Kreativ-Aktion wird bis 11. Januar 2021 verlängert

„NEUNBURG SCHREIBT“ über Weihnachten

Foto4LogoNEN schreibt„Schreiben verbindet uns“. Unter diesem Leitgedanken startete der Neunburger Kunstverein Unverdorben zu Beginn des „Corona-Kunstherbsts 2020“ eine Kreativ-Aktion für alle Altersklassen: „NEUNBURG SCHREIBT“. Als Einsendeschluss für selbst verfasste Texte war Montag, 30. November festgesetzt. Auf vielfachen Wunsch hin geht die Aktion nun in die Verlängerung. Beiträge können noch bis Montag, 11. Januar mit Altersangabe an den Kunstverein weitergeleitet werden (per Mail: kunstverein-unverdorben@gmx.de oder per Post: Kunstverein Unverdorben, Stephanstraße 18, 92431 Neunburg v. W.) Textformate sind Gedichte, Kurzgeschichten, (Weihnachts-)Erzählungen oder Beschreibungen Der Verein spricht besonders auch Schüler ab der Grundschule an. Literarische Höchstleistungen werden nicht erwartet. Es zählt eher die Originalität der Einfälle.
Die gesammelten Beiträge werden einer Jury zugeleitet und – wenn von den Autoren gewünscht – voraussichtlich ab März 2021 veröffentlicht. Als Anerkennung werden zum Abschluss der Aktion „Neunburg schreibt“ unter allen Teilnehmern Büchergutscheine verlost.OhneKUNSt

#zusammenhaltenfürdiekultur

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Corona-Lockdown: Blauer Montag 23. November fällt aus!

„Auf den Hund gekommen“ erst im neuen Jahr

Die Vier Unverdorbenen pausieren Lockdown-bedingt: (v. li.)Musiker  Jürgen Zach, Franz Schöberl, Klaus Götze und Vorleser Karl Stumpfi.

Die Vier Unverdorbenen pausieren Lockdown-bedingt: (v. li.) Musiker Jürgen Zach, Franz Schöberl, Klaus Götze und Vorleser Karl Stumpfi.

Bis zuletzt hatte der Kunstverein Unverdorben gehofft, den Blauen Montag mit den Vier Unverdorbenen zum Abschluss des Neunburger Kunstherbstes 2020 präsentieren zu können. Das mit dem „Teil-Lockdown“ verbundene Veranstaltungsverbot blockiert die programmgemäße Durchführung am 23. November im Gasthof Sporrer. Aber auch eine zeitnahe Terminverlegung in die Adventszeit erscheint seit dem jüngsten „Corona-Gipfel“ von Bund und Land nicht mehr realistisch. Die gesetzlich verfügten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum dürften demnach auch im Monat Dezember beibehalten werden. Der KVU plant deshalb, die musikalische Lesung unter dem Titel „Auf den Hund gekommen“ terminlich im ersten Halbjahr 2021 neu anzusetzen.
Bitte entsprechende Hinweise in der Lokalpresse und im Internet beachten!OhneKUNSt

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AbsagenCorona
Die Pandemie hat die Fortsetzung des 8. NEUNBURGER KUNSTHERBSTES gestoppt! Nachdem am 28. Oktober von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer ein „Lockdown light“ für Monat November angekündigt worden war, haben zwei Veranstalter des laufenden Kunstherbst-Programms Konsequenzen gezogen:
Freitag, 6. November, 20 Uhr, Foyer Schwarzachtalhalle – „Chansons für Feinschmecker“, ein Musik & Kulinarik-Event mit Anja Killermann (Gesang) und Tobi Mayerl (Piano) in Kooperation mit dem Restaurant „Esszimmer“ wurde abgesagt. Der Neunburger Kunstverein Unverdorben als Veranstalter bemüht sich um einen Ersatztermin 2021.
Dienstag, 17. November, 18 Uhr, Spitalkirche: Die Lyrik-Lesung mit Musik „Ich hab‘ schon mal angefangen“ – Gedichte von Fabian Biersack, begleitet von Musiker „Isi“ wurde vom Veranstalter abgesagt.
Freitag, 20. November, 20 Uhr, Alte Seilerei: Der Fredl-Fesl-Abend mit Gerry Gerspitzer wurde vom Veranstalter abgesagt.
Montag, 23. November, 19 Uhr, Gasthof Sporrer: Die musikalische Lesung „Auf den Hund gekommen“ mit den Vier Unverdorbenen kann wegen des Veranstaltungsverbots im Monat November nicht stattfinden. Die Abschlussveranstaltung des Neunburger Kunstherbsts soll nach Möglichkeit in die Adventszeit verlegt werden. Eine Entscheidung will der Kunstverein Unverdorben nach dem für Mitte November geplanten „Lockdown-Update“ treffen.
Begründung: Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart: Bis Ende November sind Veranstaltungen aller Art verboten und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen. Das hatte das bayerische Kabinett Ende Oktober beschlossen. Zudem werden in Bayern auch „ernstere“ Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt.LogoKH

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Am Sonntag, 25. Oktober zum letzten Mal geöffnet

Ausstellung Ahoj 20 – Kunst & Heim@: Finale

In der Alten Fronfeste: "Die drei Grazien" v. Jana Šiflová, Budweis/CR

In der Alten Fronfeste: „Die drei Grazien“ v. Jana Šiflová, Budweis/CR

Letzte Besichtigungsmöglichkeit der Kunstwerke „Ahoj 20 – Kunst & Heim@“ im Rahmen des NEUNBURGER KUNSTHERBSTES 2020 besteht am Sonntag, 25. Oktober in der Zeit von 14 bis 16 Uhr in der Spitalkirche Neunburg vorm Wald, Hauptstraße 1, und in der Alten Fronfeste Neunburg vorm Wald, Im Berg 17. Das Foyer der Schwarzachtalhalle bleibt geschlossen.LogoKH

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Eigentexte bis 30. November ’20 einsenden!

Kreativ-Aktion „Neunburg schreibt“ läuft aus

kh2020_FOTO 5LogoNENschreibt (1)Kreativ-Aktion im
🍁NEUNBURGER KUNSTHERBST ’20🍁 Einsendeschluss: 30. November 2020
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„Schreiben befreit die Seele und das ist gerade jetzt für viele von uns wichtiger denn je.
Und Schreiben kann beflügeln, Schreiben kann uns Mut machen und mit Schreiben können wir auch anderen Mut machen, sie zum Lachen und Träumen bringen. Mit Schreiben können wir uns selbst und anderen kleine Glücksmomente schenken – Schreiben verbindet uns“. SABINE EVA RÄDISCH, Autorin & Schreibpädagogin
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Eigentexte können bis Ende November eingesandt werden „Neunburg schreibt“: Hobby-Autoren gesucht!

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🍁Neunburger Kunstherbst ’20🍁

Chansons für Gourmets am 6. November

Anja Killermann, begleitet von Toby Mayerl (E-Piano) serviert Chansons vom Feinsten...

Anja Killermann, begleitet von Toby Mayerl (E-Piano) serviert Chansons vom Feinsten…

Anja Killermann singt auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben am Freitag, 6. November, 20h, im Foyer der Schwarzachthalle Chanson-Klassiker: Skurrile und schöne Geschichten über Liebe, Lust und Laster, nostalgische Chansons und humorvolle Hits sind die Zutaten für einen musikalischen Abend der ganz besonderen Art. Hier wird geliebt, verlassen, erobert, die Unschuld verloren, aus diversen Nähkästchen geplaudert, hart gearbeitet und hoffentlich viel gelacht. Über Friedrich Holländer, Georg Kreisler und Hugo Wiener spannt sich der Bogen bis zu Hildegard Knef – Lieblingslieder eben! Kongenial begleitet wird die Chansonette von ihrem Pianisten Toby Mayerl. „Die Grand Dame des Chansons gibt ein Konzert und jetzt weiß es jedermann, es kann nur eine geben – die Killermann!“, schrieb ein euphorischer Amberger Kritiker nach einem vom Publikum umjubelten Konzert – und in Neunburg gibt’s mit Gaumenfreuden aus dem „Esszimmer“ noch eine Genuss-Steigerung!

Eintritt: 40 Euro auf allen Plätzen, inklusive Drei-Gänge-Menü (Abendkasse). Anmeldung mit Platzreservierung erforderlich unter Tel. (09672) 4337, eMail: peter_wunder@web.deLogoKH

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Musikalische Lesung in einer alten Glaspolier

Mit Klampfe, Dudelsack und Raffele…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA…bereitete das Oberpfälzer „Zwiefacher-Genie“ Johann Wax den Gästen der musikalischen Lesung in der alten Glaspoliere Untermurnthal einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Kunstherbst-Abend. Der Regensburger Gitarrist unternahm einen Exkurs von Böhmen über Niederbayern/Oberpfalz bis Andalusien. Zum Einsatz kamen dabei auch bei uns selten anzutreffende Volksmusik-Instrumente wie der Böhmische Dudelsack OLYMPUS DIGITAL CAMERAoder die Schlagzither, im Alpenraum auch Raffele genannt. Sein literarisches Pendant, Autor und Kalligraf Johann Maierhofer, plauderte aus der Schule, sprich Schreibwerkstatt, und rezitierte „Lustiges und Listiges“ aus dem eigenen schriftstellerischen Werk. Es durfte geschmunzelt werden, jedoch auch Texte, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen, kommen in Maierhofers Kanon nicht zu kurz. KVU-Vorsitzender Peter Wunder freute sich eingangs über das Interesse der über 30 Zuhörerinnen und Zuhörer. Erstmals war diese historische Murnthal-Glasschleife Kulisse einer Neunburger Kunstherbst-Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt auch der Familie Martz und Seniorchefin Ida Ermer-Kopp für die Unterstützung und Gastfreundschaft.

*Die Kunstherbst-Reihe „Lesung & Musik“ wird am Dienstag, 17. November, 18 Uhr, in der Spitalkirche Neunburg, Hauptstraße 1, fortgesetzt. Fabian Biersack liest eigene Gedichte, umrahmt von Musiker „Isi“. Eintritt frei. Anmeldung erforderlich bei Gaby Irlbacher, e-Mail: g.irlbacher@beraten-planen.de

Fotos: Karl Stumpfi, KVU
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MEDIEN-ECHO

Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Kreisausgabe SAD, v. 10. 2020 als JPG-Datei:Lustiges
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Instrumentalduo Popescu/Wagner begeistert das Publikum

Kleines Konzertformat, große Kunstmusik

Ioana Popescu (Violine) und Alexander Maria Wagner (Klavier) in der Schwarzachtalhalle. Foto: Elfriede Weiß, NT

Ioana Popescu (Violine) und Alexander Maria Wagner (Klavier) in der Schwarzachtalhalle. Foto: Elfriede Weiß, NT

Eigentlich hätte zur gleichen Zeit am selben Ort spätromantische Symphonik mit starkem Orchesteraufgebot aufgetrumpft. Derlei XXL-Konzertpläne für den traditionellen Klassik-Festtag 2. Oktober wurden im „Corona-Jahr 2020“ durchkreuzt, die Pandemie übernahm auch beim Kunstverein Unverdorben das Programm-Diktat. So kam es zu einer echten Premiere: Kammermusik im Neunburger Kunstherbst! Zwei junge Instrumentalisten der Ausnahmeklasse waren schließlich Garanten dafür, das zweitkleinste aller Konzertformate zu einem großen Abend der Kunstmusik aufzuwerten: Ioana Popescu (Violine) und Alexander Maria Wagner (Klavier) machten mit virtuoser Brillanz schlagartig jede orchestrale Prunkentfaltung vergessen…

AUS KONTRÄREN MUSIK-WELTEN

Das Programm des Abends kombinierte Werke aus zwei vermeintlich konträren Musikwelten: postromantische Moderne im ersten und Operettentradition im zweiten Teil. Beider folkloristische Wurzeln waren es, welche ein gleichermaßen spannendes und entspannendes Konzerterlebnis evozierten. An den Beginn setzten Popescu/Wagner ein Stück, das als eine der beliebtesten Zugaben für Geigenvirtuosen auf der ganzen Welt gilt: Knapp fünf Minuten geballte Melodik. Als Jules Massenet seine neueste Oper Thaïs im Pariser Palais Garnier vorstellte, waren die Meinungen in Publikum und Kritik geteilt.

KVU-Vorsitzender Peter Wunder erläuterte eingangs kurz das Schutz- und Hygienekonzept.

KVU-Vorsitzender Peter Wunder erläuterte eingangs kurz das Schutz- und Hygienekonzept.

Zu schwülstig erschien ihnen die Wandlung der berühmten Hetäre Thaïs zur geläuterten Christin. Bei einer Stelle der Partitur allerdings waren sich alle Zuhörer einig: bei der „Méditation religieuse“, jenem Violinsolo mit Orchesterbegleitung, das der Komponist zwischen die beiden Bilder des zweiten Aktes platziert hatte. Es symbolisiert das Aufkeimen der christlichen Läuterung in der Seele der Thais, ausgedrückt im sentimentalen Stil des Fin de Siècle. Paul Taffanel, Soloflötist der Pariser Oper, erkannte als Erster die hypnotische Wirkung dieses Stückes. Schon kurz nach der Uraufführung brachte er eine Bearbeitung für Flöte und Klavier heraus, noch bevor seine Geigerkollegen reagierten und die „Méditation“ zu dem machte, was sie bis heute geblieben ist: Massenets erfolgreichster Konzerttitel. Für Ioana Popescus Debüt in Neunburg eine probate „Visitenkarte“, um das einheimische Publikum gleich nach den ersten Takten auf ihre Seite zu ziehen.
Während der Komponist Massenet in der Schwarzachtalhalle zumindest einmal schon musikalisch anwesend war – nämlich mit einer Arie aus „Manon“ in der Operngala 2012 – bot der Kammerkonzert-Abend 2020 die Gelegenheit für zwei Neunburger Erstaufführungen (Violinsonaten von Janacek und Enescu), im zweiten Teil sogar eine Welturaufführung („Ringelspiel“-Suite von Wagner/Metzenbauer). Der aus Brünn stammende Leos Janacek wird wie Massenet hierzulande fast ausschließlich auf sein Opernwerk reduziert. Jetzt zeichnet sich aber eine Renaissance seiner nicht sehr umfangreichen, aber dennoch eindrucksvollen Kammermusik ab. Seine 1914 fertiggestellte und 1922 revidierte Sonate für Violine und Klavier variiert die viersätzige Anlage der romantischen Sonate auf originelle Weise.

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ERSTE TAKTE DER JANACEK-SONATE:
JanacekSonat
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Die Violine stürzt sich mit einer bizarren Akkordgeste in einen passionierten Gesang, den das Klavier mit Tremoli nach Art eines Zymbal begleitet. Die Melodik ist russisch inspiriert. Nicht von ungefähr verweisen die Themen auf Janaceks „russische“ Oper Katja Kabanova, die einige Jahre später entstand. Die Durvariante des Hauptthemas, die vom Klavier angestimmt wird, bildet den Seitensatz, gefolgt von einer Arabeske als Schlussgruppe. Die Durchführung behält den improvisatorischen Gestus der Exposition bei: melodische Themenfetzen in der Violine kontrastieren mit Tremolofiguren im Klavier.
Den zweiten Satz nannte Janacek selbst „Ballade“, sein Biograph Jaroslav Vogel sprach von einem „Nocturne“. Tatsächlich erinnert der Satz mit seinen „Claire-de-Lune“-Effekten und seiner Liedmelodik an die Nocturnes der Romantiker. In äußerster Ruhe entfaltet sich zunächst ein E-Dur-Thema im Dialog der Instrumente, dann ein „Lied ohne Worte“ der Violine, das über flirrenden Akkordbrechungen des Klaviers in immer höhere Lagen aufsteigt. Der dritte Satz gewinnt durch sein volkstümliches Tanzthema einen ausgesprochen rustikalen Charakter, zumal in den Pizzicati der Reprise. Als Mittelteil fungiert ein nachdenkliches Arioso. Während die drei vorangehenden Sätzen noch die Konventionen der viersätzigen Form erfüllen, ist der Schluss alles andere als ein krönendes Sonatenfinale. Zu hören ist stattdessen eine zarte Klavier-Berceuse im langsamen Tempo, die immer wieder von nervösen Violineinwürfen attackiert wird. Allmählich zieht das Klavier die Violine in seinen träumerischen Gestus hinein, bis eine Choralpassage mit Tremolo langsam zum verdämmernden Schluss überleitet. In dieses finale Pianissimo mischte sich bei der Neunburger Aufführung leider ein störender „Begleitchor“ aus dem benachbarten Restaurant – dieser akustische Betriebsunfall sollte bei nachfolgenden Klassik-Events tunlichst vermieden werden…

Nach Absage der Klassik-Gala mit der Vogtland Philharmonie bot der KVU ein Kammerkonzert an.

Nach Absage der Klassik-Gala mit der Vogtland Philharmonie bot der KVU ein Kammerkonzert an.


George Enescu (1881-1955) ist weit mehr als nur der bedeutendste Komponist Rumäniens. Ausgebildet in Wien und Paris, gilt dieser von humanistischen Idealen getriebene Weltbürger und Patriot in Personalunion als eine der schillerndsten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine
Beschäftigung mit der Gattung Violine/Klavier erstreckt sich über mehr als 50 Jahre. Für den gewichtigen Sonatensatz in a-moll aus dem Jahr 1911 prägte der rumänische Komponist Tudor Ciortea den Begriff „Torso-Sonate“, wissend, dass Enescus Manuskript zu einem begonnenen 2. Satz nach einer Seite jäh abbricht. Das rund 15-minütige Opus erscheint wie eine große Tondichtung in episch-rhapsodischem Tonfall, getragen vom für Enescu so typischen „parlando rubato“. Wenngleich in Themenentwicklung und Klaviersatz durchaus Anklänge an Brahms erkennbar sind, atmet jede Seite der Partitur die Originalität und persönliche Handschrift Enescus. Man braucht an dieser Stelle kaum hinzufügen, dass sich die Interpretation dieses hochemotialen Werks bei der Landsfrau des Meisters (und ihres Partners am Boston-Flügel) „in besten Händen“ befand.

WIEDERGEBURT DER OPERETTE

Nach der corona-bedingten Durchlüftungspause ging in dem pandemisch bestuhlten Auditorium Bemerkenswertes über die Bühne – die Re-Inkarnation einer Kunstgattung, welche nach Ableben ihrer letzten Grandseigneure Robert Stolz (1975) und Nico Dostal (1981) im Museum der Musikgeschichte endgelagert schien. Auf historischem Terrain in Salzburg gingen die beiden Mittzwanziger und Mozarteum-Absolventen Alexander Maria Wagner und Lukas Metzenbauer vor zwei Jahren daran, der verblichenen Operette neues Leben einzuhauchen. Ein wie aus der Zeit fallendes Kreativprojekt, dessen Werdegang inzwischen sogar in den USA mit Interesse beobachtet wird. Und Neunburgs bekannt operetten-affines Publikum bekam am 2. Oktober das Privileg, als Erste in diese neue österreichisch-deutsche Welle hineinzuhören. New York wird dann 2021 an der Reihe sein. Wagner und Popescu hatten aus dem dreistündigen Bühnenwerk eine knapp halbstündige

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TANZ AUS „CAFÈ RINGELSPIEL“:
RingelspielSuite
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Spielmusik für Violine und Klavier arrangiert, die Suite aus der Operette in spe „Café Ringelspiel“. Die sieben Tanz-Sätze weisen mit ihren Bezeichnungen den Weg durchs mehrschichtig angelegte Libretto. Weitere erhellende Details steuerte Alexander Maria Wagner bei, der zwischen den Funktionen als Pianist und Conferencier souverän-unaufgeregt pendelte: „Der Lauf der Uhr (Mazurka), „Auftritt der schönen Frau / Liebelei 1“ (Marsch und Landler), „Hut ab et en passant“ (Galopp), „Nur ned hudeln“ (Tango) „Liebelei 2 / Morgenszene“ (Landler und Polka), „Unterweltsfranzose“ (Chanson) und „Die Tödin und der Maler“ (Walzer). Spätestens mit dem Finale im Dreivierteltakt war die Welt – Corona hin, Pandemie her – wieder in Ordnung. Aber nur kurz: Nach zwei durch rhythmisches Klatschen erzwungenen Zugaben (Bartok und Enescu) mussten zum Saal-Ausmarsch die Gesichtsmasken wieder rauf.

Komponist Alexander Maria Wagner erläuterte die Handlung der Operette zwischen den Tanzsätzen der Suite "Café Ringelspiel". Foto: Ralf Gohlke, MZ

Komponist Alexander Maria Wagner erläuterte die Handlung der Operette zwischen den Tanzsätzen der Suite „Café Ringelspiel“. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Frenetischer Schlussapplaus für die Solisten Ioana Popescu und Alexander M. Wagner! Im Hintergrund: Co-Komponist Lukas Metzenbauer und Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi (li.) Foto: Ralf Gohlke, MZ

Frenetischer Schlussapplaus für die Solisten Ioana Popescu und Alexander M. Wagner! Im Hintergrund: Co-Komponist Lukas Metzenbauer und Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi (li.) Foto: Ralf Gohlke, MZ


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MEDIEN-ECHO
Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Ausgabe SAD, v. 8. Oktober 2020 als PDF- und JPG-Datei:
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Öffnungszeiten am Sonntag, 18. Oktober

Die Ahoj 20-Ausstellung besichtigen

Nächste Besichtigungsmöglichkeit der Kunstwerke „Ahoj 20 – Kunst & Heim@“ besteht am Sonntag, 18. Oktober in der Zeit von 14 bis 16 Uhr in der Spitalkirche, Hauptstraße 1; und in der Alten Fronfeste, Im Berg 17. Das Foyer in der Schwarzachtalhalle, Rötzer Straße 2, bleibt geschlossen. OeffnungszeitenAHOJ20

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Kunstherbst-Serie „Musikalische Lesungen“ beginnt

Maierhofer & Wax: Lustiges und Listiges

FOTO8aMaierhoferIm Rahmen des 8. Neunburger Kunstherbsts beginnt am Montag, 5. Oktober eine dreiteilige Veranstaltungsreihe mit „Musikalischen Lesungen“. Den Auftaktabend gestalten Johann Maierhofer und Johann Wax ab 19.30 Uhr in der Alten Glaspoliere in Untermurnthal. Der aus Neunburg stammende Autor und der Regensburger GitarristFOTO8bWax bieten den Zuhörern Lustiges und Listiges unter dem Motto „Zwiefaches in Wort und Musik“. Eintritt frei, Spenden für den Kunstverein erwünscht.
Anmeldung und Platzreservierung ist erforderlich beim Kunstverein Unverdorben (Telefon 09672/1823; Mail peter_wunder@web.de). Weitere Abende folgen am Dienstag, 17. November, 18 Uhr, in der Spitalkirche, Hauptstraße 1 (Gedichte mit Fabian Biersack & Musiker Isi) sowie am Montag, 23. November, 19h, im Gasthof Sporrer, Jobplatz 9 („Auf den Hund gekommen“: Blauer Montag mit den Vier Unverdorbenen). Hinweise in der Lokalpresse beachten!LogoKH

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