefdirigent in K\u00f6niggr\u00e4tz, anschlie\u00dfend wechselte er als Dirigent an die Staatsoper in Prag. Seit Gr\u00fcndung der Tschechischen Republik 1993 hei\u00dft das Orchester Filharmonie Hradec Kr\u00e1lov\u00e9: Ausdruck einer historischen Kontinuit\u00e4t, die sich von der Sokol Philharmonie (1921 bis 1965) bis zur seit 1887 in der Stadt K\u00f6niggr\u00e4tz t\u00e4tigen Philharmonie erstreckt.<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KlassikLogoVoPhil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KlassikLogoVoPhil-300x158.jpg\" alt=\"KlassikLogoVoPhil\" width=\"300\" height=\"158\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11014\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KlassikLogoVoPhil-300x158.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KlassikLogoVoPhil.jpg 760w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u00b0Die Neunburger Klassik-Gala &#8217;23<\/strong> beginnt am Montag, 2. Oktober um 19 Uhr in der Schwarzachtalhalle.<br \/>\n<strong>\u00b0Eintrittspreise:<\/strong> 40, 35 und 30 Euro. Die Abendkasse mit Verkauf der Restkarten \u00f6ffnet am 18 Uhr im Hallenfoyer.  Sch\u00fcler, Studenten und Auszubildende haben an der Abendkasse bei Vorlage von Ausweisen, Immatrikulations-Bescheinigungen etc. freien Eintritt!<br \/>\n<strong>\u00b0Konzert-Informationen <\/strong>unter Mobiltelefon 01714158745 (Klassik-Beauftragter Karl Stumpfi)<\/p>\n<p>***********************************************************<\/p>\n<p><strong>BRAHMS UND DVORAK &#8211; EINE K\u00dcNSTLERFREUNDSCHAFT<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalische Laufbahn von Johannes Brahms (1833-1897) begann im Jahre 1853 urknallartig durch einen \u00fcberschwenglichen Artikel seines Mentors Robert Schumann (1810-1856). Der Artikel erschien in dem von Schumann gegr\u00fcndeten Blatt &#8222;Neue Zeitschrift f\u00fcr Musik&#8220; unter dem Titel &#8222;Neue Bahnen&#8220;. Schumann k\u00fcndigte hier Brahms als jenen Meister an, &#8222;der den h\u00f6chsten Ausdruck der Zeit in idealer Weise auszusprechen berufen w\u00e4re&#8220;. Der Artikel schloss mit den ausdrucksvollen, programmatischen Worten:<\/p>\n<p>&#8222;Es waltet in jeder Zeit ein geheimes B\u00fcndnis verwandter Geister. Schlie\u00dft, die ihr zusammengeh\u00f6rt, den Kreis fester, da\u00df die Wahrheit der Kunst immer klarer leuchte, \u00fcberall Freude und Segen verbreitend.&#8220; Diese Worte hatte Brahms wohl sein Leben lang nicht vergessen. Auch er schloss ein B\u00fcndnis mit einem verwandten Geist und trat als Mentor und F\u00f6rderer f\u00fcr diesen ein. Es handelte sich um Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte.<\/p>\n<p>Johannes Brahms wurde das erste Mal im Jahre 1874 auf den b\u00f6hmischen Komponisten Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k aufmerksam, als dieser sich um ein Stipendium namens &#8222;\u00d6sterreichischer Staatspreis f\u00fcr Musik&#8220; bewarb. Brahms war damals bereits ein etablierter Komponist, Mitglied der Jury des Staatspreises und angetan von dem Werk des jungen Bewerbers. Aus diesem Grunde setzte er sich (ohne \u00f6ffentlich genannt zu werden) sehr f\u00fcr Dvo\u0159\u00e1k ein. Dies f\u00fchrte dazu, dass Dvo\u0159\u00e1k schlie\u00dflich den Preis gewann und \u00fcber mehrere Jahre das Stipendium erhielt, sodass er mit finanzieller Absicherung sich ganz dem Komponieren widmen konnte. Vom Schaffen des jungen Meisters immer fester \u00fcberzeugt, gab sich Brahms 1877 als f\u00fchrendes Mitglied der Jury zu erkennen und vermittelte Dvo\u0159\u00e1k an seinen eigenen Musikverlag &#8222;N.Simrock&#8220;, der fortan einige seiner Kompositionen ver\u00f6ffentlichte. Dvo\u0159\u00e1k muss sehr bewegt gewesen sein, als er erkannte, welch gro\u00dfer Namen sich f\u00fcr ihn eingesetzt hatte. Als Dank widmete er Brahms sein neues Streichquartett in d-Moll (op.34), in welchem er als Huldigung f\u00fcr Brahms direkte Bez\u00fcge zu dessem letzten Streichquartett in B-Dur (op.67) herstellte.<\/p>\n<p>Dies war der Beginn einer lebenslangen Freundschaft sowie eines regen k\u00fcnsterlischen Austausches. Oft wurden die Partituren der neuesten Kompositionen ausgetauscht und kritisch durchgesehen. Auch gemeinsame Klavierabende, wo Klavier-Transkriptionen eigener Werke einander vorgespielt wurden, waren keine Seltenheit. So erlebte Dvo\u0159\u00e1ks Schaffen einen massiven Einfluss durch Brahms&#8216; Tonsprache. Dies ist zum Beispiel Dvo\u0159\u00e1ks 7. Symphonie (op.70) anzumerken, in welcher selbst vor direkten Zitaten nicht zur\u00fcckgescheut wurde, wie man ihrem Kopfsatz entnehmen kann. Hier verwendete Dvo\u0159\u00e1k als Seitenthema die Melodie von Brahms&#8216; Lied &#8222;Immer leiser wird mein Schlummer&#8220;. <\/p>\n<p>Dennoch kann Dvo\u0159\u00e1k nicht als Epigone von Brahms abgestempelt werden. Er war durchaus in der Lage, unabh\u00e4ngig des Brahms\u2019schen Einflusses eine eigene Tonsprache zu bewahren, die sehr der b\u00f6hmischen Folklore verpflichtet war. Diese gipfelte in seinen sp\u00e4ten Symphonien Nr. 8 (op.88) und Nr. 9 (op.95) sowie seinem Cellokonzert in h-Moll (op.104). Speziell das Cellokonzert war es, welches Brahms zutiefst beeindruckte. Er erhielt das Manuskript 1895 und war derart begeistert, dass er es im privaten Kreise als Transkription f\u00fcr Cello und Klavier zur Auff\u00fchrung brachte. Er \u00fcbernahm dabei h\u00f6chstpers\u00f6nlich den Klavierpart. Er soll dabei gesagt haben: &#8222;Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann? H\u00e4tte ich es gewusst, h\u00e4tte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!&#8220; Dies war eine tiefe Verneigung von Brahms gegen\u00fcber Dvo\u0159\u00e1k. <\/p>\n<p>1896 wurde es im von Brahms vermittelten Verlag &#8222;N.Simrock&#8220; ver\u00f6ffentlicht und einen Monat vor Brahms Tod 1897 erlebte dieser eine Auff\u00fchrung der Wiener Philharmoniker in Wien, der er enthusiastisch beiwohnte. Die Kraft und Frische von Dvo\u0159\u00e1ks ewig jungem Meisterwerk lassen uns auch heute noch unvermindert Brahms Begeisterung begreifen und teilen. Weniger bekannt ist, dass sich aufgrund des Cellokonzertes nicht nur Brahms vor Dvo\u0159\u00e1k verneigt hatte, sondern gleichzeitig Dvo\u0159\u00e1k selbst vor Brahms. Das bekannte Hauptthema des ersten Satzes (das im Epilog des letzten Satzes wiederkehrt) stammt n\u00e4mlich nicht von Dvo\u0159\u00e1k. Es stammt aus der Feder von Brahms selbst. Er gebrauchte es in jenem Werk, das zu seinem internationalen Durchbruch f\u00fchrte: Ein deutsches Requiem (op.45). Dieses monumentale Chorwerk entstand in den Jahren 1861-1868 unter den Eindr\u00fccken der Tode Robert Schumanns (1856) sowie der Mutter von Brahms Johanna Henrika (1865). <\/p>\n<p>Dies d\u00fcrfte auch Dvo\u0159\u00e1k tief ber\u00fchrt haben, sodass er das Hauptthema seines Meisterwerkes, dem Cellokonzert, dem dritten Satz des deutschen Requiems entnommen hatte (ab Minute 3:37 der H\u00f6rprobe). Der Titel des Satzes ist treffenderweise &#8222;Herr, lehre doch mich&#8220;. Was f\u00fcr eine sch\u00f6nere Referenz kann man seinem Mentor und F\u00f6rderer erweisen?<\/p>\n<p><em>&#8222;Es waltet in jeder Zeit ein geheimes B\u00fcndnis verwandter Geister. Schlie\u00dft, die ihr zusammengeh\u00f6rt, den Kreis fester, da\u00df die Wahrheit der Kunst immer klarer leuchte, \u00fcberall Freude und Segen verbreitend.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Robert Schumanns Wunsch wurde Wirklichkeit &#8230;<\/p>\n<p>(QUELLE:  &#8222;Brahms und Dvo\u0159\u00e1k &#8211; Das geheime B\u00fcndnis&#8220; von Lukas Soelkner)<\/p>\n<p>***********************************************************<\/p>\n<p><strong>DER BRAHMS-DVORAK-ZYKLUS WIRD FORTGESETZT:<\/strong><br \/>\n<strong>1. Konzert<\/strong> am 29. Juni 2019 mit dem Singr\u00fcn-Orchester Regensburg unter Leitung von Michael Falk, Solisten Benedikt Wiedmann (Violine) und Benedikt Don Strohmaier (Cello) mit dem Konzert f\u00fcr Violine und Violoncello a-moll op. 102 von Johannes Brahms und der Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonin Dvorak. (OGO-Sporthalle Oberviechtach)<br \/>\n<strong>2. Konzert<\/strong> am 2. Oktober 2022 mit der Vogtland Philharmonie Greiz\/Reichenbach unter Leitung von Reinhold Mages und Solist Alexander Maria Wagner (Klavier) mit dem Konzert f\u00fcr Klavier und Orchester d-moll op. 15 von Johannes Brahms und der Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95 &#8222;Aus der Neuen Welt&#8220; von Antonin Dvorak. (Schwarzachtalhalle Neunburg)<br \/>\n<strong>3. Konzert<\/strong> am 2. Oktober 2023 mit der Filharmonie Hradec Kr\u00e1lov\u00e9 (K\u00f6niggr\u00e4tz) unter Leitung von Andreas Sebastian Weiser mit der Tschechischen Suite D-Dur op. 39 von Antonin Dvor\u00e1k und der Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms. (Schwarzachtalhalle Neunburg)<br \/>\n***********************************************************<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-106x300.jpg\" alt=\"KHPoster23JPG\" width=\"106\" height=\"300\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11699\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-106x300.jpg 106w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-768x2182.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zehn Jahren wurde der NEUNBURGER KUNSTHERBST aus der Taufe gehoben: Vom 26. September bis 25. November 2013 ging diese kulturelle Initiative des noch jungen Kunstvereins Unverdorben zum ersten Mal in der Pfalzgrafenstadt \u00fcber die B\u00fchne. Die zwei tragenden S\u00e4ulen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2023\/08\/klassik-gala-am-2-oktober-mit-der-filharmonie-hradec-kralovedvorak-smetana-brahms-auf-dem-land\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":11687,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11683","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11683"}],"version-history":[{"count":31,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11926,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11683\/revisions\/11926"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}