{"id":9596,"date":"2021-09-26T01:27:04","date_gmt":"2021-09-26T01:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/?p=9596"},"modified":"2021-10-02T14:25:05","modified_gmt":"2021-10-02T14:25:05","slug":"konzert-endet-in-einem-taumel-der-ekstase-aberes-beginnt-mit-fuenf-leisen-paukenschlaegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/index.php\/2021\/09\/konzert-endet-in-einem-taumel-der-ekstase-aberes-beginnt-mit-fuenf-leisen-paukenschlaegen\/","title":{"rendered":"Konzert endet in einem &#8222;Taumel der Ekstase&#8220;, aber:<h1>Es beginnt mit vier leisen Paukenschl\u00e4gen&#8230;<\/h1>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ.jpg\" alt=\"PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ\" width=\"1831\" height=\"2598\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9599\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ.jpg 1831w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ-768x1090.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PL-BeethovenNacht2107_web_05RZ-722x1024.jpg 722w\" sizes=\"auto, (max-width: 1831px) 100vw, 1831px\" \/><\/a><br \/>\nZur &#8222;Nachfeier&#8220; des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens  am 2. Oktober bringen die K\u00f6niggr\u00e4tzer Philharmoniker  zwei Werke mit, die im reichhaltigen Schaffen des Meisters sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal tragen. Das Violinkonzert, Opus 61, blieb die einzige Auseinandersetzung Beethovens mit dieser Kategorie orchestraler Musik &#8211; und gilt bis heute als edelstes und bedeutendstes Werk seiner Gattung. R\u00e4tselhaft beginnt es mit vier pulsierenden, leisen Paukenschl\u00e4gen, bevor in den Holzbl\u00e4sern eine choralartige Melodie einsetzt. Und die siebte Symphonie, Opus 92, wird von einem alles beherrschenden Element gepr\u00e4gt &#8211; dem Rhythmus! Sie sei, wie es Richard Wagner formulierte, die &#8222;Apotheose des Tanzes&#8220;. Nachfolgend ein kurzer Abriss der Entstehungsgeschichte und Werkanalyse dieser beiden Beethoven-Meisterst\u00fccke.<\/p>\n<p><em>GEIGE UND ORCHESTER IM DIALOG<\/em><\/p>\n<p>Sein einziges Violinkonzert komponierte Beethoven in wenigen Wochen zwischen November und Dezember 1806. Auf dem H\u00f6hepunkt seiner gestalterischen Kraft waren zuvor die vierte Symphonie, das vierte Klavierkonzert, die Sonate &#8222;Appassionata&#8220; und das Tripelkonzert entstanden. Als &#8222;Vorstudien&#8220; kann man die beiden 1802\/03 geschriebenen Romanzen f\u00fcr Violine und Orchester betrachten. Der Pianist Beethoven hatte sich intensiv in den Charakter des Streichinstrumentes eingef\u00fchlt. Er sp\u00fcrte genau auch den Gegensatz eines Geigenkonzertes zu dem eines Konzertes f\u00fcr Klavier und Orchester. Hier bleibt das Tasteninstrument aufgrund seines nat\u00fcrlichen Klanges selbst\u00e4ndig &#8211; es tritt dem von Streichern und Bl\u00e4sern gebildeten Orchesterklang kontrastierend gegen\u00fcber. Die Geige hingegen steht von Natur aus dem Orchester n\u00e4her. Sie gelangt weniger in einen konzertierenden Wettbewerb mit ihm als zu einem gemeinsam gef\u00fchrten Dialog. Das Solo-Instrument ist in den sinfonischen Verlauf des Ganzen v\u00f6llig eingebunden. Diese organische Struktur verlangt vom Solisten, dass er weit \u00fcber Technik und individuellen Ausdruck hinaus in die Form, die Substanz, den geistigen Gehalt des Werkes einzudringen vermag. Gelingt dies, dann strahlen Gr\u00f6\u00dfe und Tiefe dieses Violinkonzertes auf die seiner w\u00fcrdigen Interpreten zur\u00fcck.<br \/>\nDer erste Satz (Allegro ma non troppo) beginnt mit dem besagten rhythmischen Paukenmotiv, dem ein kantables Holzbl\u00e4sermotiv folgt. Etwas Mysteri\u00f6ses haftet der  gesamten Orchestereinleitung an: mit ihrem An- und Abschwellen zwischen dramatischen Ausbr\u00fcchen und lyrischen Kl\u00e4ngen erzeugt sie eine erwartungvolle Spannung vor dem ersten Soloeinsatz der Violine. Voller Eleganz und Anmut schwingt sie sich zu manchem H\u00f6henflug empor. Die M\u00f6glichkeit, Virtuosit\u00e4t unter Beweis zu stellen, besteht insbesondere bei den Kadenzen, also jenen solistischen Improvisationen gegen Ende eines Satzes. Vom Komponisten sind keine Kadenzen zu seinem Violinkonzert \u00fcberliefert. Nur f\u00fcr eine sp\u00e4tere Fassung als Klavierkonzert, Opus 61b, hat Beethoven Kadenzen geschrieben.  Bei vielen bekannten Einspielungen auf Tontr\u00e4gern h\u00f6rt man an dieser Stelle von den jeweiligen Interpreten ausgew\u00e4hlte Kadenzen, zum Beispiel die des ber\u00fchmten Geigenvirtuosen Fritz Kreisler.<br \/>\nBei der Neunburger Auff\u00fchrung des Beethoven-Violinkonzerts werden \u00fcbrigens sehr &#8222;moderne&#8220; Geigenkl\u00e4nge die Partitur infiltrieren. Denn Solist Milan Pal&#8217;a verwendet in den ersten beiden S\u00e4tzen zeitgen\u00f6ssische Kadenzen des franz\u00f6sischen Komponisten Jean Guillou und im dritten Satz eine eigene &#8222;Pal&#8217;a-Kadenz&#8220;!<br \/>\nIm zweiten Satz (Larghetto) beweist das Solo-Instrument mit weit gespannten B\u00f6gen abermals ihre lyrisch-melodischen F\u00e4higkeiten. Der gesamte langsame Mittelsatz verstr\u00f6mt zarten, romantischen Duft. Die Melodie wird zuerst von den Streichern, sp\u00e4ter den H\u00f6rnern und Klarinetten vorgetragen, anmutig umspielt von der Solovioline. Eine Kadenz leitet unvermittelt zum dritten Satz (Rondo) \u00fcber. Die Violine bringt zweimal das nach Art der Jagdmusiken rhythmisierte Thema, das dann vom ganzen Orchester jubelnd aufgegriffen und wiederholt wird. Dieses finale Rondo pr\u00e4sentiert sich als das glanzvolle Schlussst\u00fcck und die Kr\u00f6nung des Konzerts: heiter, fast ausgelassen fr\u00f6hlich in der Stimmung, farbig und brillant in der Orchesterbehandlung und besonders des Solo-Instruments, das in spielerischen L\u00e4ufen glitzernd, das Violinkonzert Opus 61 zu einem temperamentvoll-strahlenden Abschluss f\u00fchrt.<br \/>\n**********************************<br \/>\n<strong>Milan Pal&#8217;a spielt Beethovens Violinkonzert (1.Satz) &#8211; Link zu youtube<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Violin concerto in D Major, Op. 61: I. Allegro ma non troppo\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-oRcZHrSz0M?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n**********************************<br \/>\nDie Urauff\u00fchrung von Beethovens Symphonie Nr. 7 A-Dur fand am 8. Dezember 1813 statt &#8211; sechs Wochen nach der Volkerschlacht von Leipzig, die Napoleons Untergang einleitete. Im Gegensatz zur Symphonie Nr. 6 &#8222;Pastorale&#8220; verfolgt Opus 92 keine programmatische Absicht, obwohl man darin Anspielungen auf politische Ereignisse heraush\u00f6ren k\u00f6nnte: Kollektives Gef\u00fchl eines gemeinsam errungenen Sieges, als ob die ganze Menschheit in Bewegung gerate und vor Freude miteinander zu tanzen beginne. Es kristallisiert sich ein punktierter und damit t\u00e4nzerischer Rhythmus heraus, der nicht nur den gesamten ersten Satz pr\u00e4gen, sondern auch Keimzelle aller weiteren Motive der ganzen Sinfonie sein wird. Nie vorher oder nachher hat Beethoven eine Musik geschrieben, die so ausschlie\u00dflich von einem  pr\u00e4gnanten, mit geringf\u00fcgigen Abwandlungen unabl\u00e4ssig wiederholten rhythmischen Grundmotiv beherrscht wird.<br \/>\n Den zweiten Satz k\u00f6nnte man als Pavane oder einen anderen Schreittanz aus alten Zeiten empfinden. Nach einem fahlen a-moll-Akkord setzt geheimnisvoll in den B\u00e4ssen das Allegretto ein. In allm\u00e4hlichem Crescendo erhebt sich der Hauptteil dieses geballten, in der Stimmung h\u00f6chst intensiven Satzes. Das Schreiten steigert sich im strahlenden Glanz des vollen Orchesters, um dann wieder in die Anfangstimmung abzugleiten. Dann folgt eine zarte Dur-Melodie wie ein Intermezzo. Diese Idylle wird aber hart unterbrochen. Das erste Thema, nunmehr herb und k\u00e4mpferisch, beherrscht den weiteren Verlauf des Satzes, der wie begonnen mit einem geheimnisvollen Bl\u00e4serakkord verklingt. Auf einen \u00e4hnlichen Kontrast ist auch der dritte Satz (Presto) aufgebaut: Neben dem spr\u00fchend lebhaften, wirbelnden Scherzo steht die besinnliche Ruhe der Trio-Melodie (die angeblich auf ein \u00f6sterreichisches Wallfahrtslied zur\u00fcckgehen soll). Der Schlusssatz (Allegro con brio) trumpft vital auf, bringt ein schmetterndes Nebenthema und ist von einer \u00fcbersch\u00e4umenden Lebensfreude getragen. Das Finale erreicht in seiner fulminanten Schlusssteigerung einen Taumel der Ekstase. Und wieder tritt der Rhythmus entfesselt in Aktion und entfacht einen wahren Wirbelsturm von mitreissender Tanzbewegung. Beethoven-Biograf Walter Rietzler hat die Siebte einen &#8222;Sieg der Symphonie \u00fcber die Alleinherrschaft des Rhythmus&#8220; genannt.<br \/>\n**************************************<br \/>\n<strong>Symphonie Nr. 7 A-Dur, 3. Satz (Presto) &#8211; Link zu youtube<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Beethoven: Symphony No. 7, 3rd movement | Paavo J\u00e4rvi and the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AigCY0MQb5c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n***************************************<br \/>\n<strong>\u00b0Es gibt noch TICKETS<\/strong> f\u00fcr die Beethoven-Nacht am 2. Oktober, 20 Uhr, in der Schwarzachtalhalle mit den K\u00f6niggr\u00e4tzer Philharmonikern unter Leitung von Andreas Sebastian Weiser und Solist Milan Pal&#8217;a (Violine) bei den Neunburger Stadtwerken: Telefon (09672) 9208514 oder eMail: schwarzachtalhalle@stadtwerke-neunburg.de <strong>ES GILT DIE 3G-REGEL!<\/strong><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/LogoKH.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/LogoKH-300x300.jpg\" alt=\"LogoKH\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9224\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/LogoKH-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/LogoKH-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.kunstverein-unverdorben.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/LogoKH.jpg 430w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur &#8222;Nachfeier&#8220; des 250. 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