Vor zehn Jahren Auftakt mit 1. Neunburger Operngala

Jubiläumskonzert in der „Klassik-Hochburg“

140 Orchestermusiker und Choristen aus Prag und Regensburg waren bei der ersten Neunburger Operngala vor zehn Jahren "on stage". Foto: Ralf Gohlke, MZ

140 Orchestermusiker und Choristen aus Prag und Regensburg waren bei der ersten Neunburger Operngala vor zehn Jahren „on stage“. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Vor zehn Jahren wurde in Neunburg der „Grundstein“ für die „Klassik-Hochburg“ gelegt. Seither gilt der 2. Oktober als Feiertag der klassischen Musik in der mittleren Oberpfalz. Zum Jubiläum spielt erstmals die Vogtland Philharmonie in der Schwarzachtalhalle.
„Stehende Ovationen für die Künstler“ titelte die MZ am 4. Oktober 2012. Über die erste Neunburger Klassik-Gala, ein Opernkonzert, schwelgte der Berichterstatter in Superlativen. Der minutenlange Beifallsorkan sei nicht nur verdienter Lohn für die Solostimmen und Choristen, sondern stellte zudem unter Beweis, dass auch diejenigen zu begeistern waren, die nicht zu den eingefleischten Klassikfans zählen. Carmen, Rigoletto und Nabucco in der ostbayerischen Provinz, dargeboten von internationaler Sängerklasse.
Klassik-Beauftragter Karl Stumpfi zeigt die "Stars" der Operngala am 2. 10. 2012, darunter Tenor Ikaya Purdy vom Ensemble der Wiener Staatsoper. Foto: Alfred Grassmann

Klassik-Beauftragter Karl Stumpfi zeigt die „Stars“ der Operngala am 2. 10. 2012, darunter Tenor Ikaya Purdy vom Ensemble der Wiener Staatsoper. Foto: Alfred Grassmann

Mit dem aus Hawaii stammenden Tenor Keith Ikaya Purdy konnte ein langjähriges Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper für die Gala-Premiere engagiert werden. Das serbische Sängerpaar Ivana Milasinovic (Mezzosopran) und Stevica Krajinovic (Bariton) wurde eigens dafür von ihrer Wirkungsstätte, Königliche Oper Oslo, eingeflogen.

DIE SCHUBKRAFT DES ERFOLGS

Die Schubkraft dieses Erfolgs – das Haus war mit rund 600 Gästen ausverkauft – verlieh der neu etablierten Konzertreihe ausreichend Schwung für die Folgejahre. 2013 ging der Neunburger Kunstherbst an den Start – und wartete gleich mit den nächsten Highlight auf. Die Chorphilharmonie Regensburg, verstärkt durch ihren Partnerchor Osaka führten Beethovens 9. Symphonie mit dem Schlusschor „An die Freude“ auf. Und wieder war dem Unternehmen öffentliche Anerkennung gewiss. „Bayern und Japaner stemmen einen Koloss“ lautete eine Presse-Schlagzeile. Die zweite Auflage der Operngala 2014 und ein Jahr darauf  die  „Mozart-Opernnacht“ rückten die Schwarzachtalhalle weiter in den Fokus der regionalen Musik-Gourmets. Folgerichtig sollte der 2. Oktober 2017 zum Stadtjubiläum „1000 Jahre Neunburg vorm Wald“ für das Nonplusultra der Konzertserie sorgen. Auf einer ins XXL-Format ausgedehnten Bühne gastierte die Bayerische Philharmonie unter Leitung von Chefdirigent Mark Mast. 85 Orchestermusiker aus 27 Ländern bescherten mit opulentem Streicherklang und mächtigen Bläserchorälen in Anton Bruckners „Romantischer Symphonie“ ein unvergessliches Hörerlebnis.

MZ vom 4. Oktober 2012

MZ vom 4. Oktober 2012

Die Anfänge einer Entwicklung, die im Jahrtausendkonzert 2017 gipfelte, reichen rund zehn Jahre zurück. Im Februar 2006 hatten Statiker nach dem Einsturz der Reichenhaller Eishalle die Neunburger Stadthalle auf Standfestigkeit abgeklopft  – und Bürgermeister Bayerl die sofortige Schließung empfohlen. Damit war auch ein jahrelanger Diskurs „Sanierung oder Neubau“ entschieden worden. Um den nach Schließung des Krankenhauses 2003 und Abzug der Bundeswehr 2007 resultierenden Zentralitätsverlust der Stadt abzufedern, nahmen die Planer „einen Hallentyp mit Alleinstellungsmerkmal“ ins Visier. Zumal für die Realisierung einer „konzertreifen“ Veranstaltungs-Location eine höchst attraktive Bezuschussung winkte: Allein rund drei Millionen Euro stellte die EU an Fördermitteln in Aussicht. Und sicherte so die Finanzierung des Zehn-Millionen-Projekts für die neue Stadthalle samt Außenanlagen. Im Jahr des Baubeginns 2010 richtete die Stadtverwaltung ein Beratungsgremium ein. Sein Auftrag: Die Entwicklung eines den Förderrichtlinien entsprechenden Kulturprogramms auf den Weg zu bringen. Ergebnis war unter anderem ein „klassisches“ Eröffnungskonzert am 14. Juli 2012: Erstmaliges Gastspiel eines ausländischen Sinfonieorchesters, welches den neuen Kulturtempel mit Bedrich Smetanas „Ma Vlast“-Zyklus (Mein Vaterland) sozusagen mit Moldau-Wasser taufte. Wenige Monate später fiel der Startschuss für die Neunburger Klassik-Konzertreihe am 2. Oktober…

DER KUNSTVEREIN SPRANG EIN

Um ein professionelles Orchester mit großer sinfonischer Besetzung (50 und mehr Instrumentalisten) nach Neunburg zu transferieren, ist ein Budget zwischen 10.000 bis 20.000 Euro für Gagen, Künstlersozialkasse, Saalmiete, Werbung etc. vonnöten. Dafür stand in der Gründerzeit von 2012 bis Ende 2015 in Sachen Trägerschaft die Freizeit GmbH als städtische Tochtergesellschaft gerade. Von Beginn an mit im Boot war der frühere MZ-Redakteur Karl Stumpfi in ehrenamtlichen Funktionen: ab 2010 als Klassik-Beauftragter der Freizeit GmbH und ab 2014 als Kultur-Beauftragter des Stadtrates.

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„Wir glauben an die Kraft der klassischen Musik und sind von Anfang an unseren Weg gegangen. Letztlich haben wir genau das umgesetzt, was gesellschaftspolitisch seit Langem gefordert wird: auf dem Land ein kulturelles Angebot zu etablieren, das weit mehr offeriert als eine Reihe von Einzelveranstaltungen, nämlich die Entwicklung von Infrastruktur mithilfe des Instruments Hochkultur“. (Thomas E. Bauer, Initiator und Intendant des Konzerthauses Blaibach, Lkr. Cham)

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Um den Weiterbestand der Neunburger Klassik-Konzertreihe zu sichern, sprang ab 2016 der gemeinnützige Kunstverein Unverdorben in die Bresche. Federführend kümmert sich seither 1. Vorsitzender Peter Wunder um organisatorische Belange und Beschaffung von Fördermitteln, pflegt Kontakte zu Sponsoren. Unter seiner Regie bleibt der Vorabend des deutschen Nationalfeiertags eine feste Größe im Kulturkalender der Region: Max-Reger-Gedenkkonzert 2016, Jahrtausendkonzert 2017, Tschaikowsky-Nacht 2018, Klassik-Rock-Gala 2019, coronabedingt ein Kammermusik-Abend 2020 und die Beethoven-Nacht 2021 sorgten für Kontinuität und festigten den Ruf der „Klassik-Hochburg“ Neunburg vorm Wald.
Die nachweislich positive Außenwirkung weiß 1. Bürgermeister Martin Birner durchaus zu schätzen. Erst kürzlich gratulierte er „seinem“  Kunstverein  für das in den zurückliegenden zehn Jahren Geschaffene. Hier treffe hervorragendes ehrenamtliches Engagement und große Kooperationsbereitschaft mit Bildungseinrichtungen und einheimischer Wirtschaft zusammen, welches in der Summe zu einer beachtlichen Bereicherung des kulturellen Lebens in unserer Heimat führe. Das Jubiläumskonzert am Sonntag, 2. Oktober (Details im Info-Anhang) soll diese Erfolgsstory nun fortsetzen. Für hohe künstlerische Qualität bürgen diesmal die Vogtland Philharmonie aus Sachsen/Thüringen unter Leitung von Dirigent Reinhold Mages sowie der aus dem Landkreis Cham stammende, inzwischen auch international gefeierte Pianist Alexander Maria Wagner. Und Musik der Romantiker Brahms und Dvorak, so wünschen es sich die Veranstalter, „soll für einige Stunden ein Leuchtturm in stürmischen Zeiten sein“.

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NEUNBURGER KLASSIK-GALA 2. 10. ’22: KÜNSTLER, KARTEN, KONDITIONEN

Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach. Foto: Günter Dörfel

Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach. Foto: Günter Dörfel

° Orchester: Erstmals tritt die Vogtland Philharmonie in der Schwarzachtalhalle auf. Sie zählt zu den bekanntesten Ensembles sinfonischer Musik in Mitteldeutschland, entstand 1992 aus der Fusion der Staatlichen Orchester Greiz (Thüringen) und Reichenbach (Sachsen). Der Klangkörper war schon in fast allen europäischen Ländern zu Gast u. a. im Goldenen Saal des Musikvereins Wien.

° Dirigent: Reinhold Mages (Jg. 1966) stammt aus dem Fichtelgebirge

Dirigent Reinhold Mages Foto: Kerstin Starke

Dirigent Reinhold Mages Foto: Kerstin Starke

und war bis zum Abitur 1987 bei den Regensburger Domspatzen. Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater in München Schulmusik und Orchesterleitung bei Prof. Hermann Michael. 1990 assistierte er Maestro Leonard Bernstein bei dessen Mozart-Konzerten in der Basilika Waldsassen. Der Musikpädagoge lebt und arbeitet in München.

°Solist: Alexander Maria Wagner (Jg. 1995) begann das Klavierspiel mit vier Jahren und wurde ab 2007

Pianist Alexander Maria Wagner  Foto: Maria Siebenhaar

Pianist Alexander Maria Wagner Foto: Maria Siebenhaar

von Franz Hummel in Klavier und Komposition ausgebildet. Mit 14 Jahren komponierte er seine erste Sinfonie „Kraftwerk“, die vom Sofia Philharmonic Orchestra für CD eingespielt wurde. Er studierte am Salzburger Mozarteum und begeisterte das Publikum im Neunburger Kunstherbst 2018 mit seiner Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 1 von Tschaikowksy. Heute lebt und arbeitet Wagner in Wien.

°Programm: Eingeleitet wird die Klassik-Gala mit dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-moll op. 15 von Johannes Brahms. Dieses monumentale Werk aus der Sturm- und Drangperiode des gebürtigen Hamburgers dauert ca. 50 Minuten. Nach der Pause folgt die Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95 von Antonin Dvorak. Ihr Untertitel „Aus der Neuen Welt“ hat zur großen Popularität dieses Werks wesentlich beigetragen.

°Konzert-Termin ist Sonntag, 2. Oktober. Bitte den frühen Beginn bereits um 19 Uhr beachten! Saalöffnung und Abendkasse ab 18 Uhr. Eintrittspreise: 35/40/45 €.

°Kartenbestellungen sind bei den Neunburger Stadtwerken/Freizeit GmbH, Bärnhof, möglich. E-Mail: schwarzachtalhalle@stadtwerke-neunburg.de; Telefon: 09672 / 9208514 (Rosa Schafbauer).

°Jubiläums-Jugendbonus: Für Schüler, Studenten und Auszubildende ist der Eintritt frei. Gegen Vorlage eines Ausweises, Immatrikulations-Nachweis etc. erhalten sie an der Abendkasse Freikarten ausgehändigt.

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MEDIEN-ECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe Schwandorf, vom Dienstag, 13. September 2022 als JPG-Datei:mz13sept22
FL-Klassikkonzert2204-02-1

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AHOJ 22 stadt°land°kunst ist heute geöffnet!

technik3Die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst im Rahmen des zehnten NEUNBURGER KUNSTHERBSTS ist heute, Sonntag, 25. September in der Zeit von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gemälde und Kunstobjekte von Barbora Novorodá, Prag; Kristyna Nejedla Bujarková, Prag; Gerda Pamler, München; und Brigitta Weigl, Maxhütte; sowie der Kunstschule Klatovy/Tschechien und Staatliche Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald können in den Ausstellungsräumen Alte Fronfeste, Im Berg 17, und Spitalkirche, Hauptstraße 3, sowie in Schaufenstern der Hauptstraße und Rahmstraße besichtigt werden. Die Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst dauert bis Sonntag, 30. Oktober.
Die Aufnahme zeigt ein dem Ausstellungsmotto entsprechendes Gemälde: „Häuserflucht“ von Viktor Schröpf und Nazar Korechnikov (9. Techniker-Klasse der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald).heute geöffnet

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Leitmotiv „Versöhnung“ in der evangelischen Kirche

Ausstellung, Vorträge und ein Konzert

Die Herbstausstellung 2022 der evang.-luth. Gemeinde Neunburg widmet sich dem Thema "Wir scheuen keine Konflikte" des Zivilen Deutschen Friedensdienstes.

Die Herbstausstellung 2022 der evang.-luth. Gemeinde Neunburg widmet sich dem Thema „Wir scheuen keine Konflikte“ des Zivilen Deutschen Friedensdienstes.

Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine hat sich die evangelische Kirchengemeinde Neunburg dazu entschlossen, sich im Herbst dem Thema Frieden zu widmen. Den Schwerpunkt dazu bildet die Ausstellung „Wir scheuen keine Konflikte“ des Programms „Ziviler Friedensdienst“, das unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitgetragen wird. Die Ausstellung selbst wird vom 25. September bis 23. Oktober in der Versöhnungskirche in Neunburg, täglich zwischen 9 und 18 Uhr, zu sehen sein. Darin wird im Schwerpunkt die präventive Arbeit des zivilen Friedensdienstes vorgestellt.
Auf 17 Ausstellungstafeln ist dargestellt, wie das deutsche Programm für Friedensförderung und Gewaltprävention in Krisen- und Konfliktregionen rund um die Welt agiert. Dabei wird verdeutlicht, dass Konflikte in Krisenregionen auch ohne Gewalt beigelegt werden könnten.
Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 30. September, um 19 Uhr statt.

PROJEKT „GITARREN STATT GEWEHRE“

Pfarrer Gerhard Beck, der bei seinem Studium in Belfast die Arbeit des Friedensforschers John Paul Lederach kennengelernt hat, wird das Thema „Wo Gerechtigkeit und Friede sich küssen – zur Theologie der Versöhnung“ eingehen und im Anschluss das Brot für die Welt Projekt „Gitarren statt Gewehre“ vorstellen.
Am 25. September, 9.30 Uhr, lädt die evangelische Gemeinde zu einem Filmgottesdienst in die Versöhnungskirche ein. Inhaltlich geht es dabei um „Die Kraft der Versöhnung“. Der Film erzählt die persönliche Geschichte eines Tutsi-Angehörigen, der einen Großteil seiner Familie beim Völkermord von Ruanda im April 1994 verloren hat. Am 14. Oktober, 19 Uhr, findet an gleicher Stelle das Konzert „…so ist Versöhnung…“, mit Musik und Texten zu Krieg, Frieden und Versöhnung statt. Die Akteure sind Evi Beck, Aurel von Bismarck, die Brucker Marktschreier, der Ökumenische Kirchenchor Bruck-Nittenau, das Projekt Contigo, Mitglieder des Festspiels Neunburg, der Jugendchor Neunburg, Jörg Maderer, Stefan Wagner und Jürgen Zach.
Ein weiterer Beitrag in dieser Reihe ist am 8. Oktober die vom Kunstverein Unverdorben organisierte Autorenlesung mit Lieven Rother, Dortmund, in der Spitalkirche. Seine Kriminalroman „Marshall in Love“ thematisiert brisante Themen wie Holocaust und Rechtsextremismus. Beginn 20 Uhr. Am 21. Oktober folgt ein Vortrag und Gespräch mit Sigrid Schell-Straub. Sie berichtet unter dem Titel „Bildung schafft Versöhnung“ von ihrer Tätigkeit als Friedensfachkraft in Sierra-Leone. Beginn ist um 19 Uhr.LogoKH

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Autor liest am 8. Oktober aus seinem Roman „Marshall in Love“

Ruhrpott-Krimi mit einem „Neunburg-Kapitel“

Der Bochumer Autor Lieven Rother (32) zeigt seinen Debüt-Roman "Marshall in Love", dem Anfang des Jahres die Literaturkritik "eine beharrliche Treue zum Realismus und ein aufrichtiges Engagement für eine warme, soziopolitische Analyse" bescheinigte. Foto: Angelina Zander

Der Bochumer Autor Lieven Rother (32) zeigt seinen Debüt-Roman „Marshall in Love“, dem Anfang des Jahres die Literaturkritik „eine beharrliche Treue zum Realismus und ein aufrichtiges Engagement für eine warme, soziopolitische Analyse“ bescheinigte. Foto: Angelina Zander

„Je weiter wir fuhren, desto größer wurde die Erkenntnis, dass die Mehrzahl der Bürger zumindest geahnt haben muss, welche Verbrechen die Nazis an den Juden begangen haben. Die Antwort auf diese Vermutung fanden wir in den Wäldern bei Neunburg vorm Wald. Kurz zuvor erhielten wir die gesicherte Information, dass hier noch vor Kurzem ein Todesmarsch mit KZ-Inhaftierten durchgeführt wurde. Rund um den 20. April 1945 habe man etwa 160 Juden, Sinti und Roma, sowie politische Gefangene in den Wald am Ortsrand gebracht und eine Massenhinrichtung durchgeführt.

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„Aus der Geschichte der Völker können wir lernen, dass die Völker nichts aus der Geschichte gerlernt haben“. (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

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Derartige Kriegsverbrechen waren für uns alle unvorstellbar und so befahlen wir das gesamte Dorf zusammen, alle Erwachsenen. Ihnen wurde von uns auferlegt, dass die Leichen der Häftlinge aus dem Wald, auf einen ehrwürdigen Friedhof gebracht werden müssten, um dort zunächst aufgebahrt und anschließend im Rahmen eines angemessenen Begräbnisses beigesetzt zu werden. Wir fanden tatsächlich die kolportierte Anzahl der Toten, sogar noch eine Handvoll mehr…Für mich, als Kriegsberichterstatter, war es das nächste Erlebnis, das sich tief in mein Gedächtnis einbrennen wird. Teilweise waren die Leichen böse zugerichtet, lagen ineinander verkeilt, wobei die Austrittswunde des einen Leichnam unmittelbar in die Eintrittswunde des anderen überging. Eine Grausamkeit und Entmenschlichung, die ihresgleichen sucht.“
Nur ein kurzer Auszug aus dem 23. Kapitel des Romans „Marshall in Love“ von Lieven Rother, der um die Jahreswende 2021/22 im Verlag Europa Buch erschienen ist. Genauer: Es ist ein Kriminalroman der besonderen Art. Und deshalb schickt der Verlag gleich voraus: „Die Leser seien gewarnt. Wer keine Lust darauf hat oder sich nicht traut, unsere moderne Geschichte einmal wieder durchzuarbeiten, sollte sich eher enthalten, diese Seiten durchzublättern. Denn ja, nicht leichtherzig lässt sich dieser Roman lesen“..PlakatRotherTatsächlich gelingt dem Autor, ein komplexes Mosaik zu verfassen, eine dichte Fläche, auf der sich gewebeartig kleine und große Geschichten miteinander verflechten. Die aufmerksamen Leser werden auch erkennen und schätzen, wie scharf der Autor das Ruhrgebiet als Roman-Schauplatz wählt, das, wie wenige andere Orte Europas, die Probleme und Herausforderungen der kontemporären Zeit auf sich nimmt. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen in einer Erarbeitung von privaten und kollektiven Ereignissen, während persönliche Geschichten sich zur Verwirklichung der gemeinsamen Historie erheben. Zum Stil des Autors muss man ohnehin die detaillierten Deskriptionen hervorheben, die in wenigen Pinselstrichen den Kern einer traumatisierten Menschheit und ihre schmerzhaften Beziehungen offenlegen und zum unmittelbaren Mitleid führen. Zudem zeigt die rohe Sprachwahl eine beharrliche Treue zum Realismus und ein aufrichtiges Engagement für eine warme, soziopolitische Analyse.

BEZUG AUF DEN HOLOCAUST

Welche Themen bestimmen den Roman „Marshall in Love“? Autor Lieven Rothers Antwort lautet: „Mein Buch ist kein klassischer Kriminalroman. Die Handlung umfasst einen Antagonisten, der von der Gesellschaft ausgeschlossen und abgehangen wurde. Aufgrund dieser sozialen Ausgrenzung, entwickelt der Antagonist perfide Mordfantasien und setzt diese in die Tat um, indem er wahllos Migranten tötet“. Darüber hinaus behandelt der Roman die Themen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus Im Rahmen dessen wird unmittelbar Bezug auf den Holocaust genommen – so im eingangs zitierten 23. Kapitel, das eines der dunkelsten Abschnitte der Geschichte Neunburgs streift – weitab vom wesentlichen Schauplatz der Romanhandlung, nämlich Dortmund und das Ruhrgebiet.

Lieven Rother, der 1990 in Bochum geboren wurde, möchte seinen Leserinnen und Lesern eine Möglichkeit bieten, sich kritisch und reflektiert mit der historischen Verantwortung Deutschlands auseinanderzusetzen. Denn: Hass und Ausgrenzung gegenüber jeder Person und jeder Lebensform ist eine Gefahr für unsere pluralistische Gesellschaft, betont der Autor. Sein Protagonist – Linus Gerling – hat ein stark demokratisch geprägtes Werte- und Moralsystem und handelt auch dementsprechend. Diese Charaktereigenschaften werden im Laufe des Buches immer mehr entwickelt und dargestellt.

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„Je weiter wir fuhren, desto größer wurde die Erkenntnis, dass die Mehrzahl der Bürger zumindest geahnt haben muss, welche Verbrechen die Nazis an den Juden begangen haben. Die Antwort auf diese Vermutung fanden wir in den Wäldern bei Neunburg vorm Wald.“ (Aus dem 23. Kapitel des Romans „Marshall in Love“ von Lieven Rother)

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Der Protagonist setzt sich zudem kritisch und reflektiert mit der historischen Verantwortung Deutschlands auseinander. So schließt das Neunburg-Kapitel von „Marshall in Love“ mit dieser Schlussfolgerung: „Diese Tötungen skizzierten das perfide Denken der Täter, untermalten den strukturierten Genozid und ließen keinen Zweifel daran, dass sowohl innerhalb, als auch außerhalb Deutschlands eines der größten Verbrechen der jüngeren Geschichte begangen wurde“.
Beruflich ist der 32-Jährige als Polizeibeamter beim Polizeipräsidium Bochum in Nordrhein-Westfalen tätig. Seit 2020 wohnt er mit seiner Ehefrau und zwei Söhnen Fröndenberg bei Dortmund und genießt dort nach eigenem Bekunden „das Leben auf dem Land“.

Musikalischer Begleiter: Jörg Maderer (Ukulele)

Musikalischer Begleiter: Jörg Maderer (Ukulele)

Der Roman „Marshall in Love“ ist sein erstes Werk und bedeutet für ihn die Verwirklichung eines Lebenstraums. Er plant, weitere Bücher zu schreiben, „da es mir Spaß macht, mich kreativ ausleben zu dürfen“. Auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben kommt Lieven Rother am Samstag, 8. Oktober nach Neunburg, also zu einem Nebenschauplatz seines erfolgreichen Debüt-Romans. Im Rahmen des zehnten Neunburger Kunstherbsts liest er in der Spitalkirche Auszüge aus „Marshall in Love“. Musikalisch umrahmt die Veranstaltung der Neunburger Jörg Maderer (Ukulele und Gesang). Beginn um 20 Uhr, Dauer ca. 120 Minuten. Eintritt ist frei, Spenden für den Kunstverein Unverdorben erbeten. LogoKH

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Gelungener Auftakt für AHOJ 22 stadt°land°kunst

Foto-Schnappschüsse von der Vernissage

Erstmals wurde eine AHOJ-Kunstausstellung im Foyer des Neunburger Rathaus-Erweiterungsbaus ausgerichtet. Die Besucher - hier im angeregten Gespräch - und der veranstaltende Kunstverein Unverdorben waren sich einig: Eine passende Location mit gediegenem Ambiente und eine Bereicherung des Raumangebots für kulturelle Events in der Pfalzgrafenstadt Neunburg v. W.!

Erstmals wurde eine AHOJ-Kunstausstellung im Foyer des Neunburger Rathaus-Erweiterungsbaus ausgerichtet. Die Besucher – hier im angeregten Gespräch – und der veranstaltende Kunstverein Unverdorben waren sich einig: Eine passende Location mit gediegenem Ambiente und eine Bereicherung des Raumangebots für kulturelle Events in der Pfalzgrafenstadt Neunburg v. W.!

Gruppenbild mit Künstlerinnen, Veranstalter und Hausherr (von rechts): 1. Bürgermeister Martin Birner, Direktorin der Staatlichen Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald Diana Schmidberger, Kunstmalerin Gerda Pamler, München; KVU-Vorsitzender Peter Wunder, Direktorin der Kunstschule Klatovy Jarmila Stepánková, Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi und Kunstmalerin Brigitta Weigl, Maxhütte.

Gruppenbild mit Künstlerinnen, Veranstalter und Hausherr (von rechts): 1. Bürgermeister Martin Birner, Direktorin der Staatlichen Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald Diana Schmidberger, Kunstmalerin Gerda Pamler, München; KVU-Vorsitzender Peter Wunder, Direktorin der Kunstschule Klatovy Jarmila Stepánková, Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi und Kunstmalerin Brigitta Weigl, Maxhütte.

KVU-Vorsitzender Peter Wunder gab in der Begrüßungsrede seiner Freude Ausdruck, dass dem Kunstverein Unverdorben sozusagen die Vor-Einweihung des Neuen Rathauses vorbehalten war. Nach persönlicher Vorstellung der an AHOJ 22 beteiligten Künstlerinnen und Schulen aus Bayern und Tschechien lud er alle Anwesenden zur "Kunstprozession" durch die Altstadt ein.

KVU-Vorsitzender Peter Wunder gab in der Begrüßungsrede seiner Freude Ausdruck, dass dem Kunstverein Unverdorben sozusagen die Vor-Einweihung des Neuen Rathauses vorbehalten war. Nach persönlicher Vorstellung der an AHOJ 22 beteiligten Künstlerinnen und Schulen aus Bayern und Tschechien lud er alle Anwesenden zur „Kunstprozession“ durch die Altstadt ein.

Pianist Valentin Lennert untermalte die Ahoj 22-Vernissage musikalisch.

Pianist Valentin Lennert untermalte die Ahoj 22-Vernissage musikalisch.

Im Obergeschoss der Alten Fronfeste erwartet die Ausstellungsbesucher eine Retrospektive "11 Jahre Kunstverein Unverdorben und 10. Neunburger Kunstherbst" mit Fotografien, Plakaten, Flyern und Dokumenten von der Gründerzeit des KVU im Sommer 2011 bis zum Sommer 2022 .

Im Obergeschoss der Alten Fronfeste erwartet die Ausstellungsbesucher eine Retrospektive „11 Jahre Kunstverein Unverdorben und 10. Neunburger Kunstherbst“ mit Fotografien, Plakaten, Flyern und Dokumenten von der Gründerzeit des KVU im Sommer 2011 bis zum Sommer 2022 .

Künstlergespräch im Erdgeschoss der Alten Fronfeste mit der gebürtigen Zangensteinerin Gerda Pamler, die seit den Siebziger Jahren in München lebt. Ihre Kunstwerke sind im Flur und EG bis Ende Oktober zu besichtigen.

Künstlergespräch im Erdgeschoss der Alten Fronfeste mit der gebürtigen Zangensteinerin Gerda Pamler, die seit den Siebziger Jahren in München lebt. Ihre Kunstwerke sind im Flur und EG bis Ende Oktober zu besichtigen.

In der Spitalkirche werden Kunstwerke von Brigitta Weigl, Maxhütte-Haidhof, gezeigt: Neben ihren Gemälden auch die Kreativ-Installation "Lasst Kinder um mich sein".

In der Spitalkirche werden Kunstwerke von Brigitta Weigl, Maxhütte-Haidhof, gezeigt: Neben ihren Gemälden auch die Kreativ-Installation „Lasst Kinder um mich sein“.

Die Pfalzgraf-Johann-Gedenkstatue war zur Ahoj 22-Vernissage von drei Freiluft-Kunstwerken der Künstlerin Brigitta Weigl flankiert. Nachdem starke Windboen eine "Fahne" beschädigt hatte, wurden die Objekte am Sonntag wieder von der Burgmauer abgenommen. Foto: Gaby Irlbacher

Die Pfalzgraf-Johann-Gedenkstatue war zur Ahoj 22-Vernissage von drei Freiluft-Kunstwerken der Künstlerin Brigitta Weigl flankiert. Nachdem starke Windboen eine „Fahne“ beschädigt hatte, wurden die Objekte am Sonntag wieder von der Burgmauer abgenommen. Foto: Gaby Irlbacher

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EDITORIAL: Zehnte Auflage des Kulturfestivals Neunburger Kunstherbst

Eine Jubiläumssaison in Krisenzeiten

Das Neunburger Kunstherbst bietet dem krisengebeutelten Jahr 2022 mit insgesamt 20 Kulturterminen die Stirn. Foto: Karl Stumpfi

Das Neunburger Kunstherbst bietet dem krisengebeutelten Jahr 2022 mit insgesamt 20 Kulturterminen die Stirn. Foto: Karl Stumpfi

Corona-Pandemie, Energiekrise, Inflation, Krieg in Europa: Noch nie war die Ausgangslage zum Start des Neunburger Kunstherbstes so negativ belastet als im Jahr 2022. Die Fragen, mit der sich die Vorstandschaft des gemeinnützigen Neunburger Kunstvereins Unverdorben konfrontiert sah, erschienen vor dem geschilderten Hintergrund mehr als berechtigt: Kann man, soll man, darf man in diesen krisengebeutelten Zeiten feiern?PLKunstherbst2207-05
Gute Gründe gab es ja dafür: Der KVU konnte auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblicken und die Jubiläumszahl 10 prangt auch über der neuen Kunstherbst-Saison. Ein Fest führt Menschen zusammen und stiftet Common Sense, Gemeinschaftsgefühl. In diesem Licht gesehen, begreift der KVU die 20 Kulturtermine des 10. Neunburger Kunstherbsts als Angebot an Alle, sich in Anbetracht vieler Widerwärtigkeiten nicht in die innere Emigration zu verabschieden. Die Parole der Kunstherbst-Monate lautet vielmehr: Raus aus den Bunkern, rein in die Lokale und Säle – egal ob zur Ausstellung, zum Konzert oder Kleinkunst-Event. Das alles ist inbegriffen in der regionalen Kultur-Offerte „Neunburger Kunstherbst“. Deshalb appellieren die Programm-Macher an alle Liebhaber*innen der schönen Künste: „Greift zum Neunburger Kunstherbst-Folder und sucht das Passende aus. Für Jeden ist etwas dabei!“ Denn: Kultur braucht Publikum, um zu überleben. Erst recht in Krisenzeiten.
Die Veranstaltungs-Termine von der Ahoj 22-Vernissage, über die Klassik-Gala, Autorenlesung, Jazz-Session, Blasmusi & Comedy, den Blau-Gelben Montag bis zum Finale mit der Orange Soul Sensation „Tanquoray“, können auch online abgerufen werden – unter den Links www.neunburger-kunstherbst.de oder www.kunstverein-unverdorben.de
Mit einem bunten Veranstaltungsmix will der Kunstverein Unverdorben der "Herbstdepression" gegensteuern. Grafik: Bayerischer Rundfunk

Mit einem bunten Veranstaltungsmix will der Kunstverein Unverdorben der „Herbstdepression“ gegensteuern. Grafik: Bayerischer Rundfunk

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Zwischen Landschaft und Stilleben, Formen und Farben

Präsentation der Ahoj-22-Künstlerinnen

"Kreatives Denken" hat die 12-jährige  Rosalie Kubecová ihre Keramik-Plastik betitelt. Kunstobjekte der tschechischen Kunstschule Klatovy runden das Ausstellungsangebot von AHOJ 22 stadt.land.kunst ab. Zu besichtigen sind sie im Erdgeschoss und ersten Stockwerk der Alten Fronfeste. Foto: Karl Stumpfi

„Kreatives Denken“ hat die 12-jährige Rosalie Kubecová ihre Keramik-Plastik betitelt. Kunstobjekte der tschechischen Kunstschule Klatovy runden das Ausstellungsangebot von AHOJ 22 stadt.land.kunst ab. Zu besichtigen sind sie im Erdgeschoss und ersten Stockwerk der Alten Fronfeste. Foto: Karl Stumpfi

Am Freitag, 16. September, 18 Uhr, beginnt die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt°land°kunst, gleichzeitig Auftakt zur zehnten Jubiläumssaison des regionalen Kulturfestivals NEUNBURGER KUNSTHERBST. Erstmals findet eine Ahoj-Vernissage im Foyer des Neuen Rathauses, Im Berg 7, statt. Weitere Ausstellungs-Loationen sind die Spitalkirche, Hauptstraße 3, und die Alte Fronfeste, Im Berg 17. Kunstwerke werden auch in den Kunststationen entlang der Hauptstraße und Rahmstraße gezeigt: Blasinstrumenten-Werkstatt Kroner, Büro- und Pressezentrum Kramer, Bio-Laden Radieserl, Alte Seilerei, Fensterbau Kerschberger, Sparkasse, Buchhandlung am Tor, Klonner und Fa. Landkammer. Im ersten Stockwerk der Alten Fronfeste wartet die Retrospektive „11 Jahre Kunstverein Unverdorben & 10. Neunburger Kunstherbst“ auf die Besucher.
Traditionsgemäß nehmen an der Ahoj-Ausstellung im Neunburger Kunstherbst Künstler*innen aus Bayern und Tschechien teil. Wir stellen sie in nachfolgenden Kurzporträts vor:

Barbora Novorodová
In ihrer jüngsten Gemälde-Serie versucht die junge Künstlerin sakrale Schönheit, die sie in alltäglichen Objekten und Situationen wahrnimmt, zumindest teilweise einzufangen.

"Gloria in Excelsis Deo"

„Gloria in Excelsis Deo“

Mit etwas Übertreibung könnte man also sagen, dass diese Gemälde von Gott, Dankbarkeit, aber auch von Bananen inspiriert worden sind – Gloria in Excelsis Deo.
Barbora Novorodová (Jg. 1994) ist eine Malerin der neuen Generation der tschechischen Kunst. Sie absolvierte bereits einen einjährigen Studienaufenthalt an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki/Griechenland und später ein Studienpraktikum in Lima/Peru (Südamerika). Gegenwärtig hält sich Novorodová im Zuge eines Studentenaustauschs in Uruquay (Südamerika) auf.
Biografische Daten
Studium ab September 2021 Malatelier Prof. Jiří Černický , Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag.
2018-2021 Malatelier Doc. akademischer Maler Aleš Ogoun, Fakultät für Design und Kunst Ladislav Sutnar, Westböhmische Universität in Pilsen.
2017/2018 Erasmus-Programm an der Aristoteles-Universität von Thessaloniki, Griechenland, Malatelier Ioannise Fokase.
2013-2019 Juristische Fakultät, Karls-Universität Prag, Studienabschluss Magister.
Ausstellungen
Mai 2022: Gruppenausstellung im Tschechischen Zentrum in Wien – Unearthing.
Dezember 2021: „No fear“, Gruppenausstellung von Studenten der Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag, in Prag.
September 2021: „Es könnte hier nicht passieren“, Polograph, Prag.
Dezember 2020: Einzelausstellung in der Kunstgalerie Pilsen und Prag / Performance.
Juni 2019:Ausstellung zum Thema „Mia ist göttlich“, im Rahmen der Veranstaltung „Rokycanské Koryto“, Rokycany.
Außerdem wirkte Barbora Novorodová an diversen Projekten der Kunstgruppe PES 5 mit.
Barbora Novorodová, Prag

Barbora Novorodová, Prag

Kristýna Nejedlá Bujárková
An der Grenze zwischen Landschaft und Stilleben, Form und Inhalt, Form und Farbe:

"Banana pieces"

„Banana pieces“

Dort sucht der Künstler nach Antworten auf Fragen, die traditionell von Malern seit vielen Generationen gestellt werden. Kristýna Nejedlá Bujárková (Jg. 1997) antwortet darauf mit ihrem traumhaften Vokabular in ihrer neuesten Gemälde-Serie, die den Titel Daydream trägt.
Sie ist eine Vertreterin der neuen tschechischen Malergeneration. Zurzeit studiert Bujarková Malerei unter Leitung des akademischen Malers Vladimir Vella an der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst an der Westböhmischen Universität in Pilsen. Zuvor studierte sie unter Leitung des akademischen Malers Ales Ogoun. Kristýna Nejedlá Bujárková absolvierte 2022 ein Studiensemester an der Universidad de Castilla-La Mancha in Cuenca, Spanien.
Eine Vielzahl ihrer Werke wurde sowohl in Einzel- als auch in Gruppenausstellungen in Pilsen, Prag und Kutná Hora der Öffentlichkeit vorgestellt.
Kristyná Nejedlá Bujárková, Prag

Kristyná Nejedlá Bujárková, Prag

Brigitta Weigl
Die geborene Kielerin hat in Maxhütte-Haidhof mit viel Fantasie und Schaffenskraft den Kunstpark mit Atelier aus einem verwilderten Bergbau-Gelände geschaffen.

"Nebel in der Toskana"

„Nebel in der Toskana“


„Die Kunst bzw. besonders die Malerei empfinde ich als die Verbündete meines Lebens“, betont die Künstlerin. Durch den Besuch verschiedener Akademien im In- und Ausland konnte sie ihren ganz eigenen Stil formen, eine Mischung aus Konstrukturierung und abstrakter Verfremdung. Detailverliebtes, experimentierfreudiges Arbeiten in allen Techniken lässt zeitlose Darstellungen entstehen. Kunstwerke von Brigitta Weigl waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, z.B. Haus der Kunst München, Goethe-Institut Izmir usw., zu sehen. Sie war zudem mit ihren Arbeiten in verschiedenenen Galerien und Privatsammlungen vertreten.
Egal, um welches Thema es sich handelt, man fühlt die positive Ausstrahlung, denn beim Betrachten ihrer Werke soll man den Alltag vergessen oder gar Freude empfinden für das Schöne. Während der Neunburger Ahoj 22-Ausstellung können übrigens auch Freiluft-Kunstwerke Weigls betrachtet werden, die an der Burgmauer beim Pfalzgraf-Johann-Denkmal angebracht worden sind.
Brigitta Weigl, Maxhütte-Haidhof

Brigitta Weigl, Maxhütte-Haidhof

Gerda Pamler
Gerda Pamler, eine gebürtige Zangensteinerin, übersiedelte 1974 in die Landeshauptstadt München.GerdaWerke Jahrelang war sie im Leistungssport international unterwegs und hat mehrere paralympische Medaillen eingesammelt. Als Rollstuhlfahrerin trifft man sie im Winter gern im Monoski, im Sommer ist sie mit dem Handbike oder Kajak unterwegs. Den Ausgleich zum Sport findet Gerda Pamler in der Malerei.
Schon als Jugendliche zeigte sich ihr Talent. Damals startete sie mit Seidenmalerei und Airbrush. Heute sind es Acrylfarben, Pigmente und Tuschen, die sie begeistern. Auch mit Spachtelmassen experimentiert sie und lässt dabei spannende Strukturen entstehen. Ihre Werke strahlen eine gewisse Harmonie und Dynamik aus, mal bunt abstrakt, dann wieder sanft und ruhig. Generell zieht sie viel Inspiration aus der Natur, lässt ihre Umgebung auf sich wirken und setzt die Eindrücke in ihren Bildern auf ihre ganz eigene Art um. Auf einen Stil festlegen? Das ist nicht Gerda Pamlers Art. Ausprobieren, Neues testen und vielleicht auch mal feststellen: so nicht. Eben einfach kreativ sein, „weil’s Spaß macht“.
Gerda Pamler, München

Gerda Pamler, München

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Die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt°land°kunst dauert vom Freitag, 16. September bis Sonntag, 30. Oktober 2022. Vernissage ab 18 Uhr im neuen Rathaus-Foyer: Begrüßung und Vorstellung der Ahoj 22-Aussteller, Grußwort des 1. Bürgermeisters Martin Birner, musikalische Umrahmung durch Valentin Lennert (E-Piano), anschließend „Kunstprozession“. Ausklang in der Alten Fronfeste mit Künstler-Gesprächen.
Besichtigungen sind möglich jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr in der Alten Fronfeste, Im Berg 17, und Spitalkirche, Hauptstraße 3. Sonderführungen außerhalb der angegebenen Zeiten können mit dem Kurator Peter Wunder vereinbart werden (Telefon: 09672 / 4337 oder eMail peter_wunder@web.de) Eintritt ist frei, Spenden für den Kunstverein Unverdorben erbeten.LogoKH

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Erste Kunstwerke hängen im neuen Rathaus-Foyer

Neunburgs „Pinakothek“ kurz vor dem Start

AngekommenVirgointactaAufhängaktionAngekommen: Der Kunstverein Unverdorben hielt gestern „Einzug“ im soeben baulich vollendeten Rathaus-Erweiterungsbau – an gleicher Stelle des von 2013 bis 2018 vom KVU als Kunstquartier genutzten Altmannhauses, Im Berg 7. In Neunburgs neuer „Pinakothek“ wird am Freitag, 16. September, 18 Uhr, die Internationale Kunstausstellung Ahoj 22 stadt°land°kunst eröffnet. Erste Kunstwerke wurden am Montag Nachmittag von Peter Wunder, Joachim Ullmann und Karl Stumpfi von der Alten Fronfeste ins Neue Rathaus überführt. Von dort aus wird sich nach Begrüßung, Künstlervorstellung und Sektempfang eine „Kunstprozession“ durch die Hauptstraße und zu den weiteren Ausstellungs-Locationen Spitalkirche und Alte Fronfeste in Bewegung setzen.
Alle Liebhaber*innen der Bildenden Künste aus Region sind herzlich willkommen. Ahoj 22 stadt°land°kunst endet am 30. Oktober. Besichtigungszeiten sind jeweils Sonntag von 14 bis 16 Uhr.

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MEDIEN-ECHO

Vorschau in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe Schwandorf, vom 16. September 2022 als JPG-Datei: MZVorschauAhoj22

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Chansonette Gabriele Banko im Schlosssaal:

Lieder für eine „abgrundtiefe Stimme“

Sängerin Gabriele Banko aus Bremen, Johannes Grundmann (Piano) und Lynda Cortis (Cello) gastieren im Historischen Schlosssaal. Foto: Andreas Caspari

Sängerin Gabriele Banko aus Bremen, Johannes Grundmann (Piano) und Lynda Cortis (Cello) gastieren im Historischen Schlosssaal. Foto: Andreas Caspari

Unter dem Titel „Illusion d’amour“ interpretiert Gabriele Banko am Samstag, 24. September, 19.30 Uhr, im Historischen Schlosssaal, Im Berg 12, Chansons und Songs von Paolo Conte, Bertolt Brecht, Hildegard Knef, Astor Piazzolla und Cole Porter. Auf dem Programm steht auch Filmmusik von Ennio Morricone und Michel Legrand. Begleitet wird die Sängerin von Johannes Grundhoff (Klavier) und Lynda Cortis (Cello). Gabriele Banko nähert sich in ihren Moderationen, in Gedichten und Aphorismen mal heiter, mal bissig, dem Thema Liebe im Spannungsfeld von Wunsch und Wirklichkeit. „Gerade diese unverwechselbare und latent laszive Stimme, die auch ihre großen Vorbilder auszeichnete, macht den Charme und die Qualität der Banko aus“, schrieb die Nordwest-Zeitung.
Veranstalter sind die Freunde der Kunst Oberviechtach im Rahmen des 10. Neunburger Kunstherbstes.
Eintritt 18 € (Abendkasse). Schüler, Studenten, Auszubildende frei.LogoKH

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OVIGO-Theater präsentiert im Kunstherbst neues Musical:

Landrat rockt im „Kleinen Horrorladen“ mit

Martin Gersing (links) und Thomas Ebeling (rechts) in der Band-Probe. Fotos: Florian Wein

Martin Gersing (links) und Thomas Ebeling (rechts) in der Band-Probe. Fotos: Florian Wein

Kostüme werden probiert, verschiedene Modelle einer fleischfressenden Pflanze gebastelt, Wände gestrichen und natürlich Songs einstudiert. Die Vorbereitungen für das neue Musical des OVIGO Theaters, „Der kleine Horrorladen“, laufen auf Hochtouren. Das Team um Regisseurin Theresa Weidhas aus Weiden hat bis zur Premiere am 5. November in Oberviechtach noch allerlei zu tun. Das Stück dürfte eines der aufwendigsten in der OVIGO-Historie werden, schließlich orientiert man sich damit auch an der Vorlage des bekannten Films bzw. des Broadway-Stücks, das auch heute noch erfolgreich läuft.

MENSCHENFLEISCH FRESSENDE PFLANZE

Worum geht’s? Mushniks Blumenladen hat keine Kunden, aber welke Blumen. Seymour, sein linkischer Angestellter, beschäftigt sich mit der Zucht ominöser Pflanzen und ist heimlich in die Kollegin Audrey verliebt. Diese kommt häufig zu spät zur Arbeit, ihr Freund, der sadistische Zahnarzt Orin, prügelt sie. Als Mushnik seinen Laden aufgeben will, naht Rettung in Form einer eigenartigen Pflanze aus Seymours Beständen: Kaum steht diese im Fenster, erweckt sie das Interesse neugieriger Kunden. Plötzlich brummt der Laden. Doch alles hat seinen Preis: Das Gewächs, das Seymour liebevoll Audrey Zwo taufte, entwickelt einen ganz speziellen Appetit – nach Menschenfleisch. Als die dauerhungrige Pflanze schließlich ihre Wurzeln nach Seymour und Audrey ausstreckt, wird es Zeit zu handeln…

Gesangsproben mit Paula Klepser, Lena Biegerl, Stefanie Meier, Finn Ebenschwanger (von links nach rechts) Foto: Florian Wein

Gesangsproben mit Paula Klepser, Lena Biegerl, Stefanie Meier, Finn Ebenschwanger (von links nach rechts) Foto: Florian Wein

Bekannt wurde „Der kleine Horrorladen“ durch die Verfilmung aus dem Jahr 1986 mit Rick Moranis und Steve Martin unter der Regie von Frank Oz. Die OVIGO-Version versucht sich davon zu emanzipieren und dennoch den Charme der Vorlage zu nutzen. Original sind natürlich die bekannten Songs wie „Downtown“, „Gib’s mir“, „Irgendwo im Grünen“, „Zahnarzt“ oder „Jetzt hast du Seymour“.

Für das Musical wird eine Live-Band eingesetzt. Neben Susanne Hutzler, Hans Hutzler, Dominik Roßmeisl, Stephan Pregler, Thomas Urbanek, Andreas Lehmann und Martin Gersing ist auch Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling Teil des musikalischen Ensembles. Ebeling spielt aktuell bereits in der Live-Band zu „Emil und die Detektive“ und hat nun offensichtlich Blut geleckt… Die Schauspieler proben unterdessen fleißig an ihren Szenen und fügen sie nach und nach in die musikalischen Stücke ein. Seymour Krelbourn wird von OVIGOs künstlerischem Leiter Florian Wein aus Regensburg gespielt. Seine Angebetete Audrey wird von Selina Zeitler aus Tännesberg dargestellt. Bernhard Beer aus Amberg ist Mr. Mushnik, Finn Ebenschwanger aus Schwandorf verkörpert den Zahnarzt Dr. Scrivello und die drei „Straßen-Gören“, die auch den Chor mimen, werden von Stefanie Meier aus Neunburg vorm Wald, Lena Biegerl aus Oberviechtach und Paula Klepser aus Teunz gespielt. Assistiert wird Regisseurin Theresa Weidhas von Katharina Fritsch (aus Teunz), Mónica Fino (aus Weiden) und Julia Gitter (aus Oberviechtach).

DIE AUFFÜHRUNGSTERMINE

„Der kleine Horrorladen“ ist am 5. und 6. November im Emil-Kemmer-Haus Oberviechtach zu sehen. Anschließend kommt das Musical in die Landgraf-Ulrich-Halle Pfreimd (12./13. November) und in die Schwarzachtalhalle Neunburg vorm Wald (26./27. November und 3./4. Dezember).
Eintrittskarten gibt es über www.ovigo-theater.de und örtliche Vorverkaufsstellen. Gruppen ab 10, 20 oder 30 Personen können entsprechende Rabatte nutzen (15 %, 18 % oder 22 %). LogoKH

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