RS-Direktorin Diana Schmidberger (r.) war stolz auf die Leistungen ihrer jungen Künstler. Fotos: Ralf Gohlke, MZ
Die Klasse 10c der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald zeichnet eine landkreisweite Besonderheit aus. Sie darf die Ergebnisse ihres Lernprozesses und der Prüfungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit der Einführung der Wahlpflichtfächergruppe II-1b: Gestalterischer Bereich, ist es zur Tradition geworden, dass die Schüler ihre Werke im Foyer der Schwarzachtalhalle ausstellen. Den Aufbau sowie die Vernissage begleitete zum wiederholten Mal der Neunburger Kunstverein Unverdorben. Dessen 1. Vorsitzender Peter Wunder eröffnete den offiziellen Teil. „Wir Neunburger können stolz sein, eine solche Realschule zu haben, an der Kunst ein dartig gelebtes und praktiziertes Fach ist“, stellte er in seiner Grußbotschaft fest.
Den jungen Künstlern bescheinigte er, nicht nur Handwerkliches erlernt zu haben, sondern auch Gestalten, Gedanken und Ideen zu entwickeln, um diese in abstrakte Darstellungen umzusetzen. Dies sei etwas, was KI nicht könne. Sie könne zwar alles mögliche und unmögliche neu zusammensetzen, aber irgendwann müsse es von Menschen eingegeben worden sein. Deshalb sei Kunst nicht nur „nice zu have“ oder gar „brotlos“, sondern Teil eines kreativen Schaffens. Wunder ging die ausgestellten Werke kurz durch bis hin zum Surrealismus, dem Hauptthema dieser Epoche. Er erwähnte fünf Bilder zum Thema Frieden, die 2024 beim Wettbewerb der Firma „beraten und planen“, in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein, ausgezeichnet worden seien. Eigene Gedanken und Inspirationen seien hier beispielhaft verarbeitet und gestaltet worden seien. Die Stadt Neunburg könne stolz sein auf ihre Entwicklung zum Kunst- und Kulturzentrum. Damit verband er aber auch sein Anliegen, die Stadt möge Kunst und Kultur eine eigene Haushaltsnummer zuordnen und sie nicht „unter ferner liefen als Verein einzustufen“.
Stellvertretender Bürgermeister Harald Klatzka würdigte in seinem Grußwort dies Engagement für die Kunst: „Projekte dieser Art machen die Schule lebendig und zeigen, dass sie mehr sei als Unterrichtsstätte“. Die Schülerin Karolina Dietz fasste die vergangenen drei Jahre zusammen und listete eine Reihe gewonnener Wettbewerbe auf. Direktorin Diana Schmidberger erkärte, die Ausstellung sei bewusst chronologisch ausgerichtet. Sie bezog das sowohl auf die Bilder als auch auf die Objekte. Ihr Schlusswort lautete. „Die Welt braucht mehr Kunst, um die Situation zu ertragen“. Ralf Gohlke, MZ
Die facettenreiche Welt der Weiher und Seen sowie der Flüsse und Bäche im Landkreis Schwandorf ist das Thema der neuen Multivisionsschau des Zangensteiner Fotografen Josef Merkl.
Die schon im Neunburger Kunstherbst 2025 geplante Präsentation in der Pfalzgrafenstadt musste kurzfristig verschoben werden und wird am Freitag, 17. April, 20 Uhr, in der Spitalkirche nachgeholt. Veranstalter ist der Kunstverein Unverdorben. Die zahlreichen Fließ- und Stillgewässer im Landkreis laden nicht nur zum Wandern ein, sondern ziehen auch viele Fotografen in ihren Bann. Den Schwerpunkt von Josef Merkls „Wasserwelten“ bilden die faszinierenden Luftbildaufnahmen, die eine völlig neue, überraschende und beeindruckende Sicht auf diese Wasserlandschaften freigeben. Die Fischteiche und Kiesweiher werden in eindrucksvollen Fotografien genauso porträtiert wie die ab den 1980er-Jahren entstandenen Tagebauseen. Dauer der Multivisionsschau ca. 2x 45 min (plus Pause). Eintritt fünf Euro, Abendkasse ab 19.30 Uhr.
Fotograf Josef Merkl bei seinem Multivisonsvortrag „Wasserwelten“ in der Spitalkirche.
Die Protagnonisten des Abends: Pianist Andreas Lehmann und Sängerin Franziska von Hülst. Foto: F. Wein
Unstillbare Gier…nach Musical
„Unstillbare Gier…nach Musical“: nach erfolgreichem Start eines neuen Konzertformats nun auch im historischen Neunburger Schlosssaal. Am Samstag, 14. März, 20 Uhr, lässt Ovigo Theater alle Musik-Fans in die Welt des Musicals eintauchen.
Nach dem Rekordjahr mit fast 18.000 Besuchern legt das OVIGO Theater 2026 ein noch größeres Jahresprogramm vor. Über 200 Aufführungen sind 2026 in der gesamten Oberpfalz geplant. Neben großen Musicals, Schauspielen, Krimidinnern oder Komödien gibt es mit „OVIGO sings“ auch ein gänzlich neues Format. „Ein Konzertabend, der sich um ein bestimmtes Thema dreht“, sagte Intendant Florian Wein bei der Programmvorstellung.
Der erste Abend dieser Art heißt „Unstillbare Gier… nach Musical“. Wie der Name bereits verrät, geht es um Songs aus Musicals. „Doch nicht unbedingt die Songs, die man erwarten würde“, sagt Wein. Die bekennenden Musical-Fans und bekannten OVIGO-Gesichter Franziska von Hülst und Andreas Lehmann haben deshalb den etwas anderen Konzertabend vorbereitet. Die Sängerin aus Maxhütte-Haidhof und ihr singender Pianist und Musiklehrer aus Neunburg vorm Wald entführen die Besucher in eine Musicalwelt, abseits der großen, altbekannten Produktionen und Evergreens.
Vor Kurzem hat es im Kultur-Schloss Theuern (7. Februar) und in der Spitalkirche St. Marien Nabburg (14. Februar) bereits die ersten erfolgreichen Termine des neuen Konzertformats „Ovigo sings“ gegeben. In Nabburg war die Vorstellung ausverkauft. Ein weiterer Auftritt folgt nun am Samstag, 14. März, 20 Uhr, im historischen Schlosssaal in Neunburg vorm Wald.
„Der Fokus liegt auf unseren persönlichen Lieblings-Musicalsongs und weniger den zu oft gehörten Dauerbrennern“, sagt Franziska von Hülst. Darunter sind Songs aus Musicals wie „Tanz der Vampire“, „Rudolf“ oder „Come From Away“. „Natürlich in einer ganz eigenen und unverwechselbaren Form“, so Pianist Andreas Lehmann, der als Musiklehrer außerdem einige launige Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag erzählte.
Für den 14. März im historischen Schlosssaal Neunburg vorm Wald gibt es noch Restkarten. Tickets gibt es für 11,00 € (8,50 € ermäßigt) über ovigo-theater.de oder die bekannten Vorverkaufsstellen.
Walzer, Polkas und Arien läuten das Kunstjahr 2026 ein
Sopranistin Eva Himmer Štruplová und das Westböhmische Sinfonieorchester Marienbad unter Leitung von Jan Mikoláš begeisterte rund 300 Gäste in der Schwarzachtalhalle mit Werken von Johann Strauß, Carl Zeller, Emmerich Kalman und Franz Lehár. Fotos: Karl Stumpfi / Stefan Wunder
Mit Walzern, Polkas und Operetten-Schlagern wünschte der Neunburger Kunstverein Unverdorben in der Schwarzachtalhalle „Prosit Neujahr!“ Mit Verpflichtung des Westböhmischen Sinfonieorchesters Marienbad und der Sopranistin Eva Himmer Štruplová hatte der Gastgeber einen guten Griff getan.
2. KVU Vorsitzender Karl Stumpfi hieß die Zuhörerschaft willkommen.
2. Vorsitzender und Kulturbeauftragter des Stadtrates Karl Stumpfi verwies in seinen Grußworten auf die mittlerweile elfte Auflage des Neunburger Neujahrskonzerts. „Unserer Meinung nach ist es das zweitwichtigste nach dem Wiener“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Die 40 Musikerinnen und Musiker aus der tschechischen Kurbäder-Region kredenzten den Gästen in der gut frequentierten Schwarzachtalhalle einen spritzigen Coctail beliebter Melodien der leichten Klassik.
Im Mittelpunkt stand der Wiener Walzerkönig Johann Strauß Sohn zum 200. Geburtstag. Schon bei der einleitenden „Zigeunerbaron“-Ouvertüre ließen nicht nur die Passagen im Dreivierteltakt, sondern auch das ungarische Kolorit den Funken schnell auf die Zuhörerreihen überspringen. Neben Arien aus seinen Erfolgsoperetten „Der Zigeunerbaron“, „Die Fledermaus“ und „Eine Nacht in Venedig“ – den Gesangspart übernahm die excellente Koloratursopranistin Eva Himmer Štruplová – waren die großen Strauß-Walzer op. 314 („An der schönen blauen Donau“) und op. 437 („Kaiserwalzer“) tragende Programm-Säulen. Temperamentvoll flankiert von den bekannten Polkas „Unter Donner und Blitz“, „Tritsch Tratsch“ und „Banditen-Galopp“. Carl Zeller war ein Zeitgenosse der Wiener Strauß-Dynastie. Aus dessen erfolgreichster Operette „Der Vogelhändler“ sang Eva Himmer Štruplová die Arie „Ich bin die Christl von der Post“.
Die Silberne Operettenära war mit den Komponisten Franz Lehár („Guiditta“) und Emmerich Kalman („Die Csardasfürstin“) vertreten. Die von Dirigent Jan Mikoláš souverän geleiteten Marienbader Sinfoniker hatten selbstverständlich auch Werke des böhmischen Meisters Antonin Dvorak im Gepäck, dessen Prager Walzer und die Polonaise Es-Dur die musikalische Farbpalette bereicherten.
Sowohl die orchestralen als auch sängerischen Leistungen wurden nach Abschluss des offizillen Programms – es erklang der berühmte „Donauwalzer“ – mit lautstarkem Applaus bedacht. Nach Überreichung eines Blumengebindes bedankte sich die Sopranistin mit der Zugabe „Meine Lippen, die küssen so heiß“ von Lehár. Die Begeisterung des Publikums entlud sich vollends in der Mitklatsch-Orgie des finalen „Radetzky Marschs“ von Johann Strauß Vater.
Das Neunburger Neujahrskonzert 2026 wird durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftfonds finanziell gefördert. Dazu hatte sich der Kunstverein Unverdorben e. V. vertraglich verpflichtet, im Zusammenhang mit dieser öffentlichen Musikveranstaltung ein pädagogisches Begleitprogramm für Jugendliche anzubieten und schon im Vorfeld die Schulleitungen des Ortenburger-Gymnasiums Oberviechtach mit Oberstudiendirektor Ludwig Pfeiffer und die Staatliche Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald mit Direktorin Diana Schmidberger kontaktiert. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren konnten als Zuhörer während der Anspielprobe des Orchesters einmal hinter die Kulissen eines Klassik-Konzerts blicken. Auch beim abendlichen Konzert-Event waren die Jugendlichen Ehrengäste des Kunstvereins. Im Anschluss stellte sich Dirigent Jan Mikoláš den Fragen der jungen Besucher, assistiert von KVU Vorstandsmitglied Dana Ettl als Dolmetscherin.
2. KVU Vorsitzender Karl Stumpfi beleuchtete den musikhistorischen Hintergrund des Neujahrskonzerts 2026, das ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von Johann Strauß Sohn stand. Er verwies darauf, dass der „Walzerkönig“ nicht nur ein genialer Komponist und begnadeter Entertainer gewesen sei, sondern mit seiner Familie auch das Musik-Business rund um den Erdball revolutionierte und dabei das „Tantiemenprinzip“ als Einnahmequelle für Musiker gesellschaftsfähig machte. Als gefeierter Weltstar bereiste Johann Strauß nicht nur den europäische Kontinent, er gastierte mit seinem Orchester auch beim Weltfriedensfest 1872 in den Vereinigten Staaten von Amerika. In Boston dirigierte er u. a. ein Riesenorchester mit rund 400 Instrumentalisten. Sein „Donauwalzer“ gilt heute als heimliche Nationalhymne Österreichs.
Kurz vor Beginn des Neujahrskonzerts in der Schwarzachtalhalle stellten sich Vertreter des Westböhmischen Sinfonieorchesters Marienbad und des Kunstvereins Unverdorben mit den Schülerinnen und Schülern zum Erinnerungsbild. Foto: Ralf Gohlke
MEDIEN-ECHO
Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Kreisausgabe SAD, vom 9. Januar 2026:
Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Kreisausgabe SAD, vom 5. Januar 2026:
Mit lang anhaltendem Schlussapplaus honorierten die Gäste des Blauen Montags beim „Sporrer“ das neue Programm der Musikalischen Lesung „Kaffeehaus-G’schichten“ mit den Vier Unverdorbenen von li.: Karl Stumpfi (Rezitator), Jürgen Zach (Gesang/Bassgitarre), Klaus Götze (E-Gitarre) und Franz Schöberl (Akkordeon). Fotos: Alfred Grassmann
Kaffeehaus-G’schichten, so ist das neue Programm des Kleinkunst-Ensembles „Die Vier Unverdorbenen“ überschrieben. Rezitator Karl Stumpfi und die Musiker Jürgen Zach, Klaus Götze und Franz Schöberl präsentierten es erstmals beim Blauen Montag im Rahmen des 13. Neunburger Kunstherbsts. Dieser lockere Mix aus Unterhaltungsliteratur und Evergreens zeigte einmal mehr enorme Zugkraft. Flugs war der Sporrersaal ausverkauft, ein Wiederholungstermin ist bereits terminiert: Am 26. Januar werden die Kaffeehaus-G’schichten ein weiteres Mal erzählt.
KVU Vorsitzender Peter Wunder freute sich über ein „volles Haus“.
Kaffee ist ein besonderer „Treibstoff“. Schon Schiller wusste dies zu schätzen: „Erwachen sollen deine Glieder mit der Bohnen Kraft Geleit“. Also nahm der Vorleser den Dichter beim Wort. Er könne mit dem Vortrag nicht beginnen, weil momentan das wichtigste Element noch fehle. So schlüpfte Karl Stumpfi in die Rolle des Oberkellners. Er servierte sich eine mit heißem Kaffee gefüllte Kanne selbst, schenkte eine Tasse ein und genoss den ersten Schluck. „Ein treuer Begleiter durch alle Zeitläufe und Lebenslagen“, ließ er die Zuhörerschaft am Glück eines Kaffeetrinkers teilhaben.
Im ersten Teil der Musikalischen Lesung geleitete der Georg-Danzer-Song „Wieder in Wien“ an jenen Ort, an dem Ausgang des 17. Jahrhunderts alles begann. Nach der zweiten erfolglosen Belagerung der Kaiserstadt traten 1683 die Türken einen chaotischen Rückzug an. Dass sie einige Bohnensäcke zurück ließen und es bald danach zur Eröffnung des Wiener Kaffeehauses kam sei „eine in Wien gut funktionierende Legende“. Der Rezitator blätterte bei Kulturhistorikerin Käthe Springer nach. Erstens waren Kaffeebohnen schon vor 1683 in Wien bekannt und zweitens sei kein polnischer Spion, sondern ein armenischer Handelsmann erster Cafetier in Wien gewesen. Ihm gestattete der Kaiser 1685 „die Freyheit, den Caffee einem offenen Gewölb ausschänken zu mögen“. Kostenlose Zeitungslektüre, Schach und Billard rückten den ursprünglichen „Ansatzpunkt des Nichtstuns“ in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Dort habe auch W. A. Mozart, ein Liebhaber des schwarzen Kaffees zur Pfeife, seiner Billard-Leidenschaft gefrönt. Im 19. Jahrhundert verwandelten sich Kaffeehäuser von schummrigen Gewölben, versteckt in engen Gäßchen Alt-Wiens, zu prachtvoll eingerichteten Stätten, die an Adelspaläste erinnerten. Berauscht sein von Kaffee, eine typisch Wienerische Spielart, oder doch lieber vom Bier als die bayerische Alternative? Diese Frage inspirierte La Brass Banda zu ihrem Hit „Kaffee versus Bier“. Mit einer eigenwillen und ohne Blasinstrumenten auskommende Cover-Version überraschte das Musikantentrio Zach, Götze & Schöberl beim „Sporrer“.
Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass die geradezu inflationäre Entwicklung der Wiener Kaffeesorten alsbald auch behördliche Regulierungs- und Kontrollwut anstacheln würde. Und die gaben unweigerlich eine Steilvorlage für Satiriker vom Schlage eines Anton Kuh. Er, der notorische Kaffeehaus-Gänger und Kaffeehaus-Sitzer, spitzte seine Feder und ätzte gegen die Legislative: „Ehre dem Geist des Gesetzes. Es macht einen Unterschied zwischen der Summe und der Summierung, zwischen Melange und Milchkaffee“. Alfred Polgar, der Philosoph unter allen Kaffeehausliteraten, entwickelte die „Theorie des Café Central“. Seine Bewohner seien größtenteils Menschen, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen. Musikalisch begleitetete die Unverdorbenen-Combo ihre Gäste anschließend in die Wiener Vorstadt, in „Ein kleines Café in Hernals“. Mit der Schilderung von markanten Wiener Kaffeehaus-Originalen erhielt Friedrich Torberg breiten Raum im zweiten Teil der Musikalischen Lesung. Seine Memoiren-Sammlung „Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“ gilt immerhin als die „Bibel der Wiener Kaffeehaus-Literatur“.
Prägen den musikalischen Stil des Kleinkunst-Ensembles mit: E-Gitarrist Klaus Götze und Franz Schöberl am Akkordeon.
Einer der erfolgreichsten Aktionskünstler der Welt, der Wiener Autor, Schauspieler und Chansonnier André Heller, beschreibt sein Stamm-Café Hawelka als einen „Ort der selbstverständlichen Täuschungen“. Das Haus in der Dorotheergasse Nr. 6 beherberge nämlich hauptsächlich Leute, die nicht gehalten haben, was sie sich von sich selbst versprachen. Nur beim gütigen Ober gelte man allerdings als das, was man beinahe geworden wäre: „Denn er kann sich seine Gäste als Bewohner der wirklichen, undunstigen Welt ebenso wenig vorstellen wie jene sich ihn ohne Smoking und speckiges Mascherl“.
Der Wiener Liedermacher Georg Danzer (1946 – 2007) teilte André Hellers Sucht nach „Hawelkanischen Nächten“, den Heißhunger nach flaumigen Buchteln der Kaffeehaus-Chefin Josefine, die seinem Empfinden nach auch zum Bier vortrefflich schmeckten. Er setzte, wie könnte es anders sein, dem Stammlokal ein musikalisches Denkmal: „Jö, schau! So a Sau! A Nackerter im Hawelka!“.
Seine Neunburger Gstanzln reizten wieder das Zwerchfell des Publikums: Dichter, Sänger und Bassist Jürgen Zach.
Wer die vom Publikum mit tosendem Schlussapplaus gefeierte Premiere der „Kaffeehaus-G’schichten“ beim Blauen Montag 24. November 2025 versäumt hat, kann bei einer Neuauflage der Musikalischen Lesung kurz nach dem Jahreswechsel dabei sein. Eine zweite Aufführung wird ebenfalls beim „Sporrer“ über die Bühne gehen. Termin: Montag, 26. Januar 2026, 19 Uhr; Abendkasse ab 18 Uhr. Eintrittskarten im Preis von zehn Euro sind in der örtlichen Vorverkaufsstelle Büro- und Pressezentrum Kramer, Hauptstraße 50, erhältlich.
Der Vorleser als Oberkellner: Karl Stumpfi serviert zum Beginn der Musikalischen Lesung das „Objekt der Begierde“, eine Kanne Kaffee.
DIE PLAY-LIST der Musikalischen Lesung:
Peter Cornelius: Coverversionen von „Caféhaus“ (Text Jürgen Zach) und „Der Kaffee ist fertig“. Georg Danzer: „Wieder in Wien“ und „Jö, schau!“Rainhard Fendrich:„Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh’n?“ (Text Jürgen Zach). La Brass Banda: „Kaffee vs. Bier“. Trio Wien:„Mei Gurgl hat heut Waschtag“. Hermann Leopoldi: „Ein kleines Café in Hernals“. Karl Föderl: „Das Lied von der Reblaus“. Jürgen Zach: „Neunburger Gstanzln“. Instrumentalmusik: „Café Mozart Walzer“ und „Wien bleibt Wien“-Marsch„.
MEDIEN-ECHO
Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Kreisausgabe SAD, vom 9. Januar 2026:
Der tschechische Künstler ist dem Neunburger Kunstverein Unverdorben seit vielen Jahren eng verbunden und war bei zwei Internationalen Kunstausstellungen AHOI 2017/2018 vertreten.
Kleine Anerkennung für großen Einsatz im Kunstjahr 2025 (v. re.): 1. Vorsitzender Peter Wunder, Vorstandsmitglieder Maria Bücherl, Dana Ettl, Dr. Hella Simandi, Gaby Irlbacher, Tanja Lennert und 2. Vorsitzender Karl Stumpfi. Foto: Ralf Gohlke, MZ
Starke Teamarbeit für die Kunst
Verehrte Mitglieder und Freunde des Neunburger Kunstvereins Unverdorben,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir haben nach einem anspruchsvollen Programm viel Anerkennung und Lob von unseren treuen Gästen erfahren. Herzlichen Dank für Eure Treue und Unterstützung.
Das letzte Jahr begann mit einem großartigen Neujahrskonzert der Hofer Symphoniker, im Mai folgte eine Lesung mit Dr. Susanne Plank in der Spitalkirche und die Vernissage der Abschlussklasse unserer Gregor-von-Scherr-Realschule, bevor der 13. Kunstherbst mit 17 Veranstaltungen begann, davon acht Kulturtermine, bei denen wir Veranstalter waren.
Ein sehr vielfältiges und hochwertiges Programm wurde organisiert und in die Tat umgesetzt. So etwas kann man nur mit einem tüchtigen und engagierten Team bewältigen und deshalb gilt unser besonderer Dank der Vorstandschaft des Kunstvereins Unverdorben: Fünf Damen und zwei Herrn, die sich stets und ständig eingebracht haben. Hier könnten wir noch Verstärkung brauchen.
Wir würden uns auch sehr freuen noch mehr Mitglieder und Freunde bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Wie schon mehrfach gesagt: “Kunst ist schön, macht viel Arbeit, kostet viel Geld und lebt von den Zuschauern und den Zuhörern.“ Bei geringer Gästezahl rechnet sich keine Veranstaltung – mit der Folge, dass dann manches in Neunburg vorm Wald nicht mehr veranstaltet werden kann. Noch haben wir durchhalten können, aber wir brauchen Eure Unterstützung.
Das neue Jahr beginnt am Samstag, 3. Januar mit dem 11. Neunburger Neujahrskonzert. Das bekannte Westböhmische Sinfonieorchester aus der tschechischen Kurregion Marienbad wird uns wieder begeistern – diesmal mit Werken von Johann Strauß zu dessen 200. Geburtstag. Wir freuen uns auf diesen heiteren und beschwingten Jahresbeginn – noch sind Karten in der örtlichen Vorverkaufsstelle Büro- und Pressezentrum, Hauptstraße 50, erhältlich.
Wir dürfen Euch ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Neue Jahr wünschen!
Die KVU Vorsitzenden:
Peter Wunder und Karl Stumpfi
Die 1. Mitglieder-Verkaufsausstellung des Kunstvereins Unverdorben im Rahmen des Neunburger Burgadvents in der Fronfeste wurde von zahlreichen Besuchern frequentiert. Mit diesen drei Ausstellungstagen klang das Kunstjahr 2025 aus. Foto: Karl Stumpfi, KVU
Der Neunburger Kunstverein Unverdorben veranstaltet im Rahmen des Neunburger Burgadvents eine Verkaufsausstellung in der Fronfeste, Im Berg 17. Das Motto lautet: Große Kunst für kleines Geld. Die beteiligten Mitglieder bieten Bilder in kleineren Formaten an, dazu auch selbstgemachten edlen Schmuck und Lampen. Die Verkaufsausstellung ist während der gesamten Öffnungszeiten des Burgadvents zu besuchen.