Die Werke des Neunburger Jahrtausendkonzerts (III)

A. Bruckner: Sinfonie Nr. 4 „Romantische“

Der Oberösterreicher Anton Bruckner (1824 – 1896) war als schöpferischer Mensch ein Spätzünder. Zunächst gab es für ihn nur Lernen und Arbeiten, nach und nach nahm die Inspiration und Eigenart zu, von deren grandioser Fülle man fast bis zu seinem 40. Lebensjahr nichts ahnen konnte.

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„Weil die gegenwärtige Weltlage geistig gesehen Schwäche ist, flüchte ich zur Stärke und schreibe kraftvolle Musik.“ (Komponist Anton Bruckner während seiner Arbeit an der 4. Sinfonie)

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Ab 1861 betrieb Bruckner für zwei Jahre Studien in Formenlehre und Instrumentation. Hatte er sich bis dahin nahezu ausschließlich mit Kirchenmusik und weltlicher Vokalmusik befasst, begann er nun sich auf das Gebiet der Symphonien vorzutasten. Doch wurde ihm die Anerkennung als Komponist nicht in gleichem Maße zuteil, wie er sie als gefeierter Organist genoss.

Die Uraufführung seiner Symphonie Nr. 1  („Linzer) war ohne größeren Erfolg geblieben. Die 2. Symphonie wurde zunächst von den Wiener Philharmonikern abgelehnt. Die Aufführung erfolgte auf Bruckners eigene Kosten und war auch erfolgreich, brachte jedoch nicht den entscheidenden Durchbruch.

Anton Bruckner

Komponist Anton Bruckner: Schöpfer der „Romantischen“

Anton Bruckners 3. Symphonie musste schließlich ganze vier Jahre auf eine Uraufführung warten – und wurde von der Kritik verrissen. Mit dem Komponieren seiner Symphonie Nr. 4 begann Anton Bruckner im Januar 1874. Nach nur elf Monaten führte er sie am 22. November vorerst zu Ende. Die nächsten Jahre blieb die Partitur des Werkes liegen. Erst 1878 nahm er sich der Überarbeitung seiner Vierten Symphonie an. Ende des Jahres hatte er diese fertiggestellt und zur Aufführung nach Berlin gesandt. Doch ließ diese auf sich warten.

Und so war in Bruckner wohl der Gedanke eines neuen Finales herangereift, mit dem seine »Romantische« am 20. Februar 1881, aufgeführt von den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Hans Richter, endlich  erklang und vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Dennoch nahm der Komponist weitere Änderungen vor. Anton Bruckner selbst gab seiner 4. Symphonie  in Es-Dur den Titel »Romantische«. Bestimmend für den Charakter des ganzen Werkes ist das Hauptthema des ersten Satzes, ein Hornruf, der Assoziationen an die freie Natur, an die Jagd und an das Leben auf dem Land weckt.

Hans Richter dirigierte die Uraufführung 1881.

Hans Richter dirigierte die Uraufführung 1881, förderte das sinfonische Schaffen Bruckners.

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„In diesem Sinne sehe ich Bruckners ‚Romantische‘ als eine Natursinfonie, in der alle Stimmen der Natur, alle Gewalten des Alls zusammenfließen zu einer höheren Harmonie“.  (Musikkritiker Karl Schumann)

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1.Satz: Bewegt, nicht zu schnell

Zwei Takte leises Streichertremolo, dann ruft das Hauptthema im Horn wie lockend aus dem Waldesdunkel, immer wieder. Bald rauscht es im Wald, ein Drängen hebt an, das Glücksgefühl steigert sich zum Lobgesang, Absinken, Stille. In der Bratsche eine innige Weise, umzwitschert von Vogelrufen der Geigen. Wieder ein Atemholen. Dann erneut eine ansteigende Bewegung, gesteigertes Kraftgefühl des Menschen in der Natur.  Sei es geheimnisvolles Waldweben, sei es Lichtfülle, sei es der Zauber einer Morgenstimmung – in dieses Naturerleben ist der Mensch tiefatmend und mitempfindend gestellt.

2. Satz: Andante quasi Allegretto

Menschliches Leid durchzieht dieses Andante. Das klagende Hauptthema des Cellos wird geleitet von Trauermarsch-Rhythmen der übrigen Streicher. Geigen beginnen eine Choralweise, Holzbläser antworten. Nun in der Bratsche ein neues Thema, wieder klagend, doch bewegter, weicher. Ein Vogelruf (Flöte) als Stimme der Natur, das Dunkel lichtet sich, die Instrumente scheinen Lebensmut auszustrahlen. Abermals dieses atmende Verhallen. Endlich ein letzter Aufschwung: der Vogelruf kündet Frieden, das Hauptthema steigt leuchtend empor und verhallt still. Bei aller Melancholie des trauermarschähnlichen Hauptgedankens ist dieser langsame Satz von einer abgeklärten Stimmung erfüllt.

3. Satz Scherzo: Bewegt − Trio. Nicht zu schnell

Ein drastisch rhythmisiertes Stück ist das so genannte Jagd-Scherzo. Es verbreitet romantische Waldstimmung durch den freudigen Klang der Jagdhörner, die hier durch die Fanfaren der Trompeten hervorgerufen wird, unterbrochen durch ein geheimnisvolles Weben in den Streicherstimmen. Als eine ländliche Idylle klingt dann das ländlerartige Trio auf, ein Tanz auf sonniger Wiese. Bruckner hat zu diesem Trio angemerkt, man möge an eine Jagdgesellschaft bei der Rast denken.

4. Satz: Finale: Bewegt, doch nicht zu schnell

Aus brauenden Nebeln der Streicher zuckt in Klarinetten und Hörnern ein Oktaven-Motiv auf, schiebt sich erschauernd noch einen Ton weiter. Wie Echo aus dem Scherzo hallen Jagdklänge von irgendwoher. Dumpfes Beben in der Natur, ein Sturm erhebt sich… Aus düster lastender Stimmung ringt sich im Finale das großartige Hauptthema des ersten Satzes durch. Wenn es drohend im Fortissimo vor uns steht, enthüllt sich die ganze Wucht dieses Schicksalsgedankens.  Nun stürmt es selbst durch das nächtliche Dickicht. Der monumentalen Größe dieses ersten Teils ist die Melodiefreudigkeit der zweiten Themengruppe gegenüber gestellt. Es melden sich Erinnerungen an das Andante – alle Gedanken der Vergangenheit werden heraufbeschworen. Licht und Schatten, Freude und Schrecken, Naturgewalt und Gottesfurcht. Die Gläubigkeit, die hier zum Ausdruck kommt, ist der Grundton des Finalsatzes, dessen Abschluss wie eine höchste Verklärung anmutet, in strahlendem Licht, im höchsten Glanz des vollen Orchesters.

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„Wir müssen die romantische Tradition am Leben erhalten.  Denn ich bin überzeugt davon, dass sie zu uns, den Menschen des 21. Jahrhunderts, unmittelbar spricht. Das gilt im besonderen Maße für  Anton Bruckner, der eine ganz eigene, visionäre Tonsprache entwickelt hat. Bruckner ist hochmodern. Ihn beschäftigten dieselben existenziellen Fragen und Zweifel wie uns alle, und darum hat uns seine Musik gerade heute so viel zu sagen. Sein Glaube und seine innere Stärke spiegeln sich überall in seiner Musik.“

(Dirigent Andris Nelssons)

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(Quelle http://anton-bruckner.heimat.eu/4__sinfonie_es-dur.htm / „Knaurs Konzertführer“ von Gerhard v. Westerman und Karl Schumann (1969) / Programmheft der Bayerischen Philharmonie 10/2017)

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Die Werke des Neunburger Jahrtausendkonzerts (II)

W. A. Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur „Jupiter“

mozartGALA1Am 16. August 1788 hatte W. A. Mozart die Sinfonie in C-Dur, KV 551 («Jupiter-Sinfonie»), beendet. Ihre Eintragung in das chronologisch angelegte «Verzeichnüß aller meiner Werke», das er von Februar 1784 bis November 1791 führte, erfolgte unmittelbar auf die der g-moll- Sinfonie KV 550, die am 25. Juli in das Verzeichnis aufgenommen worden war. Nur wenige Wochen zuvor, nämlich am 26. Juni, war die Sinfonie in Es-Dur KV 543, erschienen. Innerhalb von kaum mehr als sechs Wochen hatte Mozart somit drei Sinfonien komponiert, die zusammen mit der «Prager» Sinfonie“ vom Dezember 1786 beweisen, welch großartigen Beitrag der Salzburger zu dieser Musikgattung geleistet hat.

Wir wissen nicht, zu welchem Anlass Mozart jeweils seine letzten drei Sinfonien komponierte. Möglicherweise waren sie für eine für Sommer 1788 in Wien geplante Konzertreihe gedacht. Diese Pläne zerschlugen sich jedoch und so kam es, dass Mozart diesem Zeitpunkt an in Wien keine öffentlichen Konzerte mehr gab. Dabei entsprach es durchaus nicht seiner Art, gleich drei Werke einer solchen Dimension zu komponieren,

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„In der wundervollen Ausgeglichenheit dieses Werks ist klassische Vollendung zu spüren und damit Geist jener Antike, die in ihrem erhabenen Schönheitssinn jedes Empfinden künstlerisch adeln konnte“. (Musikkritiker Karl Schumann in „Knaurs Konzertführer“)

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ohne dass Aussicht auf eine Aufführung bestanden hätte. Und mussten sich die Pläne für eine sich unmittelbar anschließende Aufführung aufgegeben werden, so ist doch anzunehmen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt noch dazu kam. Eine solche Gelegenheit bot sich vielleicht bei Mozarts Reise durch Deutschland, die er im April/Mai 1789 mit seinem Freund Karl Lichnowsky unternahm. Durchaus möglich ist auch, dass eine bzw. zwei seiner letzten drei Sinfonien – zumindest aber einige Sätze hieraus – bei einem Konzert am 12. Mai 1789 in Leipzig gespielt wurden, oder aber dass die «Jupiter-Sinfonie» zu den zwei Sinfonien gehörte, die für ein Konzert am 15. Oktober anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten für Leopold II., zu denen Mozart nach Frankfurt gekommen war, vorgesehen waren. Das Programm erwies sich jedoch als für diesen Anlass zu lang und folglich wurde lediglich eine Mozart-Sinfonie, noch dazu eine seiner frühen Kompositionen, aufgeführt. Denkbar ist auch, dass es sich bei der «Großen Sinfonie von der Erfindung des Herrn Mozart“ , die kurz darauf von der «Tonkünstler-Sozietät» erneut angeboten wurde, um die «Jupiter-Sinfonie» gehandelt hat.

Worin der Titel «Jupiter-Sinfonie», unter dem das Werk inzwischen allgemein bekannt ist, letztendlich seinen Ursprung hat, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Bei ihrem Besuch in Salzburg im Jahre 1829 erzählte Mozarts Sohn Franz Xaver dem Ehepaar Vincent und Mary Novello, dass der 1815 verstorbene Violinist und Konzertmeister Salomon, auf dessen Einladung auch Haydns Londoner Aufenthalte zurückzuführen sind, den Titel zuerst gebraucht habe. Ganz sicher aber war der Beiname «Jupiter» bereits in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts in London bekannt.

1.Satz Allegro vivace

Auch in dieser Sinfonie greift Wolfgang Amadeus Mozart auf einfache, aber geniale Melodieeinfälle zurück. Über das Stück benutzt er zwei melodische Bausteine – jedes davon zwei Takte lang – und spielt nach einer Vorstellung mit diesen Elementen. So setzt er sie im Verlauf in verschiedene Lautstärkestufen, fremde Tonarten und -lagen, wechselt zwischen Intstrumentengruppen.  Das herrische Kopfthema der C-Dur-Sinfonie erinnert an das Hauptthema  in Glucks „Iphigenie“-Ouvertüre, das dort die gebieterische Forderung der Götter verdeutlicht. Bei Mozart wird das herrische Thema in seinem weiteren Verlauf sinnend singend beantwortet, wie überhaupt ein Dualismus von männlichen und weiblichen Elementen und deren Widerstreit dem Satz ein dramatisches Gepräge verleiht. In festlichen Fanfaren klingt der erste Satz aus.

2. Satz Andante cantabile

Der ruhige zweite Satz fordert dann ein intensives Hinören, um die differenzierten Impulse und Farbwechsel wahrzunehmen. Dem lieblichen Hauptthema, das nur vorübergehend überschattet werden kann, wird ein seelenvoller Seitengedanke gegenüber gestellt. Auch wenn in der Durchführung eine große Steigerung erreicht wird, so kann diese über die wehmütige Grundstimmung nicht hinwegtäuschen.

3. Satz Menuetto: Allegretto

Im dritten Satz stechen chromatische Linien heraus. Jedoch schafft Mozart es hier, diese nicht tragisch oder belastend sondern schwebend leicht, fast tänzerisch in einem Dreiviertel-Takt erscheinen zu lassen.  Auch das Menuett mit seinen abwärts gleitenden Halbtonschritten ist von einer heiteren Stimmung weit entfernt.

4. Satz Molto allegro

Das Finale ist Mozarts kontrapunktische Meisterleistung auf sinfonischem Gebiet.  Das überaus einpräsame Hauptthema – sehr wirksam in ganzen Tönen einherschreitend –wird, nachdem es zuerst einmal in vollem Prunk vorgeführt worden ist, in einer einfachen Fuge durchgeführt, die allerdings nach den ersten fünf Einsätzen auch schon wieder zu Ende ist. Aus dem Hauptthema werden weitere Teilthemen entwickelt, so dass eine großangelegte Triplefuge entsteht.  Bei allen kontrapunktischen Künsten bleibt die Fuge bei Mozart nie ein Selbstzweck. Sie ist auch in der Jupiter-Sinfonie nur Hilfsmittel, um die großartigsten Steigerungen zu erzielen.  Wunderbar bleibt dabei immer die außerordentliche Übersichtlichkeit in der thematischen Arbeit. Und dennoch ist der Eindruck, den dieses Finale hinterlässt, wahrhaft groß und befreiend – es ist ein im edelsten Sinn festlich frohes Finale, eines Jupiter wahrhaft würdig.

(Quellen: www.musicademy.de; Programmheft Bayerische Philharmonie 10/2017)

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Die Werke des Neunburger Jahrtausendkonzerts (I)

R. Strauss: Wiener Philharmoniker Fanfare

NotenblattFanfareRichard Strauss,  geboren 1864 in München und gestorben 1949 in Garmisch-Partenkirchen, Komponist der „WIENER PHILHARMONIKER-FANFARE«, OP. 109 (1924),  gilt mit seinen Tondichtungen und Opernkompositionen als herausragender Repräsentant der deutschen Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits als Sechsjähriger komponierte er seine ersten Werke, bis zu seinem 18. Geburtstag schuf er etwa 140 Stücke, darunter sein »Opus 1«, ein »Festmarsch für großes Orchester«, der 1881 erschien. Strauss_01_RETBis zur Jahrhundertwende erhielt Strauss nun in rascher Folge mehrere Engagements als Kapellmeister und Musikdirektor in Meiningen, München, Weimar und Berlin. Die Mehrzahl seiner großen Orchesterwerke entstand in seiner München-Weimarer-Zeit.

Dem inzwischen international bekannt gewordenen Instrumentalkomponisten und Dirigenten gelang mit »Salome« (1905) und »Elektra« (1909) schließlich auch auf dem Gebiet der Oper der entscheidende Durchbruch. Von wenigen Ausnahmen abgesehen widmete sich Strauss fortan seinen Tondichtungen. Eine dieser Ausnahmen stellt auch die »Wiener Philharmoniker Fanfare« dar, die Richard Strauss anlässlich des jährlichen Philharmonischen Balls im Februar 1924 komponierte und für 22 Blechbläser und 2 Pauken anlegte. Die Partitur hat der Komponist den „lieben, herrlichen Philharmonikern“ gewidmet. Die Uraufführung fand am 4. März 1924 statt.

Richard Strauss hat Oberpfälzer Wurzeln, denn sein Vater Franz Strauss ist ein gebürtiger Parksteiner. Geboren wurde er 1822 als unehelicher Sohn von Kunigunde Walter, einer Tochter des Parksteiner Türmers Michael Walter. Sie galt als sehr musikalisch, soll eine ausgezeichnete Sängerin gewesen sein und mehrere Instrumente beherrscht haben. Sein Vater war Gerichtsdienerknecht in Rothenstadt bei Weiden. Franz StraussGemäß der damaligen Gesetzgebung erhielt der Sohn den Familiennamen des Vaters. Seine Erziehung übernahm jedoch die Parksteiner Familie. Michael Walter, der Ernährer der Familie, starb als Franz Josef 9 Jahre alt war. Sein erst 18-jähriger Onkel Johann Georg übernahm danach die Vaterstelle und als dieser als Musiker in München Fuß gefasst hatte, holte er seinen Neffen zu sich.

In München brachte es Franz Strauss bald zum ersten Hornisten der Hofoper und zum Professor der königlichen Akademie. Nicht nur das: er galt als einer der besten Hornisten seiner Zeit und wurde sogar mit dem Weltstargeiger Josef Joachim verglichen. In regelmäßigen Abständen finden in Parkstein auch Konzerte zu Ehren von Franz Strauss statt. Im Museum Parkstein, Abteilung „Kultur & Glaube“, kann man mehr über die herausragende Musiktradition in Parkstein, die Geschichte der Familien Walter und Strauss, sowie deren berühmter Söhne erfahren.

(Quellen: Foto Porträt Richard Strauss ©Richard-Strauss-Institut, Garmisch-Partenkirchen; Foto und Biografie Franz Strauss http://www.vulkanerlebnis-parkstein.de)

WIENER PHILHARMONIKER FANFARE  (1924) von Richard Strauss – Link zu youtube:

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Freier Eintritt beim Jugend-Orchesterworkshop!

Tickets für die öffentliche Generalprobe

Am Sonntag, 1. Oktober, 19 Uhr, findet eine öffentliche Generalprobe für das Jahrtausendkonzert der Bayerischen Philharmonie unter Leitung von Chefdirigent Mark Mast in der Schwarzachtalhalle statt. Bei der einleitenden „Wiener Philharmoniker Fanfare“ von Richard Strauss wirken auch einheimische Blechbläser und Pauker mit. Auf dem Programm stehen die „Jupiter-Sinfonie“ von W. A. Mozart und nach der Pause die „Romantische Sinfonie“ von Anton Bruckner.

Eintrittskarten für 20 Euro (freie Platzwahl) sind noch  an der Abendkasse erhältlich. Saalöffnung 17.30 Uhr.

Beim Jugend-Orchesterworkshop  mit öffentlicher „Jahrtausendprobe“ am Samstag, 17 bis ca. 19.30 Uhr, in der Schwarzachtalhalle ist der Eintritt frei!Logo_BayPhil_2012_RGB_oC

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Internationale Herbstausstellung „Ahoj 17 – Glaube und Kunst“

Sonderführung am Kirchweihsonntag!

Künstler Karel Rechlik, Brünn, im Kunstquartier

Künstler Karel Rechlik, Brünn, im Kunstquartier zu Gast. Foto: V. Fiala

Für die Dauer der am 16. September eröffneten Internationalen Herbstausstellung/Kunstprozession „Ahoj 17 – Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst“ bietet der Kunstverein Unverdorben Sonderöffnungszeiten seines Kunstquartiers, Im Berg 7, an. Die dort befindlichen Exponate können jeden Sonntag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr in Augenschein genommen werden. Aufsichtspersonal des KVU ist anwesend. Am Kirchweihsonntag, 15. Oktober wird eine Sonderführung unter Leitung von Ahoj 17-Kurator Peter Wunder angeboten. Beginn um 14 Uhr. Treffpunkt der Kunstinteressierten im Neunburger Kunstquartier, Im Berg 7. Die durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und den Bezirk Oberpfalz geförderte Ahoj 17-Kunstausstellung ist letztmals am Sonntag, 29. Oktober zu besichtigen!EK-Ahoj2017-01

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Gelungener Auftakt der „Philharmonie-Tage“ im Kunstherbst ’17

Nach dem Impulsvortrag in die Alte Seilerei!

MastamPianoMarkmast3Nach dem interaktiven Impulsvortrag „Der symphonische Klang“ mit Chefdirigent Mark Mast, der dem Jugend-Orchesterworkshop vorgeschaltet war und zugleich die „Tage der Bayerischen Philharmonie“ am Donnerstag Abend einleitete, stießen die Protagonisten des regional beachteten Kulturprojekts „Neunburger Jahrtausendkonzert 2017“ in der Alten Seilerei auf ein gutes Gelingen an. Nächstes Highlight ist die so genannte Jahrtausendprobe am Samstag, 30. September, wenn rund 40 Schüler aus der mittleren Oberpfalz mit ca. 80 Musikern des Münchner Profi-Orchesters in der Schwarzachtalhalle gemeinsam proben und musizieren werden. Interessierte Musikfreunde können ab 17 Uhr dabei sein: Kostenlose Platzkarten werden ab  genanntem Zeitpunkt im Hallenfoyer vom Kunstverein Unverdorben an Interessenten ausgegeben!

Bild oben zeigt Chefdirigent und Moderator Mark Mast bei seinem ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrag in der Schwarzachtalhalle. Foto: Tanja Kraus

Bild unten entstand in fröhlicher Runde in der Alten Seilerei mit den „Hauptakteuren“ (v. li. n. re.) Anna Jenewein (Assistentin der Bayerischen Philharmonie Intendanz), Josef Schönhammer (Kuratoriumsmitglied Bayerische Philharmonie), Peter Wunder (KVU-Geschäftsführer), Chefdirigent und Intendant Mark Mast, Klaus Götze (Vier Unverdorbene des KVU) und Karl Stumpfi (KVU-Medienreferent und Kunstherbst-Koordinator). Foto: Feldmeier

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Prof. Wolfgang Gaag spielt Solopart in Bruckners „Romantischer“

Star-Hornist für Jahrtausendkonzert engagiert

Maestro Sergiu Celibidache holte den Oberpfälzer Wolfgang Gaag ins Weltklasse-Orchester der Müncher Philharmoniker. Foto: Music pictures Angel Tejo, 2016

Maestro Sergiu Celibidache holte den Oberpfälzer Wolfgang Gaag ins Weltklasse-Orchester der Müncher Philharmoniker. Foto: Music pictures Angel Tejo, 2016

Den Impulsvortrag „Der symphonische Klang“ zum Auftakt des Jahrtausendkonzert-Projekts 2017 eröffnete Mark Mast, Intendant und Chefdirigent der Bayerischen Philharmonie, mit Bekanntgabe einer sensationellen Solistenverpflichtung: Prof. Wolfgang Gaag, Star-Hornist und Mitglied u. a. von GERMAN BRASS, übernimmt bei den Konzerten vom 1. bis 3. 10. in Neunburg und München den Solohornpart in Anton Bruckners „Romantischer Sinfonie“!
Der gebürtige Oberpfälzer Wolfgang Gaag aus Waldsassen begann nach dem Abitur seine Studien zum Tonmeister an der TU Berlin und an der Hochschule

Mark Mast beim Impulsvortrag in der Schwarzachtalhalle.

Mark Mast beim Impulsvortrag in der Schwarzachtalhalle.

für Musik-Berlin (Hauptfach Horn bei Prof. Alfred Gohlke). Während seines Studiums war er Solo-Hornist beim „RIAS Jugendorchester“ und beim „Jeneusses Musicales Weltorchester“. In die Zeit seines Abschlussexamens fiel sein erstes Engagement als Solo-Hornist der „Bamberger Sinfoniker“ (1969). In selber Position wechselte er an das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, von wo ihn Sergiu Celibidache als Solo-Hornisten zu den Münchner Philharmonikern verpflichtete.Bei diesem Weltklasse-Orchester lernte ihn Mark Mast vor rund 30 Jahren kennen und blieb ihm seither freundschaftlich verbunden.
Dem Ruf als Professor an die Hochschule für Musik Stuttgart folgte die Übertragung der Professur für Horn an der Musikhochschule München. Wolfgang Gaag gehörte dem Festspielorchester Bayreuth an, ist Mitglied und Mitbegründer renommierter Kammermusikvereinigungen wie „Deutsche Bläsersolisten“, „Villa Musica“ und „Odeon-Konzerte“. Mit GERMAN BRASS wurde er 2016 Echo-Preisgewinner in der Kategorie Klassik-Ensembles.
Seine vielseitigen Tätigkeiten als Solist, Orchester- und Kammermusiker führten ihn mit den namhaftesten Musikerpersönlichkeiten in den grossen Musikzentren der Welt zusammen. Zahlreiche Einspielungen für Rundfunk, TV und CD dokumentieren seine Spielkultur- und Kunst.
In jüngster Zeit richtet Wolfgang Gaag sein Hauptaugenmerk auf das Unterrichten sowie auf Solo- und Kammermusikauftritte. Bei internationalen Meisterkursen, Festivals und Wettbewerben (als Juror), stellt er immer wieder seine außerordentlichen musikalischen, persönlichen und pädagogischen Fähigkeiten unter Beweis.
„Heute hat mich Professor Gaag angerufen und endgültig bestätigt, dass er das Solohorn in Bruckners 4. Sinfonie beim Neunburger Jahrtausendkonzert spielen wird“, teilte Mark Mast sichtlich erfreut seinen Zuhörern in der Schwarzachtalhalle mit.

Das Horntrio "Lippentriller" umrahmte den Eröffnungsabend der "Tage der Bayerischen Philharmonie". Fotos: Grassmann

Das Horntrio „Lippentriller“ umrahmte den Eröffnungsabend der „Tage der Bayerischen Philharmonie“. Fotos: Grassmann

 Karl Stumpfi
Karl Stumpfi Wolfgang Gaag spielt das Hornsolo eingangs der 4.Sinfonie Es-Dur „Romantische“ von Anton Bruckner unter Dirigent Sergiu Celibidache….https://youtu.be/Ws9MZ6aXqfw
MEDIENECHO
Bericht in der Tageszeitung „Der Neue Tag“ vom 25.9. 17 als jpg-Datei: karl
Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung v. 25.9. 17 als pdf- und jpg-Datei: 2017.25_Sep.STN1

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„Tage der Philharmonie“ starten am 21. September

Mit Mast durch den sinfonischen Klangraum

Von drei Alphörnern bis zum „Riesenorchester“: Aus erster Hand weist Mark Mast, Intendant und Chefdirigent der Bayerischen Philharmonie, am 21. September, 19 Uhr, Schwarzachtalhalle, in das Programm des Jahrtausendkonzerts ein – und philosophiert beredt über Musik. Dazu sind alle Musikfreunde bei freiem Eintritt willkommen!

Chefdirigent Mark Mast gibt am Donnerstag, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle eine kurzweilige Jahrtausendkonzert-Einführung. Foto: Grassmann

Chefdirigent Mark Mast gibt am Donnerstag, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle eine kurzweilige Jahrtausendkonzert-Einführung. Foto: Grassmann

Auftakt der „Tage der Bayerischen Philharmonie“ im Rahmen des 5. Neunburger Kunstherbsts ist ein interaktiver Impulsvortrag zum Thema „Der sinfonische Klang“. In unterhaltsamer, kurzweiliger Form, unterstützt mit multimedialer Technik und Live-Musik des philharmonischen Bläserensembles „Die Lippentriller“ erläutert der international renommierte Musikpädagoge und Orchesterleiter die für das Konzertprogramm am Sonntag, 1. Oktober, 19 Uhr, (öffentliche Generalprobe) und Montag, 2. Oktober, 20 Uhr (Jubiläums-Festkonzert) ausgewählten Werke aus Wiener Klassik und Spätromantik. Veranstalter ist der Kunstverein Unverdorben. Er sieht diesen Eröffnungsabend nicht nur als Service für Konzertticketinhaber und Generalprobenzuhörer, sondern unterbreitet damit allen Klassikfreunden in der Region ein Lernangebot zum „Nulltarif“.

Mark Mast, der die Bayerische Philharmonie in München seit über 20 Jahren leitet, tritt am  Donnerstag ab 19 Uhr nicht als „dozierender Professor“ vor das Publikum. „Unsere Gäste“, so verriet er vorab, „werden einen Dirigenten in Dienstuniform, also stilecht im Frack, erleben.“ In seiner Begleitung beim lehrreichen Exkurs durch die sinfonische Klangwelt, befinden sich drei Instrumentalisten der Bayerischen Philharmonie. Die so genannten „Lippentriller“ werden die von Mast vermittelte Musiktheorie in die Praxis umsetzen und dabei sogar auf Alphörner zurückgreifen. Der Referent wird bei der Erklärung der Anfang Oktober in der Schwarzachtalhalle erstmals erklingenden klassischen Meisterwerke auch in die Tasten des hauseigenen Konzertflügels greifen. Er wird im weiteren Verlauf des Abend immer wieder mit den Zuhörern interagieren, ihnen jedoch keine musikalischen Vorkenntnisse abverlangen: „Alle können kommen, keiner muss bei einem Gesangverein oder bei einer Blaskapelle sein!“

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„Wenn sich im musikalischen Erleben alle Dimensionen durchdringen, die geistige der Schöpfung, der sinnliche des Klangs und die seelische einer fast intimen Begegnung zwischen Produzent und Rezipient, entsteht das Einmalige, was uns befreit, indem es uns entgrenzt. In einer wunderbaren Erfahrung: Über allen Dimensionen.“ (Mark Mast, Chefdirigent der Bayerischen Philharmonie)

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Ein wesentliches Vortragselement sind Video- und Audioeinspieler. Mit solchen Film- und Tonsequenzen möchte Mark Mast verdeutlichen, wie berühmte Traditionsorchester sozusagen den typischen sinfonischen Klang erzeugen. Aus dem Off kommt beispielsweise auch Maestro Sergiu Celibidache (1912 – 1996) zu Wort. Der langjährige Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker war nicht nur sein „Lehrherr“ in der Studienzeit, der rumänische Stardirigent heuerte den jungen Mark Mast auch als persönlichen Sekretär an. „Vieles, was mir Maestro Celibidache an Wissen und Erfahrung vermittelt hat, möchte ich gerne an das Publikum weitergeben“, betont der Intendant der Bayerischen Philharmonie.

Dies gilt im besonderen Maß für den zweiten Abschnitt des Kulturprojekts „Neunburger Jahrtausendkonzert“: Orchesterworkshop für Schüler und Jungmusiker von Blaskapellen am Samstag, 30. September in der Schwarzachtalhalle. Dieser mündet  ab 17.30 Uhr bis ca. 19 Uhr in die öffentliche „Jahrtausendprobe“. Rund 80 Profimusiker aus mehreren Ländern werden mit den zum Workshop angemeldeten ca. 40 Jugendlichen und Musiklehrern ein im Hallenparkett kreisförmig angeordnetes „Riesenorchester“ bilden. Sie proben und spielen unter Leitung von Mark Mast Ausschnitte aus Anton Bruckners „Romantischer Sinfonie“, neben der „Wiener Philharmoniker Festfanfare“ von Richard Strauss und der „Jupiter-Sinfonie“ von Wolfgang Amadeus Mozart das Hauptwerk des Jahrtausendkonzerts. Mark Mast verspricht den jungen Leuten eine „nachhaltig wirkende Klangerfahrung und ein prägendes musikalisches Schlüsselerlebnis“.

Wegen des begrenzten Raumangebots – Zuhörersitze befinden sich nur auf der Bühne und im Foyer – werden vom Veranstalter Kunstverein Unverdorben kostenfreie Platzkarten ausgegeben. Nähere Informationen dazu gibt es im Rahmen des Auftaktabends am Donnerstag, 19 Uhr, bzw. in der Tagespresse.

Nachdem das Jubiläums-Festkonzert am Vorabend des Nationalfeiertags schon lange ausverkauft ist, bietet sich für alle kartenlose Musikfreunde noch eine Alternative, um das große Orchester der Bayerischen Philharmonie „live“ erleben zu können. Der Kunstverein Unverdorben machte im Einvernehmen mit Chefdirigent Mast die für Sonntag, 1. Oktober, 19 Uhr, in der Schwarzachtalhalle angesetzte Generalprobe öffentlich.  An diesem Abend wird das komplette Programm des Jahrtausendkonzerts im Durchlauf aufgeführt. Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro bei freier Platzwahl. Abendkasse ab 17.30 Uhr! Telefonische Kartenbestellung ist bei Hallenmanagerin Rosa Schafbauer (09672 / 9208514) möglich!Logo_BayPhil_2012_RGB_oC******************

INFO KOMPAKT

MARK MAST, Intendant und Chefdirigent Bayerische Philharmonie

Mark Mast in der Schwarzachtalhalle. Foto: Monika Bugl, NT

Mark Mast in der Schwarzachtalhalle. Foto: Monika Bugl, NT

  • Geboren in Mitteltal/Schwarzwald, Musikstudium in Heidelberg, später in Paris und München. Meisterklassenstudium bei Leonard Bernstein und Sergiu Celibidache.
  • Beginn der Dirigentenlaufbahn 1992 in München, wo er seit 1994 als Intendant der Bayerischen Philharmonie tätig ist. Seit vielen Jahren ist er auch als Gastdirigent bei internationalen Klangkörpern engagiert, zuletzt beim Denver Philharmonic Orchester. Ergänzend zu seinen konzertanten Auftritten bezeugen Opern-, Ballett- und Filmproduktionen seine Vielseitigkeit.
  • Seit 1998 ist Mark Mast Künstlerischer Leiter und seit 2008 Intendant des Schwarzwald Musikfestivals. Als Leiter der Orff-Festspiele in Andechs dirigierte er von 1998 bis 2009 alle dortigen Musiktheaterproduktionen. 2010 gründete Mast die jährlich stattfindenden Carl-Orff-Tage in München.
  • Seit 2011 engagiert sich Mark Mast als Botschafter für die Initiative MEIN MÜNCHEN, von 2011 bis 2016 war er Präsident von Jeunesses Musicales Bayern und im Vorjahr wurde er in den Sprecherrat des Wertebündnisses Bayern gewählt.
  • Das Projekt Jahrtausendkonzert bereitet Mark Mast seit 2015 in engem Kontakt zum Kunstverein Unverdorben vor. Die Bayerische Philharmonie tritt in diesem Rahmen erstmals im Regierungsbezirk Oberpfalz auf. Das Neunburger Programm wird am Feiertag, 3. Oktober, 20 Uhr, im Prinzregenttheater München wiederholt.
  • MEDIEN-ECHO
  • Bericht in der Tageszeitung „Der Neue Tag“ v. 20.9.17 als jpg-Datei:Mast21Sept17Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung v. 20.9.17 als pdf- und jpg-Datei: 2017.20_Sep.STN3-1
  • 20_Sep.STN3

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Klattauer Künstler mit der Fotokamera unterwegs

Vaclav Fialas Ahoj 17-Kunstprozession

Eröffnung der Internationalen Kunstausstellung "Ahoj 17 - Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst" in der ev. Versöhnungskirche.

Eröffnung der Internationalen Kunstausstellung „Ahoj 17 – Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst“ in der ev. Versöhnungskirche.

Kunststation 4: Friseursalon Braun

Kunststation 4: Friseursalon Braun

"Straßengalerie" in der Vorstadt...

„Straßengalerie“ in der Vorstadt…

Künstlerin Andrea Thema erklärt ihr Werk in der Kirche St. Jakob am Aign.

Künstlerin Andrea Thema erklärt ihr Werk in der Kirche St. Jakob am Aign.

Kreuz-Weg...

Kreuz-Weg…

Die Holzskulpturen "Er" und "Sie" bei der Pfarrkirche St. Josef.

Die Holzskulpturen „Er“ und „Sie“ bei der Pfarrkirche St. Josef.

Unterer Rathaus-Torbogen/Durchgang Wassergasse

Unterer Rathaus-Torbogen/Durchgang Wassergasse….

...mit dem Fiala-Kunstwerk "Kapelle für eilige Passanten"

…mit dem Fiala-Kunstwerk „Kapelle für eilige Passanten“-

Kunststation 9: Bilder von Patrik Habl, Prag...

Kunststation 9: Bilder von Patrik Habl, Prag…

Künstler Karel Rechlik, Brünn, im Kunstquartier

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Konversation bei Sekt und Saft in der KQ-Lobby...

Konversation bei Sekt und Saft in der KQ-Lobby…

Kunststation 8: Kath. Stadtpfarrkirche St. Josef

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Moderne Kunst im Kirchenschiff

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Ein Prosit auf AHOJ 17!

Ein Prosit auf AHOJ 17!

Galerie Esszimmer/Schwarzachtalhalle

Galerie Esszimmer/Schwarzachtalhalle

Fialas Rote Kubuskugel in der Zantkreisel-Grünanlage

Fialas Rote Kubuskugel in der Zantkreisel-Grünanlage

Kunststation 18: Blasinstrumente Kroner

Kunststation 18: Blasinstrumente Kroner

Nächtlicher Ausklang...

Nächtlicher Ausklang…

...der Neunburger Kunstprozession AHOJ 17 - Glaube und Kunst.

…der Neunburger Kunstprozession AHOJ 17 – Glaube und Kunst.

Sämtliche Fotos von der AHOJ 17-Kunstprozession am 16. September 2017

von VACLAV FIALA, KLATOVY

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Die Rede von Dr. Maria Baumann zur Kunstherbst-Eröffnung ’17

„Kunst soll stören, Wissenschaft beruhigt“

hallo und ahoj – „Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst“ – „společně cesty ve víře a umění“ –

Es ist ein Motto voller Hoffnung, das Sie sich für den Neunburger Kunstherbst gewählt haben. Kaum zu glauben, dass es schon fast 30 Jahr her ist, als dieses Miteinander von Künstlern aus Nachbarländern noch undenkbar war. Damals war ich noch Redakteurin – übrigens eine Kollegin von Karl Stumpfi – und bin mit phantasievollen Berufsbezeichnungen in die Tschechoslowakei eingereist. Als Journalistin bekam ich kein Visum. Ich habe Künstler in ihren Ateliers besucht und über ihre Arbeiten berichtet, die sie oft im Verborgenen schaffen mussten. Heute kann Kunst Grenzen überwinden, nicht nur Ländergrenzen.  Sie kann die Brücke schlagen zwischen Menschen, für die Glaube und Kirche noch ganz selbstverständlich zusammen gehören, und den Menschen, denen der kirchliche Raum zunehmend fremd wird oder schon ist.

Dr. Maria Baumann, Direktorin der Diözesanmuseen, bei der Eröffnungsrede in der ev. Versöhnungskirche.

Dr. Maria Baumann, Direktorin der Diözesanmuseen, bei der Eröffnungsrede in der ev. Versöhnungskirche.

Viele Menschen auch außerhalb der Kirchengemeinden sehnen sich nach Sinn und Orientierung, auch nach dem Göttlichen. Glaube und Kunst sind Chancen, Antworten zu geben. Denn in einem haben sich Christentum und Kunst in ihrer kulturschöpferischen Kraft über Jahrhunderte getroffen: der Mensch mit seinen Ängsten und schmerzhaften Erlebnissen, seinen Hoffnungen und Freuden. Judith Kiefmann, Schülerin der nach dem Erzbischof Gregor von Scherr benannten Realschule, hat dies wunderbar zum Ausdruck gebracht: In der Mitte ihres Kreuzes aus Salzteig sind Wörter wie Hass, Verzweiflung, Wut oder Angst geschrieben, „in deren Situation man sich entweder von Gott abwendet oder sich ihm stärker zuneigt“, wie sie sagt. Kunst kann in jeder Form eine religiöse Qualität annehmen, wo sie den großen Fragen unserer Existenz begegnet, den fundamentalen Themen, die dem Leben den Sinn geben. Dadurch wird sie zu einem Weg tiefer innerer Reflexion und Spiritualität. Diese große Nähe zwischen dem Weg des Glaubens und dem Weg des Künstlers wird durch viele Kunstwerke bezeugt.

Aber auch die Brücke zwischen Kirche und Kunst muss immer wieder neu geschlagen werden. Hierzu gehört von beiden Seiten Risikobereitschaft, der Mut, sich einzulassen. Die Werke von Kulturschaffenden sind subjektiv, sie sind Ausdruck der Suche nach der Darstellung eigener, unmittelbarer Erfahrung. Die Wucht ihrer Aussage, der Möglichkeiten der Assoziationen, die sie in ihren Chiffren und Symbolen eröffnen, ist oft radikal. Aus vielen spricht die Suche nach der Wirklichkeit und nach persönlicher Gotteserfahrung. Aber sie sind nicht selten anstößig – in doppeltem Sinn: Sie provozieren und geben Anstöße, Impulse, regen an, Vertrautes neu zu denken.

Deswegen: Es mag nicht allen alles gefallen, was im Neunburger Kunstherbst in Kirchen, Schaufenstern und auf Plätzen zu sehen ist. Aber das ist gut so!

Der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski hat gesagt: „Der Mensch kann ohne Wissenschaft leben, er kann ohne Brot leben, aber er kann nicht ohne Schönheit leben, weil es dann in der Welt nichts mehr zu tun gäbe. Hier ist das ganze Geheimnis, hier ist das Ganze der Geschichte.“ Der Maler Georges Braque nimmt diesen Gedanken auf: „Kunst soll stören, Wissenschaft beruhigt.“ Schönheit lässt uns nicht in Ruhe, erfüllt uns mit neuer Hoffnung, gibt uns den Mut, ganz und gar das Geschenk des Lebens zu leben.

Die Künstler der Ausstellung AHOJ 17 zeigen diese ethische Ästhetik in ganz unterschiedlichen Werken, hier in der Versöhnungskirche und quer durch die Stadt, in Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Plastiken und Installationen, vom 30 x 40 cm großen Lebenswegaquarell von Maria Prem bis zur 1,5 Tonnen schweren roten Kubuskugel mit einem Durchmesser von 1,85 m von Vaclav Fiala auf dem Zantkreisel.

In aller Kürze möchte ich Ihnen gerne die beteiligten Künstler vorstellen und beginne alphabetisch gleich bei Vaclav Fiala. Seit gut zwanzig Jahren gehört der Künstler , geboren 1955 in Klatovy, zu den führenden Bildhauern Tschechiens. Von1973 bis 1976 studierte er an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag. Nach seinen künstlerischen Anfängen, bei dem Zeichnungen und die Malerei im Mittelpunkt standen, widmet er sich seit den neunziger Jahren voll und ganz der Bildhauerei und Architektur. Fiala arbeitet mit den wichtigsten klassischen Materialien Holz, Eisen und Stein. In reduzierten Formen und dennoch ausdrucksvoller Klarheit sehen Sie hier seine Eisenskulptur „Die verschwundene Kapelle im Böhmerwald“.  Er kann aber auch deutlich größer: Seine monumentalen Eisen- und Holzskulpturen werden an renommierten Prager Orten ebenso wie an der Universitätsklinik Graz ausgestellt. Václav Fiala arbeitet immer ortsbezogen und lässt sich von der vorgefundenen Situation inspirieren. Das wird besonders deutlich an seiner auf einer Stahlplatte montierten „Kapelle für eilige Passanten“ aus Granit am Halsgraben am unteren Rathaus-Torbogen. Die beiden konkaven Steinstelen symbolisieren einen Kapellenraum, die mit ihrer diagonalen Ausrichtung den Blick zum Licht lenken. Aus seinem „Zyklus der Reliquiare“  sind neben der roten Kubuskugel  „Something“ die Holzskulpturen „Er“ und „Sie“ im Eingangsbereich der Stadtpfarrkirche St. Josef zu sehen.

Farbe, Leinwand und Struktur: Der 1975 geborene Patrik Hábl sucht nach ungewöhnlichen, neuen Wegen, Malerei zu schaffen. Hier sehen sie das „Golden Face“, das Goldene Gesicht. Er unterrichtet an der Universität für angewandte Künste in Prag und gilt mit seinem malerischen Werk als eine der wichtigsten Positionen seiner Generation in Tschechien. Seine Werke in Acryl oder Öl von abstrakter, eigener Schönheit waren in Einzelausstellungen von Mailand bis Kyoto zu sehen. Historische Kirchenräume und seine zeitgenössischen Interventionen,  wie z. B. die 15m große Installation „Die zerrissene Leinwand“ in der Klosterkirche in Speinshart 2016, sind spannungsvolle Begegnungen, die herausfordern.  Auf der Suche nach Möglichkeiten der Malerei im 21. Jahrhundert öffnet sich Hábl dem Zufall, der Nicht-Berechenbarkeit. Er stellt Bilder ohne Rahmen her, stellt angefangene Bilder auch schon mal in den Regen, um zu sehen, wie sich die Bilder „entwickeln“. Ob zwei- oder dreidimensional: Mit seinen Werken führt er in bewegte Tiefenräume von hoher spiritueller Kraft.

Direkt auf die rohe Leinwand arbeitet Dr. Karel Rechlík, geb. 1950, seine leichten ausdrucksstarken Zeichnungen. Er studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der Masaryk Universität in Brno, ist seit 1975 freischaffender Künstler und leitete ab 1993 das Diözesanmuseum in Brünn. Er hat zahlreiche Glasfenster sowie liturgische Ausstattungen für Kirchenräume in Tschechien, Deutschland und Österreich realisiert. In seinen Gemälden, die wie Tücher frei hängen, ist der Stoff oft durchschnitten oder angebrannt. Diese radikalen Eingriffe in das „Körperbild“ sind ein wichtiger Teil des gesamten künstlerischen Ausdrucks, die dadurch entstehenden leeren Flächen eröffnen Durchblicke in die geheime Welt des Geistes. Auch in dem hier hängenden quadratischen Tiffany-Glasbild bleibt die Mitte leer. Zwei Flügel, die auf eine gemeinsame offene Zukunft ausgerichtet sind, ragen in das Fenster. In St. Josef werden Sie von Karel Rechlík einen Zyklus von Tüchern mit Themen der liturgischen Zeiten sehen. Die vier großen Gemälde führen expressiv in den liturgischen Farben Violett, Grün, Gold-Weiß, Rot vom Advent bis Pfingsten. Im Berg 2 schwebt ein großes Glasobjekt vor den Mauern aus dem frühen 15. Jahrhundert: Ein Engel kommt durch das Stadttor nach Neunburg – von ihm ist nur ein Flügel sichtbar.

Vier Gemälde von Jitka Štenclová nehmen den Betrachter hier in der Versöhnungskirche mit hinein in eine meditative Ruhe: „Becher der Macht“, „Erforderliche Kraftlinie“, „Koordinierung“ und „Monolith“. Die stillen Bilder der Malerin und Textilkünstlerin, geb. 1952, mit denen sie auch in der Nationalgalerie in Prag, in den Museen Royaux d’Art et d’Histoire in Brüssel und dem Power House Sydney vertreten ist, sind inspiriert von Orten, Eindrücken und erlebten Gefühlen. Jitka Štenclová setzt sie um in abstrahierte Motive und energievolle Kompositionen, deren Kraft tiefer liegt, jenseits der sichtbaren Oberfläche des Bildes selbst.

Reduziert auf das Wesentliche: Den Werken des Künstlerehepaares Andrea Thema und Giselher Scheicher aus Ezelsdorf kann sich der Betrachter gerade deswegen nicht entziehen. Andrea Thema, geb. 1957, bis 2004 Fachlehrerin unter anderem für Textilarbeit, Textiles Gestalten und Werken, ist seit 1986 als freischaffende Künstlerin tätig. Von 2013 bis Mitte 2014 leitete sie die älteste evangelische Paramentenwerkstatt weltweit in Neuendettelsau im Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition. Handgewebte Paramente mit eingebundenen Plexiglasstreifen gestaltet Andrea Thema in der Kirche St. Jakob zur eindrücklichen Altarinstallation „Luther“. Ihre charakteristischen Schleifpapierarbeiten setzen sowohl in der Sparkasse als auch hier und in der Schwarzachtalhalle Akzente, die den Blick und die Gedanken weit über den Horizont hinaus führen. Lichtvoll finden Glaube und Kunst in ihrer Kreuzinstallation im Kunstquartier zusammen.

Die blauen Folienarbeiten von Giselher Scheicher faszinieren in ihrer opaken Farbintensität. Giselher Scheicher, geb. 1960,  studierte von 1985 bis 1988 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Das außergewöhnliche Material, die bearbeitete und mit Ölfarbe bemalte Plastikfolie, ein Kunst-Stoff unserer Zeit, wird in Verbindung mit Licht und Illumination zu Bildern des Himmels, sowohl als Luftraum über der Erde als auch als spiritueller Sehnsuchtsort. Im Zeichen des Kreuzes fügen sich in der Schlosskirche Werke  von Andrea Thema und Giselher Scheicher harmonisch und doch spannungsvoll zu einer raumgreifenden Installation zusammen.

Wunderbar ergänzt werden die Exponate der Künstler durch die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler des Kunstzweigs der Gregor von Scherr-Realschule. Kreativ und tiefgründig setzen sie sich mit dem Thema Glaube und Kunst auseinander. Sie teilen ihre kritischen Gedanken, nachdenklichen Zweifel und frohe Zuversicht, die sie in spannende Bilder und Skulpturen umgesetzt haben, von der Friedenstaube über die eindrückliche Verbannung Lucifers aus dem Himmel bis zur Kirche mit einem H&M-Shop als Altar der Shopping-Queens.

„Glaube bedeutet für mich bunt und fröhlich sein“, sagt Jasmin Neudecker über ihren Muschelrosenkranz. Ich wünsche Ihnen nun, dass Sie sich fröhlich auf die bunten gemeinsamen Wege in Glaube und Kunst durch Neunburg machen können, auf eine eindrucksvolle Entdeckungsreise, und dass Sie spüren: Schönheit lässt uns nicht in Ruhe, erfüllt uns mit neuer Hoffnung, gibt uns den Mut, ganz und gar das Geschenk des Lebens zu leben.

St. Jakob, die älteste Kirche Neunburgs, als Kunststation der Internationalen Ahoj-17-Ausstellung.

St. Jakob, die älteste Kirche Neunburgs, als Kunststation der Internationalen Ahoj-17-Ausstellung.

Eindrucksvoller Abschluss der Kunstherbst-Eröffnung 2017 mit der musikalisch-szenischen Performance "Play Luther" in der Schwarzachtalhalle. Fotos: K. Stumpfi, KVU

Eindrucksvoller Abschluss der Kunstherbst-Eröffnung 2017 mit der musikalisch-szenischen Performance „Play Luther“ in der Schwarzachtalhalle. Fotos: K. Stumpfi

MEDIENECHO

Bericht in der Tageszeitung „Der Neue Tag“ v. 19.9. 2017 als jpg-Datei:karl1LogoLutherlogonenkunstherbst430

 

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