{"id":3400,"date":"2015-11-15T19:57:06","date_gmt":"2015-11-15T19:57:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=3400"},"modified":"2015-11-15T20:13:24","modified_gmt":"2015-11-15T20:13:24","slug":"nachkriegszeit-kulturelles-kaleidoskop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2015\/11\/nachkriegszeit-kulturelles-kaleidoskop\/","title":{"rendered":"<h1>Nachkriegszeit als kulturelles Kaleidoskop<\/h1>"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3402\" style=\"width: 1537px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Literarische-Themenwoch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3402\" class=\"size-full wp-image-3402\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Literarische-Themenwoch.jpg\" alt=\"Das \u201eLiterarische Sextett\u201c mit (v.li.) Burga M\u00e4nner, Philipp Mardanow, Beate Seifert, Karl Stumpfi, Hans Fischer und Peter Wunder beim Abschlussabend der Themenwoche \u201eAufbruch 1945\u201c.\" width=\"1527\" height=\"881\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Literarische-Themenwoch.jpg 1527w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Literarische-Themenwoch-300x173.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Literarische-Themenwoch-1024x591.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1527px) 100vw, 1527px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3402\" class=\"wp-caption-text\">Das \u201eLiterarische Sextett\u201c mit (v.li.) Burga M\u00e4nner, Philipp Mardanow, Beate Seifert, Karl Stumpfi, Hans Fischer und Peter Wunder beim Abschlussabend der Themenwoche \u201eAufbruch 1945\u201c. Foto: Alfred Grassmann, NT<\/p><\/div>\n<p>Nach dem Einf\u00fchrungsreferat \u201e1945 \u2013 Aufbruch ins neue Deutschland\u201c und der szenischen Lesung \u201eDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201c\u00a0 ging die literarische Themenwoche im 3. Neunburger Kunstherbst mit dem multimedialen Leseabend \u201eNachkriegszeit \u2013 ein kulturelles Kaleidoskop\u201c im Sporrersaal zuende. Vorbereitet und pr\u00e4sentiert wurde er von Hans Fischer, Vorstandsmitglied des Kunstvereins Unverdorben. Unterst\u00fctzt wurde er von vier weiteren Lektoren aus dem Kunstverein und Festspielverein sowie von Peter Wunder (Kunstverein), zust\u00e4ndig f\u00fcr die Bilddokumentation und technische Realisierung.<\/p>\n<p><em>EIN WILDER KONTINENT&#8230;<\/em><\/p>\n<p>\u201eDer zeitliche Abstand von nunmehr 70 Jahren und der Blick auf die \u00f6rtlichen Erfahrungen verk\u00fcrzen oftmals die Sicht auf die unmittelbare Nachkriegszeit\u201c, f\u00fchrte\u00a0 Fischer<\/p>\n<div id=\"attachment_3403\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/02_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3403\" class=\"size-medium wp-image-3403\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/02_2-234x300.jpg\" alt=\"SONY DSC\" width=\"234\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/02_2-234x300.jpg 234w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/02_2-799x1024.jpg 799w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/02_2.jpg 858w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3403\" class=\"wp-caption-text\">Hans Fischer<\/p><\/div>\n<p>in die Thematik ein. Deshalb eingangs gleich sein Hinweis auf den Historiker Keith Lowe und dessen neuestes Buch \u201eDer wilde Kontinent\u201c. In einer Gesamtschau dokumentiert der Autor die Ereignisse in den L\u00e4ndern Europas. Gleichwohl sei es eine Absicht dieses Leseabends, die Betroffenheit des einzelnen Menschen von den Nachkriegsereignissen herauszustellen.<\/p>\n<p>Wer sich an den in Cham gedrehten Film \u201eDie Br\u00fccke\u201c von Bernhard Wicki erinnert, wei\u00df, dass gerade in den letzten Tagen des Krieges viele sehr junge Leute in einem sinnlosen Aufgebot noch in das Kampfgeschehen gehetzt wurden. Heinrich B\u00f6ll erz\u00e4hlt in seiner Kurzgeschichte \u201eWanderer, kommst du nach Spa\u201c \u00fcber einen Jungen, der schwerverwundet in ein Notlazarett transportiert wird. Als er durch die G\u00e4nge getragen wird, d\u00e4mmert es ihm, dass er sich in jener Schule befinde, aus der er vor drei Monaten entlassen worden sei. Beate Seifert (Kunstverein) trug den Schluss der Geschichte vor.<\/p>\n<p><em>&#8222;TODESFUGE&#8220; F\u00dcR DREI STIMMEN<\/em><\/p>\n<p>Die unmittelbare Nachkriegszeit war laut Fischer in ganz Europa gekennzeichnet von einem ungeheuren Mangel an Nahrungsmitteln. Hunger geh\u00f6rte zu den t\u00e4glichen Erfahrungen von Millionen von Menschen. Wie der Hunger das Denken und Handeln eines \u00e4lteren Ehepaares beeinflusste, gibt Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte \u201eDas Brot\u201c wieder, vorgetragen von Karl Stumpfi (Kunstverein).<\/p>\n<div id=\"attachment_3404\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3404\" class=\"size-medium wp-image-3404\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/1-232x300.jpg\" alt=\"Beate Seifert\" width=\"232\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/1-232x300.jpg 232w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/1.jpg 734w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3404\" class=\"wp-caption-text\">Beate Seifert<\/p><\/div>\n<p>Zu Hunger und anderen t\u00e4glichen Problemen gesellte sich bei vielen Menschen das Entsetzen \u00fcber die Gr\u00e4ueltaten des Naziregimes in den Konzentrationslagern. Die jungen Schriftsteller machten es sich zur Aufgabe, diese Geschehnisse in Worte zu fassen und sich und den Lesern so eine Bew\u00e4ltigung zu erm\u00f6glichen. Ein ergreifendes Beispiel daf\u00fcr ist die \u201eTodesfuge\u201c von Paul Celan. Worte wie \u201edie schwarze Milch\u201c sind darin z.B. Metaphern f\u00fcr den t\u00e4glich drohenden Tod. Wie bei einer musikalischen Fuge verwebt er drei Themen miteinander. Um sie auch h\u00f6rbar zu machen, wurde die \u201eTodesfuge\u201c vom Trio Burga M\u00e4nner, Beate Seifert und Philipp Mardanow gesprochen.<\/p>\n<p>Millionen von Menschen betraf das Schicksal der Kriegsgefangenschaft. G\u00fcnter Eich formulierte die Gedanken eines betroffenen jungen Deutschen in einem Gedicht. Er macht \u201eInventur\u201c. Viele waren gesund in den Krieg gezogen, um traumatisiert und versehrt in die Heimat zur\u00fcckgekommen. Eine solche Situation hat Heinrich B\u00f6ll in der Kurzgeschichte \u201eMein teures Bein\u201c festgehalten, die von Beate Seifert vorgelesen wurde. Einen lokalen Bezug, noch dazu politisch hoch aktuell, stellte der Abschnitt \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c her. Nach Kriegsende kamen auch Hunderte von DPs (displaced persons) in die Stadt, ehemalige Kriegsgefangene der Deutschen, Zwangsarbeiter, KZ-H\u00e4ftlinge. Einige an die Leinwand projezierte Originaldokumente aus dieser Zeit konnten die Geschehnisse damals vergegenw\u00e4rtigen.<\/p>\n<p><em>ERSTER TEXT\u00a0 IN DER &#8222;GRUPPE 47&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Im zweiten Teil des Leseabends durften Ausz\u00fcge der Kurzgeschichte \u201eDas Begr\u00e4bnis\u201c von Wolf-Dietrich Schnurre nicht fehlen. Dies war der erste Text, der in der ber\u00fchmten \u201eGruppe 47\u201c bei ihrer ersten Tagung gelesen und diskutiert wurde. Der Schriftsteller gestaltet darin einen Bewusstseinzustand nach dem Krieg, in dem es vielen Menschen erscheint, als ob Gott gestorben sein m\u00fcsse. Daran kn\u00fcpfte Hans Fischer einige Gedanken zur Literatur in der Nachkriegszeit. Zum Thema \u201eBesatzungszeit\u201c kam mit dem Amberger Friedrich Brandl ein Autor aus der Region zu Wort. Burga M\u00e4nner (Kunstverein) las Ausschnitte aus seinen Erz\u00e4hlungen \u201eDubble Bubble\u201c und \u201eGeld\u201c, autobiografisch gef\u00e4rbte Kinder-Erlebnisse. Zum Schluss bem\u00fchte Fischer ein Zitat aus dem Neunburger Festspiel: Lernen wir aus Geschichte? \u00dcberleitung zum bereits 1953 im Bayerischen Rundfunk gesendeten H\u00f6rspiel \u201eHerr Biedermann und die Brandstifter\u201c von Max Frisch. Einen kurzen Ausschnitt aus der Schlussszene rezitierten Karl Stumpfi (Kunstverein) und Philipp Mardanow (Festspielverein). Zum Nachdenken anregen sollte das von allen Mitwirkenden vorgetragene \u201eFinale\u201c mit einem Text von Borchert: \u201eDann sag\u2018 nein!\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LogoNENKunstherbst430.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-2147\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LogoNENKunstherbst430-150x150.jpg\" alt=\"LogoNENKunstherbst430\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LogoNENKunstherbst430-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LogoNENKunstherbst430-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LogoNENKunstherbst430.jpg 430w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><strong>DAS MEDIEN-ECHO<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bericht \u00fcber den 3. Abend der Themenwoche 1945 im NT:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Literaturaben-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3389\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Literaturaben-1.jpg\" alt=\"Literaturaben (1)\" width=\"1187\" height=\"899\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Literaturaben-1.jpg 1187w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Literaturaben-1-300x227.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Literaturaben-1-1024x776.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1187px) 100vw, 1187px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Einf\u00fchrungsreferat \u201e1945 \u2013 Aufbruch ins neue Deutschland\u201c und der szenischen Lesung \u201eDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201c\u00a0 ging die literarische Themenwoche im 3. 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