Nächstes Klassik-Glanzlicht des 10. Kunstherbstes

Guadignini Trio gastiert im Schlosssaal

Das renommierte Guadignini-Trio ist am 29. Oktober in der Pfalz grafenstadt zu Gast. Foto: Cara Gutman

Das renommierte Guadignini-Trio ist am 29. Oktober in der Pfalz grafenstadt zu Gast. Foto: Cara Gutman

Nach der erfolgreichen Klassik-Gala am 2. Oktober wartet das Programm des zehnten Neunburger Kunstherbsts mit einem weiteren „Glanzlicht“ der klassischen Musik auf. Am kommenden Samstag, 19 Uhr, gastiert im Alten Schloss das renommierte Guadagnini Trio. Veranstalter dieses kammermusikalischen Abends sind die Freunde der Kunst Oberviechtach.Nach der Umstrukturierung des Trio Enescu tritt das Ensemble seit 2017 unter dem Namen Guadagnini Trio auf.  Dieser geht zurück auf die bedeutende italienische Geigenbauerfamilie, die vom 18. bis 20. Jahrhundert hochwertige Instrumente baute. Die jahrzehntelange Leidenschaft für Kammermusik verbindet die drei Musiker: Alina Armonas (Violine), Edvardas Armonas (Violoncello) und  Nami Ejiri (Klavier). Prägende Einflüsse erhielten sie  von ihren Mentoren Alban Berg Quartett, Harald Schoneweg u. a. Im historischen Saal des Neunburger Schlosses spielen sie  Werke von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Eintritt 18 Euro, Karten sind an der Abendkasse erhältlich. Schüler, Studenten und Auszubildende haben freien Eintritt.LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

2. Auflage mit Akteuren quer durch die Altersklassen

Die offene Bühne vereint Dichter und Sänger

Für exotisches Flair sorgten die Beiträge der Lakshanis aus Sri Lanka mit Sängerin Pearl Perera in Gütenland. Fotos: Karl Stumpfi

Für exotisches Flair sorgten die Beiträge der Lakshanis aus Sri Lanka mit Sängerin Pearl Perera in Gütenland. Fotos: Karl Stumpfi

Die Heelein-Schwestern Clara und Salome im Duett.

Die Heelein-Schwestern Clara und Salome im Duett.

Nach der erfolgreichen Premiere im Juni hat auch die Zweitauflage der Neunburger Open Stage am Samstagabend im Panorama-Hotel am See großen Beifall gefunden. Das knapp vierstündige Programm vereinte Dichter und Sänger vom Schul- bis zum Seniorenalter auf der offenen Bühne. Mit ihren künstlerischen Darbietungen – Gesangs-Soli, Duette und Chöre
G'schichten "Am Hohlweg" und "Auf'm Bankerl" erzählt Lorna Simone Beier.

G’schichten „Am Hohlweg“ und „Auf’m Bankerl“ erzählt Lorna Simone Beier.

wechselten mit Autoren-Rezitationen ab – überzeugten alle Akteure ihr Publikum restlos. Durch den Abend führte Kathi Ruf als eloquente und sachkundige Moderatorin. Initiatorin Steffi Heelein und KVU-Vorsitzender Peter Wunder unterstrichen die Bedeutung dieses Veranstaltungsformats für die Talente-Förderung und kündigten im Namen des Veranstalters an, die Neunburger Open Stage auch im kommenden Jahr fortzusetzen. Erstmals wird dann auch eine Open-Air-Variante in den Blick genommen.
Die Playlist der 2. Neunburger Open Stage weist folgende Beiträge und Interpreten aus: Die Basisband mit Boris Rusakov (Gesang und Gitarre) & Steffi Heelein (E-Piano) eröffnete mit den Klassikern „Forgivness“, „Here comes the sun“ und „I’ve got a friend“. Aus Sri Lanka stammt die Musikgruppe „Sarasavi“ mit Sängerin Pearl Perera und den Instrumentalisten Lakshan & Minodi Perera. Jörg Maderer (Ukulele) mit Tochter Anna und Sophia besangen den Herbst mit „Bunt sind schon die Wälder“ und „Autumn Leaves“.
Manuela Prechtl überzeugte mit ihren Cover-Versionen von Keane und Adele.

Manuela Prechtl überzeugte mit ihren Cover-Versionen von Keane und Adele.

Die Schwestern Salome (18) und Clara (13) präsentierten den Song-Titel „Eight“. Erstmals nutzte auch ein Chorensemble die offene Bühne. Der Neunburger Gesangverein 1861 mit Vorstand Günter Dirnberger steuerten die Chöre „Dona nobis pacem“ und „Singen macht Spaß“ zum Abendprogramm bei. Die Damengruppe „Ukulelas“ aus dem Raum Nabburg bewies mit dieser Titelauswahl ihre Vielseitigkeit: „What’s up“, „Let it be“, „Im Wagen vor mir“ und „Ring of fire“. Mit Salome Heelein (Eigenkomposition „Pretty self“), Manuela Prechtl (Songs von Keane und Adele) und Julia Swoboda mit einem Rihanna-Titel lieferten drei Nachwuchs-Sängerinnen starke Talentproben ab.
Musikalisches Multi-Talent: Philippe Matic Arnauld des Lions.

Musikalisches Multi-Talent: Philippe Matic Arnauld des Lions.

Sänger und Gitarrist Philippe Matic-Arnauld des Lions brachte eine französische Note in den Musikabend („Champs Elyssee“). Auch „Mixed-Doppel“ mit Salome Heelein & Jakob Kammerer performten mit „Someone you loved“ auf der offenen Bühne. Die Basisband streute dazwischen weitere „Classics“ von Sting, Bryan Adams, den Eagles und Beatles ein.
Erstmals erlebte die Neunburger Open Stage Auftritte von Künstlern der schreibenden Zunft. Johann Maierhofer, Lorna Simone Beier und Lisa Neumeier nutzten die sich bietende Plattform, um ihre Buch-Neuerscheinungen (Prosa und Lyrik) in kurzen Lese-Kostproben schmackhaft zu machen. Wie bei diesem Format üblich, setzte eine Jam-Session der Teilnehmer ab 23 Uhr den Schlussakkord der rundum gelungenen zweiten Neunburger Open Stage. Da wechselte auch Moderatorin Kathi Ruf die Seiten und wurde zur „Rock-Röhre“ bei ihrer sängerischen Dreingabe „Stand by me“. Beste Eigenwerbung für ihr Benefizkonzert am Sonntag, 30. Oktober, 17 Uhr, in der Stadtpfarrkirche St. Josef zugunsten des Bethlehem-Kinder-Projekts.
Der Neunburger Gesangverein 1861 trat erstmals auf der offenen Bühne auf.

Der Neunburger Gesangverein 1861 trat erstmals auf der offenen Bühne auf.

Die Damengruppe "Ukulelas" aus  dem Raum Nabburg

Die Damengruppe „Ukulelas“ aus dem Raum Nabburg

Die bewährte Basis-Band mit Boris Rusakov und Steffi Heelein war auch bei der 2. Open Stage vielfach gefordert.

Die bewährte Basis-Band mit Boris Rusakov und Steffi Heelein war auch bei der 2. Open Stage vielfach gefordert.


**************************************

MEDIEN-ECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 24. Oktober 2022 als jpg-DateiLMZopenstag

LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

AHOJ 22 stadt°land°kunst heute geöffnet!

Die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst im Rahmen des zehnten NEUNBURGER KUNSTHERBSTS ist heute, Sonntag, 23. Oktober in der Zeit von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gemälde und Kunstobjekte von Barbora Novorodá, Prag; Kristyna Nejedlá Bujarková, Prag; Gerda Pamler, München; und Brigitta Weigl, Maxhütte; sowie der Kunstschule Klatovy/Tschechien und Staatliche Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald können in den Ausstellungsräumen Alte Fronfeste, Im Berg 17, und Spitalkirche, Hauptstraße 3, sowie in Schaufenstern der Hauptstraße und Rahmstraße besichtigt werden. Die Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst dauert noch bis Sonntag, 30. Oktober.heute geöffnet

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Band-Musiker an Corona erkrankt

„French Kiss“-Konzert abgesagt und verlegt!

Das für heute, 19.30 Uhr, im Rahmen des zehnten Neunburger Kunstherbsts geplante Konzert in der Alten Seilerei „French Kiss – Französischer Chansonabend“ musste wegen Corona-Erkrankung eines Band-Musikers kurzfristig abgesagt werden. Das teilte der Neunburger Kunstverein Unverdorben als Veranstalter am Freitag Nachmittag mit. Zurzeit wird versucht, einen neuen Ersatztermin für das ausgefallene Konzert zu finden. Bitte entsprechende neue Informationen beachten!

"French Kiss" kann heute Abend nicht in der Alten Seilerei auftreten. Ein Ersatztermin wird gesucht. Foto: Thomas Schneider

„French Kiss“ kann heute Abend nicht in der Alten Seilerei auftreten. Ein Ersatztermin wird gesucht. Foto: Thomas Schneider

Verschoben

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wahrer Friede ist Versöhnung und Vergebung

Großes Choraufgebot beim Versöhnungskonzert mit Ensembles aus Nittenau, Bruck und Neunburg in der Versöhnungskirche. Fotos: Karl Stumpfi

Großes Choraufgebot beim Versöhnungskonzert mit Ensembles aus Nittenau, Bruck und Neunburg in der Versöhnungskirche. Fotos: Karl Stumpfi

Mit dem Konzert „…so ist Versöhnung“ hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Neunburg vorm Wald einen wertvollen Beitrag zum Programm des zehnten Neunburger Kunststherbstes geleistet. Am vergangenen Freitagabend füllte ein starkes Aufgebot an Choristen und Instrumentalisten das Gotteshaus.
Jörg Maderer (Ukulele) interpretierte Liedermacher Ringsgwandl.

Jörg Maderer (Ukulele) interpretierte Liedermacher Ringsgwandl.

Mitwirkende waren neben dem einheimischen Chor Contigo und dem Jugendchor Neunburg auch Gast-Ensembles aus der Nachbarschaft: der Ökumenische Kirchenchor Bruck-Nittenau und die Brucker Marktschreier. An der Orgel und am Harmonium agierten der katholische Stadtpfarrer Stefan Wagner und der evangelische Regionalkantor Aurel von Bismarck. Mit Musik und Texten zu Krieg, Frieden und Versöhnung setzten weitere Mitwirkende an diesem von Pfarrer Gerhard Beck moderierten Konzertabend ein starkes Zeichen. Darunter befanden sich auch Mitglieder des Neunburger Festspielensembles. Sie verdeutlichten mit fünf Textpassagen, welche Auswirkungen die Hussitenkriege des 15. Jahrhunderts auf die Menschen in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten – vom Bürger bis zum Adeligen – damals hatten. Eingeleitet wurde der Auftritt mit einem Exkurs über die Ursache dieses bewaffneten Konflikts. Ins Programm eingebunden waren auch Mitglieder des Kunstvereins Unverdorben: Jürgen Zach (Gitarre) und Jörg Maderer (Ukulele) mit Chanson-Beiträgen. Steffi Heelein wirkte als E-Pianistin mit.Evi Beck brachte das von ihr getextete und komponierte Chanson „Kindes des Krieges“ zu Gehör. Das Publikum spendete den Künstlern einen langen, kräftigen Schlussapplaus.
Anstelle eines Eintritts wurden den Abend über Spenden für das Projekt „Gitarren statt Gewehre“ der Hilfsaktion „Brot für die Welt“ gesammelt. Die Herbstausstellung „Wir scheuen keine Konflikte“ des Zivilen Deutschen Friedensdienstes in der evangelischen Versöhnungskirchen ist noch bis einschließlich 23. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Stefanie Heelein begleitete mehrere Chorauftritte am E-Piano.

Stefanie Heelein begleitete mehrere Chorauftritte am E-Piano.

LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

AHOJ 22 am Kirchweihsonntag geöffnet!

Ahoj 22-Besucher vor der Neunburger Spitalkirche, wo Werke der Künstlerin Brigitta Weigl gezeigt werden. Weitere Ausstellungs-Location ist die Alte Fronfeste. Foto: Karl Stumpfi

Ahoj 22-Besucher vor der Neunburger Spitalkirche, wo Werke der Künstlerin Brigitta Weigl gezeigt werden. Weitere Ausstellungs-Location ist die Alte Fronfeste. Foto: Karl Stumpfi

Die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst im Rahmen des zehnten NEUNBURGER KUNSTHERBSTS ist heute, Kirchweihsonntag, 16. Oktober in der Zeit von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gemälde und Kunstobjekte von Barbora Novorodá, Prag; Kristyna Nejedlá Bujarková, Prag; Gerda Pamler, München; und Brigitta Weigl, Maxhütte; sowie der Kunstschule Klatovy/Tschechien und Staatliche Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald können in den Ausstellungsräumen Alte Fronfeste, Im Berg 17, und Spitalkirche, Hauptstraße 3, sowie in Schaufenstern der Hauptstraße und Rahmstraße besichtigt werden. Die Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst dauert bis Sonntag, 30. Oktober.heute geöffnet

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Für das Projekt „Gitarren statt Gewehre“ spenden

Konzert der Versöhnung am 14. Oktober

"...so sieht Versöhnung aus" lautet das Motto eines Konzertabends, der am Freitag ab 19 Uhr in der evangelischen Kirche stattfindet. Foto: Ziviler Friedensdienst Deutschland

„…so sieht Versöhnung aus“ lautet das Motto eines Konzertabends, der am Freitag ab 19 Uhr in der evangelischen Kirche stattfindet. Foto: Ziviler Friedensdienst Deutschland

Im Rahmen der laufenden Ausstellung „Wir scheuen keine Konflikte“ und des zehnten Neunburger Kunstherbsts findet am Freitag, 14. Oktober 2022, 19 Uhr, ein Konzert statt, dessen Motto „…so ist Versöhnung“ lautet: Musik und Texte zu Krieg, Frieden und Versöhnung“. Veranstaltungsort ist die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche, Bahnhofstraße. Das Konzert mit Instrumental-, Gesangs- und Chordarbietungen präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus Fern und Nah, darunter Evi Beck, Aurel von Bismarck, die Brucker Marktschreier, der Ökumenische Kirchenchor Bruck-Nittenau, Contigo Neunburg, Festspiel Neunburg, Jugendchor Neunburg, Jörg Maderer, Stefan Wagner und Jürgen Zach. Der Eintritt ist frei, Spenden kommen dem Projekt „Gitarren statt Gewehre“ zugute. Weitere Informationen sind der Webseite www.neunburg-evangelisch.de zu entnehmen.LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Neunburger Open Stage-Neuauflage am 22. Oktober

„Talentschuppen“ hoch über Eixendorfer See

Offene Bühne 221022Nach dem sensationellen „Premierenerfolg“ der Neunburger „Offenen Bühne“ im Juni findet das Projekt der Musikerin Steffi Heelein und des Kunstvereins Unverdorben am Samstag, 22. Oktober, um 20:00 Uhr seine Fortsetzung: Im Panorama-Hotel am See in Gütenland erhalten ambitionierte Künstlerinnen und Künstler erneut eine öffentliche Plattform für Live-Auftritte.
Eingeladen sind neben Musikern und (Chor-)Sängern auch Schauspieler, Comedians, Pantomimen und Wortkünstlern (etc.), sowie insbesondere auch die interessierte Öffentlichkeit, um den Akteuren an einem kurzweiligen und unterhaltsamen Abend ein begeistertes Publikum zu bieten.
In der Basis-Band musizieren Steffi Heelein (Piano, Gitarre, Bass, Gesang) und Boris Rusakov (Piano, Gitarre, Bass, Gesang), die die Auftritte bei Bedarf unterstützen. Die Moderation übernimmt Kathie Ruf.
°ACHTUNG, Anmeldefrist verlängert!! Interessierte Künstler*innen aller Altersklassen werden gebeten ihre Auftritte bis 14. Oktober
unter dieser E-Mail-Adresse anzumelden: OpenStageNeunburg@web.de
Teilnahme und Eintritt sind frei, Spenden für den Kunstverein erbeten.LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Autor Lieven Rother besucht einen „Tatort“ seines Romans

Wo Fiktion von Vergangenheit eingeholt wird

Die Spitalkirche "Zum Heiligen Geist" - zurzeit auch AHOj22-Aussstellungsstätte - bot einen stilvollen Rahmen für die Autorenlesung von Lieven Rother aus Bochum. Foto: Jörg Maderer

Die Spitalkirche „Zum Heiligen Geist“ – zurzeit auch AHOj22-Aussstellungsstätte – bot einen stilvollen Rahmen für die Autorenlesung von Lieven Rother aus Bochum. Foto: Jörg Maderer

KVU-Vorsitzender Peter Wunder und Autor Lieven Rother auf dem KZ-Ehrenfriedhof Plattenberg. Foto: Karl Stumpfi

KVU-Vorsitzender Peter Wunder und Autor Lieven Rother auf dem KZ-Ehrenfriedhof Plattenberg. Foto: Karl Stumpfi

Die Lesung von Lieven Rother aus seinem Debüt-Roman „Marshall in Love“ am Samstagabend in der Spitalkirche war das Neunburger Kunstherbst-Event auf dem Literatursektor. Der 32-jährige Autor aus Nordrhein-Westfalen thematisiert in diesem 562-seitigen Prosawerk unter anderem den Rechtsextremismus und Holocaust – letzteres wird mit Vorkommnissen beim so genannten KZ Todesmarsch April 1945 in Neunburg vorm Wald verknüpft – im Roman als Augenzeugenbericht eines US-Kriegsberichterstatters in dessen Memoiren.LievenliestTafel Den Vorsitzenden des Kunstvereins Unverdorben war es deshalb ein Anliegen, Rother vor der Lesung zum KZ Ehrenfriedhof auf dem Plattenberg zu führen – letzte Ruhestätte von über 600 Opfern, vom Neunburger Gartenbauverein seit 1975 mustergültig gepflegt. „Es ist mir sehr wichtig, hier gewesen zu sein“, äußerte sich der Autor nachher beeindruckt…
„Gott erbarme dich unser und möge er die Überlebenden die richtigen Schlüsse aus dem Erlebten ziehen lassen“. Mit diesen Worten eines US-Kriegsberichterstatters – im Roman der Großvater des Protagonisten Linus Gerling – beendete Lieven Rother seine rund 90-minütige Rezitatation aus „Marshall in Love“. Mit diesem Satz schließt auch das 23. Kapitel „Neunburg vorm Wald, Sommer 1945“. Ein resignatives Resümee zieht Gerling, der Echtzeit-Journalist, in seinem an den verstorbenen Großvater gerichteten Tagebuch-Eintrag, nachzulesen im Epilog des Buches: „Gelernt haben sie nichts. Die Menschen. Von der Welt hast du nichts verpasst…“ Einsichten, die auf die Zuhörer im abgedunkelten kleinen Kirchenschiff beklemmend wirken – in Zeiten, in denen seit 230 Tagen der Russland-Ukraine-Krieg von einer Eskalationsstufe zur anderen taumelt und der US-Präsident angesichts atomarer Drohgebärden von einem nahenden „Armageddon“ spricht. Der 3. Weltkrieg ante portas?20221008_204131
„Mein Roman ist Fiktion, doch die Handlung bewegt sich nahe an der Realität“, hatte Lieven Rother einleitend erklärt. Schauplatz ist das Ruhrgebiet, doch historische Exkursionen beamen in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. So landen die Leser in ihrer Zeitreise auch im „revierfernen“ Neunburg vorm Wald – in jenen Tagen, nachdem die US Army in die Pfalzgrafenstadt einmarschiert war und dort alsbald mit den Gräueltaten der NS-Schergen konfrontiert wurde. 75 Jahre später scheint der Rechtsextremismus wieder unaufhaltsam auf dem Vormarsch zu sein: in Deutschland und anderswo in Europa. Rother personifiziert diese Unheil verheißende Entwicklung mit dem Werdegang seines Roman-Antagonisten Maik Kempf, „der von der Gesellschaft ausgeschlossen und abgehangen wurde“. Aufgrund dieser sozialen Ausgrenzung entwickle er perfide Mordfantasien und setze diese in die ruchlose Tat um, indem er wahllos Migranten umbringt. Zeitungs-Journalist Linus Gerling hingegen verfügt über ein stark demokratisch geprägtes Werte- und Moralsystem und handelt dementsprechend. Der Protagonist setzt sich zudem kritisch und reflektiert mit der historischen Verantwortung Deutschlands auseinander. Gerade diese Eigenschaft wird im Fortgang der Geschichte immer signifikanter. WidmungAutorRotherAls im Bereich des Polizeipräsidiums Bochum – auch im Streifendienst – beruflich tätige Polizeioberkommissar kann Rother wiederholt Background-Wissen in die Handlungsstränge implementieren. Einen klassischen Kriminalroman habe er mit „Marshall in Love“ aber nicht vorgelegt. Literaturkritiker attestieren dem Verfasser „mit roher Sprachwahl eine beharrliche Treue zum Realismus“ zu zeigen. Vor dem Neunburger Zuhörerkreis beschrieb Lieven Rother den Appell an den Humanismus als urpersönliche Motivation zur Feder zu greifen. Gegen Ausländerfeindlichkeit, Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten wolle er schriftstellerisch zu Felde ziehen. Eindringlich warnte der junge Autor vor „gefährlichen Strömungen in Deutschland und anderen Ländern Europas“. Die Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit. Sie zu verteidigen, nehme jeden Einzelnen in die Pflicht und Verantwortung.
Eine passende, ebenso wie die Lesung mit großem Beifall bedachte Umrahmung kam von Musiker Jörg Maderer (Ukulele/Gesang): „Autumn Leaves“ (Jazzstandard von 1945, Ukulele-Arrangement von David Chen Chienting,Taiwan); „The Moon Represents My Heart“ (eines der bekanntesten und beliebtesten taiwanesischen/chinesischen Lieder aller Zeiten von Sun Yi/Teresa Teng (Taiwan), für Ukulele arrangiert von David Chen Chienting; „Vesterstrand“ (geschrieben und arrangiert von Thomas Elof, Dänemark) und „Woanders“ vom bayerischen Liedermacher Georg Ringsgwandl (2016).
Jörg Maderer umrahmte die Autorenlesung mit Ukulele-Arrangements  "Autumn Leaves", "Moon represents my  heart"

Jörg Maderer umrahmte die Autorenlesung mit Ukulele-Arrangements „Autumn Leaves“, „Moon represents my heart“, „Vesterstrand“ und des Ringsgwandl-Chansons „Woanders“. Foto: Karl Stumpfi

Nach der musikalischen Lesung: Hauptakteure Lieven Rother und Jörg Maderer (v. re.), KVU-Vorsitzende Peter Wunder und Karl Stumpfi. Foto: Maria Wunder

Nach der musikalischen Lesung: Hauptakteure Lieven Rother und Jörg Maderer (v. re.), KVU-Vorsitzende Peter Wunder und Karl Stumpfi. Foto: Maria Wunder

***************************
MEDIEN-ECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 22. Oktober 2022 als pdf- und jpg-Datei: LievenRother-22-10-2022MZBerichtvom22Okt22LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wagner und VOPHIL begeistern mit Brahms und Dvořák

Ein philharmonisches Fest mit Klangrausch

Nach Tschaikowsky im Kunstherbst 2018 brillierte Pianist Alexander Maria Wagner bei der Klassik-Gala anlässlich des 10. Jubiläums-Kunstherbst mit einer brillanten Brahms-Interpretation. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Nach Tschaikowsky im Kunstherbst 2018 brillierte Pianist Alexander Maria Wagner bei der Klassik-Gala anlässlich des 10. Jubiläums-Kunstherbst mit einer brillanten Brahms-Interpretation. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Es gibt Momente in Konzertsälen, da ist Spontanbeifall Silber, Schweigen aber Gold. Keine Hand rührte sich zum Beifall, als der finale Bläserakkord „Aus der Neuen Welt“ verklungen war. Erst als Dirigent Mages sich dem Auditorium zuwandte, nach acht, neun oder zehn Sekunden, da hub plötzlich ein Applaus-Tornado an und fegte minutenlang durch die gut besuchte Schwarzachtalhalle! Das Doppeljubiläum „Zehn Jahre Kunstverein Unverdorben“ und „Zehnter Neunburger Kunstherbst“ wurde am 2. Oktober 2022 mit einem philharmonischen Fest zelebriert, das in einem wahren Klangrausch endete.
Festlich gewandete und gut gelaunte Neunburger Klassik-Gala-Gäste aus Berlin, Frankfurt und München in der Schwarzachtalhalle. Foto: K. Stumpfi

Festlich gewandete und gut gelaunte Neunburger Klassik-Gala-Gäste aus Berlin, Frankfurt und München in der Schwarzachtalhalle. Foto: K.Stumpfi


Den KVU-Veranwortlichen Peter Wunder und Karl Stumpfi fiel eine Zentnerlast von den Schultern. Zunächst verhinderte die Corona-Pandemie das für den Kunstherbst 2020 terminierte Gastspiel der Vogtland Philharmonie aus Sachsen/Thüringen, dann kam zwei Jahre später der Neustart, doch der Kartenvorverkauf dümpelte lange nur träge dahin. Sämtliche Bedenken, die bis kurz vor Torschluss über diesem Premium-Event der 10. Kunstherbst-Saison wie ein Damokles-Schwert hingen, waren kurz vor 21.30 Uhr wie weggeblasen. Der Kunstverein Unverdorben hatte als Gastgeber mit den Protagonisten dieses glanzvollen Konzertabends die richtige Wahl getroffen: Die Vogtland Philharmonie mit 52 professionellen Musikern war erstmals vertraglich verpflichtet worden, Pianist Alexander Maria Wagner kam immerhin mit der Referenz eines Sensationsdebüts beim Neunburger Kunstherbst 2018 („Tschaikowsky-Nacht“). Mit Dirigent Reinhold Mages verbindet ihn eine Künstlerfreundschaft, die im selben Jahr ihren Anfang nahm. Der junge Traitschinger Tastenmagier war Solist in Beethovens 3. Klavierkonzert, die Jenaer Philharmonie dirigierte Mages – er schwärmt seither von einem „Musik-Diamanten, den die Region Ostbayern hervorgebracht hat“. Wagners Wunsch, in Neunburg das erste Brahms-Konzert gemeinsam aufzuführen, war dem Orchesterleiter aus dem Fichtelgebirge ein Befehl…
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-moll opus 15 ist das zentrale Werk aus der Sturm- und Drangperiode des in Hamburg geborenen Komponisten.
Zufriedene Gesichter nach dem tosenden Schlussapplaus (v. li.) Vorsitzender Peter Wunder, Pianist Alexander Maria Wagner und Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Zufriedene Gesichter nach dem tosenden Schlussapplaus (v. li.) Vorsitzender Peter Wunder, Pianist Alexander Maria Wagner und Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Den horribel schweren spieltechnischen Herausforderungen dieses 50 Minuten dauernden „Kolosses“ begegnete der 27-Jährige am Boston-Flügel der Schwarzachtalhalle mit der souveränen Virtuosität eines Großmeisters. Die Ausbrüche im dramatischen Kopfsatz, der Schwebezustand während des oft als Gebet apostrophierten Adagio und im Schlussrondo ein Gipfelsturm nach D-Dur „per aspera ad astra“ – Alexander Maria Wagner gelang ein weiterer pianistischer Coup, der die Zuhörerschaft schnell zu „Standing Ovations“ aus den Sitzen hob, dem der Tonkünstler ein sehr introvertiert gestaltetes Intermezzo op. 118 Nr. 2 von Brahms dankbar entgegensetzte.
Nach der Pause entführte das Gala-Konzertprogramm in die Neue Welt. Antonín Dvořáks Symphonie e-moll op. 95 ist so überschrieben. Der tschechische Komponist – er verweilte von 1892 bis 1895 als Direktor National Conservatory of Music in New York – litt dort jedoch unter großer, schmerzlicher Einsamkeit. Die klingt unüberhörbar in seiner populären, sehr oft aufgeführten „Neunten“ immer wieder an, insbesondere in dem elegischen Englischhorn-Solo des Largo-Satzes. Ein unendlicher Raum scheint sich hier aufzutun, die von indianischer Folklore beeinflusste Tonsprache Dvořáks suggeriert endlose Ferne und die verlassenen Weiten der Prärie. Schon die Synkopen des ersten und dritten Themas im Kopfsatz reflektierten böhmische Folklore ebenso wie Negro-Spirituals. Das Hauptthema des dritten Satzes versteht der Musikwissenschaftler Hartmut Becker denn mehr als „schöpferischen Reflex auf das Scherzo der Neunten Symphonie Beethovens als einen stilisierten Indianertanz“.
Gelöste Atmosphäre nach dem "Konzert-Stress" im Szenelokal Alte Seilerei mit Pianist Wagner und Dirigent Mages (v. li.) Foto: K. Stumpfi

Gelöste Atmosphäre nach dem „Konzert-Stress“ im Szenelokal Alte Seilerei mit Pianist Wagner und Dirigent Mages (v. li.) Foto: K. Stumpfi

So wird beim Hören bald das Bewusstsein geschärft, dass es sich bei Dvořáks Stück trotz überwiegend selbstbewussten, prächtigen Tones um eine Musik von ambivalenter Empfindung handelt. Die Vogtland Philharmonie unter der Leitung von Reinhold Mages interpretieren Antonin Dvořáks Opus magnum mit klarer Sprache, sorgfältig gegliedert und phrasiert, alle vier Sätze hindurch mit feinem Gespür für die diffusen Zwischentöne, die dieses Werk ausmachen. Das Allegro con fuoco des Finales klingt wie eine fröhliche Heimkehr, und die schlussendlich auch über das Heimweh-Trauma obsiegende Stretta entfesselt durch alle instrumentalen Register jenen gewaltigen Klangrausch. So, als gäbe es die oftmals beklagte „trockene Akustik“ des Neunburger Saales nicht, geraten die über 200 Zuhörerinnen und Zuhörer in den Sog dieser Emotionen, welche „Bravo“-Rufe im Hals stecken lassen und schon zum Klatschen ausgestreckte Hände lähmen.
Gibt es eine bessere Werbung für das nächste große Konzert-Ereignis des Neunburger Kunstvereins Unverdorben? Für Samstag, 14. Januar 2023 ist das sinfonische Neujahrskonzert avisiert. Dann kommt die Vogtland Philharmonie an die Stätte ihres großen musikalischen Debüt-Triumphs zurück. Der Kartenverkauf hat schon begonnen. Klassik-Fans aus der Region können sich schnell Plätze sichern unter Mail www.schwarzachtalhalle@stadtwerke-neunburg.de oder Telefon 09672 / 9208 514 (Rosa Schafbauer).
KVU-Vorsitzender Peter Wunder und Orchestermanager Ulrich Wenzel begrüßten die eintreffenden Musiker im Foyer der Schwarzachtalhalle. Foto: K. Stumpfi

KVU-Vorsitzender Peter Wunder und Orchestermanager Ulrich Wenzel begrüßten die eintreffenden Musiker im Foyer der Schwarzachtalhalle. Foto: K. Stumpfi

Einen musikalischen Hochgenuss bereiteten Solist Alexander Maria Wagner und die Vogtland Philharmonie den Gästen der Neuburger Klassik-Gala '22. Foto: K. Stumpfi

Einen musikalischen Hochgenuss bereiteten Solist Alexander Maria Wagner und die Vogtland Philharmonie den Gästen der Neuburger Klassik-Gala ’22. Foto: K. Stumpfi

LogoKH

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar