Gedichte, wie man sie bisher niemals gehört hat!

Event-Lesung: Wortes Klang in der Spitalkirche

Michael Braun (li.) und Michael Chwatal als Duo "Wortes Klang": Am 21. September treten sie mit einer Event-Lesung "Lyrik" in der Spitalkirche auf.

Michael Braun (li.) und Michael Chwatal als Duo „Wortes Klang“: Am 21. September treten sie mit einer Event-Lesung „Lyrik“ in der Spitalkirche auf. Foto: (c) M. Braun

Einen Kunstherbst-Abend der besonderen Machart bietet der  Neunburger Kunstverein Unverdorben am Samstag, 21. September, 19.30 Uhr, in der Spitalkirche, Hauptstraße 1. Foto7WortesKlangDiese Event-Lesung verspricht eine Achterbahnfahrt der Gefühle durch die deutsche Lyrik. „Wortes Klang“ entführt in die Welt der Worte, Laute, Geräusche und nicht zuletzt Musik. Von den Anfängen, den Ur-Lauten und Wurzeln der deutschen Sprache, über Verse aus allen Epochen bis hinein in die Gegenwart. Die Großen der deutschen Literatur fehlen dabei ebenso wenig wie unbekannte Dichter, Lautpanscher und Parodisten. Die Besucher erfahren rund 90 Minuten ein Auf und Ab der Gefühle und Stimmungen im passenden räumlichen Umfeld der profanierten Neunburger Spitalkirche.

„Wortes Klang“, das sind Text, Theater, Klang und Körpereinsatz. Die Protagonisten Michael Braun und Michael Chwatal lesen die Texte zu zweit oder einzeln, miteinander, gegeneinander, durcheinander, auf und hinter der Bühne. Und sie versprechen ihren Zuhörerinnen und Zuhörern: „So haben Sie Gedichte noch nie erlebt! Wir nehmen Sie mit auf eine unheimlich-ungewohnte, humorvoll-heitere, bizarr-bewegende, chaotisch-coole Lyrik-Reise…“

Der Eintritt ist frei, Spenden für den Kunstverein erwünscht. P. S.: In der Spitalkirche sind zurzeit Kunstwerke der Internationalen Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ zu sehen.PosterWortesKlang

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Achim Amme & Ulrich Wendt begeistern mit Joachim Ringelnatz

Kuttel Daddeldu geht in Alter Seilerei vor Anker

Sie hatten bei diesem kurzweiligen Literaturabend alle Hände voll zu tun: Achim Amme (li.) als Gitarrist, Sänger u. Rezitator und Ulrich Kodjo Wendt als Begleiter mit der Diatonischen Knopfharmonika. Foto: Alfred Grassmann

Sie hatten bei diesem kurzweiligen Literaturabend alle Hände voll zu tun: Achim Amme (li.) als Gitarrist, Sänger, Rezitator und Ulrich Kodjo Wendt als Begleiter mit der Diatonischen Knopfharmonika. Foto: Alfred Grassmann

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht…

Obgleich er ein teils skurril, expressionistisch und geistreich geprägtes Werk hinterlassen hat, gilt dieser Autor heute noch bei vielen Lesern als der Spaßvogel unter den deutschen Dichtern. SONY DSCDoch Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)  hatte viele unbekannte Seiten. Mit dem Dichter und Denker Ringelnatz, der eigentlich Hans Gustav Bötticher hieß, konfrontierten die Hamburger Künstler Achim Amme und Ulrich Kodjo Wendt  das Publikum am Sonntagabend in der Alten Seilerei. Der Schauspieler und Berufsmusiker gastierten auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben im Rahmen des Neunburger Kunstherbsts.  Die beiden Protagonisten touren zurzeit mit ihrem speziellen Ringelnatz-Programm „Echt verboten!“ durch die Bundesrepublik.

Erster Vorsitzender Peter Wunder unterstrich in seinem Grußwort die Absicht des Kunstvereins Unverdorben, Literatur im Neunburger Kunstherbst zu vermitteln und in unterhaltsamer Form zu präsentieren. Eingangs schilderte Achim Amme – er bekam für eigene Texte den Joachim-Ringelnatz-Preis zuerkannt – wie er  sich als Rezitator dem Schaffen des als Ulknudel verkannten Dichters annäherte.  Nur wenige würden Ringelnatz wirklich kennen: Das zu ändern, sei für ihn und Wendt die Initialzündung gewesen, ein eigenes Literaturprojekt zu starten. Ergebnis war eine höchst kurzweilige Reise durch das bewegte Leben von Joachim Ringelnatz, wie sich der Schriftsteller und Kabarettist ab 1919 nannte. Das Programm des Abends kombinierte eine Lesung von autobiografischen Texten, Gedichten und Aphorismen mit Chansons aus der Feder von Achim Amme, welcher selbst in die Gitarrensaiten griff. Für Ulrich Wendt blieb beileibe nicht nur eine Begleiterrolle – er konnte auch solistisch sich als Meister der Diatonischen Knopfharmoniker einbringen.

Komponist und Vollblutmusikant: Ulrich Kodjo Wendt.

Komponist und Vollblutmusikant: Ulrich Kodjo Wendt.

Natürlich durften Auszüge aus den bekanntesten Werken des Autors vor dem Hintergrund der Weimarer Republik und des aufstrebenden Nationalsozialismus nicht fehlen, so zum Beispiel die Abenteuer des „Kuttel Daddeldu“, die bekannte karikaturische Kunstfigur von Ringelnatz, oder Kostproben von dessen schwarzen Humor in den „Raben-Bulletins“. Amme und Wendt erwiesen sich hierbei als wahre Meister ihres Fachs. Die Zuhörinnen und Zuhörer reagierten mit Begeisterung auf das Dargebotene, erklatschten die eine und andere Zugabe, bevor als ultimativer Abgesang jenes Lieblingslied erklang, welches sich Ringelnatz für seine Beerdigung gewünscht hatte: „La Paloma“, hier in einer selten zu hörenden „Gurgelversion“ von Amme & Wendt…

Die beiden Hamburger Künstler wurden mit Neunburger Erinnerungsgaben verabschiedet, "Hussitengeist" durfte dabei nicht fehlen!

Die beiden Hamburger Künstler wurden mit Neunburger Erinnerungsgaben verabschiedet, „Hussitengeist“ durfte dabei nicht fehlen!

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Joachim Ringelnatz: DER BRIEFMARK

Link zu youtube:

https://www.deutschelyrik.de/der-briefmark.html

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Werke im Foyer, in Schaufenstern und Spitalkirche zu besichtigen

Ausstellung „Ahoj 19“ findet großen Anklang

IMG_0725IMG_0726IMG_0735Die Internationale Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ des Neunburger Kunstvereins Unverdorben e. V. wurde am Freitagabend im Beisein zahlreicher Ehrengäste sowie Kunstfreunden aus Nah und Fern offiziell eröffnet. Der Vernissage im Hallenfoyer schloss sich eine Kunstprozession durch die Hauptstraße mit acht Kunststationen sowie ein Ausklang in der Spitalkirche an. Dabei fanden nicht nur die Werke der drei anwesenden Künstlerinnen Eva Felixová, Holýsov; Rose Heuberger, Regensburg; und Susanne Heinrich, Roth-Bernlohe; sowie Arbeiten der Kunstschule Klatový und des Kunstzweigs der Realschule Neunburg, sondern auch die musikalischen Darbietungen des Bläserquintetts der Neunburger Stadtkapelle großen Anklang bei den Besuchern. Alles in Allem ein gelungener Auftakt der 7. Neunburger Kunstherbst-Saison!

  • Die Ausstellung kann am kommenden Sonntag, 22. September  in der Zeit von 14 bis 16 Uhr auch im Hallenfoyer und in der Spitalkirche besichtigt werden (in der Spitalkirche zusätzlich auch während der „Nacht der offenen Kirchen“ am Freitag, 20. September, 18 bis 23 Uhr).

Fotos: F. W. Stumpfi

MEDIEN-ECHO

Bericht in der Tageszeitung „Der Neue Tag“, Ausgabe SAD, vom 16. 09. 2019 als jpg-Datei:

k1Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, vom 16. 09. 2019 als PDF- und jpg-Datei:

Teilseite _STN1_

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Vernissage der Ausstellung „Kunst und Natur“ zum Auftakt:

Ahoj, der Neunburger Kunstherbst beginnt!

Der Aufbau der Kunstausstellung "Ahoj 19" wurde am Mittwoch im Foyer der Schwarzachtalhalle abgeschlossen. Foto: K. Stumpfi

Der Aufbau der Kunstausstellung „Ahoj 19“ wurde am Mittwoch im Foyer der Schwarzachtalhalle abgeschlossen. Foto: K. Stumpfi

Mit der Internationalen Ausstellung „Ahoj 19“ startet der Neunburger Kunstherbst in seine siebte Saison. Nach „Kunst und Glauben“ (2017) und „Kunst und Frieden“ (2018) lautet diesmal das Thema „Kunst und Natur“. Vernissage ist Freitag, 13. September ab 19 Uhr  im Foyer der Schwarzachtalhalle.

Eva Felixová, Holýsov: "SCHNECKE UND MARIENKÄFER Öl/Leinwand

Eva Felixová, Holýsov: „DIE SCHNECKE UND DER MARIENKÄFER“  Öl/Leinwand  40 x 40 cm

Susanne Heinrich, Roth-Bernlohe: DIE SKEPTIKERIN (li.) und xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Susanne Heinrich, Roth-Bernlohe: „DIE SKEPTIKERIN – Der kritische Blick auf die geistlosen Machenschaften der Menschheit“, Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm (li.) „WONNIGES WOHLGEFÜHL – Die Fähigkeit in dieser übertechnisierten Gesellschaft noch genießen zu können“, Acryl auf Leinwand, 60 x 50 cm (re.)

Der gastgebende Kunstverein Unverdorben hat drei Künstlerinnen eingeladen, ihre Werke in den kommenden sechs Wochen in der Pfalzgrafenstadt zu zeigen: Die in Bernlohe, Mittelfranken, lebende Malerin, Zeichnerin und Grafikerin Susanne Heinrich, die Regensburger Kunstfotografin und Sozialpädagogin Rose Heuberger LogoZKFund die Malerin/Fotografin Eva Felixová aus Holýsov (Tschechien). Abgerundet wird die vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond geförderte Ausstellung mit Arbeiten der Kunstschule Klatovy und des Kunstzweigs der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald.

Nach einjähriger Pause wählten die Veranstalter wieder die Präsentationsform „Prozessionsausstellung“. Beginn ist am 13. September um 19 Uhr, im Hallenfoyer, Rötzer Straße 2, mit Sektempfang. KVU-Vorsitzender und Kurator Peter Wunder wird eingangs die Gäste begrüßen, die beteiligten Künstler vorstellen und in die Ausstellung „Ahoj 19 – Natur pur“ kurz einführen. Anschließend, ca. 19.45 Uhr, setzt sich die Kunstprozession in Bewegung. Sie führt durch die Hauptstraße mit acht Kunststationen (Schaufenster örtlicher Geschäfte und eines Geldinstituts) mit Ziel  profanierten Spitalkirche. Dort Ausklang bei Gesprächen und Bewirtung. Die musikalische Umrahmung übernimmt ein  Bläserquartett der Stadtkapelle Neunburg. Kunstinteressierte willkommen!

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Natur und Kunst sind zwei verschiedene Dinge; sie können nicht das gleiche sein. Durch die Kunst drücken wir unsere Auffassung von dem aus, was die Natur nicht ist. Von den ersten Malern, den Primitiven, deren Werte so deutlich von der Naturform unterschieden sind, bis hin zu den Künstlern , die glaubten, die Natur zu malen, wie sie ist – Kunst ist immer Kunst gewesen und keine Natur. Pablo Picasso (1923)

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Die Spitalkirche, Hauptstraße 1,  ist im Zeitraum vom 13. September bis 27. Oktober jeweils Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet, im Hallenfoyer können die Werke am Sonntag, 15. September, Sonntag, 22. September, Sonntag, 20. Oktober und Sonntag, 27. Oktober, 14 bis 16 Uhr, besichtigt werden. Weitere Öffnungszeiten werden zeitnah in der Presse veröffentlicht.  Sonderführungen können auf Wunsch mit dem Vorstand des Kunstvereins vereinbart werden, telefonische Kontaktaufnahme: Peter Wunder, Tel. 09672 4337.

Nächste Veranstaltungen im Rahmen des 7. NEUNBURGER KUNSTHERBSTS sind am Sonntag, 15. September, 19 Uhr, in der Alten Seilerei (Ringelnatz-Abend „Echt verboten!“ in der Alten Seilerei, Hauptstraße 40, Eintritt frei), die Nacht der offenen Kirchen am Freitag, 20. September, 18 bis 24 Uhr, und am Samstag, 21. September, 19.30 Uhr (Event-Lesung „Wortes Klang“ in der Spitalkirche, Hauptstraße 1, Eintritt frei).

MEDIENECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 13. 09. 2019 als jpg-Datei: Teilseite _STN2_

Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Ausgabe SAD, v. 12. 09. 2019 als jpg-Datei: kLogoKH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Musikalischer Literaturabend zum Kunstherbst-Auftakt

„Ringelnatz live“ in der Alten Seilerei

Die Hamburger Achim Amme (li.) und Ulrich Kodjo Wendt gastieren auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben am 15. September, 19 Uhr, in Neunburg : (c) A. Amme

Die Hamburger Achim Amme (li.) und Ulrich Kodjo Wendt gastieren auf Einladung des Kunstvereins Unverdorben am 15. September, 19 Uhr, in Neunburg. Foto: (c) A. Amme

„Ringelnatz – Echt verboten!“ Unter diesem Titel veranstaltet der Kunstverein Unverdorben am Sonntag, 15. September, 19 Uhr, einen musikalischen Literaturabend in der Alten Seilerei. Zu Gast sind die beiden Hamburger Künstler Achim Amme (Rezitation, Gitarre) und Ulrich Wendt (Akkordeon).

Ringelnatz ist ein Klassiker geworden, ein Dichter, den alle kennen, aber kaum Einer liest. Dabei gibt so viel mehr in seinen Büchern zu entdecken. Wie können – weg von den üblichen Klischees, in denen der Dichter nur als Spaßvogel und Ulknudel vorgeführt wird – auch die verborgenen Seiten seines Wesens durchleuchtet und in angemessener Weise zum Vorschein gebracht werden? Dieser Aufgabe widmen sich in einem gemeinsamen Projekt der Autor und Schauspieler Amme und der durch seine Filmarbeit mit Fatih Akin bekannt gewordene Musiker Wendt.
Beide touren zurzeit mit ihrem speziellen Ringelnatz-Programm durch Deutschland. Über ein Gastspiel im Februar 2019 schrieb die Wolfenbütteler Zeitung u. a.: „Amme mit der Gitarre und Wendt mit seinem Knopfakkordeon haben Ringelnatz vertont. Bemerkenswertes ist ihnen gelungen. Getroffen haben sie die unverwechselbare Mixtur von Wehmut, Sentimentalität, Fernweh, Heimatliebe und Selbstironie. Eine eindrucksvolle Lesung zweier inspirierter Künstler.“

Eintritt frei, Spenden für den Kunstverein erbeten!

MEDIEN-ECHO

Vorschau in der Rundschau Schwandorf, Ausgabe v. 11. 09. 2019 als jpg-Datei:

Teilseite _81_15_

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Künstlerinnen der Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ (3)

Eva Felixová – Vom Zauber des Augenblicks

Eva Felixová: SONNENUNTERGANG Öl/Leinwand

Eva Felixová: SONNENUNTERGANG Öl/Leinwand

Eva Felixová: SCHMETTERLING Öl/Leinwand

Eva Felixová: SCHMETTERLING Öl/Leinwand

Die tschechische Seite der Internationalen Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ zum Auftakt des 7. NEUNBURGER KUNSTHERBSTS vertritt die in Holýsov lebende Malerin und Fotografin Eva Felixová. Sie wurde 1960 in Taus geboren und erlernte den Beruf der Damenschneiderei.

Malerin und Fotografin aus Passion: Eva Felixová

Eine Malerin und Fotografin aus Passion: Eva Felixová

Ihre tiefe Naturverbundenheit und ihre Affinität zur Kunst reicht bis in die früheste Kindheit zurück: Ausgedehnte Spaziergänge mit dem Vater durch Wiesen und Haine, später zahlreiche Wanderungen vor allem durch den Böhmerwald und durch die vom Lipno-Stausee geprägten Landschaften. Ihre Impressionen spiegeln sich in einem motivisch vielschichtigen und umfangreichen Oevre wider. OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm Werkverzeichnis der Neunburger Kunstausstellung „Ahoj 19“ finden sich unter anderem nachfolgende Titel: „Frostige Tautropfen“, „Hanifbach“, „Der Weg in die Berge“, „Die Wiedra“, „Eisvogel auf Jagd“, „Birkenhain“, „Der Pfau“, „Sonnenuntergang“ und „Jenseits“. Als ihr künstlerisches Vorbild nennt sie den mährischen Maler und Grafiker Alfons Mucha (1860 – 1939). Für weitere kreative Impulse sorgte ihre erste Begegnung mit Suiseki (chinesischer Gelehrtenstein) – die Kunst, Natursteine in meditativ ansprechender Weise zu präsentieren. Seit  15 Jahren befasst sich Eva Felixova intensiv mit der Kunstfotografie: „Ich versuche mit meiner Digitalkamera immer wieder aufs Neue den Zauber des Augenblicks und die Schönheit der Natur einzufangen“. Bei Ausstellungen trat sie zuletzt in Bad Kötzting (2017) und auf Schloss Haid bei Tachau (2016) an die Öffentlichkeit.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Einen ins Deutsche übersetzten autobiografischen Text hat die Künstlerin im Vorfeld der Internationalen Ausstellung „Kunst und Natur“ an den Neunburger Kunstverein Unverdorben übermittelt, nachfolgend ein Auszug:

Ich habe seit meiner Kindheit gerne gezeichnet. Ich liebte es mit meinem Papa in der Natur herumzulaufen, bis sich mit der Zeit eine tiefe Beziehung und Liebe zur Natur schuf.EvasPfau… Ich habe SUISEKI / Chinesischer Gelehrtenstein zum ersten Mal in Hluboká nad Vltavou gesehen und ich habe mich sofort verliebt. In der Zwischenzeit bin ich Mitglied des Vereins SUISEKI geworden, lernte Schnitzen und stellte Steine in Schalen oder auf Sockeln aus eigener Produktion aus. Es freut mich sehr, wenn ich einen interessanten Stein von einer Reise mitbringen kann, um ihm zuhause eine Schale oder einen Sockel zu zaubern…. Im Jahr 2004 bekam ich eine Digitalkamera und seitdem habe ich immer wieder versucht, den Zauber des Augenblicks und die Schönheit der Natur einzufangen. Nach  Fotovorlagen male ich bevorzugt im Winter Bilder mit Öl auf die Leinwand. Dies ist immer eine Herausforderung für mich – und dabei lerne immer noch  Farben zu mischen und mein Herz auf die Leinwand zu übertragen. Auch dies befriedigt die Sehnsucht, welche  mich schon mein ganzes Leben anspornt: etwas Kreatives zu leisten.

Wenn ich in Stimmung bin und Zeit habe, zeichne ich mit einem Marker auf Karton und dabei lasse ich meiner Fantasie als angenehme Entspannung freien Lauf. Die Bilder bezeichne ich als „Fröhliche Blasen“ und als „Häkelarbeit mit einem Marker“. Es erfüllt mich und bereitet immer noch Freude.

1. Vorsitzender Wunder re.) heißt die Kunstmalerin Eva Felixová und deren Ehegatten Petr in der Schwarzachtalhalle. Den Kontakt zur tschechischen Künstlerin hatte Stadträtin Margot Weber vermittelt. Foto: Karl Stumpfi

1. Vorsitzender Peter Wunder (re.) heißt  kurz vor Ausstellungseröffnung die Kunstmalerin Eva Felixová und deren Ehegatten Petr in der Schwarzachtalhalle willkommen. Den Kontakt zur tschechischen Künstlerin hatte Stadträtin Margot Weber (2. v. li.) vermittelt. Foto: Karl Stumpfi

Ausstellungen (Auswahl)

7/2003 Internationale Ausstellung für Bonsai und SUISEKI Prag

9/2003 Internationale Ausstellung für Bonsai und SUISEKI ZbraslavFelixova1

9/2004 Nationale Ausstellung für Bonsai und SUISEKI Pilsen

4/2015 Ausstellung für Fotografie und Zeichnen mit Füller und Tinte KD

Holýsov

6/2016 Bilderausstellung im Schloss Haid bei Tachau, gemeinsame Ausstellung mit Freunden

6/2017 Kunstausstellung Bad Kötzting

9/2017 Bilderausstellung und SUISEKI im Hause der Geschichte Holýsov EK-KunstundNatur1908-01hd

 

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Künstlerinnen der Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ (2)

Susanne Heinrich – Eigensinnliches Leben

Susanne Heinrich: EINS MIT MIR Öl/Lw., 100 x 200 cm

Susanne Heinrich: EINS MIT MIR Öl/Lw., 100 x 200 cm

Kunstmalerin und Illustratorin Susanne Heinrich, Roth-Bernlohe

Kunstmalerin Susanne Heinrich, Roth-Bernlohe, zeigt ihre „eigensinnlichen“ Bilder.

Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit steht der Mensch: Als Solitär inmitten seiner Einsamkeit, Sehnsucht und seines Schmerzes, aber auch eins und zufrieden mit sich selbst. „Künstlerin sein bedeutet für mich einen kompromisslosen Weg zu gehen, ohne Auffangnetz“, sagt Susanne Heinrich, „einen wild bewegten Weg, voller Aufmerksamkeit, ganzheitlich und unverfälscht“. Dies bedeute jedoch, alle Sicherheiten und Illusionen aufzugeben. Dies erfordere den Mut, sich von anderen zu unterscheiden und die Isolation zu ertragen. Mich um nichts zu kümmern als um die Wahrheit, nicht nur in Bezug auf das eigene Denken, sondern auch auf das eigene Fühlen. Wer wirklich sein Ich, sein Selbst

Susanne Heinrich: EMOTIONEN Pastell/Papier, je 60 x42 cm

Susanne Heinrich: EMOTION I Pastell/Papier, je 60 x42 cm

fühlt, der erfährt sich als den wahren Urheber seines Tuns. Das ist wahre Originalität!

„Ich stelle den Menschen nackt dar, in seiner ganzen Blöße und Verletzlichkeit, natürlich und unverstellt“, nimmt Susanne Heinrich unmittelbar Bezug auf Johann Wolfgang von Goethe: „Der nackte Mensch ist der wahre Mensch“. (Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1829). Damit soll ihre Kunst diese Botschaft vermitteln: „Menschen öffnet euch, kehrt euer Innerstes nach außen, zeigt eure Seele, eure verwundbaren Stellen. Dann dann seid ihr fähig zu wirklicher Nähe und echter Hingabe, sprich Liebe!“

Susanne Heinrich zeigt gerne Menschen in inniger Umarmung, sich geborgen fühlend, bis hin zur Verschmelzung im Liebesakt, mit dem Anderen eins werdend. Denn die dynamische Eigenschaft der Liebe entspringt aus dem Bedürfnis, die Absonderung zu überwinden, zum Einssein zu gelangen und trotzdem die eigene Individualität nicht zu verlieren. So wie Yin und Yang, zwei sich ergänzende Begriffe, das Universum bestimmen.

Susanne Heinrich: DIE VERZWEIFLUNG Öl/Leinwand 100 x 100 cm

Susanne Heinrich: DIE VERZWEIFLUNG Öl/Leinwand 100 x 100 cm

„Es geht mir darum“, betont die Künstlerin, „das Herz der Menschen zu öffnen, ihre Seele zu berühren, und nicht ums Vulgäre oder gar Pornografie“. Ihrer Überzeugung nach liege der Sinn des Menschseins darin, bewusst mit allen Sinnen zu leben. Nicht sie verkümmern zu lassen oder gar zu missbrauchen, sondern sie voll und ganz einzusetzen. Denn indem ein Mensch mit den von ihm von der Natur

geschenkten Gaben sich zu verwirklichen sucht, tut er das Höchste und einzige Sinnvolle, das er kann. Dort, wo wir von der Potenz zur Tat, von der Möglichkeit zur Verwirklichung schreiten, haben wir teil am wahren Sein.

So lautet die Conclusio der Künstlerin: „Der wahre Erfolg besteht darin, anzukommen im Menschsein. Fähig zu sein, Liebe zu geben und zu empfangen. Wenn das gelingt, wird der berufliche Erfolg nicht mehr für den eigenen Selbstwert benötigt. Dann ist die Qualität des eigenen Denkens das Erfolgsziel“.

Susanne Heinrich: DIMENSIONEN DER FREIHEIT Öl/Leinwand 100 x 100 cm

Susanne Heinrich: DIMENSIONEN DER FREIHEIT Öl/Leinwand 100 x 100 cm

Geboren wurde Susanne Heinrich am 2. Juni 1956 in Herzogenaurach. Ab dem ersten Lebensjahr wuchs sie in Georgensgmünd auf und ging dort zur Schule. Sie erinnert sich: „Trotz meiner Supernoten weigerte ich mich aufs Gymnasium zu gehen und wurde deshalb nach dem qualifizierenden Abschluss von meinem Vater angehalten eine Damenschneiderlehre zu besuchen, die dann mit Bestnote abschloss. Er wollte mir noch die Gesellenzeit aufs Auge drücken, doch ich absolvierte lieber ein Modegrafik-Studium in München mit abschließendem Diplom“.

Aufgrund ihrer sehr guten zeichnerischen Fähigkeiten wurde sie einer renommierten Werbeagentur in München-Grünwald empfohlen – „dort hielt ich es aber keine zehn Monate aus, da mir nach dem Tod meines Vaters 1980 dieses ganze Werbegetue total auf den Nerv ging!“. Nach einer kurzen Auszeit wechselte sie dann zu einer kleinen Werbeagentur in der Nähe von München als freie Mitarbeiterin.

Nach der Heirat und Geburt ihrer Tochter Katrin im Juni 1983, nach der Scheidung, neuer Partnerschaft  und Geburt ihres Sohnes Paul

Susanne Heinrich: SIESTA Öl/Leinwand, 140 x 90 cm

Susanne Heinrich: SIESTA Öl/Leinwand, 140 x 90 cm

im März 1989 folgten ausschließlich freie Engagements als Grafikerin und Illustratorin für Verlage und Agenturen. Nach ihrem Umzug zurück nach Mittelfranken begann Susanne Heinrich verstärkt künstlerisch zu arbeiten. Ab 1998 verschlug es sie nochmals für drei Jahre nach München, um 2001 dann endgültig wieder in Mittelfranken zu landen. „Mittlerweile bin ich über dreißig Mal umgezogen, habe mich bis auf gelegentliche Illustrationen gänzlich der Kunst verschrieben“, blendet sie zurück. Seit 2010 ist Susanne Heinrich in Bernlohe bei Roth sesshaft geworden. Den Baggerweiher vor der Haustür bezeichnet sie als ihr Lebenselixier. Und wenn sie heute jemand fragt, ob sie von ihrer Kunst leben könne, antwortet sie ganz lapidar: „Schau ich tot aus?“

 

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Susanne Heinrich: Biografie

Geboren 1956 in Herzogenaurach, Schulzeit in GeorgensgmündHeinrichSusanne

1972 -75 Damenschneiderlehre mit Gesellenprüfung in Nürnberg.

1976 – 79 Studium der Modegrafik mit Diplomabschluss in München.

Ab 1980 freie Mitarbeiterin in Werbeagenturen, später selbstständige Grafikerin und Illustratorin für Verlage und Agenturen.

Ab 1996 verstärkt künstlerische Tätigkeit in München.

2001 Rückkehr nach Mittelfranken, lebt und arbeitet seit 2010 in Roth:

Eigensinnlich Atelier Susanne Heinrich (Malerei / Illustration)

91154 Roth/Bernlohe, Dahlienstraße 18

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WIR (Verleihung Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2019). (c)All rights by Susanne Heinrich

WIR (Verleihung Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2019).
(c)All rights by Susanne Heinrich

Ausstellungen (Auswahl)

2002 Reitstadel, Neumark/Oberpfalz

Haus der Bayerischen Wirtschaft, München

Susanne Heinrich: TANGO Kohle/Papier, ca. 65 x 45 cm

Susanne Heinrich: TANGO Kohle/Papier, ca. 65 x 45 cm

2003 Eigenausstellung im Atelier Eigensinnlich im Rahmen von EuroArt/artistsvillages

Spielbank Feuchtwangen

2006 August Horch Lounge, Lehengütingen

2010 Kunstschranne Weißenburg

Stadtturm Höchstadt/Aisch

2012 Seckedorffschloss Roth

2013 Markgrafenschlösslein, Georgensgmünd

2014 Kakuze Katzwang

2015 Rathaus Rednitzhembach

2016 Weißenburger Kunsttage

2018 Residenz HilpoltsteinEK-KunstundNatur1908-01hd

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Künstlerinnen der Ausstellung „Ahoj 19 – Kunst und Natur“ (1)

Rose Heuberger – Vertrauen in das Sichtbare

Heuberger 1SAND: Digitaldruck auf Textil, • Größen: 80x80 cm bis 89x130 cm

Rose Heuberger „SAND“: Digitaldruck auf Textil, • Größen: 80×80 cm bis 89×130 cm

Kunstfotografin Rose Heuberger, Regensburg

Kunstfotografin Rose Heuberger, Regensburg

Die sich verändernden Landschaften waren ihr schon als Kind vertraut. Sie sah, wie aus bewaldeten Hügeln binnen kurzer Zeit kahle Landschaftslinien wurden. Scharf konturiert. Doch auch diese Silhouette hatte keinen Bestand. Schweres Gerät rückte an, Schaufelbagger trugen die Hügel ab bis tief in den Grund. Schicht um Schicht. Phantastische Farben und mineralhaltige Stoffe kamen zum Vorschein. Quarzsand. So weiß wie der Strand am Meer, so gelb wie die Sonnenblumen, rosarot wie der Abendhimmel oder sogar nachtblau. Quarzsand in allen Farbschattierungen. 500 000 Tonnen verschwanden Jahr um Jahr. Eine neue Landschaft entstand. Wie das geht, lernte Rose Heuberger schon in frühen Jahren kennen, als sie noch nicht ahnen konnte, was sie einmal alles unter der Sonne ablichten würde.

Nur ein paar Kilometer sind es von Großschönbrunn, dem Bauerndorf in der Ebene, zu den Hügeln am südlichen Rand des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

Rose Heuberger: Mohnblume

Rose Heuberger: Mohnblume

Etwa dreißig Kilometer westlich von Weiden in der Oberpfalz. Näher ist Amberg, das Großschönbrunn über Jahrhunderte hinweg zur Hofmark zählte. Hier ist Rose Heuberger 1957 geboren und aufgewachsen. In der zweiklassigen Dorfschule, acht Klassen in zwei Schulräumen, lernt sie das Alphabet und sich zu fügen. Sie ist die älteste Tochter des Dorfbäckers und erfährt beizeiten das harte Brot der frühen Jahre. Da ist sie neun und steht nachmittags hinter der Ladentheke. Denn jede Hand wird in der sich entwickelnden Bäckerei gebraucht. Und da gibt es noch die beiden jüngeren Brüder und das besondere Konzept des Bäckers Heuberger.

„Das Getreide der Bauern lagerte in der großen Scheune des Vaters und er gab Brotmarken aus Aluminium aus, das die Bauern später gegen ihr Brot eintauschten. Es war ein System der Naturwirtschaft, das den Bauern das Brot aus ihrem angebauten Roggen und Weizen garantierte.“

Rose Heuberger: Osterglocke

Rose Heuberger: Osterglocke

 

Weil es sein musste, stieg Rose in den Verkaufswagen ein, wenn ihre Mutter die Kundschaft in den umliegenden Dörfern und Höfen belieferte. Zu diesen Kunden gehörten auch die Familien der Sandgrubenarbeiter, die in den 60-er Jahren im Bauernland in der Oberpfalz ein eigenes soziales Leben führten.

„Für die Arbeiter der Sandgrube war es ganz unmöglich von den Bauern Land zu kaufen, um sich ein eigenes Haus zu bauen. Es gab eine strikte Trennung. Das hat sich erst im Laufe der Jahre geändert. Heute ist es den Bauern egal, wer von ihnen ein Grundstück kauft, um ein Haus zu bauen.“

Von der 6. Klasse an werden Roses Schulwege länger. Sie wechselt in eine weiterführende Schule in Amberg und setzt erfolgreich ihren Willen durch: „Ich will etwas von der Welt erfahren, ich will lernen.“ Damit durchkreuzt sie Omas archaisches Konzept, ‚die wird sowieso geheiratet, solange kann sie im Laden helfen’.“

Rose Heuberger: Christrose

Rose Heuberger: Christrose

Nach der Mittleren Reife besuchte sie zwei Jahre die „Fachakademie für Sozialpädagogik“ in Hof, dem sich ein einjähriges Praktikum in einer Einrichtung für körperbehinderte Kinder und Jugendliche in Coburg anschließt. Ihr vorläufiges Berufsziel: Erzieherin. Da ist sie 19 und holt ihren Kindheitstraum von der weiten Welt wieder hervor. Mutig und mit einem Schuss Tollkühnheit für ein Mädchen der 70-er Jahr aus der Oberpfalz.

13 Monate in Kanada

Das Einfallstor in die unbekannte Weite heißt für Rose Heuberger zunächst „Mother’s Helper“, die Frankfurter Vermittlungsstelle für Arbeit im Ausland, die junge Frauen in Gastfamilien vermittelt. Gegen Unterkunft, Verpflegung und ein geringes Taschengeld helfen sie im Haushalt. Rose trifft es gut mit ihrer Gastfamilie. Im November 1976 macht sie sich auf zu dem kleinen Ort in der Nähe von Toronto. Sie trifft auf ein freundliches, junges Ehepaar mit Kleinkind und Hund, das ein ehemaliges Schulhaus in ein Wohnhaus verwandelt hat und in der nahen Großstadt arbeitet.

In der Rückschau sieht Rose ihr kanadisches Jahr als die eindrücklichste Erfahrung:
„Es war die Offenheit der Begegnungen, die mich berührte und veränderte. Ich staunte über die Vielfalt der Einwanderer, die mit ihren Biographien kamen und sich einklinkten, wo immer sich eine Gelegenheit bot.“

Was sie sieht, macht ihr Mut, sich selbst zu erproben. Sie zieht weiter, macht Station in einer Werkstatt für Gebrauchskeramik, schaut den Töpfern über die Schulter und packt mit an, wo sie gebraucht wird und willkommen ist. Wie in einer Galerie von Glaskünstlern, die sich auf Schmuck und Tiffanylampen spezialisierten. Nach Monaten in den Weiten Kanadas zieht sie es nach Vancouver, in die Glitzerstadt an der pazifischen Ostküste. Wie es der Zufall will, kommt sie im Hafen in Kontakt mit Lachsfischern und bewährt sich zwei Monate auf Kutterfahrten. Im Dezember 1977, nach 13 Monaten in Kanada, setzt sie den Schlusspunkt: Spontan löst sie das Rückflugticket nach Deutschland.

Studium in Regensburg

Es ist nahe liegend, dass sie den losen Faden ihres Berufsziels „Erzieherin“ wieder aufgreift. In Regensburg schreibt sie sich in der stürmisch wachsenden Uni für das Fach Sozialpädagogik ein und konzentriert sich auf das Studium. Mit der ihr eigenen Zielstrebigkeit zieht sie es erfolgreich durch und ist guten Willens, sich in diesem Metier zu verankern. Mit Zuversicht tritt Rose Heuberger den Job bei der Stadt Regensburg an, um mit arbeitslosen Jugendlichen an deren Eingliederung ins Berufsleben zu arbeiten. </p>

Es sind die Vorschriften, Verbote und Sanktionen, die ihr in die Quere kommen. In der Oberpfalz weht der Wind des Widerstands gegen die beschlossene atomare Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. Der Protest aus der breiten gesellschaftlichen Mitte beflügelt und ist ansteckend. Klar, dass die junge Sozialpädagogin Heuberger mit ihren „Jungs und Mädels“ zum Bauzaun in den Taxöldener Forst will. Trotz des Verbots durch das Jugendamt.

„Es wurde für mich zum Schlüsselerlebnis: Wenn mir jemand vorschreibt, was ich zu tun und lassen habe, dann kann ich das nicht. Dann wird mir ohne Mitspracherecht die Autonomie der Entscheidung genommen. Die Obrigkeit oktroyiert ihr Regelwerk ohne Rücksicht darauf, ob es auf diesen Fall passt oder genau das Gegenteil erreicht wird.“

Berlins Architektur

Rose Heuberger nimmt eine Auszeit und zieht nach West-Berlin. Sie bleibt fünf Jahre, erlebt die Wendezeit und entdeckt die Architektur der Großstadt. Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht. Diese Fähigkeit, Nischen für sich zu entdecken und zu nutzen, kam ihr in Berlin zugute. Und Rose ist dabei nicht zimperlich.

Sie löst die Überlebensfrage auf pragmatische Weise. Aus einer inneren Stärke heraus, entscheidet sie, was sie sich zutraut. Zum Beispiel: Taxifahren. Binnen drei Monate machte sie den Taxischein und wählt die Nachtschichten hinter dem Steuer. Die unerlässliche Ortskundeprüfung schaffte sie innerhalb von drei Monaten. In ihrem typischen Understatement erwähnt sie noch: „Manche brauchten dafür ein Jahr.“

„Bei meinen Fahrten durch die Stadt, insbesondere nachts und sonntags wenn es ruhiger war, sah ich das Straßenbild mitunter wie durch die Videokamera. In Regensburg hatte ich eine Weile bei meiner Arbeit mit Jugendlichen mit der Videokamera gearbeitet. Es entstanden experimentelle Videofilme, die wir am Schneidetische bearbeitetet hatten. Es machte mir Freude, Bilderkonzepte zu entwickeln. Nun interessierte mich, wie aus dem bewegten Bild ein stehendes wird, das den Betrachter wie eine Skulptur anmutet.“

Es war mehr als nur ein Impuls, der sie in den Berliner Frauen-Foto-Laden führte. Mit dem Erwerb ihrer ersten Nikon Spiegelreflexkamera buchte sie den angebotenen Fotokurs, denn wie die drei Frauen im Foto-Laden wollte auch Rose keine halben Sachen. Von Anfang an entwickelte sie ihre Fotoarbeiten selbst im Labor.

„Ich mag es genauer wissen, damit ich das Ergebnis erhalte, das ich mir beim Betrachten vorstellte. Nach einiger Zeit wusste ich, ob meine Bildkonzepte stimmig waren und spürte, wenn mir ein gutes Bild gelang. Dann passt einfach alles zusammen.“

Dieses altmodische Vertrauen in das Sichtbare erprobte sie erstmals in Ost-Berlin. Es war kurz nach dem Mauerfall, als sie mit dem West-Berliner Taxi Fahrgäste in den Osten der Stadt fuhr. Es wurden immer mehr Fahrten zu Zielen im „wilden Osten“ und Rose erschloss sich mit der Kamera die Vielfalt der Berliner Architektur. Die noch erhaltenen Straßenzüge aus der wilhelminischen Zeit, Funktionsgebäude aus der Bauhauszeit und die Ära des stalinistischen Wiederaufbaus. In strenger Reduktion der Realität arbeitete sie die Struktur der Gebäude heraus. Möglich, dass sich hier ihr Blick für die unwillkürliche Schönheit von Zweckbauten entwickelte, die allein nach statischen Berechnungen und ökonomischen Gegebenheiten errichtet wurden. Davon zeugen ihre Bilder der „Franzensfeste“ von 2008 in Oberitalien.

Mit dem festen Vorsatz, das Fotografieren zu ihrem Beruf zu machen und das Handwerk von Grund auf zu lernen, verließ sie Anfang der 90-er Jahre Berlin. Sie kehrte nach Regensburg zurück, um sich hier in einem Foto-Studie ausbilden zu lassen. Lange hatte sie gesucht und zig Hürden genommen, denn die staatliche Berufsförderung sieht die „Umschulung“ von einem akademischen Abschluss in einen „Handwerksberuf“ nicht vor.

Ein Preis von Sinar Photography

Wie gründlich sie ihr Foto-Handwerk lernte, machte 1993 der bundesweit ausgeschriebene Wettbewerb der Züricher „Sinar Photography“ deutlich. Als Anwender von professionellen Fotoprodukten wollten die Schweizer wissen, wie kreativ eine Fachkamera eingesetzt werden kann. Rose lotete aus, entschied sich für geometrische Formen, Lichtbrechungen und extreme Einstellungen und überzeugte. Als eine von vier Preisträgern fuhr sie zum einwöchigen Workshop nach Zürich. Im Jahr darauf gab sie in Freihung/ Oberpfalz mit der Ausstellung „Sand I“ ihr Debüt als freie Fotografin.

Mit der Zuversicht und dem notwendigen Schuss Unbekümmertheit „es im neuen Job zu schaffen“, zog es sie wieder in die weite Welt. Einige Monate dauerte die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Prag über Moskau bis Wladiwostok. Auf dem Rücken ein 30-Kilo-Rucksack inklusive zwei Kameras und Wechselobjektive in der Fototasche. „Ich habe das Leben dort fotografiert“, kommentiert sie das Unternehmen, das sie bis in die ehemaligen militärischen Sperrbezirke führte.

Das Honorar einer Reise-Zeitschrift deckt bei weitem nicht ihre Unkosten. Rose lernt die Zwänge als freie Fotografin und sucht in den folgenden zwölf Jahren den Kompromiss zwischen den Ambitionen der künstlerischen Fotografie mit dem Broterwerb der Berufsfotografie. In der Engelburgergasse mietet sie gemeinsam mit einem Kollegen ein Ladenlokal an, richtet ein Labor ein und erprobt sich.

Fotografieren bleibt die Passion

2003 erhält sie den Kulturpreis der Oberpfalz und stellt aus. In mehr als 30 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen präsentiert sie ihre Sicht auf „Herrschaftsräume“, „Bilder aus China“, „Frauenzimmer“ oder „Drahtgewebe und Eisengesenk“. Vieles in schwarz/weiß, ihre bevorzugte Präsentation, wenn es um das Verdichtete einer kristallklaren Fotografie geht. Den Brotberuf als Fotografin muss sie 2006 aufgeben, als eine Tumorerkrankung ihr fortan das schwere Heben und Tragen verbietet. Und eine gepackte Fototasche wiegt locker etliche Kilo.

Rose Heuberger kehrt nach erfolgreicher Rehabilitation in ihrem ersten Beruf als Sozialpädagogin zurück. Die künstlerische Fotografie bleibt ihre Passion. Mit einer neuen Empfindlichkeit der Sinne erkundet sie mit der Kamera, was es heißt zu pendeln: „Einmal Parsberg und zurück“ heißt das Thema ihrer letzten Ausstellung 2014, in der sie in einer verdichteten Erzählung vom Alltag zwischen den Bahnhöfen in Bildern berichtet.

Text: Waltraud Bierwirth / Quelle: Neuer Kunstverein Regensburg

Vorbereitendes Gespräch zwischen Künstlerin Rose Heuberger und KVU-Vorstandsmitgliedern kurz vor der "Ahoj-19-Vernissage". Foto: K. Stumpfi

Vorbereitendes Gespräch zwischen Künstlerin Rose Heuberger und KVU-Vorstandsmitgliedern kurz vor der „Ahoj-19-Vernissage“. Foto: K. Stumpfi

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Rose Heuberger: Biografie

Geboren 1957 in Großschönbrunn / Oberpfalz

Fotografin seit 1993
2011 – Aufnahme in den BBK Niederbayern/Oberpfalz
2003 – Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz
1993 – Preisträgerin des Sinar-Bundeswettbewerbs


Ausstellungen
:
2017 Große Ostbayerische Kunstausstellung 2017
Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz
Kunstverein Weiden in Kooperation mit dem BBK
Niederbayern/Oberpfalz „Von A bis Zett“
51. Bad Kötztinger Kunstausstellung
2015 „Zeit und Raum” Gemeinschaftsausstellung mit Th. Finkler;
Kultur im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg
„Große Ostbayerische Kunstausstellung”
Mitglieder des BBK Niederbayern/Oberpfalz
„SAND II” Kunstgalerie Wunderhof, Birgland Eckertsfeld
2014 „1x Parsberg – und zurück“
Zehentstadel Beratzhausen
„SAND II” Galerie Bilderbücher, Amberg
„PASST VIII” Mitgliederausstellung Kunstverein Weiden
„Finale“ Gemeinschaftsausstellung des NKVR
Kunstraum Königswiesen, Regensburg
Große Ostbayerische Kunstausstellung 2014
„Landschaftsdialog“, Deggendorf
Mitglieder des BBK Niederbayern/Oberpfalz
„come together” Gemeinschaftsausstellung des NKVR
Kunstraum Königswiesen, Regensburg
2013 Kevins Bistro, Nadines Nagelstudio und Toskanische Palazzi
– Leben auf dem Dorf – gestern, heute, morgen
Österreicherstadel, Regensburg
PASST VIII – „In Bewegung“
Mitgliederausstellung des Kunstverein Weiden
2012 Im Bilde – Lebensräume, Kulturamt Regensburg, DEZ
Symposium der Bildenden Kunst in Neukirchen bei Haggn
„Kevins Bistro, Nadines Nagelstudio und Toskanische Palazzi“
– Leben auf dem Dorf – gestern heute morgen
„Zeitgenössische Bildende Kunst“, Gemeinschaftsausstellung im Rahmen des 39. Bayerischen Nordgautages 2012 in Lappersdorf
2011/2012 „Atelierprofile 5″ im Kunstraum des Neuen Kunstvereins Regensburg Gemeinschaftsausstellung der KünstlerInnen des NKVR
„Soll und Haben“, Mitgliederausstellung des Kunstvereins Weiden
2011 „Herrschaftsräume”, Gemeinschaftsausstellung Oberpfälzer KünstlerInnen Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf­Fronberg und Finanzamt Regensburg
2010 „Atelierprofile 4″, Gemeinschaftsausstellung des NKVR, Kunstraum, Regensburg
Äpfel und Birnen – PASST V, Mitgliederausstellung des Kunstvereins Weiden
„Drahtgewebe und Eisengesenk“, galerie konstantin b., Regensburg und Kloster Ensdorf
2009 „Neue Heimat in der Heimat“, Kunstraum des NKVR in Regensburg Gemeinschaftsausstellung der KünstlerInnen des NKVR
2008 „Atelierprofile 3″ im Kunstraum des Neuen Kunstvereins Regensburg
Gemeinschaftsausstellung der KünstlerInnen des NKVR
„Open Air – Ausstellung“, flowers – Fahnen im Rahmen von Entente Florale Maximilianstraße Regensburg
2006 „Land am Rand“, Zollstationen an der ostbayerisch/westböhmischen Grenze Galerie des Kunstvereins Weiden in Kooperation mit FAMU Prag
2003 „Frauen“ und „flowers“ , Galerie im Landkreis Cultur Centrum Amberg-Sulzbach
2002 „Frauenzimmer“, Bildungszentrum ver.di, Gladenbach bei Marburg
„Westnerwacht“ Banner, Ankauf der Kunstsammlung Sparkasse Regensburg
2001 „flowers“ – Landesgartenschau, Landratsamt Cham und Rosarium im Dörnbergpark, Regensburg
„Bilder aus China“, Fotoatelier Engelburgergasse 9, Regensburg und Sommerakademie Lao Shan Zentrum in Schwarzenberg, Österreich
2000 „INTERFACE WEN“, Galerie des Kunstvereins Weiden und Fotogalerie G 3 in Cheb, Tschechische Republik Installation
„Engelburgergasse“, Galerie Hammer&Herzer, Weiden und Fotogalerie G 3 in Cheb, Tschechische Republik
„Der Blick von innen“, Installation „Engelburgergasse“,
Städtische Galerie, Leerer Beutel, Regensburg
1998 „Frauenbilder“, Mädchenprojekt des BJR „FAM total“ Neumarkt
„Herkules“, Ausstellung zur Performance „Herkules“, Bertband Jazzclub, Leerer Beutel in Regensburg
1996 „Herzgeschichten“, Teilnahme am Mail-Art-Projekt im „Herzmuseum auf Zeit“ Galerie am Wiedfang, Regensburg
„Vrouwenzimmer“, Napoleonsaal, Regensburg
1995 „Portrait-Studien in Schwarz-Weiß“, Filmgalerie, Leerer Beutel, Regensburg
„Sand“, Ausstellung in Freihung/OberpfalzEinladungAhoj

 

 

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Die Neunburger Friedenstauben setzen ihre Mission fort

„Et in terra pax“: Eine Botschaft als Auftrag

Im Rahmen einer viertägigen Kunstreise nach Mähren und Nordböhmen haben Vorstandsmitglieder des Neunburger Kunstvereins Unverdorben e. V. ihre Friedenstauben aus der Internationalen Ausstellung „Ahoj 18“ nach Neratov (Bärnwald) gebracht und in der dortigen Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt installiert.NeratovTaub

Die Friedenstauben aus der Neunburger "Ahoj 18-Kunstausstellung" sind in der Wallfahrtskirche im nordböhmischen Neratov "zwischengelandet". Fotos: Maria Wunder

Die Friedenstauben aus der Neunburger „Ahoj 18-Kunstausstellung“ sind in der Wallfahrtskirche im nordböhmischen Neratov „zwischengelandet“.  Fotos: Maria Wunder

Nach der eindrucksvollen Vernissage am 11. August, wenige Tage vor dem großen Patroziniumsfest, kann die mittlerweile rund 1000 Friedenssymbole umfassende Kollektion bis zur Adventszeit besichtigt werden. Damit ist die Reise jedoch nicht zu Ende. Dem KVU liegt inzwischen eine Anfrage eines Interessentenkreises aus Hessen vor – er möchte die Neunburger Friedenstauben im Jahr 2020 in Kassel einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Darüber hinaus gibt es Pläne, die Ausstellung ein weiteres Mal nach Klatovy (Klattau) zu transferieren und in der dortigen Russisch-Orthodoxen Kirche zu zeigen.

Vor Reiseantritt interviewte OTV den KVU-Vorsitzenden. Foto: K. Stumpfi

Vor Reiseantritt interviewte Oberpfalz TV den KVU-Vorsitzenden. Foto: K. Stumpfi

Von langer Hand vorbereitet wurde die Fahrt in die Tschechische Republik vom 9. bis 12. August, eingebunden in ein grenzüberschreitendes Kulturprojekt, welches auch vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond gefördert wird. Zentrales Vorhaben war die Übersiedlung der Friedenstauben aus der Ahoj 18-Kunstausstellung von Neunburg vorm Wald direkt an die tschechisch-polnische Grenze nach Neratov (Bärnwald). Die Sammlung nach einer Idee der aus Neunburg stammenden Künstlerin Miriam Ferstl entstand in einer Kreativ-aktion mit Schülerinnen und Schülern der Kunstschule Klatovy sowie der Schulen aus Neunburg vorm Wald, des Gymnasiums Oberviechtach, der örtlichen Kindergärten sowie von Asylbewerern aus dem Übergangswohnheim Neunburg-Plattenberg. Jugendliche der Grundschule und Betreuungseinrichtung in Neratov und Bartošovice hatten sich kürzlich der Kreativaktion angeschlossen und ebenfalls Friedenstauben gefertigt.

Neunburger Kunstherbst-Werbung in der Wallfahrtskirche Neratov.

Neunburger Kunstherbst-Werbung in der Wallfahrtskirche Neratov.

In einem von Oberstleutnant a. D. Joachim Ullmann gesteuerten Kleinbus traten folgende KVU-Vorstandsmitglieder die insgesamt über 1300 km lange Böhmen-Mähren-Tour an: 1. Vorsitzender Peter Wunder mit Ehefrau Maria, 2. Vorsitzender Karl Stumpfi, Beisitzerin Renate Ullmann, Schatzmeister Ingo Simandi, Beisitzerin Dr. Hella Simandi, sowie Besitzerin/Dolmetscherin Dana Ettl mit Ehemann Georg. Am Abend des ersten Reisetages traf sich die KVU-Delegation im Traditionslokal „Pivovar Pegas“ der Mähren-Metropole Brünn (ca. 400 000 Einwohner) mit Prof. Dr. Karel Rechlik – Aussteller bei den Internationalen Kunstausstellungen „Ahoj 17 – Kunst und Glauben“ und „Ahoj 18 – Kunst und Frieden“. Er hatte die Kontakte zur nordböhmischen Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt und dessen Pfarrer  Msgr. Josef Suchár hergestellt und gemeinsam mit  Ingenieur Stanislav Skřička die Ausstellung in Neratov vorbereitet. Mit den beiden Projektpartnern auf tschechischer Seite wurden organisatorische Details der „Friedenstauben-Vernissage“ abschließend besprochen – auf das gemeinsame Kunstvorhaben danach mit süffigem mährischen Gerstensaft angestoßen…

Rund 1000 Friedenstauben wurden im Gotteshaus installiert. Foto: K. Stumpfi

Rund 1000 Friedenstauben wurden im Gotteshaus installiert. Foto: K. Stumpfi

Ing. Skřička blieb es vorbehalten, die Vernissage am Sonntagabend, 11. August in der gut besichten Wallfahrtskirche zu eröffnen. Nachfolgend seine Ausführungen im vollen Wortlaut:

Nahe an der Grenze... Foto: K. Stumpfi

Nahe an der Grenze… Foto: K. Stumpfi

 Sehr geehrte und liebe Gäste, die aus der Nähe sowie von weit her kommen, erlauben Sie mir, dass ich Sie alle auf der heutigen Vernissage der internationalen Wanderausstellung „AHOJ 19 – Kunst für Frieden“ begrüße, die der Kunstverein Unverdorben aus Neunburg vorm Wald veranstaltet.  Der Gedanke des Schöpfers der Ausstellung lag in Bildung von Symbolen des Friedens – Tauben – durch die jüngsten Generationen beider Völker, wodurch man zur Bemühung um Näherbringung, Verständnis und Aufnahme der Freundschaft beitragen kann.  Die Ausstellung wurde nach der Installation in Neunburg vorm Wald nach Klatovy übertragen und jetzt haben wir sie hier in Neratov. Ich vermute, es gibt keinen besseren Ort für sie als gerade hier. Die Einwohner der deutschen sowie der tschechischen Nationalität lebten in Neratov/Bärnwald ganze Jahrhunderte zusammen im Frieden.

Helfende Hände: Stanislav Skřička (re.) und Zdeněk Šiffel. Foto: K. Stumpfi

Helfende Hände: Stanislav Skřička (re.) und Zdeněk Šiffel. Foto: K. Stumpfi

In Neratov, auf dessen Geschichte sich grausame und ungerechte Ereignisse der Kriegs- und Nachkriegszeit widerspiegeln.

In Neratov, dessen Abrissbescheid für die Mariä-Himmelfahrt-Kirche praktisch eine Vollendung der Zerstörung der gesamten Gemeinde bedeutete.

In Neratov, wo sich einige Menschen unter Leitung von Josef Suchár entschieden, den destruktiven Lauf der Geschichte umzukehren und Kirche, Wallfahrtsort sowie das gesamte Dorf aus der Asche zu erheben.

In Neratov, das zum Ort wurde, wohin auch behinderte und sozial benachteiligte Menschen zur Zusammenarbeit hinzugezogen werden.

In Neratov, dessen Erneuerung des Wallfahrtsorts als Ort der Versöhnung unter Patronat der Mutter Gottes Maria in Bärnwald aufgefasst wurde.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Warum ist der eigene Prozess der Versöhnung nicht einfach und dauert so lange? Wenn wir die politischen Gründe, die von den offiziellen Vertretern beider Staaten präsentiert werden, außer Acht lassen, liegt das vor allem darin, dass die gegenseitigen Erfahrungen so schrecklich und buchstäblich mörderisch waren, dass ihre direkten Teilnehmer trotz des besten Willens die daraus sich ergebenden Traumata überwinden und Kraft zur Verzeihung und Versöhnung finden konnten.  Es ist bezeichnend, dass die direkten Teilnehmer der Kriegsereignisse darüber überhaupt nicht reden wollen. Sogar die nachfolgende Generation ihrer Söhne und Töchter ist damit gezeichnet. Sie fragen ihre Eltern auch nicht danach, wie und warum das hatte passieren können.Band

Man sagt, erst die Enkel- und Urenkelgeneration stellt Fragen. Und das ist die Generation der Schöpfer unserer Ausstellung. Sie wird erst fähig sein, die Kraft zu einer direkten Verzeihung und Versöhnung zu finden. Verzeihung und Versöhnung bedeuten jedoch nicht, Geschehenes zu vergessen und sich wechselseitig zu belehren. Man sagt nicht vergebens: Die Vergangenheit zu vergessen bringt die Gefahr, dass sich die Geschichte wiederholen wird! Es fällt mir beim Blick auf die heutige gelungene Ausstellung noch ein, dass man an diesen künstlerischen Schöpfungen praktisch nicht erkennen kann, ob sie von Kindern aus Kindergarten, Grundschul- oder Gymnasialschülern oder von unseren lieben Schülern aus der Sonderschule in Bartošovice gebildet wurden.   Erlauben Sie mir, abschließend meinen langjährigen Freund und einen sehr guten Priester Tomáš Josef Martinec, den zehnten Abt des Augustinerklosters in Staré Brno, zu zitieren:

  • Es ist menschlich, das Gute mit dem Guten (oder das Böse mit dem Bösen) zu erwidern (nach „Auge um Auge, Zahn um Zahn“).  
  • Es ist teuflisch, das Gute mit dem Bösen zu erwidern („Wer sich mit dem Teufel gut steht, kriegt den besten Platz in der Hölle“), aber es ist
  • göttlich, das Böse mit dem Guten zu erwidern.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ich wünsche uns allen, dass unser Verhalten nicht nur menschlich, sondern, falls nötig, auch göttlich ist. Und dieser außergewöhnlichen gesellschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Tat wünsche ich Erfolg und viele zufriedene Besucher.

Geschenkübergabe an Prof. Karel Rechlik

Geschenkübergabe an Prof. Karel Rechlik. Foto: K. Stumpfi

Prof. Karel Rechlik fügte dem Einleitungsreferat noch einige persönliche Anmerkungen hinzu:

Sehr geehrte, liebe Freunde, gestatten Sie mir nur ein paar subjektive Worte hinzufügen und einige Persönlichkeiten kurz vorzustellen. Mit diesen Freunden habe ich in der letzten Zeit nicht nur bei künstlerischen Ausstattung dieser Kirche, sondern auch bei die langzeitige Ausstellung im Oratorium sowie Exposition in der Kirchtürmen sehr oft zusammengearbeitet: Ing. Stanislav Skřička, der seit vielen Jahren mit Neratov in enger Verbindung steht. Unsere gemeinsame Tätigkeit im Augustiner-Abtei in der  Altstadt von Brünn führte zur Gründung des erstes Diözesanmuseums bei uns, dazu noch zu einer der ersten modernen Klosterkapellen. In den vergangenen sechs Jahren haben wir uns beide wieder zusammengetan, diesmal in Sachen neuer liturgischer Ausstattung sowie künstlerische Ausgestaltung der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt –  also fast alles, was Sie heute Neues an Interieur sehen können. Ing. Skřička  stand mit Pater Josef damit am Anfang eines neuen Kapitels der Geschichte von Neratov. Bis heute entwickeln sich seine weiteren, auch internationalen  Aktivitäten als Projektant, Koordinator, künstlerischer Co-Autor, dazu oft auch als Mäzen.

Die Protagonisten der Neratov-Kunstaktion "Friedenstauben" v. re.: Karel Rechlik, Peter Wunder, Pater Josef Suchár, Zdeněk Šiffel und Ing. Stanislav Skřička Foto: Maria Wunder

Die Protagonisten der Neratov-Kunstaktion „Friedenstauben“ v. re.: Karel Rechlik, Peter Wunder, Pater Josef Suchár, Zdeněk Šiffel und Ing. Stanislav Skřička. Foto: Maria Wunder

Der zweite Mitarbeiter des Projektes Neratov ist Zdeněk Šiffel,  ein Grafikmeister, Designer, unermüdlicher Erfinder neuer Lösungen und begeisternder Visionär. Sein Grafikstudio im nahe gelegenen Zamberk war und bleibt bisher ein Kreativzentrum der verschiedenen Aktivitäten in Neratov. Ohne diese Kollegen hätte unsere gemeinsame Friedenstauben-Ausstellung nicht entstehen können. Nur durch ihre mutige Mitarbeit wirkt so monumental, wie wir sie alle heute sehen und bewundern. Ich glaube, dass diese Installation eine große Überraschung und ein Erlebnis für alle Besucher der bevorstehenden Neratov-Pilgerfeste werden wird. Alle spirituell und sensibel fühlenden Besucher der Wallfahrtskirche wissen wohl sehr gut, dass die Tauben keine Konkurrenz, sondern eine Erweiterung der Gebete zur Muttergottes von Bärnwald darstellen werden. Ich bin überzeugt, dass bei all unserem Bemühen die Muttergottes von Bärnwald  uns vielfach gezeigt hat und weiter zeigt, dass alle Schwierigkeiten, denen wir begegnen uns zum Guten führen können. Oder wie die Evangelisten schreiben, dass absolut Alles für das Gute verwandelt werden kann: „omnia conventuntur in bonum“.

 Weniger als ein Jahr ist vergangen seit der Ausstrahlung des Neratov-Filmes im Rahmen der Festival-Eröffnung „Ahoj 18 – Kunst für den Frieden“ in Neunburg vorm Wald – und jetzt ist eine neue  großartige Kunst-Veranstaltung hier bei uns ! Dank des ersten, wichtigsten und unersetzlichen Initiators Peter Wunder,  zugleich Vorsitzender des Kunstvereins Unverdorben. Dies ist aber ein Erfolg des ganzen Neunburger Kunstvereins – und zugleich ein Zeichen dessen Opferbereitschaft sowie eines großen geistigen Willens.039

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IMPRESSIONEN von der Vernissage in der Wallfahrtskirche Neratov mit FOTOS von Maria Wunder,  Ingo Simandi, Karl Stumpfi und Karel Rechlik

************************************************OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAVernissagOLYMPUS DIGITAL CAMERADamentrioP8112364_or1-1OLYMPUS DIGITAL CAMERAMariaNeratoAhoj18Link zur Video-Dokumention „Friedenstauben-Installation“ in Neratov:

https://www.uschovna.cz/zasilka/PVW5GRHVYXUGIR8E-5IM

Die KVU-Reisegruppe 9. bis 12. August 2019:

 

Auf dem Foto in der 1. Reihe v. li.: Peter Wunder, Maria Wunder, Karl Stumpfi, Dana Ettl u. Dr. Hella Simandi. 2. Reihe v. li.: OTV-Journalistinnen Jana Neidel u. Judith Lehner, Renate Ullmann, Jochen Ullmann u. Georg Ettl. Foto: Ingo Simandi

Auf dem Foto  1. Reihe v. li.: Peter Wunder, Maria Wunder, Karl Stumpfi, Dana Ettl u. Dr. Hella Simandi. 2. Reihe v. li.: OTV-Journalistinnen Jana Neidel u. Judith Lehner, Renate Ullmann, Jochen Ullmann u. Georg Ettl. Foto: Ingo Simandi

MEDIEN-ECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung/Kreisausgabe SAD v. 31. 8. 2019 als pdf- und jpg-Datei:  2019.31_Aug.STN2

Teilseite _STN2_KVULogo

 

 

 

 

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Lange Reise führt via Brünn zur Wallfahrtskirche Bärnwald-Neratov

Friedenstauben landen im „Ort der Versöhnung“

Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Neratov (Bärnwald). Foto: Karl Stumpfi, KVU

Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Neratov (Bärnwald). Foto: Karl Stumpfi, KVU

Die Destination ihrer finalen „Flugreise“ könnte beziehungsreicher nicht sein: Die Neunburger AHOJ18-Friedenstauben werden am 11. August in Neratov (Bärnwald) im Adlergebirge landen – ein wahrer  Ort der Versöhnung unmittelbar an der tschechisch-polnischen Grenze – und in der dortigen Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt sozusagen das Ziel ihrer Länder übergreifenden Mission erreichen. Der Kunstverein Unverdorben ist mit seiner fast vollzähligen Vorstandschaft vor Ort, wenn in einer feierlichen Ausstellungseröffnung die annähernd tausend Friedenssymbole der Öffentlichkeit präsentiert werden. Zuvor werden die KVU-Repräsentanten in der mährischen Hauptstadt Brünn Prof. Dr. Karel Rechlik besuchen, welcher in die künstlerischen Ausgestaltung der renovierten Wallfahrtskirche maßgeblich eingebunden ist. Zu ihm unterhält der Verein enge freundschaftliche Kontakte seit den Internationalen Kunstherbst-Ausstellungen AHOJ 17 (Kunst und Glauben) und AHOJ 18 (Kunst und Frieden). Rechlik-Kunstwerke sind gegenwärtig als Leihgaben in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Josef in Neunburg vorm Wald zu sehen.

Eine Friedenstaube aus der Ahoj-18-Kollektion der Kunstschule Klatový/Tschechische Republik.

Eine Friedenstaube aus der Ahoj-18-Kollektion der Kunstschule Klatový/Tschechische Republik.

Schüler der Grund-, Mittel- und Realschule in Neunburg, des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach, der Kunstschule  Klatový (Klattau), Mädchen und Buben der drei Neunburger Kindergärten sowie Asylanten aus der Unterkunft Neunburg hatten die Friedenssymbole im Vorjahr gebastelt und mit ihren Gedanken/Appellen/Botschaften zum Thema „Frieden und Aussöhnung“ in vielen Sprachen verknüpft. Angeregt und begleitet hatte diese Kreativaktion Künstlerin Miriam Ferstl im Rahmen der Internationalen Ausstellung „Ahoj 18 – Kunst für den Frieden“ des Neunburger Kunstvereins Unverdorben. Die damit verbundene Symbolkraft stellt KVU-Vorsitzender und AHOJ-Kurator Peter Wunder besonders heraus: „Die Kinder und Jugendlichen haben wohl erkannt, dass Frieden und Aussöhnung insbesondere in Hinblick auf die Deutsch-Tschechische Freundschaft, aber auch in jeder zwischenmenschlichen Beziehung wichtig ist. Und jeder kann einen Beitrag zum Frieden leisten kann, ganz egal wie klein dieser auch sein mag“.Einladungskarte1907-01RZ*****************************************************

„Vielen Dank für das Zusenden der Flyer zur Ausstellung. Wir haben diese in den Räumen der Botschaft zur Information für Besucher ausgelegt. Außerdem befindet sich nun ein Hinweis auf den Beginn der Ausstellung und die Vernissage auf der Homepage der Botschaft unter dem Punkt Aktuelles. Mit den besten Wünschen für ein gutes Gelingen der Ausstellung und herzliche Grüße,
(Jana Müller, Deutsche Botschaft in der Tschechischen Republik, Prag)
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Nach Eröffnung der Internationalen Kunstausstellung AHOJ 18 am 14. September 2018 im Form einer Open-Air-Vernissage im Historischen Burghof Neunburg wurden die Friedenssymbole zunächst in das Kunstquartier Unverdorben umgesiedelt und nach dessen Räumen Anfang November 2018 in die profanierte Spitalkirche gebracht. Im April 2019 gingen die Friedenstauben auf Reisen und machten Zwischenstation in der Hussitenkirche Klatový. Dort fanden sie zwischenzeitlich auch Interesse bei der dortigen russisch-orthodoxen Gemeinde. Neun Mitglieder der KVU-Vorstandschaft brechen am Freitag, 9. August zu einer viertägigen Tschechien-Tour auf, fahren mit einem Kleinbus von Neunburg über Prag nach Brünn, am Sonntag, 11. August weiter nach Neratov (Bärnwald) und treten am 12. August die Heimreise über Königgrätz (Hradec Kralove) an.

Ansicht von Bärnwald ca. 1940

Ansicht von Bärnwald ca. 1940

Der Zielort befindet sich im Adlergebirge, liegt am Osthang des Ernestinenberges (996 m) und am rechten Ufer der Erlitz direkt an der Staatsgrenze zu Polen. Die deutschsprachige Gemeinde Bärnwald zählte bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 353 Einwohner und 105 Häuser. Dort gab es eine Schule, eine Sparkasse, eine Finanzwachabteilung, ein Postamt, eine Flachsbrecherei und den größten Bauernhof im gesamten Adlergebirge, die so genannte Schölzerei.  Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt war weithin bekannt. Das Gotteshaus war zwischen 1723 und 1733 im Barockstil erbaut worden. Am 10. Mai 1945  beschoss ein Rotarmist den Sakralbau mit einer Panzerfaust. Die Kirche geriet in Brand, Fachwerkturm, Dach und Glocke wurden zerstört. Die deutschsprachigen Einwohner mussten 1945/46 ihre Heimat verlassen. 1973 wurde eine amtliche Abrissgenehmigung für die Ruine ausgefertigt.

Auf Engelsflügen getragen: Maria Himmelfahrt, Kunstwerk von Karel Rechlik in der Wallfahrtskirche Neratov. Foto JakubKylar

Auf Engelsflügen getragen: Maria Himmelfahrt, Kunstwerk von Karel Rechlik in der Wallfahrtskirche Neratov. Foto: Jakub Kylar

Pfarrer Msgr. Josef Suchař, der seit 1990 die Kirchengemeinde von Bärnwald leitet, hat es sich zur  Lebensaufgabe gemacht, das vom Verfall bedrohte Gotteshaus als Ort der Versöhnung der Nachwelt zu erhalten.  Nach Renovierung der Kirche – sie erhielt u. a. ein neues Glasdach – ist diese wieder zum Anziehungspunkt für viele gläubige Menschen geworden. Im August findet alljährlich eine Wallfahrtwoche zum Patroziniumsfest Maria Himmelfahrt statt, welche zahlreiche Gläubige aus Nah und Fern zur Wallfahrt nach Bärnwald-Neratov anzieht. Ein Höhepunkt ist immer der Sonntagabend in der Kirche, wo diesmal die Friedenstauben aus Neunburg (ergänzt durch einheimische Arbeiten) im Fokus stehen werden. Die Vernissage im Beisein des Brünner Künstlers Prof. Rechlik beginnt am 11. August um 19.30 Uhr, die Ausstellung bleibt bis Anfang Dezember in der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt geöffnet.

Ab 2012 nahm die Idee, dem Gotteshaus eine neue liturgische Ausstattung zu geben, konkrete Formen an. Ausgang der Konzeption war  laut Prof. Rechlik das historische Gemälde der Muttergottes von Bärnwald. Es sollte dargestellt werden, wie Maria von Engeln nach oben gehoben wird. So entstand ein mehrteiliges Hauptwerk im Presbyterium. Zentrales Motiv ist eine stilisierte Mariensilhouette (Metall), flankiert von 27 Engelsflügeln (Bleiverglasungstechnik).

(Quellen: „“Auf Engelsflügeln“, Filmdoku von Petr Baran; www.neratov.de und wikipedia)

Video-Porträt von Bärnwald-Neratov

Link zu youtube mit Aufnahmen von David Jan Nagy:

https://youtu.be/Fl2V8BXsWeY

Die neuen Glockentürme der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt. Foto: David Jan Nagy

Die neuen Glockentürme der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt. Foto: David Jan Nagy

VersöhnungMEDIEN-ECHO

Link zur Videovorschau des regionalen Fernsehens Oberpfalz TV am Freitag, 9. 8. 19:

https://www.otv.de/neunburg-v-wald-friedenstauben-fliegen-weiter-389217/

KVULogo2017

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