Westböhmisches Sinfonieorchester zelebrierte Johann Strauß

Walzer, Polkas und Arien läuten 2026 ein

Sopranistin Eva Himmer Štruplová und das Westböhmische Sinfonieorchester Marienbad unter Leitung von Jan Mikoláš begeisterte rund 300 Gäste in der Schwarzachtalhalle mit Werken von Johann Strauß, Carl Zeller, Emmerich Kalman und Franz Lehár. Fotos: Karl Stumpfi / Stefan Wunder

Mit Walzern, Polkas und Operetten-Schlagern wünschte der Neunburger Kunstverein Unverdorben in der Schwarzachtalhalle „Prosit Neujahr!“ Mit Verpflichtung des Westböhmischen Sinfonieorchesters Marienbad und der Sopranistin Eva Himmer Štruplová hatte der Gastgeber einen guten Griff getan. 

2. KVU Vorsitzender Karl Stumpfi hieß die Zuhörerschaft willkommen.

2. Vorsitzender und Kulturbeauftragter des Stadtrates Karl Stumpfi verwies in seinen Grußworten auf die mittlerweile elfte Auflage des Neunburger Neujahrskonzerts. „Unserer Meinung nach ist es das zweitwichtigste nach dem Wiener“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Die 40 Musikerinnen und Musiker aus der tschechischen Kurbäder-Region kredenzten den Gästen in der gut frequentierten Schwarzachtalhalle einen spritzigen Coctail beliebter Melodien der leichten Klassik.

Im Mittelpunkt stand der Wiener Walzerkönig Johann Strauß Sohn zum 200. Geburtstag. Schon bei der einleitenden „Zigeunerbaron“-Ouvertüre ließen nicht nur die Passagen im Dreivierteltakt, sondern auch das ungarische Kolorit den Funken schnell auf die Zuhörerreihen überspringen. Neben Arien aus seinen Erfolgsoperetten „Der Zigeunerbaron“, „Die Fledermaus“ und „Eine Nacht in Venedig“ – den Gesangspart übernahm die excellente Koloratursopranistin Eva Himmer Štruplová – waren die großen Strauß-Walzer op. 314 („An der schönen blauen Donau“) und op. 437 („Kaiserwalzer“) tragende Programm-Säulen. Temperamentvoll flankiert von den bekannten Polkas „Unter Donner und Blitz“, „Tritsch Tratsch“ und „Banditen-Galopp“. Carl Zeller war ein Zeitgenosse der Wiener Strauß-Dynastie. Aus dessen erfolgreichster Operette „Der Vogelhändler“ sang Eva Himmer Štruplová die Arie „Ich bin die Christl von der Post“.

Die Silberne Operettenära war mit den Komponisten Franz Lehár („Guiditta“) und Emmerich Kalman („Die Csardasfürstin“) vertreten. Die von Dirigent Jan Mikoláš souverän geleiteten Marienbader Sinfoniker hatten selbstverständlich auch Werke des böhmischen Meisters Antonin Dvorak im Gepäck, dessen Prager Walzer und die Polonaise Es-Dur die musikalische Farbpalette bereicherten.

Sowohl die orchestralen als auch sängerischen Leistungen wurden nach Abschluss des offizillen Programms – es erklang der berühmte „Donauwalzer“ – mit lautstarkem Applaus bedacht.  Nach Überreichung eines Blumengebindes bedankte sich die Sopranistin mit der Zugabe „Meine Lippen, die küssen so heiß“ von Lehár. Die Begeisterung des Publikums entlud sich vollends in der Mitklatsch-Orgie des finalen „Radetzky Marschs“ von Johann Strauß Vater.

Das Neunburger Neujahrskonzert 2026 wird durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftfonds finanziell gefördert. Dazu hatte sich der Kunstverein Unverdorben e. V. vertraglich verpflichtet, im Zusammenhang mit dieser öffentlichen Musikveranstaltung ein pädagogisches Begleitprogramm für Jugendliche anzubieten und schon im Vorfeld die Schulleitungen des Ortenburger-Gymnasiums Oberviechtach mit Oberstudiendirektor Ludwig Pfeiffer und die Staatliche Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald mit Direktorin Diana Schmidberger kontaktiert. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren konnten als Zuhörer während der Anspielprobe des Orchesters einmal hinter die Kulissen eines Klassik-Konzerts blicken. Auch beim abendlichen Konzert-Event waren die Jugendlichen Ehrengäste des Kunstvereins. Im Anschluss stellte sich Dirigent Jan Mikoláš den Fragen der jungen Besucher, assistiert von KVU Vorstandsmitglied Dana Ettl als Dolmetscherin.

2. KVU Vorsitzender Karl Stumpfi beleuchtete den musikhistorischen Hintergrund des Neujahrskonzerts 2026, das ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von Johann Strauß Sohn stand. Er verwies darauf, dass der „Walzerkönig“ nicht nur ein genialer Komponist und begnadeter Entertainer gewesen sei, sondern mit seiner Familie auch das Musik-Business rund um den Erdball revolutionierte und dabei das „Tantiemenprinzip“ als Einnahmequelle für Musiker gesellschaftsfähig machte. Als gefeierter Weltstar bereiste Johann Strauß nicht nur den europäische Kontinent, er gastierte mit seinem Orchester auch beim Weltfriedensfest 1872 in den Vereinigten Staaten von Amerika. In Boston dirigierte er u. a. ein Riesenorchester mit rund 400 Instrumentalisten. Sein „Donauwalzer“ gilt heute als heimliche Nationalhymne Österreichs.

Kurz vor Beginn des Neujahrskonzerts in der Schwarzachtalhalle stellten sich Vertreter des Westböhmischen Sinfonieorchesters Marienbad und des Kunstvereins Unverdorben mit den Schülerinnen und Schülern zum Erinnerungsbild. Foto: Ralf Gohlke

MEDIEN-ECHO

Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Kreisausgabe SAD, vom 9. Januar 2026:

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Kreisausgabe SAD, vom 5. Januar 2026:

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