{"id":5542,"date":"2017-09-28T10:13:40","date_gmt":"2017-09-28T10:13:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=5542"},"modified":"2017-09-30T06:16:02","modified_gmt":"2017-09-30T06:16:02","slug":"die-werke-des-neunburger-jahrtausendkonzerts-iiia-bruckner-sinfonie-nr-4-romantische","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2017\/09\/die-werke-des-neunburger-jahrtausendkonzerts-iiia-bruckner-sinfonie-nr-4-romantische\/","title":{"rendered":"Die Werke des Neunburger Jahrtausendkonzerts (III)<h1>A. Bruckner: Sinfonie Nr. 4 &#8222;Romantische&#8220;<\/h1>"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Anton Bruckner - Symphony No. 4 in E flat (&quot;Romantic&quot;), WAB 104 [Haitink]\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-MiYzU8HQZQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Der Ober\u00f6sterreicher Anton Bruckner (1824 &#8211; 1896) war als sch\u00f6pferischer Mensch ein Sp\u00e4tz\u00fcnder. Zun\u00e4chst gab es f\u00fcr ihn nur Lernen und Arbeiten, nach und nach nahm die Inspiration und Eigenart zu, von deren grandioser F\u00fclle man fast bis zu seinem 40. Lebensjahr nichts ahnen konnte.<\/p>\n<p>**************************************************<\/p>\n<p><em>\u201eWeil die gegenw\u00e4rtige Weltlage geistig gesehen Schw\u00e4che ist, fl\u00fcchte ich zur St\u00e4rke und schreibe kraftvolle Musik.\u201c (<\/em>Komponist Anton Bruckner w\u00e4hrend seiner Arbeit an der 4. Sinfonie)<\/p>\n<p>***************************************************<\/p>\n<p>Ab 1861 betrieb Bruckner f\u00fcr zwei Jahre Studien in Formenlehre und Instrumentation. Hatte er sich bis dahin nahezu ausschlie\u00dflich mit Kirchenmusik und weltlicher Vokalmusik befasst, begann er nun sich auf das Gebiet der Symphonien vorzutasten. Doch wurde ihm die Anerkennung als Komponist nicht in gleichem Ma\u00dfe zuteil, wie er sie als gefeierter Organist genoss.<\/p>\n<p>Die Urauff\u00fchrung seiner Symphonie Nr. 1\u00a0 (&#8222;Linzer) war ohne gr\u00f6\u00dferen Erfolg geblieben. Die 2. Symphonie wurde zun\u00e4chst von den Wiener Philharmonikern abgelehnt. Die Auff\u00fchrung erfolgte auf Bruckners eigene Kosten und war auch erfolgreich, brachte jedoch nicht den entscheidenden Durchbruch.<\/p>\n<div id=\"attachment_5545\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/BrucknerPortr\u00e4t.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5545\" class=\"size-full wp-image-5545\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/BrucknerPortr\u00e4t.jpg\" alt=\"Anton Bruckner\" width=\"179\" height=\"256\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5545\" class=\"wp-caption-text\">Komponist Anton Bruckner: Sch\u00f6pfer der &#8222;Romantischen&#8220;<\/p><\/div>\n<p>Anton Bruckners 3. Symphonie musste schlie\u00dflich ganze vier Jahre auf eine Urauff\u00fchrung warten &#8211; und wurde von der Kritik verrissen. Mit dem Komponieren seiner Symphonie Nr. 4 begann Anton Bruckner im Januar 1874. Nach nur elf Monaten f\u00fchrte er sie am 22. November vorerst zu Ende. Die n\u00e4chsten Jahre blieb die Partitur des Werkes liegen. Erst 1878 nahm er sich der \u00dcberarbeitung seiner Vierten Symphonie an. Ende des Jahres hatte er diese fertiggestellt und zur Auff\u00fchrung nach Berlin gesandt. Doch lie\u00df diese auf sich warten.<\/p>\n<p>Und so war in Bruckner wohl der Gedanke eines neuen Finales herangereift, mit dem seine \u00bbRomantische\u00ab am 20. Februar 1881, aufgef\u00fchrt von den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Hans Richter, endlich\u00a0 erklang und vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Dennoch nahm der Komponist weitere \u00c4nderungen vor. Anton Bruckner selbst gab seiner 4. Symphonie\u00a0 in Es-Dur den Titel \u00bbRomantische\u00ab. Bestimmend f\u00fcr den Charakter des ganzen Werkes ist das Hauptthema des ersten Satzes, ein Hornruf, der Assoziationen an die freie Natur, an die Jagd und an das Leben auf dem Land weckt.<\/p>\n<div id=\"attachment_4618\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/q1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4618\" class=\"size-medium wp-image-4618\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/q1-300x295.jpg\" alt=\"Hans Richter dirigierte die Urauff\u00fchrung 1881.\" width=\"300\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/q1-300x295.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/q1-768x756.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/q1-1024x1008.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4618\" class=\"wp-caption-text\">Hans Richter dirigierte die Urauff\u00fchrung 1881, f\u00f6rderte das sinfonische Schaffen Bruckners.<\/p><\/div>\n<p>****************************************************<\/p>\n<p><em>&#8222;In diesem Sinne sehe ich Bruckners &#8218;Romantische&#8216; als eine Natursinfonie, in der alle Stimmen der Natur, alle Gewalten des Alls zusammenflie\u00dfen zu einer h\u00f6heren Harmonie&#8220;.<\/em>\u00a0 (Musikkritiker Karl Schumann)<\/p>\n<p>*****************************************************<\/p>\n<p><em>1.Satz: Bewegt, nicht zu schnell<\/em><\/p>\n<p>Zwei Takte leises Streichertremolo, dann ruft das Hauptthema im Horn wie lockend aus dem Waldesdunkel, immer wieder. Bald rauscht es im Wald, ein Dr\u00e4ngen hebt an, das Gl\u00fccksgef\u00fchl steigert sich zum Lobgesang, Absinken, Stille. In der Bratsche eine innige Weise, umzwitschert von Vogelrufen der Geigen. Wieder ein Atemholen. Dann erneut eine ansteigende Bewegung, gesteigertes Kraftgef\u00fchl des Menschen in der Natur.\u00a0 Sei es geheimnisvolles Waldweben, sei es Lichtf\u00fclle, sei es der Zauber einer Morgenstimmung &#8211; in dieses Naturerleben ist der Mensch tiefatmend und mitempfindend gestellt.<\/p>\n<p><em>2. Satz: Andante quasi Allegretto<\/em><\/p>\n<p>Menschliches Leid durchzieht dieses Andante. Das klagende Hauptthema des Cellos wird geleitet von Trauermarsch-Rhythmen der \u00fcbrigen Streicher. Geigen beginnen eine Choralweise, Holzbl\u00e4ser antworten. Nun in der Bratsche ein neues Thema, wieder klagend, doch bewegter, weicher. Ein Vogelruf (Fl\u00f6te) als Stimme der Natur, das Dunkel lichtet sich, die Instrumente scheinen Lebensmut auszustrahlen. Abermals dieses atmende Verhallen. Endlich ein letzter Aufschwung: der Vogelruf k\u00fcndet Frieden, das Hauptthema steigt leuchtend empor und verhallt still. Bei aller Melancholie des trauermarsch\u00e4hnlichen Hauptgedankens ist dieser langsame Satz von einer abgekl\u00e4rten Stimmung erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><em>3. Satz Scherzo: Bewegt \u2212 Trio. Nicht zu schnell<\/em><\/p>\n<p>Ein drastisch rhythmisiertes St\u00fcck ist das so genannte Jagd-Scherzo. Es verbreitet romantische Waldstimmung durch den freudigen Klang der Jagdh\u00f6rner, die hier durch die Fanfaren der Trompeten hervorgerufen wird, unterbrochen durch ein geheimnisvolles Weben in den Streicherstimmen. Als eine l\u00e4ndliche Idylle klingt dann das l\u00e4ndlerartige Trio auf, ein Tanz auf sonniger Wiese. Bruckner hat zu diesem Trio angemerkt, man m\u00f6ge an eine Jagdgesellschaft bei der Rast denken.<\/p>\n<p><em>4. Satz: Finale: Bewegt, doch nicht zu schnell<\/em><\/p>\n<p>Aus brauenden Nebeln der Streicher zuckt in Klarinetten und H\u00f6rnern ein Oktaven-Motiv auf, schiebt sich erschauernd noch einen Ton weiter. Wie Echo aus dem Scherzo hallen Jagdkl\u00e4nge von irgendwoher. Dumpfes Beben in der Natur, ein Sturm erhebt sich&#8230; Aus d\u00fcster lastender Stimmung ringt sich im Finale das gro\u00dfartige Hauptthema des ersten Satzes durch. Wenn es drohend im Fortissimo vor uns steht, enth\u00fcllt sich die ganze Wucht dieses Schicksalsgedankens.\u00a0 Nun st\u00fcrmt es selbst durch das n\u00e4chtliche Dickicht. Der monumentalen Gr\u00f6\u00dfe dieses ersten Teils ist die Melodiefreudigkeit der zweiten Themengruppe gegen\u00fcber gestellt. Es melden sich Erinnerungen an das Andante &#8211; alle Gedanken der Vergangenheit werden heraufbeschworen. Licht und Schatten, Freude und Schrecken, Naturgewalt und Gottesfurcht. Die Gl\u00e4ubigkeit, die hier zum Ausdruck kommt, ist der Grundton des Finalsatzes, dessen Abschluss wie eine h\u00f6chste Verkl\u00e4rung anmutet, in strahlendem Licht, im h\u00f6chsten Glanz des vollen Orchesters.<\/p>\n<p>***************************************************<\/p>\n<p><em>&#8222;Wir m\u00fcssen die romantische Tradition am Leben erhalten.\u00a0 Denn ich bin \u00fcberzeugt davon, dass sie zu uns, den Menschen des 21. Jahrhunderts, unmittelbar spricht. Das gilt im besonderen Ma\u00dfe f\u00fcr\u00a0 Anton Bruckner, der eine ganz eigene, vision\u00e4re Tonsprache entwickelt hat. Bruckner ist hochmodern. Ihn besch\u00e4ftigten dieselben existenziellen Fragen und Zweifel wie uns alle, und darum hat uns seine Musik gerade heute so viel zu sagen. Sein Glaube und seine innere St\u00e4rke spiegeln sich \u00fcberall in seiner Musik.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>(Dirigent Andris Nelssons)<\/p>\n<p>****************************************************<\/p>\n<p>(Quelle http:\/\/anton-bruckner.heimat.eu\/4__sinfonie_es-dur.htm \/ &#8222;Knaurs Konzertf\u00fchrer&#8220; von Gerhard v. Westerman und Karl Schumann (1969) \/ Programmheft der Bayerischen Philharmonie 10\/2017)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bruckner4Plus_PH_2017_Titel-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5528\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bruckner4Plus_PH_2017_Titel-1-211x300.jpg\" alt=\"Bruckner4Plus_PH_2017_Titel\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bruckner4Plus_PH_2017_Titel-1-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bruckner4Plus_PH_2017_Titel-1.jpg 420w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/LogoNENKunstherbst430.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4405\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/LogoNENKunstherbst430-300x300.jpg\" alt=\"logonenkunstherbst430\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/LogoNENKunstherbst430-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/LogoNENKunstherbst430-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/LogoNENKunstherbst430.jpg 430w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<table style=\"height: 49px;\" width=\"581\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"95%\"><\/td>\n<td width=\"4%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"95%\"><\/td>\n<td width=\"4%\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ober\u00f6sterreicher Anton Bruckner (1824 &#8211; 1896) war als sch\u00f6pferischer Mensch ein Sp\u00e4tz\u00fcnder. 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