Die offizielle Medienpräsentation erfolgt heute, Dienstag, 11 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses Neunburg vorm Wald, Schrannenplatz, durch 1. Bürgermeister Martin Birner und den Vorstand des Neunburger Kunstvereins e. V. Zu Gast sind der Dirigent Reinhold Mages, München – er leitet am 2. 10. 22 die Vogtland Philharmonie – und Pianist Alexander Maria Wagner, Wien – Solist des 1. Klavierkonzerts d-moll op. 15 von Johannes Brahms bei der Neunburger Klassik-Gala. Die Jubiläumssaison des Neunburger Kunstherbstes dauert vom 16. September bis 17. Dezember 2022 und beinhaltet 18 Kultur-Events (Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Kleinkunst usw.)
Heute offizielle Medienpräsentation im RathausDas 10. Kunstherbst-Programm ist online!
Neunburger Ukulele-Event am 6. August beim „Sporrer“Kleines Instrument gibt großen Einstand
Der Abend hat eine internationale Dimension, denn es gastieren die Ukulele-Instrumentalisten David Chen Chienting (Taiwan) und Vlasta Procházka (Tschechische Republik). Die Kontakte zur Pfalzgrafenstadt Neunburg wurden in der Goldenen Stadt Prag angebahnt. Gastgeber sind die „NEN-Ukes“: Jörg Maderer (Ukelele) & Anna Maderer (Gesang), sowie alle Neunburgerinnen und Neunburger, welche hoffentlich zahlreich mit Ukulele zum „Mitmachteil“ des Konzertabends kommen werden. Um Sitzplatz-Reservierung unter der Mail uke4free@gmx.de wird gebeten! Der Kunstverein Unverdorben unterstützt den 1. Neunburger Ukulele-Abend.
Vlasta Procházka (Tschechische Republik): Er ist ein Reisender, Songwriter, Musiker und unermüdlicher Förderer der Ukulele, die er zwischen 2016 und 2017 für sich entdeckt hat. Mit diesem kleinen Instrument im Rucksack hat er viele Länder bereist, von Spitzenmusikern aus der ganzen Welt gelernt und in Europa, Asien und Amerika gespielt.
Vlas spielt die Ukulele als Instrument, begleitet seinen Gesang und ist Mitglied der Ukelele-Band Ecce uku. Trotz seiner vielen Reiseerfahrungen singt er am liebsten auf Tschechisch, aber sein Repertoire umfasst auch versuchsweise Ausflüge in andere Sprachen. Die amerikanische Ukulele-Spielerin und Sängerin Victoria Vox hat sich bereit erklärt, ihr Werk ins Tschechische zu übersetzen. Aus dieser Zusammenarbeit sind bereits eine Reihe interessanter Songs entstanden. Sie spielt auch eigene Lieder und schreibt Texte zu bekannten Melodien.Procházka ist der Autor von „Ukurzu“: Lehrvideos auf der Ukulele vor allem für fortgeschrittene Spieler.
David Chen Chienting (Taiwan) ist ein profilierter Repräsentant seines kleinen Instruments und Präsident des Internationalen Ukulele-Verbandes China. Bei der „Alibaba Group“ fungiert Chen als Ukulele-Lehrer. Seine musikalisches Rüstzeug erhielt er beim Studium der Musiktechnologie an der Universität York in Großbritannien und be der Multimediaausbildung an der Universität Leeds in Großbritannien.
David Chen Chienting hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter:24 Ukulele-Lektionen für den Anfänger (Das erste chinesische Ukulele-Lehrbuch). Dazu hat der Taiwanese diverse Tonträger auf den Markt gebracht, darunter Ukulele Solo (2018).
Besucher des 1. NEUNBURGER UKULELE-ABENDS erleben ihn also „live“, den Planer von Taiwan und Shanghai Ukulele Festival Contest, Akteur bei Concert-Events wie
in der „Shangahi Concert Hall“ und der „ShenZhen Concert Hall“, Konzerte und Workshops in Hawaii, Prag, Wien, München, Norwegen, Ungarn, Kanada, Österreich, Malaysia, China, Korea, Japan, Singapur, Norwegen und Finnland. Chen Chienting wurde als Preisjuror bei Ukulele-Wettbewerben in Taiwan, Korea und Malaysia eingeladen, hielt Ukulele-Vorlesungen in der Musikabteilung der National Normal Taiwan University – ein wahrer Globetrotter des kleinen Instruments!
Der gelernte Ingeneur hatte im Jahr 2008 ein Schlüsselerlebnis, nachdem er sich der Musiktherapie zugewandt hatte. David Chen war in zunehmendem Maß begeistert von der Arbeit mit autistischen Menschen. Derweil war er auf der Suche nach einem Instrument, das leicht zu spielen und mit Gesang zu begleiten ist – und eines Tages fand er die Ukulele. Um mehr über dieses Instrument zu lernen, beschloss er, nach Hawaii zu gehen. Dort beteiligte er sich an vielen Ukulele-Aktivitäten wie Ukulele-Festivals und dem „Kanikapila“, einer traditionellen hawaiianischen Jamsession, bei der zumeist am Strand oder bei Familientreffen improvisiert wird. Bislang haben David und seine Schwester in Taiwan zwölf Ukulele Festivals veranstaltet und arbeiten zwischenzeitlich auch mit internationalen Ukulele-Promotern zusammen. In den letzten Jahren hat er ein Ukulele-Zertifikatssystem aufgebaut und Hunderte von Lehrern und Tausende von Schülern in Taiwan und China ausgebildet.
Heute sagt David Chen Chienting voller Überzeugung: „Ich fühle mich so gesegnet, dass ich die Ukulele gefunden habe.“
Liturgisches Projekt „Da-sein in Kunst und Kirche“Kunst-Triptychon in St. Josef jetzt vollendet
Begegnungen von Gegenwartskunst und christlicher Gemeinde initiiert „Da-Sein in Kunst und Kirche“. Seit über zehn Jahren ist im Bistum Regensburg dieses liturgische Projekt präsent. Künstler, auch aus der Region, stellen Werke zur Verfügung, die für eine gewisse Zeit im Kirchenraum aufgestellt und beim Gottesdienst und im Leben der Pfarrgemeinde ins Blickfeld gerückt werden. Seit jeher beschäftigt sich die Kunst mit den Kernthemen des Daseins – genau so wie der Glaube. Das Kunst-Projekt des Bistums Regensburg will an diese Tradition anknüpfen, mit der sich Kunst und Glaube über Jahrhunderte hinweg gegenseitig befruchtet und beeindruckende Werke hervorgebracht haben. 2022 heißt das Projekt-Jahresthema „Caritas“. Das Wort hat im Lateinischen viele Bedeutungen: hingebende Liebe, uneigennütziges Wohlwollen, Hochachtung. Vor allem aber meint es Teuerung, also etwas, was einen hohen Wert, einen Mehrwert hat. Caritas ist somit eine Haltung, die einem lieb und teuer sein soll und die es wert ist, an andere Menschen weiterzugeben. „Liebe, und tu was du willst“, hat es der Hl. Augustinus umfassend formuliert.
Das dritte zurzeit in Neunburg-St.Josef zu besichtigende Kunstwert des Wolfringer Bildhauers Dominik Schleicher nimmt unmittelbaren Bezug auf das aktuelle Projekt-Motto. Seine 2022 fertig gestellte CHRISTUSFIGUR betitelte er „Caritas – Cor ad cor loquitur“. 1982 in Bochum geboren, setzt sich mit Idee, Form und Materialien in verschiedenen Bereichen der Kunst auseinander. Als seine Passion bezeichnet er den „Stein“, Schleicher beschäftigt sich aber ebenso mit Stahl, Bronze, Messing, Glas und Holz.
2008 erhielt er das Zertifikat zum Steinbildhauermeister. Seither ist Dominik Schleicher in seiner Bildhauer-Werkstatt in Wolfring, Gemeinde Fensterbach, öffentlichkeitswirksam tätig als Künstler im christlich sakralen Bereich, im privaten Bereich vor allem mit Anfertigung von künstlerisch hochwertigen Grabzeichen als bleibende „Lebens – Zeichen“ der Verstorbenen. Neben Mitwirkung an verschiedenen Kunstprojekten bundesweit, war er u. an. bei „Da-Sein“ in der Diözese Regensburg auch mit der Christusfigur „Alles hat seine Zeit“ (2019) und mit dem Fastentuch „In die Leere gehen“ (2021) vertreten.
Der Bildhauer Tobias Eder, geboren 1966, lebt und arbeitet in Freiburg/Breisgau. Die von ihm geschaffene „Große und kleine Figur“ ist bereits seit einigen Wochen in der Pfarrkirche St. Josef ausgestellt. Zu sehen sind zwei Figuren, die miteinander verbunden sind. Es ist nicht genau zu klären, ob die kleine Figur vorne oder am Rücken mit der großen Figur verbunden ist. Beide Figuren sind stark stilisiert. Die Körper bestehen aus Volumen die rundum nur eine Wölbung aufweisen. Die sehr glatte Oberfläche unterstützt die ästhetische Erscheinung. Die Thematik Tragen und Verbundenheit wird formuliert durch zwei zusammengefügte Objekte, die auf das notwendigste reduziert sind.
Im Zentrum des Werks der Künstlerin Elisabeth Ettl, geboren 1951 in Viechtach, stehen geschnitzte und farbig gefasste Holzfiguren. Mit ihren expressiven Arbeiten knüpft sie an traditionelle Bildhauerkunst an. Die zurzeit in Neunburg vorm Wald ausgestellte Figurengruppe „Mutter mit Kind“ entstand während des ersten Lockdowns im Jahr 2020 der Corona-Pandemie. Dargestellt ist eine junge Frau in Seitenlage. Mit ihrem gesamten Körper und ihren Armen umschließt sie schützend ein kleines Kind in einem blauen Strampler. Dass es sich hier um keine Einschlafszene handelt, verraten die Straßenschuhe, die die junge Frau trägt. Ihre Augen sind geöffnet und lassen verschiedene Interpretationen zu: Angst? Vorahnung auf Schlimmes? Resignation? Die Augen des Kindes hingegen sind geschlossen. Es fühlt sich geborgen in der engen Umarmung. In unsicheren Zeiten, wie wir sie momentan erleben, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit, wie sie in dieser Figurengruppe bewegend zum Ausdruck gebracht wird.
Volkslied und Protestsong, Chanson und „Jazz-Röhre“ Alles inklusive bei 1. Neunburger Open Stage

Die Band „French Kiss“ aus Regensburg nutzte die 1. Neunburger Open Stage als Plattform, um sich mit „Französisch-Rock“ zu profilieren. Foto: Karl Stumpfi
Im europäischen Kriegsjahr 2022 durfte an diesem Abend ein Stimmungsumschwung nicht ausbleiben. Dafür sorgten Jörg Maderer (Ukulele) mit seinen zum Nachdenken anregenden Interpretationen der Liedermacher Hannes Wader und Georg Ringsgwandl sowie Sängerin Evi Beck mit einem Stück Familiengeschichte, welches sie in ihrer Eigenkomposition „Kinder des Krieges“ verarbeitet hatte. Wer in die Alte Seilerei gekommen war, um hier einen „Nostalgie-Trip“ zu erleben, wurde von der Basis-Band mit den Vollblutmusikern Boris Rusakov, Jürgen Zach und Steffi Heelein nicht enttäuscht. Die brannten ein Feuerwerk mit „Klassikern“ von Sting, Paul Mc Cartney, George Harrison, Bryan Adams, James Taylor und Pink Floyd ab. Kurz nach Mitternacht fiel der Schlussvorhang zur „Unchained Melody“. Das vollauf zufrieden gestellte Publikum ließ sich denn auch nicht lumpen, als der Spendenkorb zugunsten der Ukraine-Hilfe kreiste. Es gilt jetzt als ausgemachte Sache – die Neuauflage der vom Kunstverein Unverdorben und der Alten Seilerei unterstützten Neunburger „Open Stage“.
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MEDIEN-ECHO
Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung v. 7. Juni 2022 als JPG-Datei:

KVU-Vorstandsgruppe in Hradec Králové empfangenOperngala in den Kunstherbst zurückholen

Das Sinfonieorchester der Filharmonie Hrádec Kralové und der Prazský Filharmonický Chor begleiteten die tschechischen Topsolisten Pavel Cernock (Tenor) und Katerina Kneziková (Sopran) in der Operngala am 1. Juni in der Konzerthalle Königgrätz. Foto: Renate Ullmann
In der Pause folgten die Neunburger der Einladung von Intendant Dr. Vaclav Derner zu einem Sektempfang. In einer kurzen Ansprache – teilweise in Deutsch, teilweise übersetzt von Dana Ettl – blendete auch er auf das Konzert in Neunburg zurück und bedankte sich für die ihm und seiner Musikerschar entgegengebrachten Gastfreundschaft. Es habe nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass es in einer kleinen Stadt von unter 10 000 Einwohnern gelungen sei, ein bemerkenswert anspruchsvolles Kulturprogramm zu organisieren und in einer so passenden Location wie die Schwarzachtalhalle über die Bühne zu bringen. Abschließend betonte Intendant Dr. Derner: „Ich glaube, unsere Gäste auch unsere Freunde aus Neunburg nennen zu dürfen!“ 1. Vorsitzender Peter Wunder bestätigte den Gastgebern nochmals, dass die Königgrätzer Philharmoniker am 2. Oktober vergangenen Jahres durch hohe Orchesterqualität nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert habe. Schon unmittelbar nach Konzertende seien an die Verantwortlichen Wünsche nach baldigem weiteren Engagement herangetragen worden. 2. Vorsitzender Karl Stumpfi, zugleich auch Programm-Koordinator des Neunburger Kunstherbstes, verlieh seinem Wunsch Ausdruck, nach längerer Pause das 2.-Oktober-Konzert wieder als „Operngala“ zu gestalten. Das Jahr 2023 böte sich hierfür an. „Warum eigentlich nicht?“, so die Replik von Vaclav Derner. Das Opernkonzert der Filharmonie Hradec Kralove endete nach der Zugabe – Trinklied aus Verdis „La Traviata“ – mit Standing Ovations.
Sektempfang für die Kunstvereins-Delegation aus der Pfalzgrafenstadt Neunburg in der Königgrätzer Konzerthalle.

Standing Ovations nach der glanzvollen Operngala der Filharmonie Hradec Králové. Foto: Maria Bücherl
Vor 100 Jahren publizierte Karl Kraus sein Endzeitdrama„Die letzten Tage der Menschheit“ in Neunburg

Karl Kraus (* 28. April 1874 in Gitschin (Jičín), Böhmen, Österreich-Ungarn; † 12. Juni 1936 in Wien, Österreich) war ein österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Sprach-, Kultur- und Medienkritiker. Zum Hauptwerk von Kraus gehören das Drama „Die letzten Tage der Menschheit“. Foto: (c) Ullstein
«Und ihr hattet übersehn, daß, wenn ihr sämtliche Menschen in die Uniform stecktet, sie nun alle unaufhörlich einander salutieren müßten? Und merktet nicht, daß diese Gebärde eines Tags, plötzlich, nur mehr der Griff an die Stirn war, der den Zweifel an dem wechselseitigen Verstand betraf? Und daß das Kopfschütteln zuckender Invalider euch, nur euch galt?» – In Karl Kraus‘ Tragödie «Die letzten Tage der Menschheit» sehen wir den Krieg «zum ersten Mal von allen Seiten», schreibt der österreichische Schriftsteller Alfred Fried über seinen Landsmann und Fachkollegen.
Kraus wächst in einer jüdischen Familie auf, die seit seinem vierten Lebensjahr in Wien lebt. Nach ersten Semestern im Fach Jura wechselt er 1896 zu Germanistik und Philosophie, jedoch ohne einen Abschluss zu erzielen. Seine Leidenschaft gehört der Literatur und wird bald zum Beruf. Der Erste Weltkrieg lässt den zum Katholizismus Konvertierten zunächst kalt. Sobald er beginnt, gegen den Krieg zu schreiben, wird er zensiert.
Ab 1915 arbeitet er an seinem Theaterstück «Die letzten Tage der Menschheit» – eine Weltkriegstragödie. Sie wird passagenweise in der von Kraus herausgegebenen Zeitschrift «Die Fackel» abgedruckt. 220 Szenen, die an 137 unterschiedlichen Orten spielen, zeigen alle Facetten des Krieges. 1114 Protagonist*innen erzählen ganz unterschiedliche Erlebnisse, bleiben dabei stets Anti-Held*innen, einen roten Faden – abgesehen vom Krieg – gibt es nicht. Als Held der Tragödie fungiert die Menschheit, die sich im Untergang befindet. Dazu noch ein O-Ton Karl Kraus: „Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein, das heißt müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Lüge, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos. War man je zu all dem frisch und munter? Kriegsmüde hat man immer zu sein, das heißt nicht nachdem, sondern ehe man den Krieg begonnen hat…“
Am 26. Mai 1922 erscheint schließlich die Buchausgabe des Werkes und schon ein halbes Jahr später die zweite Auflage. Kraus polarisiert. 1936 wird er von einem Unbekannten vom Fahrrad gestoßen und erleidet innere Verletzungen. Zwei Monate später stirbt er an den Folgen dieses Sturzes.(Quelle: Rosa-Luxemburg-Stiftung).
Hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs kamen die „Letzten Tage der Menschheit“ in der Pfalzgrafenstadt an. 2014 startete der Karl-Kraus-Zyklus DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT im NEUNBURGER KUNSTHERBST der Jahre 2014, 2016 und 2018 als szenisch-musikalische Lesung. Schauplätze waren der kath. Pfarrsaal St.Georg, die evang. Versöhnungskirche und die Spitalkirche; Mitwirkende dieses dreiteiligen Karl-Kraus-Lesetheaters mit Musik waren Wolfgang Huber, Karl Stumpfi, Ulrich Wabra und Wolfgang Süß als Rezitatoren, Jürgen Zach (Gesang/Gitarre), Matthias Eckel-Binder (Orgel), Peter Wunder (PP-Projektion), Jürgen Zach (Tontechnik) sowie Wolfgang Gräßl und Diana Mazurek (Beleuchtung). Idee und Gesamtkonzeption: Karl Stumpfi. Veranstalter: Kunstverein Unverdorben e. V. Neunburg vorm Wald in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauverein der Kath. Stadtpfarrei St. Josef und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Neunburg vorm Wald.

Wolfgang Huber (rechts) und Karl Stumpfi lesen aus „Die letzten Tage der Menschheit“. Foto: Tanja Kraus
Neunburger KVU-Mitglieder stellen in Nabburg ausMalerische Stil-Vielfalt im Schmidt-Haus
Dem vielschichtigen Farbauftrag gemischt mit Steinmehl aus Carrara-Marmor hat sich Marion Demleitner verschrieben. Irene Ehemanns Beitrag sind sensible Porträts der heimischen Tierwelt mit dem besonderen Augenmerk auf der harmonischen Ausdruckskraft der Farben. Während sich Thomas Frömel mittels der Digital-, speziell der Makrofotografie den Dingen nähert, äußert sich der Malstil von Josef Käsbauer in Acryl bis Airbrush und dekorativen Mischungen.
Tanja Lennerts schöpferische Aussage resultiert aus der Leuchtkraft von Farbformen. Dabei favorisiert sie Menschen als Inspirationsquelle, wie auch Andras Olah, der seine detaillierten Porträts in Öl mit atmosphärischen Landschaften kombiniert. Experimentierfreudig und in unterschiedlichsten Gestaltungstechniken versiert, hält Angelika Pesold jüngst tierische Charaktere in wesenhaften Bildnissen fest. Renate Ullmann hat für ihre vor Ort gemalten Ölbilder auf Leinwand als Hommage an Nabburg das „Mähntor“, „Obertor“ und „Rathaus“ ausgewählt. Schließlich gibt Thomas Zilch als „differently Artist“ seinen Aquarellen, Acrylbildern und Collagen außergewöhnliche Akzente.
Die Sonderausstellung ist bis zum 31. Juli jeweils Mittwoch und Donnerstag von 19 bis 23 Uhr sowie Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Infos unter Telefon (09433) 204639.

25. Mai 2002, Schmidt-Haus Nabburg: Vernissage der Sonderausstellung mit Kunstschaffenden des Kunstvereins Unverdorben. Foto: Karl Stumpfi
Text: Christa Haubelt-Schlosser M.A.
Werkschau am 26. Juni letztmals geöffnet!
DER GEDANKE WIRD ZUR FARBE…Die Mitgliederausstellung ’22 des Neunburger Kunstvereins Unverdorben wurde am Freitag, 6. Mai 2022 nach zweijähriger Corona-Zwangspause in der Alten Fronfeste, Im Berg 17, eröffnet. Nach einer rund sieben Wochen dauernden Präsentationsphase geht die Werkschau ’22 nunmehr zuende. Letzte Möglichkeit zur Besichtigung der ca. 90 Kunstwerke besteht am Sonntag, 26. Juni in der Zeit von 14 bis 16 Uhr. Die zurzeit im Schmidt-Haus Nabburg, Oberer Markt 5, laufende Ausstellung mit Werken von Neunburger KVU Kunstschaffenden kann weiterhin besichtigt werden, das nächste Mal am Sonntag, 26. Juni, 14 bis 18 Uhr. Darüber hinaus auch jeden Mittwoch und Donnerstag, 19 bis 23 Uhr. Letztmals geöffnet ist die Ausstellung im Schmidt-Haus Nabburg am 31. Juli!
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VORSCHAU: Die Internationale Kunstausstellung AHOJ 22 stadt.land.kunst zum Auftakt des 10. NEUNBURGER KUNSTHERBSTES wird am Freitag, 16. September, 18 Uhr, eröffnet und dauert bis Ende Oktober.
Fotos: Karl Stumpfi
Eixendorfer See von Andras Olah, Bodenwöhr
Breeze of the Sea von Lak Lakshani, Kemnath bei Fuhrn

„Open Stage“ startet am 4. Juni in der Alten SeilereiKünstlerische Talente im Rampenlicht

„Open Stage“ hat am 4. Juni, 20 Uhr, in der Alten Seilerei Premiere. Interessenten an einer Teilnahme können sich ab sofort bis zum 25. Mai anmelden. Grafik: Jürgen Zach
Die „Open Stage“ ist eine Idee von Steffi Heelein. Sie hat dieses Projekt in Laaber schon mehrfach erfolgreich umgesetzt. Das Konzept sieht vor, dass es eine Basis-Band gibt, die eigene Beiträge vorbereitet und als Begleitung für diverse Künstler und ihre Lieder zur Verfügung steht. An diesem Abend sind Steffi Heelein (Piano, Gitarre, Bass, Gesang), Boris Rusakov (Piano, Gitarre, Bass, Gesang) und Jürgen Zach (Gitarre, Bass, Gesang) die Instrumentalisten der Basis-Band. Damit das ganze Unternehmen klappen kann, ist es erforderlich, dass die Songs bzw. Texte vorab angemeldet werden. Natürlich sind auch spontane Beiträge möglich. Aus den eingegangenen Meldungen wird dann ein Programm erstellt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Es sind nicht nur Musiker oder Sänger angesprochen. Auch Pantomimen, Dichter, Rezitatoren, Schauspieler, Imitatoren, Comedians und alle anderen Beiträge, die für Zuhörer interessant sind, können ins Abendprogramm aufgenommen werden.
Der Neunburger Kunstverein Unverdorben hat der Initiatorin seine Unterstützung zugesichert. „Es ist ein neues Projekt, das gut zu uns passt und in unserem Veranstaltungs-Portfolio Aufnahme finden kann“, gab 2. Vorsitzender Karl Stumpfi die Meinung der KVU-Vorstandschaft wieder. Einen weiteren Förderer findet die „Open Stage“ auch im Inhaber der Kleinkunstbühne „Alte Seilerei“, Alois Feldmeier. Statt Kassieren eines Eintrittsgeldes ist vorgesehen, an diesem Abend für einen gemeinnützigen Zweck zu sammeln und den Erlös zum Beispiel der Ukrainehilfe zur Verfügung zu stellen. Publikum ist herzlich willkommen. Beginn um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr, Platzreservierungen sind möglich unter Tel. 09434 / 3672, 0173 95 600 92 oder kontakt@Feldmeier-vm.de
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MEDIEN-ECHO
Vorschau in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 20. Mai 2022 als JPG-Datei: 

„Schattentheater“ in freier Natur beeindruckte Besucher In mythische Schönwerth-Welt eingetaucht

Märchen von Franz Xaver Schönwerth, mit Licht und Schatten erzählt: Impressionen von zwei zauberhaften Freiluft-Theater-Events mit der Kleinen Bühne Blaue Blume im Garten der Alten Glasschleife Murnthal. Fotos: Peter Wunder
Da hatten der Neunburger Kunstverein Unverdorben und die Regensburger Kleine Bühne Blaue Blume nicht zuviel versprochen: Die beiden Schattentheater-Vorstellungen im zauberhaften Garten der Alten Glasschleife Murnthal bescherten den Gästen märchenhafte Mai-Abende unter freiem Himmel und vor romantischer Naturkulisse. Das Eintauchen in die mythische Märchenwelten des Oberpfälzer Volkskundlers Franz Xaver Schönwerth (1810 – 1886) entführte für zwei Stunden aus Lärm, Hast und Unruhe der Gegenwart.
„Überall, wo es Menschen gibt, da gibt es auch Märchen – bei den Eskimos, bei den Indianern und auch in Deutschland“, führte Hermann Schmucker vom Ensemble „Kleine Bühne Blaue Blume“ in die Thematik ein. Was die meisten seiner Zuhörer nicht wussten: „Märchen sind die verbreiteteste deutsche Literatur weltweit, nicht etwa Goethe oder Schiller“. Die Märchen der Gebrüder Grimm kenne jeder, so Schmucker. Im Gegensatz dazu seien die Märchen Schönwerths immer noch recht unbekannt, auch in der Oberpfalz. Im 19. Jahrhundert neigte sich eine lange Erzähltradition dem Ende zu. Um die von Mund zu Mund weitergegebenen Märchen nicht der Vergessenheit anheim fallen zu lassen, begannen die Grimms das Gehörte niederzuschreiben.
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Auf einer Wiese saß ein Reiter auf seinem Pferd und schlief. Da kam eine Krähe herbei, pickte das Pferd ins Bein, so dass es ausschlug und den Reiter weckte. „Hey, was zwickst du mein Roß?“ – „Dass du amal aufwachst, du alte Schlafhaubn, du schlafst ja schon drei Jahr‘!“ – Der Reiter merkte an seinem ellenlangen Bart, dass dem so sei, und sprach zur Krähe: „Sage mir, wie kann ich dir danken?“ „Dadurch, daß du mir eine von deinen drei Schwestern gibst“, sagte die Krähe. „Hier hast du mein Bild.“
Beginn des Schönwerth-Märchens „Die verwunschene Krähe“

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Der gebürtige Amberger ließ sich von deren Arbeit begeistern und begann selbst mit dem Sammeln: Oberpfälzer Sagen, Märchen, Schwänke, Kinderspiele, Reime, Lieder sowie Sprichtwörter. Die 2009 gegründete Schönwerth-Gesellschaft pflegt diesen literarischen Nachlass. Ihr Gründungspräsident, der ehemalige Bezirksheimatpfleger Dr. Adolf Eichenseer und seine Gemahlin Erika trugen und tragen mit ihren Publikationen bzw. öffentlichen Lesungen und Rundfunkaufnahmen wesentlich zu einer Schönwerth-Renaissance bei und das weit über die Grenzen des Regierungsbezirks hinaus. Erika Eichenseer – die Schönwerth-„Päpstin“ kam zum ersten Abend ins Murnthal – konnte auch Hermann Schmucker in den Bann dieser Märchenwelten ziehen. So entstand im Vorjahr der Prototyp eines Schönwerth-Theaters, welches die Märchen mit Licht und Schatten erzählt und von der Kleinen Bühne Blaue Blume auf dem Märchenpfad Sinzing zum ersten Mal realisiert wurde. Ein folgender Hinweis auf den Garten der Alten Glasschleife Untermurnthal bei Neunburg empfanden die Regensburger schon nach dem ersten Lokalaugenschein als Volltreffer. „Besser geht’s gar nicht“, schwärmte Prinzipal Schmucker, „und das auch noch bei diesem schönen Frühjahrswetter!“
Den Ablauf der Märchen-Exkursion schilderte er so: „Zu abendlicher Stunde lassen wir uns von einem Musiker in der wachsenden Dämmerung von geheimnisvollen Klängen und Lichtern zu vier Stationen führen“. Bei Auswahl der Vortragstexte waren die örtlichen Gegebenheiten oberste Kriterien gewesen. Denn „in diesem besonderen Ambiente werden die Schönwerth-Märchen ihre Originalität und ihren Zauber auf eine ganz besondere Weise entfalten.“ Nicht zuletzt würdigte der Sprecher der Kleinen Bühne Blaue Blume das Engagement des Neunburger Kunst- und Kulturvereins im Vorfeld der beiden Vorstellungen am 13. und 14. Mai 2022.
Der 1. Vorsitzende des KVU, Peter Wunder, freute sich sehr über den Fakt, dass mit den beiden Märchenabenden in der schon bewährten Kunst-und Kreativ-Location „Alte Glasschleife Untermurnthal“ ein neues Veranstaltungsformat präsentiert werde. Er dankte den Besitzern Kopp-Martz für die Kooperationsbereitschaft und stellte anschließend die Protagonisten persönlich vor: Neben Hermann Schmucker wirkten Heilwig von Hennigs, Angelika Deffner und Willibald Urban mit. Den musikalischen Part gestaltete der Neunburger Markus Held (Solo-Klarinette). Die von ihm angestimmte „Sehnsuchtsmelodie“ sensibilisierte das Hörorgan der Wanderer für die erwarteten Rezitationen der Schönwerth-Texte. Im reinrassigen Oberpfälzer Dialekt brachte Schmucker in der ersten Station das Märchen „Die verwunschene Krähe“ zu Gehör, Heilwig von Hennigs untermalte die Erzählung mit klanglichen Effekten. Die zweite Station führte an das Schwarzachufer – Schauplatz des zweiten Märchens „Der Zwergenkönig“. Das gebündelte Licht vieler Taschenlampen zauberten die Umrisse eines „Kristallpalastes“ in das Flusswasser. Eine sehr effektvolle Kulisse wartete in der dritten Station auf das Märchen „Die Prinzessin und die Kuh“: Der Wellenschlag des Triebwerkanals wurde an die Außenwand der Glaspolier projiziert, schließlich stieg dann das Märchenschloss aus den Fluten. „Con fuoco“ war das Finale der Märchen-Exkursion angelegt. Am Lagerfeuer erz#hlte von Hennigs vom „Wieserl“. Nicht allein wegen der aufziehenden nächtlichen Kühle rückten die Zuhörerinnen und Zuhörer gerne nahe an die knisternden, glühenden Holzscheite. Interaktiv klangen die Märchenabende aus – mit dem von „Chordirektor“ Willibald Urban animierten und von vielen Kehlen intonierten Lied „Maienwind am Abend“.

Vorsitzender Peter Wunder stellte die Protagonisten der Märchenabende vor (von rechts) Willibald Urban, Markus Held, Hermann Schmucker, Heilwig von Hennigs und Angelika Deffner. Foto: Karl Stumpfi
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MEDIEN-ECHO
Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung, Ausgabe SAD, v. 28. Mai 2022 als PDF-und JPG-Datei:MZSchoenwerth











