Eröffnung der AHOI-25-Ausstellung im neuen Rathaus-Foyer

Besichtigung der Kunstwerke von Michael Fuchs im Erdgeschoß des Quartiers Alte Fronfeste.

Entspannter Kunst-Spaziergang bei sommerlicher Atmosphäre

Im Quartier Spitalkirche, Hauptstraße 3, sind Werke von Alice Marková (Tschechien) ausgestellt.

Die Vernissage zur Internationalen Kunstausstellung AHOJ ist traditionsgemäß offizielle Eröffnung des Neunburger Kunstherbstes – bereits die 13. Auflage dieses regionalen Kulturfestivals in der Pfalzgrafenstadt Neunburg vorm Wald unter Regie des Neunburger Kunstvereins Unverdorben. Zum fünften Mal konnten die Organisatoren das neue Rathaus-Foyer für den Empfang der Gäste aus Fern und Nah nutzen. Zur musikalischen Begleitung des Abends hatten sie zum zweiten Mal das Gitarren-Duo „La Fresa“ aus Kralovice engagiert.

Der Ahoj-25-Eröffnung am Freitag, 19. September waren diesmal zwei Veranstaltungen vorausgegangen, insbesondere das großartige Konzert des Ostbayerischen Jugendsinfonieorchesters. „Es hat uns alle, die dabei waren, mit lateinamerikanischen und südeuropäischen, betont rhythmischen Musikstücken wie beispielsweise Carmen restlos begeistert“, blendete 1. Vorsitzender Peter Wunder in seinem Einführungsvortrag auf das Orchesterspektakel „OJO goes Latin“ vor Wochenfrist zurück. Das zweite Kunstherbst-Wochenende ließ ein dicht gedrängtes Programm folgen. Neben der Ahoj-25-Vernissage standen Aufbau, Schlussproben und Welt-Uraufführung des Afrika-Musicals „Winnie – Vom Waisenkind zur Hoffnungsträgerin“ von Steffi Heelein in der Schwarzachtalhalle im Brennpunkt des Geschehens. Die Premiere war mit 785 verkauften Tickets seit Monaten bis auf den letzten Platz ausgebucht. „Diesen enormen Zuspruch würden wir uns auch für weitere Konzerte wünschen“, merkte der KVU-Vorsitzende dazu an.

Kunstschaffende aus vier Ländern

Zur Eröffnung der internationalen Kunstausstellung AHOJ 25 begrüßte Peter Wunder folgende Ehrengäste: die amtierende Bürgermeisterin Margit Reichl (in Vertretung des 1. Bürgermeisters Martin Birner, nach einer Knie-OP noch im Krankenstand), Landtagsabgeordneter Martin Scharf, Ehrenbürger Theo Männer mit Gemahlin, Direktor Luboš Marek von der Kunstschule Kralovice, Marcela Kotěšovcová von der Kunstschule Klatovy, Direktorin Diana Schmidberger von der Gregor-von-Scherr Realschule Neunburg vorm Wald und das Duo „La Fresa“ von der Kunstschule Kralovice mit den Gitarristen Jakub und Jan unter Leitung von Jiří Vébr.

Besonders begrüßte Wunder die ausstellenden Künstler aus den vier Ländern Tschechische Republik, Bundesrepublik Deutschland, Kasachstan und Iran, welche Ahoj 25 zurecht den Status einer Internationalen Kunstausstellung verleihen. Die tschechische Seite vertritt diesmal MgA Alice Marková aus Kralovice östlich von Pilsen. Im Juni hatte sie ihr Master-Studium an der Fakultät für Design und Kunst an der Akademie Pilsen erfolgreich abgeschlossen. Sie ist Kunsterzieherin an der Kunstschule und an der Grundschule und Gesamtschule in Kralovice. Alice Marková ist Mitglied der Union der bildenden Künstler der Stadt Pilsen und hat bereits einige Ausstellungen in ihrem Heimatland Tschechien ausgerichtet. „Die Natur und ihre Prozesse sind ihre wichtigste Inspirationsquelle“, informierte der KVU-Vorsitzende. Durch schrittweise Stilisierung gelange sie zu einer Darstellung grundlegender Vorgänge mittels einer malerisch reduzierten Sprache mit klaren Formen.

In der Spitalkirche werden Markovás Werke aus den Serien „Spannung“ (Ast und Draht) und „Licht im Bild“ präsentiert. Es ist die nächste Station, die im Anschluss beim Kunst-Spaziergang besucht werde.

Der bayerische Ahoi-25-Repräsentant, Michael Fuchs, ist vom Hauptberuf Biolandwirt und Kunsthandwerker. In seiner Heimatgemeinde Zell im Landkreis Cham wird er auch „Der Dürer von Starzenbach“ genannt. Aus seinem Buch „Das Schaf mit dem Nasenring“ hat er eine Serie von Werken, die das harte bäuerliche Leben im letzten Jahrhundert und die düstere Geschichte des Untergangs eines riesigen, waldreichen Landgutes illustriert, beim Neunburger Kunstverein ausgestellt. „Michael Fuchs versteht es meisterhaft, die Personen auf seinen Bildern so plastisch und bizarr darzustellen, dass man daraus den Charakter erkennen kann“, betonte Peter Wunder.  Diese Bilder, sowie einige weitere Werke sind in der Fronfeste im Erdgeschoss ausgestellt. Auch sein Buch kann dort käuflich erworben werden.

Saitenklänge mit Gitarren-Duo „La Fresa“ aus Kralovicé.

Die Treppe hoch zum Obergeschoß der Alten Fronfeste, treffen die Besucherinnen und Besucher auf Kunstwerke aus der tschechischen Kunstschule Královice. Es sind vorzugsweise Naturbilder, von den Jugendlichen sehr filigran und exakt gezeichnet, z. B. die Strukturen eines Blattes. Die Landschaftsbilder zeichnen sich aus durch eine gelungene Abstimmung der Farben. Der KVU-Vorsitzende wörtlich: „Man kann nur staunen, was Kinder in diesem Alter an diesen speziellen Kunstschulen an Fähigkeiten lernen, mein Respekt!“

Im oberen Flur der Fronfeste angekommen, sehen die Ausstellungsgäste Bilder von Marina Nadirova, die eine gelernte Kosmetikerin ist. Peter Wunder ging kurz auf die Biografie der Künstlerin ein. Sie sei im Jahr 2019 aus dem vormals zur Sowjetunion gehörende Land Kasachstan mit drei kleinen Kindern nach Deutschland gekommen und lebe nun sicher und glücklich in Neunburg vorm Wald.

Taraneh Akhbar (Iran) und Marina Nadirova (Kasachstan)

Nadirova malt seit ihrer Kindheit bevorzugt Blumen, Tiere, Menschen und Landschaften in Öl, Acryl, auch gemischt und mit Bleistift. Ihre Bilder sind sehr gegenständlich und von großer Farbkraft. „Man kann sich sehr gut vorstellen, dass Marina eine schwere Zeit hinter sich hat und die Malerei ihr nach eigenen Aussagen viel Kraft, Freude und Zuversicht in schwierigen Situationen gebracht hat“, sagte Wunder. Ihr Traum wäre, in Deutschland bleiben zu können und hier möglicherweise eine Kunst-Ausbildung zu beginnen.

Auf der anderen Seite des oberen Flurs befinden sich die Werke von Taraneh Akhbar aus dem Iran. Als Teilnehmerin an den Frauendemonstrationen wurde sie inhaftiert und und musste 2023 aus dem Heimatland fliehen. Taraneh hat im Süden des Landes ein Kunstgymnasium besucht und Kunst studiert. Ihre Bilder und auch vier additativ ausgestelle Fotos haben beeindruckende Symbolkraft und immer einen tieferen Hintergrund. Auch sie wünsche sich sehnlichst, einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschlandd zu erhalten.

Stadt „stolz auf unseren Kunstverein“

Im oberen Saal, aber auch im ganzen Haus auf Fensterbrettern und anderen Ablagen verteilt, sind kreative Arbeiten vom langjährigen KVU-Partner Kunstschule Klatovy aus dem Nachbarland vertreten. „Wir haben diesmal für AHOJ 25 bewusst kein Leitthema gewählt, um die ganze Bandbreite der Ausbildung und des Schaffens der jungen Künstler zu zeigen“, fasste 1. Vorsitzender Peter Wunder zusammen. Vorgestellt werden von 9- bis 18-jährigen Schülern Naturbilder, Köpfe, Wikinger-Mythologie und bizarre Gebilde mit 3D-Stiften erstellt. Besonders eindrucksvoll sind Keramikarbeiten der Jüngeren, Altersstufe 7 bis 11 Jahre. Sie haben sich in Masken, Krippen, Schamanen, Dornen und diversen anderen Figuren versucht. Es sei immer wieder erstaunlich, wie schon ganz junge Kinder in dieser Schule ein Talent entwickeln und es künstlerisch so gekonnt darstellen können.

Im kleinen Lehrraum befinden sich die Gemälde aus der Staatlichen Gregor-von-Scherr-Realschule aus Neunburg vorm Wald. Schüler der sechsten und der siebten Klasse haben hier ihre Jahresthemen ausgestellt. Von den Bildern „Ich liebe mein Lieblingstier“ zu den Werken „Dschungel“ geht es zu den Blumen und Tieren. Die Bilder „Frühlingsblüher“ bestechen durch filigran und sehr schön gemalte Blumen und Vögel. „Die Kinder haben sich mit vielen Motiven, Farben und entsprechende Darstellung sehr intensiv auseinandergesetzt“, lobte der KVU-Vorsitzende das Neunburger Schüler-Engagement.

„Wir sind stolz auf unseren Kunstverein Unverdorben, der es immer wieder schafft, internationale Künstler für die Ahoj-Ausstellungen zu uns nach Neunburg zu holen“, unterstrich Vizebürgermeisterin Margit Reichl in ihrem Grußwort. Die im Jahr 2013 vom KVU gestartete Veranstaltungsserie „Neunburger Kunstherbst“ sei das Original unter vielen Kulturreihen, die seither in der Region etabliert und nach der Neunburger Vorlage ausgerichtet sind. Bei sommerlichen Temperaturen konnte Vorsitzender Wunder nach dem offiziellen Teil der Ausstellungseröffnung zum Kunst-Spazierung zu den Quartieren „Spitalkirche“ und „Alte Fronfeste“ einladen, dem sich ein ungezwunger, harmonischer Ausklang mit Bewirtung und improvisierter Gitarrenserenade der beiden „La Fresa“-Künstler anschloss. Die Internationale Kunstausstellung Ahoj 25 ist noch bis einschließlich 26. Oktober geöffnet. Möglichkeiten zur Besichtigung aller Exponate bestehen jeden Sonntag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr in den Quartieren Alte Fronfeste, Im Berg 17, und Spitalkirche, Hauptstraße 3. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

Gruppenbild der ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern mit Repräsentanten des Kunstvereins Unverdorben, der beteiligten Kunstschulen und der Stadt Neunburg vorm Wald. Fotos: Karl Stumpfi
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Ein Bilderbuchstart in den 13. Neunburger Kunstherbst!

Raimundo Luco (Gitarre) als Solist im Concierto de Aranjuez von Joaquin Rodrigo. Desar Sulejmani dirigiert das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester in der Schwarzachtalhalle. Fotos: Karl Stumpfi

Tänzerisches Feuer vom „Carmen“-Vorspiel bis „Tico-Tico“-Finale

Mit spanischen und lateinamerikanischen Rhythmen bescherte das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester der 13. Neunburger Kunstherbstsaison beim sinfonischen Gastspiel „OJO goes Latin“ einen Bilderbuchstart. Opernouvertüren, Instrumentalkonzert und Tanzsuiten von Komponisten wie Rodrigo, de Falla, Marquez, Sheldon und Piazzolla, die in der Pfalzgrafenstadt zum ersten Mal auf Programmzettel auftauchten, zogen das Publikum in der leider nicht ausverkauften Schwarzachtalhalle schnell in ihren Bann. Dementsprechend glich der Schlussapplaus nach knapp 120 Minuten orchestraler Leidenschaft einem Vulkan-Ausbruch!

„Es passiert nicht jeden Tag, dass über 60 Musikerinnen und Musiker aus sieben Ländern auf dieser Bühne musizieren.“ Mit dieser Aussage hatte Dirigent Desar Sulejmani absolut recht. Das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester (OJO), bestehend aus jungen Musikern im Alter zwischen 14 und 27 Jahren aus dem bayerischen und überregionalen Raum, setzte dank der Kooperation mit dem Westbalkan-Youth-Symphonic-Orchestra unter dem Konzerttitel „OJO goes Latin“ besondere, hochkarätige Akzente. Das fulminante Opening mit bekannten „Ohrwürmern“ aus den beiden „Carmen“-Suiten von Georges Bizet, die Habanera, das Auftrittslied des Toreros und der Zigeunertanz, riss die rund 200 Gäste gleich von Anfang an mit und entfachte deren Begeisterung für das internationale 68-köpfige Ensemble (darunter junge Musiker aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Slowenien, Montegro, Kosovo und Albanien).

https://www.neunburger-kunstherbst.de

Eine Erstaufführung in Neunburg dürfte das Concierto de Aranjuez mit Gitarrensolist Raimundo Luco gewesen sein, das von Joaquin Rodrigo 1939 als Konzert für klassische Solo-Gitarre und Orchester geschrieben wurde. Mit diesem Stück wurde die Gitarre als vollwertiges Soloinstrument im Konzertsaal etabliert. Was der junge, herausragende Gitarrist mit seinem Instrument darbot, ließ dem Publikum den Atem stocken. Raimundo Luco schloss sein Studium an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile im Jahr 2021 mit höchster Auszeichnung ab, gewann Preise an der Gitarre und tourte 2023 als Duo durch Europa. Seit 2024 studiert er die klassische Gitarre im Master an der Hochschule für Musik in Stuttgart. Das von ihm gespielte Stück fand Einzug in viele Flamenco- und Jazz-Interpretationen. Da das Publikum mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen reagierte, setzte der junge Gitarrist noch spontan zwei Zugaben drauf.

„Liebeszauber“ und „Cubanische Tänze“

Nach der Pause wurden die Gäste auf eine musikalische Reise voller spanischer und lateinamerikanischer Rhythmen und Melodien mitgenommen, von Manuel de Falla, Robert Sheldon, Astor Piazzolla und Arturo Marquez, die Dirigent Desar Sulejmani ankündigte. Der Orchesterchef lebt seit 27 Jahren in Deutschland und trat bereits in vielen europäischen Ländern, in Asien und Südafrika als Konzertpianist und Dirigent auf. Seit 2018 steht er dem OJO als Dirigent vor und ermöglicht den jungen Musikerinnen und Musikern einen ganz neuen Zugang zur Orchestermusik und zu klassischen Meisterwerken. Nicht fehlen durfte bei diesem Konzert die Tango-Oper von Piazzolla, „Maria de Buenos Aires“, in der die Geschichte des Tangos anhand des Lebens von Maria dargestellt wird sowie „Danzas Cubanas“ von Robert Sheldon mit tanzähnlichen Teilen der afro-kubanischen Inselbewohner.

Mit Riesenapplaus, stehenden Ovationen, großer Begeisterung und Worten wie „phänomenal“, „großartig“ und „einmalig“ wurde das außergewöhnliche Konzert gewürdigt, an das sich natürlich Zugaben anschlossen, das brasilianische Samba-Bravourstück „Tico Tico“ und nochmals das „Carmen“-Vorspiel. Fazit: Besser konnte der Startschuss für die 13. Saison des Neunburger Kunstherbsts nicht sein, waren sich die Vorsitzenden Peter Wunder und Klassik-Beauftragter Karl Stumpfi einig. Sie bedankten sich bei dem großartigen Musikensemble und luden zu den nächsten Veranstaltungen des Kunstvereins Unverdorben im Rahmen des 13. Neunburger Kunstherbsts ein.

ELFRIEDE WEISS, Der Neue Tag

Das Ostbayerische Jugendinfonieorchester verstärkte sich mit Instrumentalisten aus sechs Balkan-Ländern des Kooperationspartners WBYO. (Video-Aufnahme: Ralf Gohlke, MZ)

MEDIEN-ECHO

Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Kreisausgabe SAD, vom Dienstag, 16. September 2025:

Bericht in der Zeitung „Der Neue Tag“, Kreisausgabe SAD, vom Dienstag, 16. September 2025:

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19. September: Vernissage im neuen Rathaus-Foyer

Titelbild „Das Schaf mit dem Nasenring“ von Kunstmaler und Buchautor Michael Fuchs (2022).

Kunstausstellung AHOI 25 gibt sich international

Vier Künstlerinnen und Künstler sowie drei Kunstschulen aus vier Ländern stehen im Blickfeld der Internationalen Kunstausstellung AHOI 25. Eröffnet wird sie im Rahmen einer öffentlichen Vernissage am Freitag, 19. September, 18 Uhr, im Foyer des neuen Rathauses Neunburg vorm Wald. Ein Rundgang zu den Quartieren schließt sich an. Musikalische Umrahmung durch das Gitarrenduo „La Fresa“ aus Kralovicé/Tschechien.

MICHAEL FUCHS

Die bayerische Seite vertritt bei AHOI 25 Michael „Michel“ Fuchs (*1959). Er ist ein in Starzenbach (Gemeinde Zell, Landkreis Cham) lebender Biolandwirt und Kunsthandwerker. Er hat seine zeichnerischen Fähigkeiten autodidaktisch erlernt. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf, wo sein strenger Vater „eigentlich nur Arbeit kannte“ und Malerei „fremd“ erschien. Unter diesen harten Bedingungen übte er sich bereits als Kind im Zeichnen, arbeitete tagsüber auf Feld und Hof und setzte seine Erlebnisse nachts bildnerisch um. In Starzenbach ist Fuchs seit Jahrzehnten Hoferbe: Er und seine Frau Gretel haben sieben Söhne großgezogen.  Fuchs gilt lokal als „Der Dürer von Starzenbach“ – ein Titel, der auf seine Detailtreue verweist. Über seine formale Ausbildung ist wenig bekannt; nach eigenen Angaben ist er weitgehend Autodidakt in der Kunst.

Künstlerischer Stil und Technik

Michael Fuchs arbeitet vorwiegend als Zeichner. In seiner Jugend malte er zunächst Aquarelle, wandte sich aber bald großformatigen Bleistiftzeichnungen zu. Er nutzt dabei kräftige immermannsbleistifte, mit denen er hochdetailreiche, großflächige Darstellungen schafft. Seine Motive sind oft regional und biographisch geprägt – Szenen vom Landleben, Bauernhof und historisch-christliche Bezüge. In jüngerer Zeit bringt er wieder mehr Farbe in seine Werke.

Michael Fuchs, der „Starzenbauer“

Bekannt ist eine Einzelausstellung „Michael Fuchs – ein Maler aus Starzenbach“ im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen (Nabburg) vom 26. Juni bis 18. September 2003. Außerdem zeigte er 2024 Zeichnungen im Kloster Frauenzell (Regensburg) im Rahmen einer Regionalausstellung. Seine Kunst spiegelt seine Lebenswelt als Bauer wider, besonders Pferde, Landwirtschaft und christliche Traditionen. Er zeigt Feldarbeit, historische Hofansichten und religiöse Symbole. Technisch sind seine Bilder detailreich, mit feinen Schraffuren und oft breitem Panoramaformat.

Auch schriftstellerisch ist Fuchs kreativ und hat Anfang 2022 sein Buch „Das Schaf mit dem Nasenring“ mit eigenen Illustrationen publiziert. Er erzählt darin die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Großgrundbesitzers Josef Pax, berüchtigt und bekannt als „Holzpolner Sepp“ im Bayerischen Wald.

Über Michael Fuchs berichtete u. a. die Zeitschrift Biokreis BioNachrichten (2011) im Zusammenhang mit Pferdeeinsatz im Ökolandbau. Ein literarisches Porträt erschien 2013 im Blog ‚Springvogel‘ von Ludwig Janssen. Auch online (fuchsmichael.com) sowie in regionalen Medien ist er präsent. Der Starzenbauer Biohof in Zell wird von Familie Fuchs seit rund 28 Jahren rein ökologisch geführt. Dort gibt es Mutterkühe (Pinzgauer, Fleckvieh, Hereford),  Ochsenmast, Bio-Hähnchen in Mobilställen und Wiesenbewirtschaftung mit Kaltblutpferden. Fleisch- und Wurstwaren werden im eigenen Hofladen verkauft.

Links zu Webseiten: www.starzenbauer.de / Künstlerseite: fuchsmichael.com

Michael Fuchs: „Das Abendlied“

ALICE MARKOVÁ

Alice Marková (*1999) ist eine bildende Künstlerin und stammt aus Kaznějov in der Nähe von Pilsen. Ihre Wohnadresse ist Kaznějov, Lesní 331. Im Juni dieses Jahres schloss sie ihr Studium der Malerei im Atelier für Malerei an der Fakultät für Design und Kunst der Universität Pilsen unter der Leitung von MgA Vladimír Véla ab, wo sie auch ihr Bachelorstudium absolvierte.

Alice Marková, Magister Artium

Marková ist Mitglied der Union der bildenden Künstler der Stadt Pilsen. Sie unterrichtet Kunst an der Kunstschule Kralovice und an der Grundschule und Gesamtschule Kralovice.  Sie stellt aktiv in Gemeinschafts- und Einzelausstellungen aus. Im Jahr 2024 hatte sie Einzelausstellungen mit den Titeln „Begegnung und Symbiose“ im DEPU2015 und „Verbindung ” in Mariánské Týnici, im Jahr zuvor fand eine Einzelausstellung in der Galerie Jiřího Trnky in Pilsen statt.  Ihre Drucke wurden in Südkorea auf der Gruppenausstellung „Arrrrttoury“ in Ulsan und auf der Kunstbiennale in Lima (Peru) präsentiert.

Alice Marková ist Autorin von fünf großformatigen Wandgemälden zum Thema „Biblische Landschaft“ auf dem Gelände des Benediktinerklosters auf dem Weißen Berg in Prag. Die Natur und ihre Prozesse sind ihre wichtigste Inspirationsquelle. Durch schrittweise Stilisierung gelangte sie zu einer Darstellung grundlegender Vorgänge mittels einer malerisch reduzierten Sprache. Die Gemälde gewinnen durch ihre Ausdruckskraft und expressive Farbgebung an Monumentalität und werden zu einer eindringlichen Botschaft, in der sich die Sehnsucht nach klaren Formen und dem Unfassbaren widerspiegelt.

SERIEN: „SPANNUNG“ UND „LICHT IM BILD“

Das verbindende Element ihrer Werke ist die Begegnung von auf den ersten Blick unterschiedlichen Welten (Zweig und Draht, rein gestrichene Fläche und durch den Lichteinfall inspiriertes malerisches Zittern), die meist in Symbiose miteinander leben und zu einem untrennbaren Ganzen werden. Zusammen haben sie die Kraft zu faszinieren. Sie sucht nach ihren situativen Möglichkeiten. In dieser AHOI 25- Ausstellung werden Werke aus den Serien „Spannung” (Ast und Draht) und „Licht im Bild” präsentiert. Ihre neuesen Gemälde sind ab dem 11. Oktober im Skautská kavárna „Pfadfindercafé“  in Prag auf dem Altstädter Ring zu sehen.

Kontakt Alice Marková – E-Mail: ajapokorna99@seznam.cz / Telefon: 0042 739 759 065

Weitere an der Internationalen Kunstausstellung AHOI 25 beteiligte Künstlerinnen sind

MARINA NADIROVA (Kasachstan) und TARANEH AKHBAR (Iran). Nadirova kam 2019 aus Kasachstan nach Deutschland und lebt jetzt mit ihren Kindern in Neunburg vorm Wald. Ihre Motive findet die Malerin bei Menschen, Tieren und Blumen, bevorzugte Techniken sind Öl , Acryl, auch gemischt, und mit Bleistift. Ihre Bilder sind sehr gegenständlich und von großer Farbkraft. Als Teilnehmerin an einer Frauendemonstrationen wurde Taraneh Akhbar eingesperrt und musste 2023 aus dem Iran fliehen. Im Süden ihres Heimatlandes hatte sie ein Kunstgymnasium besucht und Kunst studiert. Ihre Bilder und Fotografien haben viel Symbolkraft und immer einen tieferen Hintergrund.

Die Werke von Taraneh Akhbar (li.) sind vom 19. 9. bis 26. 10. im 1. Stockwerk der Alten Fronfeste ausgestellt.

Teilnehmer an AHOI 25 sind, wie bei den Ahoi-Ausstellungen lang gepflegte Tradition, junge Kunstschaffende aus den KUNSTSCHULEN Klatovy und Kralovicé (Tschechien) sowie die Kunst-Klasse der Staatlichen Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald.

Keramik-Kunstobjekte, geschaffen von Schülerinnen und Schülern der Kunstschule Klatovy.

Die Ausstellung AHOI 25 endet am Sonntag, 26. Oktober. Besichtigungen der Kunstwerke sind jeweils Sonntag, 14 bis 16 Uhr, in den Quartieren Alte Fronfeste, Im Berg 17, und profanierte Spitalkirche, Hauptstraße 3, möglich.

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Sinfonisches Konzert „OJO goes Latin“ am 12. September

Die 13. Saison des Neunburger Kunstherbsts beginnt am Freitag, 12. September, 19.30 Uhr, mit einem wahren Orchester-Spektakel. 64  Instrumentalmusiker unter Leitung von Dirigent Desar Sulejmani, Solist Raimundo Luco (Gitarre) gastieren in der Schwarzachtalhalle unter dem Motto „Ostbayerisches Jugendsinfonieorchester goes Latin“.

Rhythmisches Orchester-Spektakel

Das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester eröffnet am 12 September die Veranstaltungs-Serie des 13. Neunburger Kunstherbsts. Fotos: Stefan Frank / OJO

Für dieses anspruchsvolle Programm, das den Einsatz eines verstärkten Percussion-Apparats erfordert,  hat sich das OJO personelle Verstärkung geholt. Dank Kooperation mit dem Western Balkans Youth Orchestra werden auch junge Musikerinnen und Musiker aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien dem Klangkörper angehören. Drei Konzerte bilden den Abschluss des Sommerseminars 2025, das vom 8. Bis 14. Septemberin der Musikakademie Alteglofsheim stattfindet. Der Auftakt am 12. September in der Schwarzachtalhalle gibt gleichzeitig den Startschuss für den 13. Neunburger Kunstherbst.

Künstlerischer Leiter Desar Sulejmani

Beim Blick auf die Programmfolge kommt dem Konzertgast einiges Spanisch vor. So erklingen eingangs bekannte Ohrwürmer aus den beiden „Carmen“-Suiten. Diese hat Ernest Guiraud, ein Freund des kurz nach Premiere verstorbenen Komponisten Bizet als „Best of“ arrangiert, darunter die Habanera  der Titelheldin, das Auftrittslied des Toreros und der Zigeunertanz. Eine Erstaufführung in der Region dürfte das Concierto de Aranjuez mit Solist Raimundo Luco sein. Joaquin Rodrigo schrieb es 1939 als Konzert für klassische Solo-Gitarre und Orchester.

Der Komponist – er erblindete im Alter von drei Jahren – wollte Atmosphäre, Klänge und Düfte der königlichen Gärten bei Madrid einfangen. Der bekannteste und emotionalste Satz ist das Adagio: Tiefgründig und melancholisch, mit einer aussdruckstarken Melodie, die vom Englischhorn und der Gitarre in einem ausführlichen Dialog vorgetragen wird. Angeblich hat Rodrigo in diesem Satz persönliche Schicksalsschläge verarbeitet, wie den Tod seines ungeborenen Kindes. Das Concierto de Aranjuez hat die Gitarre als vollwertiges Soloinstrument im Konzertsaal etabliert. Es inspirierte Generationen von Musikern und fand Eingang in viele Flamenco- und Jazz-Interpretationen.

Auch die nachfolgenden Werke der Komponisten de Falla, Marquez, Prado und Piazzolla  entfachen pure orchestrale Leidenschaft. Das Publikum geht mit auf eine musikalische Reise voller spanischer und lateinamerikanischer Rhythmen und Melodien. Der Eintritt zu diesem symphonischen Konzertabend ist frei, Spenden werden gerne entgegen genommen. Das Ostbayerische Jugendsinfonieorchester wurde 2006 als eingetragener Verein gegründet und hat seinen Sitz in Dingolfing. Es besteht aus 50 bis 60 Mitgliedern  zwischen 14 und 27 Jahren, die ihre Freude an der Orchestermusik teilen. Sie treffen sich viermal im Jahr zu Probenwochenenden, an denen die Literatur in Orchester- und Satzproben mit dem künstlerischen Leiter Desar Sulejmani und professionellen Dozenten erarbeitet werden.

Zum Abschluss eines jeden Konzertjahres gibt es drei Gastauftritte in Niederbayern und Oberpfalz. Zum Repertoire gehören sinfonische Werke aus allen Epochen von der Klassik über die Moderne bis hin zur Filmmusik. Im Vorjahr geriet ein Presserezensent nach einer OJO-Performance ins Schwärmen: „In perfektem Wohlklang und Schwelgen bei den Streichern und Bläsern in Dvoraks 6. Sinfonie endete ein musikalischer Hochgenuss“.

Die Musikerinnen und Musiker im Alter von 14 bis 27 Jahren sind voller Elan im OJO aktiv.

„OJO goes Latin“ –  das PROGRAMM:

George Bizet (1838–1875)

  • Sinfonische Auszüge aus den „Carmen“-Suiten

Joaquin Rodrigo (1901–1999)

  • Concierto de Aranjuez für Gitarre und Orchester

Manuel de Falla (1876–1946)

  • Spanish Dance No. 1
  • Ritual Fire Dance

Robert Sheldon (*1954)

  • Danzas Cubanas

Astor Piazzolla (1921 – 1992)

  • Orchestersuite aus der Oper „Maria de Buenos Aires“

Arturo Marquez (*1950)

  • Danzon No. 2

Saaleinlass ab 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Eintritt frei, Spenden erwünscht.

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MEDIEN-ECHO

Bericht in de Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 1. 09. 2025:

Bericht im Onetz/Der Neue Tag v. 1. September 2025:

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KVU-Mitgründer Günter Schmid (87) verstorben – ein Nachruf

Vollblutmusiker tritt für immer ab

Günter Schmid und sein Akkordeon waren für den Neunburger Kunstverein in den Gründerjahren unverzichtbar. Die Duo-Abende mit Rezitator Karl Stumpfi (Foto oben) entwickelten sich peu à peu zu den heute viel gefragten Musikalischen Lesungen der Vier Unverdorbenen, zu denen bald auch Gitarrist Klaus Götze und Sänger/Bassist Jürgen Zach stießen (Aufnahme unten). Fotos: Alfred Grassmann

Heute erreichte den Neunburger Kunstverein Unverdorben die traurige Nachricht vom Ableben seines Gründungsmitglieds Günter Schmid. Über der Todesanzeige steht das Nietzsche-Zitat „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“. Es nimmt unmittelbaren Bezug auf die große Leidenschaft des pensionierten Oberlehrers, denn er war ein Vollblutmusikant im besten Sinne des Wortes. Als solcher erlangte er überregionalen Bekanntheitsgrad als Gruppenmitglied der „Schwandorfer Stadtstreicher“, mit denen er über Jahrzehnte hinweg große Erfolge feiern konnte. Die Wurzeln dieses Homo musicus finden sich im elterlichen Café Schmid, ein Neunburger Traditionslokal der 50er, 60er und 70er-Jahre. Dort spielte der junge Günter mit Kameraden schon zum Tanztee auf…

Nach Gründung des Kunstvereins Unverdorben 2011 mit seinem Sohn Martin als Initiator war Günter Schmid sozusagen musikalische Keimzelle eines Kleinkunst-Ensembles, das wenig später unter dem Namen „Die Vier Unverdorbenen“ auftreten sollte. Gemeinsam mit dem Vereinsmitgründer Karl Stumpfi als Vorleser übernahm Schmid mit dem Akkordeon den Musik-Part bei den ersten Duo-Abenden. Sie bereicherten die im Monats-Takt im Kunstquartier „Hirschenwirt“ stattfindenden Blauen Montage.

Der Amberger Klaus Götze war an einem dieser musikalischen Lesungen vor überschaubarem Zuhörerkreis anwesend – spontan holte er seine Gitarre und verlängerte den Abend mit Günter Schmid zu einer Art „Jam-Session“. Sänger und Bassist Jürgen Zach, ebenfalls seit der Stunde Null beim Kunstverein dabei, erweiterte die kleine Besetzung zum Quartett. Die Vier Unverdorbenen zogen mit dem Blauen Montag in das Altstadt-Wirtshaus „Zur Goldenen Gans“ um und debütierten im ersten Neunburger Kunstherbst 2013 mit der satirischen Lesung & Musik „Denk ich an Deutschland…“ Auch beim zweiten Programm „Mit freudigem Geifern“ – Deutsche Satiren und Humoresken – 2014 trug die Play-List des Abends erkennbar Günter Schmids Handschrift. Nach begeisterten Publikums-Reaktionen folgten bald Wiederaufnahmen in der Alten Seilerei und im Kloster Ensdorf.

Altersbedingt beendete der Musiker 2015 sein Engagement im Neunburger Kleinkunst-Ensemble. Das Akkordeon spielte fortan der Waldmünchner Franz Schöberl. Bei Konzertveranstaltungen in der Schwarzachtalhalle war Günter Schmid noch in den Folgejahren oft in den Zuhörerreihen zu sehen, zuletzt saß er schon im Rollstuhl. Am vergangenen Samstag ist der 87-Jährige nach längerer Krankheit in Schwandorf gestorben.

Die Ur-Formation des Kleinkunst-Ensembles „Die Vier Unverdorbenen“ von rechts: Karl Stumpfi, Günter Schmid, Klaus Götze und Jürgen Zach. Foto: Ralf Gohlke, MZ
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Programm-Infos: www.neunburger-kunstherbst.de

Die gedruckten Programmfolder 13. NEUNBURGER KUNSTHERBST sind am Freitag beim Kunstverein Unverdorben eingetroffen. Sie können spätestens Anfang der neuen Woche bei den bekannten örtlichen Verteilern abgeholt werden. (Tourist-Info-Büro, VG-Geschäftsstelle, Pfarrbüros, Banken, Geschäfte etc.)

Saison-Start am 12. September

Der 13. NEUNBURGER KUNSTHERBST wird am Freitag, 12. September, 19.30 Uhr, mit einem Konzert „OJO goes Latin“ des Ostbayerischen Jugendsinfonieorchesters in der Schwarzachtalhalle eröffnet. Auf dem Programm stehen Werke von Bizet, de Falla, Rodrigo, Piazolla, Marquez u. a. Dirigent: Desar Sulejmani, Solist Raimundo Luco (Gitarre). Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Saalöffnung um 19 Uhr, freie Platzwahl. Willkommen sind alle Orchestermusik-Fans aus der Region! Es folgen weitere 15 Kultur-Termine bis 21. Dezember 2025.

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Neunburger Kunstverein wählte neue Vorstandschaft

Basisarbeit für die Kultur bis ’28

KVU-Vorstandschaft 2025 bis 2028 (v. re.) 2. Vorsitzender Karl Stumpfi, Schatzmeisterin Tanja Lennert, 1. Vorsitzender Peter Wunder, Beisitzerin Dana Ettl, Beisitzer Roland Thaeder, Schriftführerin Gabriele Irlbacher, Beisitzerin Dr. Hella Simandi und Kassenprüfer Jörg Maderer. Nicht auf dem Bild: Beisitzerin Maria Bücherl und Kassenprüfer Alois Wild. Foto: Alois Feldmeier

Der gemeinnützige Neunburger Kunstverein Unverdorben e. V. hat am 8. Juli 2025 im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Gasthaus Ettl, Pissau, satzungsgemäß eine neue Vorstandschaft gewählt. Die bisherigen Funktionsträger und Funktionsträgerinnen wurden in ihren Ämtern bis auf eine geringfügige Änderung bestätigt. Die neue Wahlperiode endet im Sommer 2028. Wie die beiden Vorsitzenden Peter Wunder (77) und Karl Stumpfi (73) ankündigten, wollen sie in den nächsten drei Jahren neben der gewohnten Basisarbeit für die Kultur in der Region einen Generationswechsel an der Vereinsspitze in die Wege leiten.

Dem Rechenschaft des Vorstandes ist zu entnehmen, dass der im Juli 2011 gegründete Kunstverein Unverdorben einen aktuellen Mitgliederstand von exakt 100 Personen aufweist. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein leichter Rückgang zu registrieren. Vier Mitglieder haben ihren Austritt erklärt, ein Mitglied ist verstorben. Im laufenden Jahr konnten zwei Neumitglieder in den Reihen des Neunburger Kunstvereins begrüßt werden. Die Powerpoint-Präsentation des 1. Vorsitzenden Peter Wunder setzte einen Schwerpunkt auf die Vereinsaktivitäten im Jahr 2024. In der Nachfolge von Renate Ullmann, die ihr Amt aus Alters- und Gesundheitsgründen aufgab, kuratiert Tanja Lennert die jährlichen KVU-Mitgliederausstellungen. Für 2025 sei geplant, die Werkschau in das Programm des Neunburger Burgadvents zu integrieren. Wunder erinnerte an die Kontaktbesuche bei der Kunstakademie in Pilsen und beim Westböhmischen Sinfonieorchester in Marienbad. Die bewährte Zusammenarbeit mit der tschechischen Hochschule soll im nächsten Jahr mit einem Sommer-Kunstseminar und mit dem Klangkörper beim 11. Neunburger Neujahrskonzert (Samstag, 3. Januar 2026) ihre Fortsetzung finden.

Als herausragende kulturelle Höhepunkte in der Pfalzgrafenstadt anno 2024 hob Vorsitzender Wunder den 2. Bayerisch-Böhmischen Ukulele-Tag zum Auftakt des 12. Neunburger Kunstherbsts, die Musical-Premiere „Spamalot“ des OVIGO-Ensembles sowie die Klassik-Konzerte mit dem europaweit arrivierten Georgischen Kammerorchester & Pianist Alexander M. Wagner (Wien) sowie das Mozart-Requiem mit dem Westböhmischen Sinfonieorchester Marienbad und dem Cerchovan-Chor Domazlice hervor. Außerdem habe der KVU auf Ersuchen des benachbarten Vereins Freund der Kunst Oberviechtach im Mai 2024 kurzfristig die Veranstaltung eines hochkarätig besetzten Tango-Festival-Konzerts im historischen Schlosssaal übernommen. Die Krönung des letzten Vereinsjahrs war die feierliche Verleihung des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie Grenzüberschreitende Kulturprojekte durch Bezirkstagspräsident Franz Löffler im historischen Schlosssaal. Spektakulär geriet der Einstieg ins Kunstjahr 2025. Zum 10. Neunburger Neujahrskonzert gastierten die renommierten Hofer Symphoniker und ein prominent besetztes Vokalistenquartett unter Leitung des aus Neunburg stammenden Dirigenten Michael Konstantin.

Der Bericht der Schatzmeisterin wies eine Minderung der Vereinsrücklagen auf, bedingt durch Kürzungen bzw. Streichungen bei den Fördermitteln und rückläufigen Kasseneinnahmen bei Veranstaltungen. Der Kassenrevisionsbericht der beiden Prüfer Alois Wild und Irene Ehemann bescheinigte eine ordnungsgemäße Abwicklung der Kassengeschäfte und schloss mit der Empfehlung an die Mitglieder, der gesamten Vorstandschaft Entlastung zu erteilen. Dem wurde einstimmig entsprochen. Den Wahlvorstand bildeten Gabriele Irlbacher und 2. Bürgermeisterin Margit Reichl, die zuvor in einer kurzen Grußbotschaft den Verantwortlichen für drei erfolgreiche Kunstvereinsjahre gratuliert hatte. Einstimmig wiedergewählt wurden Peter Wunder als 1. Vorsitzender, Karl Stumpfi als 2. Vorsitzender, Tanja Lennert als Schatzmeisterin, Gabriele Irlbacher als Schriftführerin, Dana Ettl als Beisitzerin, Dr. Hella Simandi als Beisitzerin, Maria Bücherl als Beisitzerin und Roland Thaeder als Beisitzer (neu im Gremium). Jörg Maderer gab seinen Beisitzerposten ab, übernimmt aber die Aufgabe des 2. Kassenprüfers. Alois Wild bleibt 1. Kassenprüfer. Mit einem Ausblick auf die Vorhaben im 13. Neunburger Kunstherbst durch Programm-Koordinator Karl Stumpfi endete der offizielle Teil der Mitgliederversammlung.

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Medien-Präsentation des Programms 13. Neunburger Kunstherbst

„Kultur-Oase“ in unruhigen Zeiten

Sie stellten das neue Kunstherbst-Programm '25 vor (von links): 1. Bürgermeister Martin Birner, Tenor Stephan Schlögl, Programm-Koordinator Karl Stumpfi, KVU-Vorsitzender Peter Wunder und MusiTextical-Erfinder Dr. Klaus Sauerbeck. Foto: Ralf Gohlke, MZ
Sie stellten das neue Kunstherbst-Programm ’25 vor (von links): 1. Bürgermeister Martin Birner, Tenor Stephan Schlögl, Programm-Koordinator Karl Stumpfi, KVU-Vorsitzender Peter Wunder und MusiTextical-Erfinder Dr. Klaus Sauerbeck. Foto: Ralf Gohlke, MZ

Im historischen Sitzungssaal des 1410 erbauten Rathauses wurde am 4. Juli regionalen Medienvertretern das NEUNBURGER KUNSTHERBST-Programm ’25 offiziell vorgestellt. Die Saison startet am 12. September mit dem Eröffnungskonzert des Ostbayerischen Jugendsinfonieorchesters in der Schwarzachtalhalle. Die insgesamt 17 Kultur-Termine verstehen sich auch als Einladung, in politisch unruhigen Zeiten auf Distanz zu gehen.

In Anbetracht einer schwierigen Finanzlage habe sich der gemeinnützige Kunstverein Unverdorben entschlossen, die 13. Auflage des Neunburger Kunstherbstes mit einem „smarten Programm“ auszustatten. Diese Überlegung rückte 1. Vorsitzender Peter Wunder in den Vordergrund, als er in Anwesenheit von 1. Bürgermeister Martin Birner, KVU-Kooperationspartnern und Medienvertretern die Pressekonferenz eröffnete. Er beklagte diesbezüglich den erheblichen Schwund an kulturellen Fördermitteln, welche mitunter das Niveau von „Trinkgeld“ erreicht hätten. Trotz daraus resultierender „Geldprobleme“ habe der Kunstverein das Veranstalterrisiko von sechs der insgesamt 17 Kunstherbst-Programmpunkte geschultert. Der KVU werde weiterhin seinem Satzungsauftrag gerecht, grenzüberschreitende Kulturkontakte zum Nachbarland Tschechische Republik zu pflegen. Dafür stehen die Internationale Kunstausstellung AHOJ 25 vom 19. September bis 26. Oktober mit den Künstlern Alice Marková, Kralovice, und Michael Fuchs, Zell, sowie ein Gastkonzert des Klarinetten-Ensembles „Cantarina Clarinete“ aus Prag am 18. Oktober im Schlosssaal. Peter Wunder gab dazu noch den Ausblick auf das Jahr 2026, das am 3. Januar mit einem Neujahrskonzert des Westböhmischen Sinfonieorchesters Marienbad und einem Johann-Strauß-Programm schwungvoll eingeleitet wird. Programm-Koordinator Karl Stumpfi bezog sich auf ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: „Kultur darf nicht etwas sein, was die öffentlichen Hände nach Belieben betreiben oder auch lassen dürfen“. Die Förderung von Kultur habe demzufolge nicht weniger eine Pflichtaufgabe zu sein als zum Beispiel Straßenbau oder innere Sicherheit. Gegenwärtig scheint das lange als Erfolgsmodell geltende deutsche Modell der Kulturförderung – öffentlich getragen, dezentral organisiert und zugänglich für alle – immer mehr ins Wanken zu geraten. Im besonderen Maß durch kommunale Haushalte, die unter sozialen, ökologischen und infrastrukturellen Lasten ächzen.

„Bei den alljährlichen Haushaltsberatungen erhält der Begriff Streichkonzert inzwischen eine recht zwiespältige Konnotation“. (Programm-Koordinator Karl Stumpfi)

Karl Stumpfi verwies auf einen themenbezogenen MZ-Kommentar: „Wenn wir die kulturelle Vielfalt erhalten wollen, reichen wohlmeinende Umfragen zur Kultur und Applaus für die Künstler nicht aus. Kommunen müssen in die Lage versetzt werden, Kultur auch in Zukunft zu ermöglichen.“ Der kleine gemeinnützige Kunstverein Unverdorben versuche seit 14 Jahren die Quadratur des Kreises irgendwie hinzubekommen. Soll heißen: Künstlerisch hochkarätig besetzte Programme bei wie Schnee im Frühling dahinschmelzende Zuschüsse auf die Beine zu stellen. „Es freut mich deshalb besonders, als Programm-Koordinator in diesen turbulenten politischen Zeiten ein weiteres Mal einen Neunburger Kunstherst präsentieren zu können“, führte er wörtlich aus. Das Premium-Event in der neuen Saison ist am 20. September die Weltpremiere des Afrika-Musicals „Winnie“ von Steffi Heelein, einer im Stadtgebiet Neunburg lebenden Komponistin und Musikpädagogin. Die Planung und Realisierung dieses Mammutprojekts mit rund 200 Mitwirkenden sei alleine der enormen Kreativität und Schaffenskraft Heeleins zu verdanken, der Kunstverein helfe als Supporter gerne bei der finanziellen Abwicklung mit. Die insgesamt 785 Eintrittskarten sind seit langem vergriffen, leider war eine Wiederholung der Aufführung in der Kunstherbst-Saison 2025 nicht machbar.

DIESMAL EINE „KLASSIK-GALA LIGHT“

Seit dem ersten Neunburger Kunstherbst 2013 war der Vorabend des Nationalfeiertags am 2. Oktober einer großen Neunburger Klassik-Gala reserviert. Nur im Coronajahr 2020 musste diese abgesagt werden. Aus den erwähnten monetären Gründen verzichtete der Kunstverein in diesem Jahr auf das Engagement eines professionellen Sinfonieorchesters. Stattdessen wird eine „Klassik-Gala light“ in einer Quartett-Besetzung mit zwei Vokalisten und zwei Instrumentalisten geboten. Mit Tenor Stephan Schlögl war der Initiator dieses Wienerlieder- und Operettenabends beim Pressegespräch im Rathaus anwesend. Am Abend zuvor stand er noch bei einer „Carmina Burana“-Aufführung im Herkulessaal der Münchner Residenz auf der Bühne. „Die Welt ist in Aufruhr“, sagte der gebürtige Stadlerner. Deshalb sei es um so wichtiger, den Menschen einen Raum zu geben, in denen sie sich für einige Stunden bei schönen Melodien unterhalten und entspannen könnten. „Die Menschen brauchen jetzt eben Romantik“ – aus dieser Überlegung heraus sei das Abendprogramm „Wien, du Stadt meiner Träume“ entstanden. Schlögl, der auch im bekannten Vokalensemble „Stimmen der Berge“ mitwirkt, bringt am 2. Oktober neben seinem Bariton-Kollegen Daniel Hinterberger auch die spanische Pianistin Toia Conejo und die Violinistin Veronika Pröbstl in die Schwarzachtalhalle mit. Der Kartenvorverkauf (25/20 €) ist bereits angelaufen, Buchungen sind unter der Ordermail schafbauerrosa@gmail.com, Kartentelefon 09672-3435 und im Büro- und Pressezentrum, Hauptstraße 50, möglich.

Der Erfinder des neuen Veranstaltungsformats „MusiTextical“, Dr. Klaus Sauerbeck, sieht in der Kunst ebenfalls einen Rückzugsraum zu finden, um in einer aus den Fugen geratenen Welt mental und seelisch zu regenerieren. Er und sein kongenialer Sängerkollege Marc Charro entführen am 25. Oktober im Schlosssaal in die 60er- und 70er-Jahre mit einer speziellen Liebesgeschichte, nämlich Elvis und die BRAVO. Die MusiTextical-Gäste erfahren hier außergewöhnliche Geschichten, Anekdoten, Erlebnisse von und mit Superstar Elvis Presley und bekommen Einblicke in dessen Gefühls- und Gedankenwelt. Am Nikolausabend 5. Dezember können die Besucher in der Alten Stadtpfarrkirche St. Josef die Entstehung des wohl schönsten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ im Jahr 1818 in Texten und Musik nachvollziehen. Laut Sauerbeck eine Geschichte voller Dramatik, Gefühle und Gottesglaube rund um den katholischen Geistlichen Joseph Moor als Dichter und den komponierenden Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber im Salzburger Land. Marc Charro interpretiert mit unverwechselbarer Simme internationale Christmas-Songs als Umrahmung für ein schlichtes Lied, das einen weltweiten Siegeszug antrat.

KUNSTHERBST „GROSSE HERAUSFORDERUNG“

„Es ist sicher eine große Herausforderung, jedes Jahr ein großes Kunstherbst-Programm aufzustellen und dabei immer die Kosten und das Budget im Auge zu behalten“, betonte 1. Bürgermeister Martin Birner in seinen Grußworten. Das Stadtoberhaupt zollte den Verantwortlichen des Kunstvereins Unverdorben seine Anerkennung und sicherte zu, sich im Stadtrat bei den Haushaltsberatungen 2026 für eine Aufstockung der kommunalen Fördermittel einzusetzen. Nicht unverwähnt ließ Birner, dass durch die Grenzen überschreitenden Kulturaktivitäten internationale Freundschaften entstehen. Überdies sei die Kontaktpflege des Kunstvereins zu Schulen und Universitäten im In- und Ausland sowie ein guter Draht zu regionalen Unternehmen hervorzuheben. Der Bürgermeister schloss mit den Worten: „Ich lasse mich von den kommenden 16 Kunstherbst-Ereignissen überraschen und wünsche allen einen guten Besuch!“

Pressekonferenz im historischen Sitzungssaal des Neunburger Rathauses mit detaillierter Erläuterung der insgesamt 17 Kultur-Termine in der 13. Kunstherbst-Saison in der Pfalzgrafenstadt. Foto: K. Stumpfi

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13. NEUNBURGER KUNSTHERBST: Daten und Locationen

  • Freitag, 12. September 2025, 19.30h, „OJO goes Latin“ – Konzert des Ostbayerischen Jugendsinfonieorchesters in der Schwarzachtalhalle. EINTRITT FREI, Spenden erbeten.
  • !!AUSVERKAUFT!! Samstag, 13. September 2025, 20h, Musik-Kabarettist Helmut Binser mit seinem neuen Programm „Ha?“ in der Schwarzachtalhalle. WARTELISTE auf okticket.de!!
  • Freitag, 19. September 2025, 18h, Internationale Kunstausstellung AHOJ 25, Vernissage im Foyer des neuen Rathauses, anschließend Besichtigungen und Ausklang in der Spitalkirche und Alten Fronfeste. Künstler: Alice Marková, Michael Fuchs, Marina Zaitova, Taraneh Akhbar (bis 26.10.)
  • !!AUSVERKAUFT!! Samstag, 20. September 2025, 16.30h, die Afrika-Musical-Premiere „Winnie“ von Stefanie Heelein und ca. 200 Mitwirkenden in der Schwarzachtalhalle. !!AUSVERKAUFT!!
  • Donnerstag, 2. Oktober 2025, 19h, „Wien, du Stadt meiner Träume“, Wienerlieder und Operettenmelodien mit Stephan Schlögl (Tenor), Daniel Unterberger (Bariton), Toia Conejo (Klavier) & Veronika Pröbstl (Violine). Kartenvorverkauf hat begonnen!
  • Freitag, 3. Oktober, 19h, Musikalische Zeitreise mit CONTIGO, ein Jubiläumskonzert mit Chor & Band in der illuminierten Stadtpfarrkirche St. Josef.
  • !! ABGESAGT!! Freitag, 17. Oktober 2025, 19h, Geistliche Kammermusik mit Werken von Steven J. Heelein mit Ruth Guillen Toledo (Sopran), Franziska Kiesel (Violine, Viola), Johannes Kilian (Percussion) und Antonius Gümbel (Tenor) in der Stadtpfarrkirche St. Josef. !! ABGESAGT!!
  • Samstag, 18. Oktober 2025, 19h, Damen-Ensemble „Cantarina Clarinete“ aus Prag mit musikalischem Cross-over von der Klassik bis in die Moderne im historischen Schlosssaal. Restkarten an der Abendkasse ab 18 Uhr!
  • Mittwoch, 22. Oktober 2025, 18h, Kunstprojekt „Gedanken im Wind“ im Blühgarten der evangelischen Versöhnungskirche als Kooperation der ev.-luth. Gemeinde mit der Gregor-von-Scherr-Realschule.
  • Donnerstag, 23. Oktober 2025, 19.30h, Best of Austropop in der Schwarzachtalhalle mit den Österreich-Spezialisten „Auf A Wort“ und eine mitreißende Revival-Show der unvergesslichen Klassiker von Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Peter Cornelius, Falco, Hubert von Goisern, EAV, STS u. a. Weitere Infos; www.agentur-showtime.de
  • Samstag, 25. Oktober 2025, 19h, Elvis und die BRAVO – eine Liebesgeschichte“, MusiTextical mit Dr. Klaus Sauerbeck (Erzähler) und Marc Charro (Sänger) im historischen Schlosssaal. Kartenvorverkauf: Büro- und Pressezentrum, Buchhandlung am Tor. Kartenvorverkauf: Büro- und Pressezentrum, Buchhandlung am Tor.
  • !! ABGESAGT!! Freitag, 7. November 2025, 19h, „Wasserwelten“, eine Multivisions-Show mit Fotograf Josef Merkl, Zangenstein, in der Spitalkirche.
  • Samstag, 8. November 2025, 19h, Lieder über Gott und die Welt mit Sine Nomine zum zehnjährigen Jubiläum des Männerchors in der Stadtpfarrkirche St. Josef, anschließend Pfarrheim St. Georg.
  • Freitag, 14. November, 20h, Die Nacht der besten Balladen mit „Saitenwind“, Foyer Schwarzachtalhalle, Einlass 19 Uhr.
  • Eintritt: 15 € (Abendkasse), 13 € (Vorverkauf), Info: www.saitenwind.eu
  • Samstag, 15. November 2025, 19.30h, Traditional Piano Trios mit den arrivierten deutschen Jazz-Musikern Luca Zambito (Pianist, München), Moritz Graf (Bassist, Nürnberg) und Jonas Sorgenfrei (Schlagzeug) auf Einladung der Freunde der Kunst Oberviechtach im historischen Schlosssaal.
  • Samstag, 22. November, 19.30h, Sefora: „Mitten im Leben“, Lesung & Musik; Schwarzachtalhalle.
  • !!AUSVERKAUFT!! 24. November 2025, 19h, Blauer Montag: Kaffeehaus-G’schichten mit dem Kleinkunst-Ensemble „Die Vier Unverdorbenen“ (Karl Stumpfi, Jürgen Zach, Klaus Götze & Franz Schöberl“ im Sporrer-Saal. Kartenvorverkauf: Büro- und Pressezentrum, Buchhandlung am Tor. Wiederholung der Veranstaltung „Kaffeehaus-G’schichten“ am 26. Januar, 19h, Sporrersaal!!
  • Freitag, 5. Dezember 2025, 19.30h, „Stille Nacht, heilige Nacht – Die Entstehung eines Liedes“, MusiTextical mit Dr. Klaus Sauerbeck (Erzähler) und Marc Charro (Sänger) in der Alten Stadtpfarrkirche St. Josef. Kartenvorverkauf: Büro- und Pressezentrum, Buchhandlung am Tor.
  • Sonntag, 21. Dezember 2025, 17h, Weihnachtssingen im Schloss mit Chor- und Instrumentalmusik, Geschichten und Gedichten: Gesangverein 1861 Neunburg v. W. im historischen Schlosssaal.
  • PROGRAMM-INFOS unter www.neunburger-kunstherbst.de und #neunburgerkunstherbst
  • VORVERKAUF-KONTAKTE unter Tel. (09672) 3435 (Rosa Schafbauer), (09672) 1823 (Karl Stumpfi)

MEDIEN-ECHO

Onetz / Der Neue Tag, Kreisausgabe SAD v. 9. 07. 2025

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TERMIN!!! 8. JULI: Mitgliederversammlung in Pissau

Vorstandswahl beim Kunstverein

Eine ordentliche Mitgliederversammlung des gemeinnützigen Neunburger Kunstvereins Unverdorben e. V. mit Neuwahlen des Vorstandes findet am Dienstag, 8. Juli 2025, 19:00 Uhr, im Gasthaus Ettl, Pissau, statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte:
1. Eröffnung und Begrüßung
2. Bildung eines Wahlausschusses
3. Berichte und Entlastung des Vorstandes
• Bericht des 1. Vorsitzenden
• Bericht des Schatzmeisters
• Bericht der Kassenprüfer
• Aussprache zu den Berichten
• Entlastung der Vorstandschaft
4. Wahlen
• Wahl der Mitglieder des Vorstandes
• Wahl von 2 Kassenprüfern
5. Vorhaben und Konzept 2025
6. Wünsche, Anträge, Sonstiges
Zur Stärkung gibt es für alle Teilnehmer eine Runde Leberkas-Semmeln und ein Getränk.
Wir bitten um rege Teilnahme und würden uns freuen, Euch alle persönlich begrüßen zu können.

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Vernissage ’25 der Gregor-von-Scherr-Realschule

„Kunst kann niemals falsch sein“

Für den Kunstzweig der Gregor-von-Scherr-Realschule präsentierte Victoria Fink de Leon (Klasse 10 c) die diesjährige Ausstellung in der Schwarzachtalhalle. Fotos: K. Stumpfi
Für den Kunstzweig der Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald präsentierte Victoria Fink de Leon (Klasse 10 c) die Schülerarbeiten im Foyer der Schwarzachtalhalle. Fotos: K. Stumpfi, KVU

Gemälde, Collagen, Grafiken und Skulpturen ziehen die Blicke der Besucher im Neunburger „Musentempel“ magnetisch an. Geschaffen haben sie 14 Schülerinnen und ein Schüler des Kunstzweiges der Staatlichen Gregor-von-Scherr-Realschule. Die Gäste im Foyer der Schwarzachtalhalle zeigten sich stark beeindruckt von dieser Leistungsschau der Kreativität.

Auf den Punkt brachte es der 1. Vorsitzende des Neunburger Kunstvereins Unverdorben e. V., Peter Wunder, als er auf Bitte der Realschuldirektorin Diana Schmidberger am 4. Juni die Vernissage eröffnete: „Gerade mit euren Kunstwerken habt ihr gezeigt, dass ihr nicht nur kreativ seid und euch mit abstrakten Themen auseinandersetzen könnt. Ihr seid auch ehrgeizig und leistungsbereit. Bleibt so und schaut nach vorne. Bleibt zuversichtlich, seid gespannt auf die Zukunft und engagiert euch, wo es euch gefällt.“ Aus seiner Sicht gingen die jungen Absolventen gut gerüstet ins Berufsleben hinaus. Nicht zuletzt dank einer hervorragenden kunsterzieherischen Arbeit, welche in der Neunburger Realschule unter Diana Schmidbergers Leitung geleistet werde. Dies sei erfreulicherweise im Vorjahr durch den Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz für das Projekt „LAND-ART international“ anerkannt und gewürdigt worden. Dasselbe gelte übrigens auch für den Kunstverein Unverdorben – Oberpfälzer Kulturpreisträger 2024 für „Grenzüberschreitende Kultur-Kooperationen“, mit immerhin 40 Projekten innerhalb von zwölf Jahren. „Neunburg hat im weiten Umfeld kulturell einen guten Ruf und den gilt es weiter zu fördern und zu erhalten“, betonte Peter Wunder – und verband dies mit einem Appell an den anwesenden 1. Bürgermeister Martin Birner: „Dazu brauchen wir weiter die Hilfe der Stadt!“

Ausgestellt wurden im Foyer der Schwarzachtalhalle Kunstwerke aus den zurückliegenden vier Schuljahren des Kunstzweiges, zuletzt pädagogisch betreut und begleitet von Kunstlehrerin Susanne Pauli. Der KVU-Vorsitzende hob besonders die „künstlerische Vielfalt und großartige Ausgestaltung“ hervor und zollte den jungen Kunstschaffenden hierfür höchsten Respekt. Die bunte Ausstellungspalette umfasst Collagen zu berühmten Personen, Detailstudien zu diversen Themen, Filigran-Zeichnungen und expressionistische Malerei. Sogar Schuhe aus dem Schrank der Schuldirektorin wurden zu Objekten dieses Kreativitätsprozesses.

Eröffnung der Vernissage durch KVU-Vorsitzenden Peter Wunder (re.) in Anwesenheit der 15 Jungkünstlerinnen aus der Klasse 10 c und Kunstlehrerin Susanne Pauli (li.)

Mit einem gleichermaßen tiefschürfenden wie aufrüttelnden Plädoyer für die „lebensnotwendige Kunst“ startete Victoria Fink de Leon als Sprecherin des Kunstzweiges ihre Ausstellungs-Präsentation. Energisch widersprach sie der Behauptung mancher Menschen, dass Kunst eben nicht lebensnotwendig sei: „Wir brauchen Wasser, Essen, Sonne. Ja, das alles brauchen wir, um zu überleben. Aber ist Überleben wirklich genug?“ Die Schülerin verwies auf den Sauerstoff, welcher zwar unsichtbar, dennoch lebenswichtig sei. So auch Kunst. Die sei nicht immer greifbar, nicht messbar, aber unverzichtbar für echtes, lebendiges Leben. Kunst, das sei mehr als Bilder oder Skulpturen – „Sie ist eine Sprache ohne Worte, ein Spiegel unserer Seele. In ihr zeigen sich unsere tiefsten Gefühle, Gedanken und Träume, manchmal auch unsere Ängste und Widersprüche.“ Eine Welt ohne Kunst wäre grau, keine Emotionen, keine Tiefe, kein Ausdruck. Denn Kunst begegne den Menschen überall – in den Farben, in der Musik, in Geschichten, in der Raumgestaltung. „Kunst ist nicht nur in Museen, sie ist in uns“, so Victoria Fink de Leon, „und genau deshalb kann Kunst niemals falsch sein. Weil sie persönlich ist, weil sie echt ist, weil sie zeigt, was Worte nicht sagen können, weil sie Fragen stellt, weil sie Reaktionen auslöst.“ Aber auch das macht die Kunst nach Darstellung der Sprecherin aus: sie fordert uns heraus, sie provoziert, sie lässt uns staunen und hinterfragen. Das Resümmee: Kunst sei unverzichtbarer Teil unseres Lebens, „denn sie lässt uns wachsen, fühlen, verstehen. Sie gibt unserer Seele eine Stimme und unserem Leben Farbe“.
Abschließend lud Victoria Fink de Leon die Gäste der Vernissage dazu ein, mit offenen Augen und Herzen durch diese Ausstellung zu gehen.

Das Instrumental-Trio (v. li.) Hannah Schöberl, Karolin Mages und Sonja Reitinger umrahmte die Vernissage im Hallenfoyer mit Pop-Klassikern musikalisch.
Was ist Kunst? Die Besucher durften ihre Antworten auf die Plakatwand schreiben.
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