{"id":11928,"date":"2023-10-09T11:12:44","date_gmt":"2023-10-09T11:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=11928"},"modified":"2023-10-15T14:54:52","modified_gmt":"2023-10-15T14:54:52","slug":"video-vorschau-auf-performance-krieg-und-frieden15-oktober-theater-highlight-im-kunstherbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2023\/10\/video-vorschau-auf-performance-krieg-und-frieden15-oktober-theater-highlight-im-kunstherbst\/","title":{"rendered":"Video-Vorschau auf Performance &#8222;Krieg und Frieden&#8220;<h1>15. Oktober: Theater-Highlight im Kunstherbst!<\/h1>"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_11930\" style=\"width: 1842px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11930\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23.jpg\" alt=\"Ein ukrainischer Schauspieler (Konstantin Skiba) und eine aus Russland stammende Regisseurin (Katja Ladynskaya) gestalten einen packenden Live-Theater-Abend in der evangelischen Vers\u00f6hnungskirche.\" width=\"1832\" height=\"1228\" class=\"size-full wp-image-11930\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23.jpg 1832w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23-768x515.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden23-1024x686.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1832px) 100vw, 1832px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11930\" class=\"wp-caption-text\">Ein ukrainischer Schauspieler (Konstantin Skiba) und eine aus Russland stammende Regisseurin (Katja Ladynskaya) gestalten einen packenden Live-Theater-Abend in der evangelischen Vers\u00f6hnungskirche. Foto: Evangelische Kirche Bayern<\/p><\/div>Am Sonntag,  15. Oktober, 19 Uhr, findet in der Evangelischen Vers\u00f6hnungskirche Neunburg, Bahnhofstra\u00dfe, die Performance &#8222;Krieg und Frieden&#8220; statt. Vor dem aktuellen Hintergrund des seit 20 Monaten tobenden russischen Angriffskrieges in der Ukraine erwartet das Publikum ein absoluter Neunburger Kunstherbst-H\u00f6hepunkt auf dem Theatersektor. W\u00e4hrend der seit 9. Oktober in der Vers\u00f6hnungskirche laufenden Foto-Doku-Ausstellung &#8222;Barriere; Zonen&#8220; mit Fotografien des Journalisten und Autors Till Mayer bietet die evangelische Kirchengemeinde eine szenische Live-Performance, welche von Theater-Regisseurin Katja Ladynskaya konzipiert worden ist. Thematischer Ausgangspunkt ist die Fragestellung: Wie kommt es, dass wir trotz wissenschaftlichen und technischen Fortschritts das friedliche Miteinander der Menschen immer noch nicht gelernt haben?<br \/>\nKatja Ladynskaya ist eine freischaffende Theaterregisseurin, Autorin, Performerin und Digital Artist. 1994 in St. Petersburg geboren, kam sie mit 16 Jahren allein nach<br \/>\nDeutschland, um hier zu studieren. Sie hat bereits 23 Inszenierungen in zw\u00f6lf deutschsprachigen St\u00e4dten auf die Beine gestellt, acht Theaterst\u00fccke ver\u00f6ffentlicht<br \/>\nund eine 3D-Kunstausstellung entworfen. Sie ist politisch aktiv und das Thema \u201eWiderstand\u201c ist zum Motor ihrer Kunst geworden. Seit der Krieg in der Ukraine gro\u00dffl\u00e4chig ausgebrochen ist, ist die geb\u00fcrtige Russin in den Widerstand gegangen und hat eine russisch-ukrainische Friedensbewegung gegr\u00fcndet, in der oppositionelle RussInnen Seite an Seite mit den UkrainerInnen k\u00e4mpfen. Katja Ladynskaya arbeitet mit technischen Medien, die eine lebendige Interaktivit\u00e4t auf der B\u00fchne zulassen, wie mit Overhead- und Diaprojektoren. Die Akteure werden zu Performern, setzen sich selbst ins Szene, erschaffen live lebendige Bilder und lassen das Publikum daran teilnehmen. So wie auch bei der Performance \u201eKrieg und Frieden&#8220;, in der Ladynskaya mit dem aus dem ukrainischen Donbas stammenden Schauspieler Konstantin Skiba zusammenarbeitet. Die Auff\u00fchrung in der Neunburger Vers\u00f6hnungskirche beginnt am Sonntag, 15. Oktober um 19 Uhr. Was die Zuschauerinnen und Zuschauer an diesem packenden Theaterabend erwartet, wird in einer Video-Vorschau zusammengefasst, der unter nachfolgendem Link aufgerufen werden kann:<\/p>\n<p><strong>https:\/\/evangelisch.video\/w\/gLdsZn9DshQyv5a7cf7hpz<\/strong><\/p>\n<p>Weiters ver\u00f6ffentlicht der Neunburger Kunstverein ein Interview mit Regisseurin Katja Ladynskaya und bedankt sich bei Pax Christi f\u00fcr die freundliche Genehmigung der Ver\u00f6ffentlichung.<br \/>\n*************************************************************<br \/>\n<em>\u201eNie aufgeben, nach alternativen L\u00f6sungen zu suchen\u201c<\/em><br \/>\nRussische K\u00fcnstlerin und Antikriegsaktivistin Katja<br \/>\nLadynskaja<br \/>\n*************************************************************<br \/>\n<em>Frau Ladynskaya: \u201eKrieg und Frieden\u201c \u2013 unter diesem Titel haben Sie im<br \/>\nSommer in der Neupfarrkirche Regensburg auf sehr beeindruckende<br \/>\nWeiseauf den Krieg in der Ukraine und auf das damit verbundene Leid<br \/>\naufmerksam gemacht. Wie kamen Sie zu diesem Kunstprojekt?<\/em><br \/>\n<strong>Katja Ladynskaja:<\/strong> Ich bin von Herrn Dr. Carsten Lenk, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der<br \/>\nEvangelischen Bildung Ostbayern und Erwachsenenbildungswerk Regensburg darauf angesprochen<br \/>\nworden, zum Jahresthema \u201eKrieg und Frieden\u201c eine Performance zu entwickeln. Wir<br \/>\nkennen uns bereits aus dem vorherigen Projekt. Da habe ich mit Unterst\u00fctzung durch<br \/>\ndie EBW, VVN und Bund der Antifaschist*innen, Stadt Regensburg und eben auch<br \/>\ndurch Pax Christi und diverse andere Unterst\u00fctzer eine performative Lesung<br \/>\ninszeniert: \u201eIch lege mich hin und sterbe!\u201c mit den Texten von Thomas Muggenthaler<br \/>\n\u00fcber die Schicksale der sowjetischen Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg 2021<br \/>\n2022 wurde diese Lesung wiederaufgenommen, denn die Kriege sind alle furchtbar,<br \/>\nund sollen dennoch nicht verglichen werden, damit w\u00fcrde man die Verantwortlichen<br \/>\nihrer Schuld entziehen. Es ist also immer wichtig die Erinnerungsarbeit<br \/>\naufrechtzuerhalten, selbst wenn gerade ein anderer Krieg tobt. Ich habe aber auch<br \/>\ngleichzeitig nach einem Projekt gesucht, wo ich den aktuellen Angriffskrieg auf die<br \/>\nUkraine kommentieren und wieder in Erinnerung rufen kann&#8230;<br \/>\n<em>Sie haben sich als geb\u00fcrtige Russin und als K\u00fcnstlerin deutlich gegen<br \/>\ndiesen Angriffskrieg positioniert, beteiligen sich politisch in der<br \/>\nrussischen Antikriegsbewegung. Was sind Ihre Beweggr\u00fcnde?<\/em><div id=\"attachment_11736\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Katja-Ladynskaya_Fotografin-Christina-Iberl-980x1471.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11736\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Katja-Ladynskaya_Fotografin-Christina-Iberl-980x1471-200x300.jpg\" alt=\"Regisseurin und Autorin Katja Ladynskaya. Foto. Christina Iberl\" width=\"200\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-11736\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Katja-Ladynskaya_Fotografin-Christina-Iberl-980x1471-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Katja-Ladynskaya_Fotografin-Christina-Iberl-980x1471-768x1153.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Katja-Ladynskaya_Fotografin-Christina-Iberl-980x1471-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11736\" class=\"wp-caption-text\">Regisseurin und Autorin Katja Ladynskaya. Foto. Christina Iberl<\/p><\/div><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Ich wurde von dem Ausbruch des Angriffskrieges auf die Ukraine regelrecht<br \/>\nschockiert. Es kamen so viele Gef\u00fchle hoch. Wut. Verzweiflung. Angst. Ohnmacht.<br \/>\nSchuldgef\u00fchle. Ich habe mich gefragt, wie konnte ich es \u00fcbersehen, dass der Krieg<br \/>\nkommt. Es ging auch vielen in der Antikriegsbewegung so. Daraufhin habe ich<br \/>\nangefangen mich mit der Geschichte Russlands und der Sowjetunion zu befassen,<br \/>\num die Zusammenh\u00e4nge besser zu verstehen. Wir m\u00fcssen ja auch wissen, woher<br \/>\nder Krieg kam, um Strategien zu entwickeln, wie er beendet werden k\u00f6nnte. In der<br \/>\nPerformance spulen wir auch mal die Zeit zur\u00fcck und zeigen erschreckende<br \/>\nZusammenh\u00e4nge, die lange \u00fcbersehen wurden. Wir stellen uns auch die Frage<br \/>\n\u201eWarum Krieg?\u201c. Im ganz weiten Sinne. Da d\u00fcrfen wir uns auch hier in Deutschland<br \/>\nhinterfragen, wie wir allgemein auf die Kriege blicken. Warum gibt es Kinderpistolen<br \/>\nim Laden um die Ecke? Warum verschwinden Kriege so schnell aus den<br \/>\nSchlagzeilen? Es sind viele Warums. Und mein Ziel ist es nicht, eine endg\u00fcltige<br \/>\nAntwort zu finden, das w\u00e4re zu einfach und anma\u00dfend. Stattdessen stelle ich ein<br \/>\nweiteres \u201eWarum?\u201c, und wir graben noch tiefer und kommen dadurch den<br \/>\nkonstruktiven L\u00f6sungen eventuell n\u00e4her.<br \/>\n<em>Viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aus Russland sind da zur\u00fcckhaltender.<br \/>\nEtwa die Starsopranistin Anna Netrebko oder der Dirigent Teodor<br \/>\nCurrentzis. Haben Sie keine Angst?<\/em><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Ich bin da ziemlich radikal, was das angeht. Solange man sich auf dem<br \/>\neurop\u00e4ischen Boden in einem Rechtsstaat befindet, sollte man, gerade als<br \/>\nK\u00fcnstlerin klar Position beziehen. Man kann nicht von der Sicherheit und<br \/>\nRechtsstaatlichkeit profitieren und sich gleichzeitig nicht vom dem Staat abwenden,<br \/>\nder eben diese Rechtsstaatlichkeit bedroht. Ich f\u00fchle mich in Deutschland sicher.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann man nie wissen, wie weit die KGB-F\u00fchler gehen k\u00f6nnen, dennoch<br \/>\nmuss man nach den eigenen Werten leben und nicht auf die m\u00f6glichen Risiken<br \/>\nblickend. Ich habe mich entschieden. Damit sind zwar Einschr\u00e4nkungen verbunden,<br \/>\nwie z. B. dass ich nicht mehr nach Russland fahren kann, bis das Regime f\u00e4llt. Aber<br \/>\ndas nehme ich in Kauf, alles andere w\u00fcrde mit meinem Moralkompass kollidieren.<br \/>\nIch bin ein Sprachrohr f\u00fcr all die, die in Russland zum Schweigen gebracht werden.<br \/>\nWenn wir hier im Ausland auch verstummen, wird\u2019s still um die Demokratie.<br \/>\n<em>Der Krieg dauert nun schon \u00fcber eineinhalb Jahre, die<br \/>\nKampfhandlungen scheinen immer heftiger und brutaler zu werden. Die<br \/>\nRufe nach Frieden scheinen da keine Chance zu haben. Wie sehen Sie<br \/>\ndas?<\/em><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Das Problem ist, dass wir in entweder-oder-Kategorien denken. Entweder<br \/>\nWaffenlieferungen oder nicht. Entweder Sanktionen oder nicht. Entweder mit Putin<br \/>\nverhandeln oder nicht. Dass das nirgendwohin f\u00fchrt, sehen wir ja. Wir m\u00fcssen diese<br \/>\nDenkweisen aufl\u00f6sen und alternative Wege suchen, statt immer mehr Argumente zu<br \/>\nsammeln, warum das \u201eentweder\u201c oder das \u201eoder\u201c mehr Berechtigung hat, eine<br \/>\nsinnvolle Strategie zu sein. Nehmen wir zum Beispiel das Verhandeln. Ich zweifele<br \/>\nsehr stark daran, dass die Verhandlungen mit Putin und seiner Regierung sinnvoll<br \/>\nsind. Sollen wir wirklich mit Kriegsverbrechern verhandeln? Das ist sowohl den<br \/>\nUkrainerInnen als auch der russischen Oppositionellen, die gerade in Gef\u00e4ngnissen<br \/>\ngefoltert werden, gegen\u00fcber gelinde gesagt unfair. Nicht zu verhandeln ist aber<br \/>\nvergleichbar mit dem Laufenlassen, in der Phase, in der sich der Krieg derzeit<br \/>\nbefindet und hilft auch weder UkrainerInnen noch oppositionellen RussInnen weiter.<br \/>\nWie w\u00e4re es mit einem dritten Weg? Am belarussischen Beispiel sehen wir, dass z.B.<br \/>\neine Exilregierung gebildet werden kann. Man k\u00f6nnte den russischen<br \/>\nOppositionellen, die willig sind auszureisen, eine M\u00f6glichkeit bitten, ebenfalls eine<br \/>\nsolche Regierung zu gr\u00fcnden und mit dieser verhandeln. Beziehungsweise es gibt<br \/>\nbereits mehrere Organisationen und Vereine in vielen deutschen St\u00e4dten, wo sich<br \/>\noppositionelle Russen organisieren. \u201eFree Russians\u201c aus M\u00fcnchen, zum Beispiel.<br \/>\nDas k\u00f6nnten die ersten Verb\u00fcndete sein. Das w\u00e4re f\u00fcr die friedliche Zukunft<br \/>\nbestimmt eine sinnvolle Unternehmung. Wir m\u00fcssen vorsorgen f\u00fcr die Zeit, wo Putins<br \/>\nRegime f\u00e4llt.<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden-240x300.jpg\" alt=\"KriegundFrieden\" width=\"240\" height=\"300\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11955\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden-768x961.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/KriegundFrieden-819x1024.jpg 819w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Welche M\u00f6glichkeiten haben Friedensbewegungen wie zum Beispiel Pax<br \/>\nChristi, ein Ende der Kampfhandlungen zu fordern ohne in den Verdacht<br \/>\nzu geraten, der Ukraine in den R\u00fccken zu fallen.<\/em><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Ich glaube, gerade in den Friedensbewegungen liegt die Chance \u00fcber den<br \/>\nTellerrand zu blicken und nach alternativen L\u00f6sungen zu suchen. Nach<br \/>\nZwischenwegen. Da m\u00fcsste man kreativ werden und sich aus dem entweder-oder-<br \/>\nSystem l\u00f6sen. Ich finde beispielsweise die Bestrebungen von Pax Christi zur<br \/>\nUnterst\u00fctzung der russischen DeserteurInnen sehr gut. Das ist eine eindeutig<br \/>\nwirkende Ma\u00dfnahme, um die Menschen aus dem Krieg zu ziehen und dadurch das<br \/>\nLeiden in der Ukraine zu vermindern. Allgemein ist es wichtig, mit den tats\u00e4chlichen<br \/>\nBetroffenen zu reden und ihnen zuzuh\u00f6ren, das kommt auf der politischen Ebene<br \/>\nleider zu kurz. Man muss den betroffenen Ukrainern Geh\u00f6r schenken und mit<br \/>\nIhnen gemeinsam kreative Strategien erfinden. Es trifft genauso auf die russische<br \/>\nOppositionelle zu, die enormer Gefahr ausgesetzt werden, wenn sie nicht ausreisen.<br \/>\nDie Kontakte zu freien Gruppen abseits der politischen Systeme k\u00f6nnten dabei eine<br \/>\nwichtige Rolle spielen.<br \/>\n<em>Aus Ihren bisherigen Erfahrungen in der Antikriegsbewegung: Sehen Sie<br \/>\nirgendwie Chancen, dass Russland diesen Angriffskrieg beendet oder<br \/>\nwird es ein jahrelanger Zerm\u00fcrbungskrieg mit der Gefahr weiterer<br \/>\nEskalation bis hin zu einem Weltkrieg?<\/em><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Aktuell sieht die Situation ziemlich d\u00fcster aus. Denn Russland muss sich<br \/>\nstrukturell ver\u00e4ndern, damit Kriege verhindert werden k\u00f6nnen. Es reicht nicht, wenn<br \/>\nPutin verschwindet, denn hinter ihm stehen oligarchische und milit\u00e4rische<br \/>\nMachtstrukturen. Alles, was wir derzeit tun k\u00f6nnen, ist an kreative L\u00f6sungen abseits<br \/>\nder gel\u00e4ufigen Kategorien zu denken und die Menschenrechtsorganisationen in<br \/>\nRussland zu unterst\u00fctzen, die Schadensbegrenzung betreiben. \u201eOVD-Info\u201c (eine<br \/>\nrussische Nichtregierungsaktion, die 2021 nach den dortigen Parlamentswahlen<br \/>\ngegr\u00fcndet wurde, d. Red.) unterst\u00fctzt zum Beispiel politisch Verfolgte und politische<br \/>\nGefangene in Russland mit kostenloser Hotline und kostenlosen Anw\u00e4lten. Ich<br \/>\nspende regelm\u00e4\u00dfig an diese Organisation, ich sammele Spenden bei den<br \/>\nTheaterauff\u00fchrungen und Demonstrationen. Bei \u201eKrieg und Frieden\u201c kamen knapp<br \/>\n400 Euro zusammen, diese haben wir zwischen der ukrainischen Organisation f\u00fcr<br \/>\nhumanit\u00e4re Hilfe \u201eVolonterska\u201c und eben der OVD-Info aufgeteilt.<br \/>\n<em>Letzte pers\u00f6nliche Frage: Was hilft Ihnen bei Ihrer Arbeit als K\u00fcnstlerin<br \/>\nund als Friedensaktivistin, nicht aufzugeben. Was gibt Ihnen Kraft?<\/em><br \/>\n<strong>KL:<\/strong> Kurz vor meiner Abreise nach Deutschland hat meine Mutter mir gesagt, dass ich<br \/>\nin Russland mit meinem Gerechtigkeitsgef\u00fchl nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. Jetzt sehe ich<br \/>\numso mehr, dass sie recht hatte. Mir ist bewusst, dass die Welt nicht immer gerecht<br \/>\nist, leider. Dennoch macht mich das w\u00fctend, wenn ich Ungerechtigkeit sehe, egal wo.<br \/>\nDiese Wut kanalisiere ich dann ins Tun. Auch wenn\u2019s \u201enur\u201c ein Tropfen im Meer ist,<br \/>\ndas Meer besteht letztendlich auch nur aus vielen Tropfen. Au\u00dferdem habe ich eine<br \/>\nkleine Tochter, und ich m\u00f6chte, dass die Welt f\u00fcr sie ein sch\u00f6ner und friedlicher Ort<br \/>\nist. F\u00fcr sie und f\u00fcr alle anderen Kinder auf dieser Welt, die sich eine friedliche<br \/>\nZukunft w\u00fcnschen. Allein daf\u00fcr lohnt es sich zu k\u00e4mpfen.<a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-106x300.jpg\" alt=\"KHPoster23JPG\" width=\"106\" height=\"300\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11699\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-106x300.jpg 106w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/KHPoster23JPG-768x2182.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag, 15. Oktober, 19 Uhr, findet in der Evangelischen Vers\u00f6hnungskirche Neunburg, Bahnhofstra\u00dfe, die Performance &#8222;Krieg und Frieden&#8220; statt. 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