Panoptikum der Farben und Formen


Die Vernissage der Internationalen Kunstausstellung AHOJ gibt traditionell seit 2013 auch den offiziellen Startschuss für die Neunburger Kunstherbstsaison. Dazu konnte der 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Kunstvereins Unverdorben e. V., Peter Wunder einen beachtlich großen Besucherkreis willkommen heißen, „der damit auch ihr Interesse für unsere Arbeit bekundet“. Dem fügte er gleich einen bekannter Satz von Karl Valentin hinzu: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“. Sein Dank gilt deshalb vorrangig dem KVU zunächst einmal meinem Vorstandsteam Tanja Lennert, Gaby Irlbacher, Maria Bücherl, Hella Simandi, Dana und Georg Ettl, sowie 2. Vorsitzenden Karl Stumpfi. „Alle haben wieder mal großartige Arbeit geleistet“, lobte Wunder dieses Engagement für AHOJ 26.
Traditionell ist auch der Prozessionscharakter der Kunstausstellung: Dem Eröffnungsteil in Rathausfoyer schloss sich ein gemeinsamer Spaziergang zu den Quartieren Spitalkirche, Hauptstraße 3, und Alte Fronfeste an. Im Berg 17 klang die Vernissage wieder mit Musik der beiden Gitarrenkünstler aus Kralovice aus. Namentlich begrüßte der Vorsitzende den Hausherrrn 1. Bürgermeister Martin Birner, Ehrenbürger Theo Männer mit Gattin Burga, Finanzpräsident a. D. Peter Wilhelm mit Gattin Rita, Direktorin Diana Schmidberger von der Gregor von Scherr-Realschule sowie die ausstellenden Künstler als Hauptpersonen des Abends.
Alena Andalová, eine zeitgenössische Malerin aus Klatovy, vertritt bei AHOJ 26 die tschechische Seite. Ihre Werke werden in der Spitalkirche präsentiert. Ihr Studium absolvierte sie an der Prager Akademie der Bildenden Künste. Nach ihrem Studium kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück. „Auch hier, abseits des großen Trubels, gelang es ihr, ihre kreative Freiheit zu bewahren, systematisch zu arbeiten und sich in der tschechischen Kunstszene zu etablieren“, führte Vorsitzender Peter Wunder aus. Heute blicke sie auf ein umfangreiches, schlüssiges Werk zurück, das sie in mehreren Einzelausstellungen vorgestellt hat, zuletzt an so renommierten Orten wie dem Egon-Schiele-Art-Centrum in Český Krumlov, der Galerie Václav Špála in Prag oder dem Schloss Klenová in ihrer Heimatregion. Ihre Arbeiten sind in privaten Sammlungen in Tschechien und weltweit vertreten.
Die bayerische Künstlerin Ingrid Prey aus Amberg / Nabburg zeigt bei AHOJ 26 ausgewählte Werke im Untergeschoss der Fronfeste. Sie wurde in Amberg geboren, lebt und arbeitet heute in Nabburg. Regelmäßig nahm sie an Workshops bei der Freien Kunstakademie in Augsburg, der Kunstakademie in Bad Reichenhall, der Sommerakademie Hohenaschau, der Schwabenakademie Irsee und der Kunstakademie Allgäu teil. Sie belegte die Fächer Malerei, Druckgrafik und Fototechnik und Skulptur.
Weiterhin schloss Prey eine Ausbildung in Kunst- und Kreativtherapie ab und besuchte die Meisterklasse an der Freien Kunstakademie in Augsburg. Ihre Malreisen führten sie nach Peru, Kuba, Malta, Mallorca und Italien. Ingrid Prey war seit 2006 in zahlreichen Ausstellungen vertreten, zuletzt 2024 bei der Einzelausstellung „Augenblicke“ in Regensburg. „Ingrid Prey ist eine sehr vielseitige Künstlerin, die auch gerne neue Techniken ausprobiert“, erklärte Peter Wunder. Als Beispiele nannte er die Cyanotypie (= Blaudruck), ein Edeldruckverfahren und chemischer Prozess zur Behandlung von Fotos, mit dem Ziel Kontraste und Farben zu verändern.
RS-Direktorin Diana Schmidberger ist auch Kunstlehrerin im Kunstzweig der Klassen 8 und 10. Dort sind die Bilder für AHOJ 26 entstanden. Die Serie „Herbststudien“ und weitere Werke sowie Abstraktionsreihen sind im oberen Flur der Fronfeste zu sehen. Der KVU Vorsitzende hob besonders hervor; „Es ist faszinierend, was in dieser Schule geleistet wird, denken sie nur an die alljährliche Abschlussausstellung im Mai im Foyer der Schwarzachtalhalle“. Diana Schmidberger danke er für die bewährte Zusammenarbeit.
In der Kunstschule Klattau werden laut Wunders Ausführungen Kinder ab 6 Jahren außerhalb des normalen Unterrichtsbetriebs zum künstlerischen Gestalten fachkundig angeleitet. Er freue sich wieder sehr, im Rahmen der Ahoj-Ausstellung viele Malarbeiten der jungen Künstler und diesmal besonders viele Keramik -Kunstwerke im Obergeschoss der Fronfeste sehen können. Ein besonderes Augenmerk lenkte Wunder auf den „Seilvorhang“ – eine Gemeinschaftsarbeit von 18 Schülern im Alter von 8 bis 15 Jahren. Aufgrund seiner Überlänge wurde er in der Spitalkirche aufgehängt. Abgerundet wird die Internationale Kunstausstellung auch dieses Jahr wieder von Bildern, die folgende Flüchtlingskinder gemalt haben: Barish (9 Jahre), Berivan und Bariyan (11 Jahre), Tauana (15 Jahre) und Bella (19 Jahre). „Schicksalhafte und traumatsche Erlebnisse mit Malen zu verdrängen ist ein möglicher Weg. Die Bilder sind manchmal schwer zu verstehen, helfen aber Erlebtes zu verarbeiten“, erklärte Wunder. Diese kreativen Arbeiten sind im Treppenaufgang der Fronfeste zu sehen. Dankeworte galten zuletzt auch Rosmarie Duscher, die sich seit Jahren bei der Kinderbetreuung einbringt und viel für die Integration von Flüchtlingen leistet.
In seinem Grußwort stellte 1. Bürgermeister Martin Birner die verbindende Kraft der Kunst für die Völkerverständigung heraus, „denn die Kunst braucht keine eigene Sprache“. Es sei umso bedeutsamer, die Kinder und Jugendliche schon in der Schule an Kreativität heranzuführen. Auch dem Kunstverein komme eine wertvolle Vermittlerfunktion zu. Birner dankte den Verantwortlichen für ihren jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz in der Organisation von regionalen Kunstveranstaltungen. Der Internationalen Ausstellung AHOJ 26, die noch bis Sonntag, 25. Oktober jeden Sonntag in der Fronfeste und Spitalkirche geöffnet ist, wünschte er einen guten Publikumszuspruch.
Bis zum letzten Platz besetzt war das neue Rathausfoyer am frühen Freitagabend des 25. September bei der offiziellen Ausstellungseröffnung.







































