{"id":6745,"date":"2018-09-27T14:13:24","date_gmt":"2018-09-27T14:13:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=6745"},"modified":"2018-10-01T16:18:49","modified_gmt":"2018-10-01T16:18:49","slug":"musikalische-lesung-1918-die-letzte-nacht-in-der-spitalkircheweltkrieg-sinnentleert-und-pervers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2018\/09\/musikalische-lesung-1918-die-letzte-nacht-in-der-spitalkircheweltkrieg-sinnentleert-und-pervers\/","title":{"rendered":"Musikalische Lesung &#8222;1918 &#8211; Die letzte Nacht&#8220; in der Spitalkirche:<h1>Weltkrieg, sinnentleert und pervers&#8230;<\/h1>"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6747\" style=\"width: 2418px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6747\" class=\"size-full wp-image-6747\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918.jpg\" alt=\"Die Hauptakteure der Musikalischen Lesung &quot;1918 - Die letzte Nacht&quot; in der Spitalkirche (v.li.) Karl Stumpfi, J\u00fcrgen Zach und Wolfgang Huber. Fotos: Alfred Grassmann\" width=\"2408\" height=\"1523\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918.jpg 2408w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918-768x486.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Trio1918-1024x648.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2408px) 100vw, 2408px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6747\" class=\"wp-caption-text\">Die Hauptakteure der Musikalischen Lesung &#8222;1918 &#8211; Die letzte Nacht&#8220; in der Spitalkirche (v.li.) Karl Stumpfi, J\u00fcrgen Zach und Wolfgang Huber. <em>Fotos: Alfred Grassmann<\/em><\/p><\/div>\n<p>&#8222;Die letzten Tage der Menschheit&#8220; &#8211; Dieses in den Kriegsjahren 1914 bis 1917 entstandene Drama gab die Vorlage zum dreiteiligen Karl-Kraus-Lesetheater im Neunburger Kunstherbst. Nach dem Auftakt 2014 und die Fortsetzung 2016 folgte am Mittwochabend das Finale mit der rund zweist\u00fcndigen Musikalischen Lesung &#8222;1918 &#8211; Die letzte Nacht&#8220; in der Spitalkirche.<\/p>\n<div id=\"attachment_6748\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6748\" class=\"size-medium wp-image-6748\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder-300x276.jpg\" alt=\"1. Vorsitzender Peter Wunder begr\u00fc\u00dfte die Zuh\u00f6rerschaft.\" width=\"300\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder-300x276.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder-768x708.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder-1024x944.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/PeterWunder.jpg 1730w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6748\" class=\"wp-caption-text\">1. Vorsitzender Peter Wunder begr\u00fc\u00dfte die Zuh\u00f6rerschaft.<\/p><\/div>\n<p>1. Vorsitzender\u00a0 Peter Wunder begr\u00fc\u00dfte dazu einen zwar kleinen, aber doch hochkonzentrierten Zuh\u00f6rerkreis im ehemaligen Gotteshaus, dessen Gr\u00fcndung auf die Spitalstifung des Pfalzgrafen Ruprecht III. im Jahr 1398 zur\u00fcckreicht.\u00a0 Wunder sah diese Lesung im Kontext zur laufenden Internationalen Ausstellung &#8222;Ahoj 18 &#8211; Kunst f\u00fcr den Frieden&#8220;. Der Kunstverein Unverdorben wolle damit ein Zeichen setzen in einer politisch sehr unruhigen Zeit, welche sich zunehmend zur Gefahr auch f\u00fcr den Frieden in Europa entwickle. Er dankte seinen Vorstandsmitgliedern Karl Stumpfi und J\u00fcrgen Zach, welche das Lesetheaterprojekt mit gro\u00dfem Idealismus betreuten. Mit Wolfgang Huber aus Nittenau komplettiert ein ausgewiesener Literatur- und Sprachexperte diese Troika.<\/p>\n<p><em>LITANEI VON TODESURTEILEN<\/em><\/p>\n<p>Mit dem &#8222;Lied von der Presse&#8220;, getextet und komponiert von Karl Kraus, interpretiert von J\u00fcrgen Zach (Gesang\/Gitarre) wurde gleich eingangs des Abends deutlich: Der Erste Weltkrieg gilt nicht nur als der erste technische, sondern auch der erste mediale Gro\u00dfkonflikt. Unmittelbar darauf folgte als Toneinspieler: &#8222;Verlautbarte Todesurteile&#8220;, ein Auszug aus der Wiener Arbeiterzeitung vom 8. Oktober 1918.<\/p>\n<div id=\"attachment_6749\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6749\" class=\"size-medium wp-image-6749\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi-300x295.jpg\" alt=\"Karl Stumpfi liest Texte von Karl Kraus und Georg Trakl\" width=\"300\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi-300x295.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi-768x755.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi-1024x1007.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/KarlStumpfi.jpg 1702w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6749\" class=\"wp-caption-text\">Karl Stumpfi liest Texte von Karl Kraus und Georg Trakl<\/p><\/div>\n<p>&#8222;\u00dcber vier Jahre dauert der Weltkrieg schon, l\u00e4ngst ist er zum statischen Stellungskrieg geraten&#8220;, f\u00fchrte Rezitator Karl Stumpfi in die Thematik, &#8222;Frontberichte verschwinden aus den Zeitungsspalten, Litaneien verlautbarter Todesurteile von Milit\u00e4r- und Standgerichten h\u00e4ufen sich. Werden allt\u00e4glich, wie heutzutage amtliche Bekanntmachungen und Standesamtsnachrichten&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Satiriker und Moralisten Karl Kraus sind mit dem Ersten Weltkrieg die letzten Tage der Menschheit angebrochen. Aus seinem monumentalen Endzeitdrama, das einem Marstheater zugeeignet ist, lasen Karl Stumpfi und Wolfgang Huber vier Szenen aus dem 4. Akt, welche die menschenverachtende Sinnentleerheit, ja Perversion des Krieges vor Augen f\u00fchren. Sie seien auch ein leidenschaftlicher Appell an die Menschheit, die Lektionen der Geschichte endlich zu begreifen und zu verinnerlichen. &#8222;Denn wer aus Geschichte nicht lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen&#8220;.<\/p>\n<p><em>REMARQUES LEBEN UND WERK<\/em><\/p>\n<p>Nach dem von J\u00fcrgen Zach vorgetragenen &#8222;Marschlied&#8220; befasste sich Wolfgang Huber mit der Biografie Erich Maria Remarques und der Rezeptionsgeschichte dessen Klassikers &#8222;Im Westen nichts Neues&#8220;. Er r\u00fcckte hierbei in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, dass der Autor eine Romantrilogie nicht prim\u00e4r dem Grauen des Kriegsgeschehens, sondern dem Schicksal der jungen Generation widmete.\u00a0 Weitere Romantitel sind &#8222;Drei Kameraden&#8220; und &#8222;Zeit zu leben &#8211; Zeit zu sterben&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_6750\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6750\" class=\"size-medium wp-image-6750\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest-300x292.jpg\" alt=\"Wolfgang Huber liest Texte von Karl Kraus und Erich Maria Remarque\" width=\"300\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest-300x292.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest-768x747.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest-1024x996.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Huberliest.jpg 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6750\" class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Huber liest Texte von Karl Kraus und Erich Maria Remarque<\/p><\/div>\n<p>Huber schloss diesen Komplex mit der Lesung des Schlusskapitels aus &#8222;Im Westen nichts Neues&#8220; &#8211; und dem Sterben des\u00a0 Ich-Erz\u00e4hlers: &#8222;Er war vorn\u00fcbergesunken und lag wie schlafend an der Erde. Als man ihn umdrehte, sah man, dass er sich nicht lange gequ\u00e4lt haben konnte &#8211; sein Gesicht hatte einen so gefassten Ausdruck, als w\u00e4re er beinahe zufrieden damit, dass es so gekommen war&#8220;.<\/p>\n<p>Musik von Gustav Mahler leitete nach der Pause den zweiten Teil des Leseabends ein, Adagio aus der unvollendeten 10. Sinfonie, entstanden in den Jahren 1910\/11. &#8222;Seine Klangwelt&#8220;, so Stumpfi, &#8222;antizipiert f\u00f6rmlich alle Schrecken und F\u00e4hrnisse in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.&#8220;\u00a0 Zu Beginn der Kampfhandlungen 1914 kam es in der Stadt Grodek in Ostgalizien (heute Ukraine) zu einer erbitterten Schlacht zwischen \u00f6sterreichisch-ungarischen und russischen Truppen.\u00a0 Der 27 Jahre alte Dichter Georg Trakl ist als Sanit\u00e4tsleutnant in einem Feldlazarett nahe dran an dem blutigen Gemetzel. Unter widrigen Umst\u00e4nden \u2013 es fehlen Narkotika f\u00fcr Operationen, sieht er sich au\u00dferstande, das Leid der Verletzten zu mildern. Unter diesem Eindruck stehend, verfasst Trakl das\u00a0 expressionische Gedicht Grodek. Seine nervliche Verfassung verschlechtert sich zusehends, er wird in ein Krakauer Milit\u00e4rspital eingewiesen, wo er Anfang November 1914 einer Herzl\u00e4hmung in Verbindung mit einer \u00dcberdosis Kokain erliegt. Ungekl\u00e4rt bleibt, ob die \u00dcberdosierung absichtlich geschah oder ein Versehen war.<\/p>\n<p><em>ZERST\u00d6RTES EBENBILD GOTTES<\/em><\/p>\n<p>Kurz vor Kriegsausbruch war Georg Trakls Gedichtezyklus \u201eDer J\u00fcngste Tag\u201c erschienen. Nach dem Kriegsgedicht Grodek\u00a0 rezitierte Karl Stumpfi daraus f\u00fcnf Texte, angereichert mit zwei weiteren Passagen aus Mahlers sinfonischem Verm\u00e4chtnis: &#8222;Menschheit&#8220;, &#8222;Die Raben&#8220;, &#8222;Die Ratten&#8220;, &#8222;Allerseelen&#8220;, &#8222;Im Winter&#8220; und &#8222;Verfall&#8220;. Nach Remarque und Trakl stand der Schlussabschnitt wieder ganz im Zeichen von Karl Kraus. Zun\u00e4chst intonierte Zach Karl Kraus&#8216; &#8222;Weltkriegs-Couplet&#8220;. Den Epilog &#8222;Die letzte Nacht&#8220; trug das Rezitatoren-Duo in Ausz\u00fcgen vor &#8211; sein apokalyptisches Ende samt Untergang des Menschen (&#8222;Zerst\u00f6rt ist Gottes Ebenbild&#8220;) und Gottes Stimme (&#8222;Ich habe es nicht gewollt!&#8220;) lie\u00df den Zuh\u00f6rern den Atem stocken. Mit dem Friedens-Chanson &#8222;Die Antwort der Blumen&#8220; von Klaus Hoffmann setzte S\u00e4nger &amp; Gitarrist J\u00fcrgen Zach dem Teufelskreis der Gewalt aber\u00a0 eine Botschaft der Hoffnung entgegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_6751\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6751\" class=\"size-medium wp-image-6751\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach-300x251.jpg\" alt=\"J\u00fcrgen Zach interpretiert Chansons \u00fcber Krieg und Frieden.\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach-768x642.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach-1024x856.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/JurgenZach.jpg 1753w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6751\" class=\"wp-caption-text\">J\u00fcrgen Zach interpretiert Chansons \u00fcber Krieg und Frieden.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_6752\" style=\"width: 1546px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6752\" class=\"size-full wp-image-6752\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18.jpg\" alt=\"Die Spitalkirche bot einen ebenso stilvollen wie atmosph\u00e4risch passenden Rahmen f\u00fcr den Abschluss des dreiteiligen Karl-Kraus-Lesetheaters.\" width=\"1536\" height=\"1645\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18.jpg 1536w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18-280x300.jpg 280w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18-768x823.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Spitalkirch18-956x1024.jpg 956w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6752\" class=\"wp-caption-text\">Die Spitalkirche bot einen ebenso stilvollen wie atmosph\u00e4risch passenden Rahmen f\u00fcr den Abschluss des dreiteiligen Karl-Kraus-Lesetheaters.<\/p><\/div>\n<p><strong>G R O D E K\u00a0 von Georg Trakl:<\/strong><\/p>\n<p><em>Am Abend t\u00f6nen die herbstlichen W\u00e4lder<\/em><br \/>\n<em> Von t\u00f6dlichen Waffen, die goldnen Ebenen<\/em><br \/>\n<em> Und blauen Seen, dar\u00fcber die Sonne<\/em><br \/>\n<em> D\u00fcstrer hinrollt; umf\u00e4ngt die Nacht<\/em><br \/>\n<em> Sterbende Krieger, die wilde Klage<\/em><br \/>\n<em> Ihrer zerbrochenen M\u00fcnder.<\/em><br \/>\n<em> Doch stille sammelt im Weidengrund<\/em><br \/>\n<em> Rotes Gew\u00f6lk, darin ein z\u00fcrnender Gott wohnt<\/em><br \/>\n<em> Das vergossne Blut sich, mondne K\u00fchle;<\/em><br \/>\n<em> Alle Stra\u00dfen m\u00fcnden in schwarze Verwesung.<\/em><br \/>\n<em> Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen<\/em><br \/>\n<em> Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,<\/em><br \/>\n<em> Zu gr\u00fc\u00dfen die Geister der Helden, die blutenden H\u00e4upter;<\/em><br \/>\n<em> Und leise t\u00f6nen im Rohr die dunkeln Fl\u00f6ten des Herbstes.<\/em><br \/>\n<em> O stolzere Trauer! ihr ehernen Alt\u00e4re<\/em><br \/>\n<em> Die hei\u00dfe Flamme des Geistes n\u00e4hrt heute ein gewaltiger Schmerz,<\/em><br \/>\n<em> Die ungebornen Enkel.<\/em><\/p>\n<p>*************************<\/p>\n<p><strong>AUS DEM VORWORT DES AUTORS zum Drama &#8222;Die letzten Tage der Menschheit&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Es mag auch zu bef\u00fcrchten sein, dass eine Zukunft, die den Lenden einer so w\u00fcsten Gegenwart entsprossen ist, trotz gr\u00f6\u00dferer Distanz der gr\u00f6\u00dferen Kraft des Begreifens entbehrt. Dennoch muss ein so restloses Schuldbekenntnis, dieser Menschheit anzugeh\u00f6ren, irgendwo willkommen und irgendeinmal von Nutzen sein&#8220;.<\/p>\n<p>***************************<\/p>\n<p><em><strong>MEDIEN-ECHO<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Bericht in der Tageszeitung &#8222;Der Neue Tag&#8220; vom 1. Oktober 2018 als jpg-Datei:<a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6782\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1.jpg\" alt=\"NTKrieg1\" width=\"2807\" height=\"2200\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1.jpg 2807w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1-768x602.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/NTKrieg1-1024x803.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2807px) 100vw, 2807px\" \/><\/a>Bericht vom 28. September 2018 in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, als jpg-Datei:<a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt....jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6783\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt....jpg\" alt=\"28_Sep.STN1\" width=\"1254\" height=\"2159\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt....jpg 1254w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt...-174x300.jpg 174w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt...-768x1322.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Als-die-Welt...-595x1024.jpg 595w\" sizes=\"auto, (max-width: 1254px) 100vw, 1254px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6673\" src=\"http:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242-300x238.jpg\" alt=\"DSC06242\" width=\"300\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242-300x238.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242-768x609.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242-1024x812.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/DSC06242.jpg 1659w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die letzten Tage der Menschheit&#8220; &#8211; Dieses in den Kriegsjahren 1914 bis 1917 entstandene Drama gab die Vorlage zum dreiteiligen Karl-Kraus-Lesetheater im Neunburger Kunstherbst. 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