Kunstherbst-Eröffnungskonzert am 11. September

Rund 60 Instrumentalmusiker im Alter von 14 bis 27 Jahren sind zurzeit Mitglieder des Ostbayerischen Jugendsinfonieorchesters, das am 11. September, 19.30 Uhr, ein weiteres Mal den Neunburger Kunstherbst in der Schwarzachtalhalle eröffnen wird. Foto: Johanna Sulejmani

Eine sinfonische Reise durch Europa mit Mozart, Grieg, Chabrier, Lysenko und Schumann

Am Freitag, 11. September, 19.30 Uhr, beginnt in der Pfalzgrafenstadt die 14. Saison des Neunburger Kunstherbsts. Auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben gastiert wieder das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester in der Schwarzachtalhalle mit romantischer Musik großer europäischer Komponisten. Im Vorjahr hatte der junge Klangkörper das Publikum mit dem Konzertprogramm „OJO goes Latin“ zu Beifallsstürmen hingerissen.


Das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester (OJO) vereint junge Musikerinnen und Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz und bietet ihnen die Möglichkeit, anspruchsvolle sinfonische Literatur auf hohem Niveau zu erarbeiten. Dabei steht nicht nur musikalische Brillanz, sondern auch gemeinsames Erleben, kultureller Austausch und persönliche Entwicklung. Das OJO besteht aus 50 bis 60 jungen Musiker:innen aus dem ostbayerischen und auch überregionalen Raum zwischen 14 und 27 Jahren, die die Freude an der Orchestermusik teilen und zusammen – in vier Probenphasen und drei Konzerten jedes Jahr – erleben.
Jedes Arbeitsjahr beginnt im November mit dem ersten Probenwochenende und endet im September des Folgejahres mit einer Konzertreihe, in der das erarbeitete Programm zur Aufführung gebracht wird. Das Repertoire umfasst sinfonische Werke aus allen Epochen von der Klassik über die Filmmusik bis hin zur Moderne. In den Probenphasen wird die Literatur unter Anleitung des künstlerischen Leiters, Desar Sulejmani, und professionellen Dozenten erarbeitet. Neben einem straffen Probenplan bleibt Zeit für verschiedene Unternehmungen und Teambuilder, wie sportliche Aktivitäten, Spieleabende oder Karaoke. Verstärkt durch das gemeinsame Musizieren wächst das Orchester jedes Jahr zu einer Familie zusammen.
Mit musikalischem Entdeckergeist, jugendlicher Energie und großer Spielfreude startet das OJO zum Neunburger Kunstherbst-Auftakt eine klangvolle Europareise. Dabei spannt das Orchester einen musikalischen Bogen von der Wiener Klassik bis zur romantischen Sinfonik und macht dabei Station in fünf Ländern – jedes mit eigener Klangsprache, eigenem Temperament und unverwechselbarem Charakter.
Den festlichen Auftakt bildet die Ouvertüre zur „Zauberflöte“ von W. A. Mozart. Mit ihrer Mischung aus feierlichem Ernst und lebendigem Spielwitz öffnet sie gleichsam die Tore zu dieser musikalischen Reise. Von Wien führt der Weg weiter nach Frankreich, wo Emmanuel Chabrier mit seiner temperamentvollen „Habanera“ südliche Farben, rhythmische Raffinesse und orchestrale Brillanz entfaltet.
Ein besonderer Moment des Abends ist dem ukrainischen Komponisten Mykola Lysenko gewidmet. Sein „Farewell Waltz“ verbindet lyrische Melancholie mit tänzerischer Eleganz und eröffnet einen berührenden, oft zu selten gehörten Blick auf die osteuropäische Musiktradition. Anschließend geht die Reise nach Norden: In den „Norwegischen Tänzen“ von Edvard Grieg begegnen dem Publikum nordische Klanglandschaften, folkloristische Anklänge und eine unmittelbare rhythmische Kraft, die Natur und Lebensfreude gleichermaßen widerspiegelt.

„IN FEURIGER STUNDE GEBOREN…“

Den krönenden Abschluss bildet die 1. Sinfonie von Robert Schumann – auch bekannt als „Frühlingssinfonie“. Mit ihrem optimistischen Grundton, ihrer poetischen Dichte und sinfonischen Weite steht sie sinnbildlich für Aufbruch, Hoffnung und musikalische Leidenschaft – Werte, die auch die Arbeit des Orchesters prägen. Schumann beschrieb die Entstehung und den Charakter seiner 1. Sinfonie aus dem Jahr 1841 in Briefen, Tagebuchnotizen und Aussagen gegenüber Freunden sehr bildhaft. Er bezeichnete das Werk rückblickend stolz als „in feuriger Stunde geboren“. Die grundlegende Stimmung beschrieb er mit den Worten: „Ich schrieb die Sinfonie in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt.“
Schumann legte großen Wert darauf, dass sein Werk nicht als rein deskriptive Programmmusik missverstanden wird. In einem Brief an den Dirigenten Wilhelm Taubert bat er darum, das Orchester stimmungsvoll anzuleiten: „Könnten Sie Ihrem Orchester beim Spiel etwas Frühlingssehnsucht einwehen?“ Über die einleitende Fanfare der Bläser sagte er: „Gleich den ersten Trompeteneinsatz, möcht’ ich, dass er wie aus der Höhe klänge, wie ein Ruf zum Erwachen“. Für das Geschehen im ersten Satz sah er vor seinem inneren Auge, „wie es überall zu grüneln anfängt, wohl gar ein Schmetterling aufsteigt, wie nach und nach alles zusammenkommt, was zum Frühling etwa gehört.“ Inspiriert wurde das Eröffnungsthema zudem durch die Gedichtzeile „Im Tale blüht der Frühling auf!“ von Adolf Böttger. In den ersten Skizzen gab er den vier Sätzen noch programmatische Überschriften („Frühlingsbeginn“, „Abend“, „Frohe Gespielen“, „Voller Frühling“), strich diese jedoch vor der Veröffentlichung wieder, um dem Hörer die freie gedankliche Interpretation zu überlassen.

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„EINE REISE DURCH EUROPA“ – Das Programm
Das erste von insgesamt drei OJO-Herbstkonzerten in Ostbayern findet am Freitag, 11. September 2026, um 19.30 Uhr (Saaleinlass 19 Uhr) in der Schwarzachtalhalle in Neunburg v. Wald statt. Die Leitung übernimmt der junge weißrussische Dirigent Dzymitri Kalatsila. Ein Abend, der Europa hörbar macht – facettenreich, lebendig und voller junger Klangfarben.
Österreich: W. A. Mozart – Zauberflöte Ouvertüre
Frankreich: E. Chabrier – Habanera
Ukraine: M. Lysenko – Farewell Waltz
Norwegen: E. Grieg – Norwegische Tänze
Deutschland: R. Schumann – 1. Sinfonie B-Dur op. 38 („Frühlingssinfonie“ )
Der Eintritt ist frei, Spenden für die Orchesterarbeit sind erbeten!

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