{"id":5532,"date":"2017-09-27T21:53:53","date_gmt":"2017-09-27T21:53:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=5532"},"modified":"2017-09-28T04:59:49","modified_gmt":"2017-09-28T04:59:49","slug":"werke-des-neunburger-jahrtausendkonzerts-iiw-a-mozart-sinfonie-nr-41-c-dur-jupiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2017\/09\/werke-des-neunburger-jahrtausendkonzerts-iiw-a-mozart-sinfonie-nr-41-c-dur-jupiter\/","title":{"rendered":"Die Werke des Neunburger Jahrtausendkonzerts (II)<h1>W. A. Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur &#8222;Jupiter&#8220;<\/h1>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/mozartGALA1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3222\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/mozartGALA1.jpg\" alt=\"mozartGALA1\" width=\"2000\" height=\"1000\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/mozartGALA1.jpg 2000w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/mozartGALA1-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/mozartGALA1-1024x512.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/a>Am 16. August 1788 hatte W. A. Mozart die Sinfonie in C-Dur, KV 551 (\u00abJupiter-Sinfonie\u00bb), beendet. Ihre Eintragung in das chronologisch angelegte \u00ab<em>Verzeichn\u00fc\u00df aller meiner Werke<\/em>\u00bb, das er von Februar 1784 bis November 1791 f\u00fchrte, erfolgte unmittelbar auf die der g-moll- Sinfonie KV 550, die am 25. Juli in das Verzeichnis aufgenommen worden war. Nur wenige Wochen zuvor, n\u00e4mlich am 26. Juni, war die Sinfonie in Es-Dur KV 543, erschienen. Innerhalb von kaum mehr als sechs Wochen hatte Mozart somit drei Sinfonien komponiert, die zusammen mit der \u00abPrager\u00bb Sinfonie\u201c vom Dezember 1786 beweisen, welch gro\u00dfartigen Beitrag der Salzburger zu dieser Musikgattung geleistet hat.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, zu welchem Anlass Mozart jeweils seine letzten drei Sinfonien komponierte. M\u00f6glicherweise waren sie f\u00fcr eine f\u00fcr Sommer 1788 in Wien geplante Konzertreihe gedacht. Diese Pl\u00e4ne zerschlugen sich jedoch und so kam es, dass Mozart diesem Zeitpunkt an in Wien keine \u00f6ffentlichen Konzerte mehr gab. Dabei entsprach es durchaus nicht seiner Art, gleich drei Werke einer solchen Dimension zu komponieren,<\/p>\n<p>***************************************************<\/p>\n<p><em>\u201eIn der wundervollen Ausgeglichenheit dieses Werks ist klassische Vollendung zu sp\u00fcren und damit Geist jener Antike, die in ihrem erhabenen Sch\u00f6nheitssinn jedes Empfinden k\u00fcnstlerisch adeln konnte\u201c. (<\/em>Musikkritiker Karl Schumann in \u201eKnaurs Konzertf\u00fchrer\u201c)<\/p>\n<p>*****************************************************<\/p>\n<p>ohne dass Aussicht auf eine Auff\u00fchrung bestanden h\u00e4tte. Und mussten sich die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine sich unmittelbar anschlie\u00dfende Auff\u00fchrung aufgegeben werden, so ist doch anzunehmen, dass es zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch dazu kam. Eine solche Gelegenheit bot sich vielleicht bei Mozarts Reise durch Deutschland, die er im April\/Mai 1789 mit seinem Freund Karl Lichnowsky unternahm. Durchaus m\u00f6glich ist auch, dass eine bzw. zwei seiner letzten drei Sinfonien \u2013 zumindest aber einige S\u00e4tze hieraus \u2013 bei einem Konzert am 12. Mai 1789 in Leipzig gespielt wurden, oder aber dass die \u00abJupiter-Sinfonie\u00bb zu den zwei Sinfonien geh\u00f6rte, die f\u00fcr ein Konzert am 15. Oktober anl\u00e4sslich der Kr\u00f6nungsfeierlichkeiten f\u00fcr Leopold II., zu denen Mozart nach Frankfurt gekommen war, vorgesehen waren. Das Programm erwies sich jedoch als f\u00fcr diesen Anlass zu lang und folglich wurde lediglich eine Mozart-Sinfonie, noch dazu eine seiner fr\u00fchen Kompositionen, aufgef\u00fchrt. Denkbar ist auch, dass es sich bei der \u00ab<em>Gro\u00dfen Sinfonie von der Erfindung des Herrn Mozart\u201c<\/em> , die kurz darauf von der \u00abTonk\u00fcnstler-Soziet\u00e4t\u00bb erneut angeboten wurde, um die \u00abJupiter-Sinfonie\u00bb gehandelt hat.<\/p>\n<p>Worin der Titel \u00abJupiter-Sinfonie\u00bb, unter dem das Werk inzwischen allgemein bekannt ist, letztendlich seinen Ursprung hat, l\u00e4sst sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Bei ihrem Besuch in Salzburg im Jahre 1829 erz\u00e4hlte Mozarts Sohn Franz Xaver dem Ehepaar Vincent und Mary Novello, dass der 1815 verstorbene Violinist und Konzertmeister Salomon, auf dessen Einladung auch Haydns Londoner Aufenthalte zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, den Titel zuerst gebraucht habe. Ganz sicher aber war der Beiname \u00abJupiter\u00bb bereits in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts in London bekannt.<\/p>\n<p><em>1.Satz Allegro vivace<\/em><\/p>\n<p>Auch in dieser Sinfonie greift Wolfgang Amadeus Mozart auf einfache, aber geniale Melodieeinf\u00e4lle zur\u00fcck. \u00dcber das St\u00fcck benutzt er zwei melodische Bausteine \u2013 jedes davon zwei Takte lang \u2013 und spielt nach einer Vorstellung mit diesen Elementen. So setzt er sie im Verlauf in verschiedene Lautst\u00e4rkestufen, fremde Tonarten und -lagen, wechselt zwischen Intstrumentengruppen. \u00a0Das herrische Kopfthema der C-Dur-Sinfonie erinnert an das Hauptthema\u00a0 in Glucks \u201eIphigenie\u201c-Ouvert\u00fcre, das dort die gebieterische Forderung der G\u00f6tter verdeutlicht. Bei Mozart wird das herrische Thema in seinem weiteren Verlauf sinnend singend beantwortet, wie \u00fcberhaupt ein Dualismus von m\u00e4nnlichen und weiblichen Elementen und deren Widerstreit dem Satz ein dramatisches Gepr\u00e4ge verleiht. In festlichen Fanfaren klingt der erste Satz aus.<\/p>\n<p>2. <em>Satz Andante cantabile<\/em><\/p>\n<p>Der ruhige zweite Satz fordert dann ein intensives Hin\u00f6ren, um die differenzierten Impulse und Farbwechsel wahrzunehmen. Dem lieblichen Hauptthema, das nur vor\u00fcbergehend \u00fcberschattet werden kann, wird ein seelenvoller Seitengedanke gegen\u00fcber gestellt. Auch wenn in der Durchf\u00fchrung eine gro\u00dfe Steigerung erreicht wird, so kann diese \u00fcber die wehm\u00fctige Grundstimmung nicht hinwegt\u00e4uschen.<\/p>\n<p><em>3. Satz Menuetto: Allegretto<\/em><\/p>\n<p>Im dritten Satz stechen chromatische Linien heraus. Jedoch schafft Mozart es hier, diese nicht tragisch oder belastend sondern schwebend leicht, fast t\u00e4nzerisch in einem Dreiviertel-Takt erscheinen zu lassen. \u00a0Auch das Menuett mit seinen abw\u00e4rts gleitenden Halbtonschritten ist von einer heiteren Stimmung weit entfernt.<\/p>\n<p><em>4. Satz Molto allegro<\/em><\/p>\n<p>Das Finale ist Mozarts kontrapunktische Meisterleistung auf sinfonischem Gebiet. \u00a0Das \u00fcberaus einpr\u00e4same Hauptthema \u2013 sehr wirksam in ganzen T\u00f6nen einherschreitend \u2013wird, nachdem es zuerst einmal in vollem Prunk vorgef\u00fchrt worden ist, in einer einfachen Fuge durchgef\u00fchrt, die allerdings nach den ersten f\u00fcnf Eins\u00e4tzen auch schon wieder zu Ende ist. Aus dem Hauptthema werden weitere Teilthemen entwickelt, so dass eine gro\u00dfangelegte Triplefuge entsteht.\u00a0 Bei allen kontrapunktischen K\u00fcnsten bleibt die Fuge bei Mozart nie ein Selbstzweck. Sie ist auch in der Jupiter-Sinfonie nur Hilfsmittel, um die gro\u00dfartigsten Steigerungen zu erzielen.\u00a0 Wunderbar bleibt dabei immer die au\u00dferordentliche \u00dcbersichtlichkeit in der thematischen Arbeit. Und dennoch ist der Eindruck, den dieses Finale hinterl\u00e4sst, wahrhaft gro\u00df und befreiend \u2013 es ist ein im edelsten Sinn festlich frohes Finale, eines Jupiter wahrhaft w\u00fcrdig.<\/p>\n<p>(Quellen: www.musicademy.de; Programmheft Bayerische Philharmonie 10\/2017)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5257\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17-300x141.jpg\" alt=\"BannerKunstherbst17\" width=\"300\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17-300x141.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17-768x360.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17-1024x480.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/BannerKunstherbst17.jpg 1913w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Logo_BayPhil_2012_RGB_oC.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4781\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Logo_BayPhil_2012_RGB_oC-300x145.jpg\" alt=\"Logo_BayPhil_2012_RGB_oC\" width=\"300\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Logo_BayPhil_2012_RGB_oC-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Logo_BayPhil_2012_RGB_oC.jpg 590w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. 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