
Huldigung an den „Walzerkönig“
Mit Strauß-Musik beschwingt ins neue Jahr 2026. Unter diesem Motto gastiert das Westböhmische Sinfonieorchester aus Marienbad am Samstag, 3. Januar, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle. Gastgeber des 11. Neunburger Neujahrskonzerts ist der Kunstverein Unverdorben. Zur Programm-Präsentation im historischen Rathaus-Sitzungssaal konnte 1. Vorsitzender Peter Wunder neben 1. Bürgermeister Martin Birner auch dem aus dem tschechischen Kurort angereisten Dirigenten Jan Mikoláš willkommen heißen.
Die Marienbader Orchestertradition reicht bis ins Jahr 1821 zurück. Heute umfasst der Orchesterbetrieb Abonnement-Konzerte und Kolonnaden-Konzerte während der Kursaison im Sommer. Gastspiele führt den Klangkörper regelmäßig ins Ausland, bevorzugt ins benachbarte Deutschland. In Neunburg vorm Wald gastiert das Westböhmische Symphonieorchester bereits zum dritten Mal. Nach dem 9. Neujahrskonzert am 6 Januar 2024 übernahmen sie beim Allerseelen-Konzert am 2. November 2024 den Orchesterpart des Requiems von W. A. Mozart (mit dem Cerchovan Chor Domazlice) und führte Mozarts Konzert für Klarinette und Orchester auf.
Im Mittelpunkt des Programms am 3. Januar 2026 stehen Werke von Johann Strauß Sohn, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt feiert. Der „Wiener Walzerkönig“ wird mit einer Auswahl seiner beliebtesten Ouvertüren, Operettenarien, Walzer, Polkas und Märschen vertreten sein. Der KVU Vorsitzende betonte einleitend, dass man bei diesem Konzert bewusst auf die „Leichte Muse“ setze. Um so mehr in schwierigen Zeiten, in denen sich gegenwärtig nicht nur Kunst und Kultur konfrontiert sehen. 1. Bürgermeister Martin Birner bezeichnete das Neujahrskonzert als erstes musikalisches Highlight im beginnenden Neunburger Veranstaltungsjahr. Er dankte dem Kunstverein Unverdorben für die organisatorische Arbeit im Vorfeld und die Kontaktaufnahme zum Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Auch das Stadtoberhaupt warb dafür, Konzertkarten als Weihnachtsgeschenke zu erwerben. „In hektischen Zeiten abschalten und Musik genießen“, so Birner wörtlich.
STRAUSS-WALZER UND PERLEN DER OPERETTE
Dirigent Jan Mikoláš begann seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass zurzeit nur eine vorläufige Spielfolge vorliegt und es noch kleine Änderungen geben könne. Als gesetzt bezeichnete er aber den für ein Neujahrskonzert unverzichtbaren Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ und als ultimative Zugabe der „Radetzky-Marsch“, den allerdings Johann Strauß Vater komponiert habe. Dazu kämen „Perlen der Operette“ auch hier mit Schwerpunkt auf Johann Strauß Sohn. Es werde aber auch sein Zeitgenosse Carl Zeller („Der Vogelhändler“) und Franz Lehár („Guiditta“) einen Platz im Neujahrskonzert-Programm haben ebenso wie Antonin Dvorák („Prager Walzer“) als böhmischer Komponist der Spätromantik.
Mit der tschechischen Sopranistin Eva Štruplová aus Kutna Horá (Kuttenberg) konnte laut Mikoláš eine ideale Besetzung als Gesangsolisten realisiert werden. Sie studierte am Staatlichen Konservatorium und an der Akademie für Darstellende Künste Prag, sie ist Preisträgerin von mehreren internationalen Gesangwettbewerben teil und wurde als Sopran-Solistin an das Südböhmische Theater Budweis engagiert. In der Pfalzgrafenstadt wird die Sängerin mit den beiden Adele-Arien „Mein Herr Marquis“ und „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ aus der Operette „Die Fledermaus“ zu hören sein. Aus der Operette „Eine Nacht in Venedig“ singt sie die Arie der Annina „Frutti di Mare“. Von Carl Zeller interpretiert die Sopranistin die bekannte Arie „Ich bin die Christl von der Post“. Zudem übernimmt sie den Vokalpart im Walzer „Frühlingstimmen“ von Johann Strauß.
Dass der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds das 11. Neunburger Neujahrskonzert fördert, ist laut Kulturbeauftragtem Karl Stumpfi an eine Maßgabe geknüpft: Das „Musikerlebnis“ Live-Konzert muss von einer „pägogischen Jugendbetreuung“ begleitet werden. Dabei kooperiere der Kunstverein mit dem Ortenburg-Gymnasium und der Gregor-von-Scherr-Realschule. Jugendliche können als Zuhörer bei der Akustikprobe des Orchesters dabei sein. Anschließend erläutert der Dirigent, auf was es beim Führen eines Klangkörpers ankommt und stellt sich auch Schülerfragen. Stumpfi ist für ein kurzes „musikhistorisches Briefing“ zuständig. Er wird u. a. die Aufmerksamkeit der jungen Zuhörer auf das Multi-Talent Johann Strauß lenken. Der Wiener war nicht nur genialer Erfinder von rund 1500 Walzerthemen und begnadeter Entertainer, sondern einer der ersten Musik-Weltstars mit Tourneen in den USA und Russland. Außerdem bewies er ausgeprägten Geschäftsinn und machte die Tantiemen als Einnahmequelle für Musiker gesellschaftsfähig.

Der Kartenvorverkauf für das Neujahrskonzert hat bereits begonnen. Tickets für 40 € / 35 € / 30 € sind in der VVK-Stelle Büro- und Pressezentrum, Hauptstraße 50, erhältlich. Karten können auch über e-Mail (schafbauerrosa@gmail.com) oder telefonisch (09672/3435) geordert werden. Die Abendkasse im Hallenfoyer öffnet am 3. Januar um 18 Uhr. Schüler, Studenten und Auszubildende haben an der Abendkasse freien Eintritt. Ausweis mitbringen!



