{"id":1473,"date":"2013-10-24T22:42:23","date_gmt":"2013-10-24T22:42:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=1473"},"modified":"2013-11-05T12:31:33","modified_gmt":"2013-11-05T12:31:33","slug":"blog-zum-kunstherbst-highlightdie-neunte-beethovens-opus-magnum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2013\/10\/blog-zum-kunstherbst-highlightdie-neunte-beethovens-opus-magnum\/","title":{"rendered":"Blog zum Kunstherbst-Highlight<h1>Die &#8222;Neunte&#8220;: Beethovens Opus magnum<\/h1>"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1472\" style=\"width: 1432px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/123.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1472\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/123.jpg\" alt=\"Beethovens &quot;Neunte&quot; in Neunburg: 26. Oktober, 19.30, Schwarzachtalhalle. Foto: Alfred Grassmann, MZ\" width=\"1422\" height=\"1148\" class=\"size-full wp-image-1472\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/123.jpg 1422w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/123-300x242.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/123-1024x826.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1422px) 100vw, 1422px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1472\" class=\"wp-caption-text\">Beethovens &#8222;Neunte&#8220; in Neunburg: 26. Oktober, 19.30, Schwarzachtalhalle. Foto: Alfred Grassmann, MZ<\/p><\/div>\n<p>Acht Sinfonien hatte Ludwig van Beethoven innerhalb knapp drei Jahrzehnten vollendet: Die ersten beiden noch im Geiste Haydns und Mozarts, danach die Geniestreiche der 3. Sinfonie Es-Dur (&#8222;Eroica&#8220;), 5. Sinfonie c-moll (&#8222;Schicksalssinfonie&#8220;) und 6. Sinfonie F-Dur (&#8222;Pastorale&#8220;), um mit der klassizistischen &#8222;Achten&#8220; einen Kreis zu schlie\u00dfen. 1824 legt der geh\u00f6rlose, gesundheitlich angeschlagene Komponist etwas ganz Neues und enorm Gro\u00dfes vor, das sogar \u00fcber die Grenzen der instrumentalen Musik hinausdringt.<br \/>\n                                   ***<\/p>\n<p> Die erste Auff\u00fchrung der Sinfonie d-moll op. 125 fand am 7. Mai 1824 im Wiener  K\u00e4rntnertortheater in Anwesenheit des Komponisten statt und geriet zum triumphalen Erfolg. <a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/karl-stumpfi-e1380151054326.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/karl-stumpfi-150x150.jpg\" alt=\"karl stumpfi\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1209\" \/><\/a>Die &#8222;Neunte&#8220; wurde am 23. Mai 1824 in Wien wiederholt, und bald erklang das  Werk auch in anderen St\u00e4dten: 1825 in London, Frankfurt und Aachen, 1826 in  Leipzig, Bremen und Berlin.<br \/>\n Der erste Satz entspricht von seiner Anlage her der Sonatenhauptsatzform, reicht aber was die Monumentalit\u00e4t angeht, weit dar\u00fcber hinaus. Der Beginn wirkt wie ein Klangnebel aus Bl\u00e4serakkorden, Quinten und Sextolen. Der bekannte Musikkritiker Prof. Joachim Kaiser beschreibt diesen Anfang &#8222;wie Gottes Geist \u00fcber den Wassern&#8220;. Gewaltige Steigerungen und Klangeruptionen scheinen den ewigen Kampf des Individuums gegen das allm\u00e4chtige Fatum heraufzubeschw\u00f6ren. Insgesamt bleibt die Stimmung schicksalhaft gedr\u00fcckt. In trauermarschartigen Rhythmen geht dieser seltsam zerkl\u00fcftete Kopfsatz zu Ende.<br \/>\n                                     ***<br \/>\n Das Scherzo r\u00fcckt Beethoven an die zweite Stelle. Auch hier bleibt durch das gehetzte Tempo der Gestus eher ernst und bedrohlich. Nach dem eintaktigen Er\u00f6ffnungsmotiv \u00fcbernimmt nach einer Spannungspause die Pauke. Ein Beginn, in dem sich wie Blitz und Donner die Streicher und die Pauke gegen\u00fcberstehen. Im Mittelteil wechselt die Stimmung pl\u00f6tzlich. Hier weist Beethoven erstmals auf das Freudenmotiv hin, nicht ohne den Satz mit ruppigen Oktavspr\u00fcngen abrupt zu beenden.<br \/>\n                                      ***<br \/>\n Der dritte Satz (adagio molto e cantabile) geh\u00f6rt in seiner fast \u00fcberirdischen  Sch\u00f6nheit unzweifelhaft zu den gr\u00f6\u00dften Momenten der Musikgeschichte.  Er r\u00fcckt ins Zentrum des St\u00fcckes und entwickelt scheinbar endlose Cantabile-Meditationen und Variationen des ber\u00fcckend sch\u00f6nen Themas. Zum Ende hin rei\u00dfen Fanfaren den H\u00f6rer aus der meditativen Stimmung. Beethoven scheint den Menschen auf die \u00fcberw\u00e4ltigende Wirkung des Finalsatzes vorbereiten zu wollen. Er kann den Schlusseffekt seiner letzten und gr\u00f6\u00dften Sinfonie nur noch durch den vokalen Einsatz steigern.<br \/>\n                                      ***<br \/>\n Nach instrumentalem Beginn, der vom rezitativischen Grollen der Kontrab\u00e4sse  und Zitaten aus den drei vorangehenden S\u00e4tzen bestimmt wird, entwickelt  sich zun\u00e4chst noch zaghaft das Freudenthema. Immer wieder rei\u00dft die Schreckensfanfare die Stimmung noch einmal zur\u00fcck. Der Bass leitet mit den Worten  \u201eO Freunde, nicht diese T\u00f6ne!\u201c das Finale ein. Es folgt ein aufkl\u00e4rerischer Freiheitshymnus, der mit religi\u00f6sen Gedanken (\u201eBr\u00fcder, \u00fcber\u2018m Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen\u201c) verkn\u00fcpft wird. Beethoven bem\u00fcht alle kompositorischen und satztechnischen Finessen bis hin zur Doppelfuge &#8211; Prof. Joachim Kaiser spricht hier von einem &#8222;organisierten Chaos&#8220;. Der Komponist verlangt von dem Soloquartett  und vor allem vom Chor H\u00f6henfl\u00fcge, die bis an die absolute Grenze des M\u00f6glichen  gehen. Der Satz endet furios im Prestissimo-Fortissimo \u201eFreude, sch\u00f6ner G\u00f6tterfunken\u201c.<\/p>\n<p>KARL STUMPFI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Acht Sinfonien hatte Ludwig van Beethoven innerhalb knapp drei Jahrzehnten vollendet: Die ersten beiden noch im Geiste Haydns und Mozarts, danach die Geniestreiche der 3. Sinfonie Es-Dur (&#8222;Eroica&#8220;), 5. Sinfonie c-moll (&#8222;Schicksalssinfonie&#8220;) und 6. 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